Jennifer Hudson als Aretha Franklin im Film Respect
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Auf dem Bild in dem Artikel zu den Reality-Shows 2026 ist eine Hand mit einer Fernbedienung im Vordergrund zu sehen, die auf einen großen, leicht verschwommenen Fernseher gerichtet ist. Auf dem Bildschirm erscheinen zahlreiche bunte Vorschaubilder.
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders

Respect in der featured-Filmkritik: Ein würdiges Biopic über die Queen of Soul

Aretha Franklin ist eine Ikone der Soul-Musik und wurde mit ihrem eingängi­gen Song „Respect“ welt­berühmt. Im gle­ich­nami­gen Film schlüpft Sän­gerin und Schaus­pielerin Jen­nifer Hud­son in die Rolle der Leg­ende. Gelingt es ihr, eine der größten Stars der Musikgeschichte glaub­haft zu spielen?

Bere­its als Kind hat­te Aretha Franklin (Kinder­darstel­lerin: Skye Dako­ta Turn­er) eine Stimme, die nicht nur Ver­wandte und den Fre­un­deskreis beein­druck­te. Früh begin­nt sie im Kirchen­chor der Gemeinde, die ihr Vaters C.L. Franklin (For­est Whitak­er) als Pas­tor leit­et, zu sin­gen. Ihr Tal­ent wird gefördert und bere­its mit 18 Jahren unterze­ich­net die Sän­gerin (Erwach­se­nen­darstel­lerin: Jen­nifer Hud­son) ihren ersten Plat­ten­ver­trag bei einem großen Label. Ihre Kar­riere geht steil nach oben, aber Arethas Auf­stieg wird vor allem durch die Män­ner an ihrer Seite bes­timmt: Sowohl ihr Vater als auch später ihr Ehe­mann Ted White (Mar­lon Wayans) ver­suchen, die Sän­gerin zu bevor­munden. Aretha erhebt aber nicht nur gegen die bei­den ihre Stimme, son­dern auch gegen Rassendiskriminierung.

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Respect: Jennifer Hudson wurde von der Queen of Soul ausgewählt

Dass Jen­nifer Hud­son eine beg­nadete Sän­gerin ist, bewies sie bere­its mit zahlre­ichen Hits und Alben. Aber auch ihr schaus­pielerisches Tal­ent kann sich sehen lassen. Das hat wohl auch Aretha Franklin bemerkt, denn die Queen of Soul bes­timmte Hud­son als Haupt­darstel­lerin für Respect. Die Wahl war defin­i­tiv eine gute Entschei­dung, denn die Schaus­pielerin schafft es ger­ade in Momenten, in denen ihre Rolle Unsicher­heit ausstrahlen soll, zu überzeu­gen. Und davon gibt es viele Szenen, denn Franklins Leben war alles andere als ein­fach. Ein schw­eres Kind­heit­strau­ma bildet einen trau­ri­gen Schlüs­sel­mo­ment für das Mäd­chen und prägt ihren weit­eren Lebensweg. Respect bewegt sich in immer weitläu­figeren Kreisen um dieses The­ma und die daraus resul­tieren­den Beziehun­gen: Die zu ihrem dom­i­nan­ten Vater oder zu ihrem gewalt­täti­gen Ehemann.

Marlon Wayans als Ted White und Jennifer Hudson als Aretha Franklin in Respect

Ihr Ehe­mann Ted White (Mar­lon Wayans) ist stets an Arethas Seite. — Bild: © 2021 Metro-Gold­wyn-May­er Pic­tures Inc. All Rights Reserved.

Musik als Weg aus der Gewaltspirale 

Die Unter­drück­un­gen sowie die Dämo­nen, wie sie von Aretha im Film beze­ich­net wer­den, wer­den von Jen­nifer Hud­son ein­dringlich und dabei nicht überze­ich­net gespielt. Ger­ade in ihrer Mimik sind der Schmerz und die Unsicher­heit mehr als deut­lich zu erken­nen und es dauert bis weit in die zweite Hälfte des Films, bis sich Aretha aus den tox­is­chen Beziehun­gen lösen kann. Auf­blühen kön­nen Franklin und natür­lich auch Hud­son in ihrer Rolle gle­icher­maßen als Sän­gerin­nen. Sobald die Schaus­pielerin zu den ersten Tönen anset­zt, ver­mit­telt sich deut­lich, wie befreiend dieses Gefühl beim Sin­gen für Franklin gewe­sen sein muss. Stim­mge­waltig und nah am Orig­i­nal überzeugt Jen­nifer Hud­son auch dabei.

Aretha Franklin (Jennifer Hudson) performt auf der Bühne im Film Respect

Sän­gerin und Schaus­pielerin Jen­nifer Hud­son wurde von Aretha Franklin für die Rolle aus­ge­sucht und sang die Songs der Soul-Ikone selb­st. — Bild: Quantrell D. Col­bert.© 2021 Metro-Gold­wyn-May­er Pic­tures Inc. All Rights Reserved.

Einblicke in das bewegte Leben einer Soul-Legende 

Regis­seur Liesl Tom­my und die bei­den Drehbuchau­torin­nen Tracey Scott Wil­son und Cal­lie Khouri arbeit­en sich klas­sisch strin­gent an Aretha Franklins Lebens­geschichte ab. Dabei  set­zen sie wichtige Sta­tio­nen, wie der Wech­sel von einem großen zu einem deut­lich kleineren und zu ihr passenden Label, gekon­nt in Szene. Die Momente, in denen die Sän­gerin vor einem riesi­gen Pub­likum ihrer Stimme freien Lauf lässt, sind kraftvoll und toll in Szene geset­zt. Es sind aber ger­ade die intimeren Augen­blicke, die Respect beson­ders sehenswert machen: Wenn Aretha gemein­sam mit ihren Schwest­ern an neuen Songs arbeit­et, ent­fal­ten sich sowohl Hud­sons Spiel sowie die Entwick­lung des Films am besten.

Stim­mge­waltig und authen­tisch: Jen­nifer Hud­son überzeugt auf allen Ebe­nen. — Bild: Quantrell D. Col­bert..© 2021 Metro-Gold­wyn-May­er Pic­tures Inc. All Rights Reserved.

The­men wie Arethas uner­müdlich­er Kampf gegen Rassendiskri­m­inierung haben genau­so viel Raum wie ihre Rück­kehr zu ihren Gospel-Ursprün­gen. Mal trifft sie auf Mar­tin Luther King (Gilbert Glenn Brown), mal wird bild­stark erzählt, wie sie an ver­schiede­nen Ver­anstal­tung als Men­schen­recht­sak­tivistin auftritt und sich stark gegen die Unter­drück­un­gen von Peo­ple of Col­or macht. Diese Sequen­zen wer­den einge­flocht­en, in die Biografie, ohne dabei zu sehr hervorzustechen.

Unser Fazit zu Respect

In den über zwei Stun­den Film gibt es kaum einen Moment, der Langeweile aufkom­men lässt. Wie auch, bei so einem inten­siv­en und bewegtem Leben. Respect ist ein Film, der nicht nur für Fans der Queen of Soul inter­es­sant ist. Auch, wenn Du ein richtig gutes Biopic zu schätzen weißt, ist der Film ide­al:  Respect ist keine öde Biografie, son­dern schafft es durch die strin­gente Erzählweise und den tollen Cast, Dich über zwei Stun­den bei Laune zu halten.

Respect         

Genre: Biografie
Bun­desstart: 25. Novem­ber
Laufzeit: 146 Minuten
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Regie: Liesl Tom­my
Drehbuch: Tracey Scott Wil­son, Cal­lie Khouri

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