Pets 2 in der featured-Filmkritk: Knuffiger Familienspaß mit Botschaft
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

Pets 2 in der featured-Filmkritk: Knuffiger Familienspaß mit Botschaft

Die Fell­nasen um Ter­ri­er-Mis­chling Max sind zurück, mit neuen Aben­teuern und Nach­wuchs! Aber kann das geheime Leben der Haustiere über­haupt einen weit­eren Film füllen? Ja, wie gut das wirk­lich funk­tion­iert, erfährst Du in der fea­tured-Filmkri­tik zu Pets 2.

Auch im zweit­en Teil lei­hen deutsche Promis den Charak­teren ihre Stimme. Bei eini­gen funk­tion­iert das gut, bei anderen weniger. Aber dazu später mehr. Inter­es­san­ter ist, mit welchen The­men sich das Team um Pro­duzent Chris Meledan­dri dies­mal beschäftigt. Neben Helikopter-Eltern wird auch Tier­schutz angeschnit­ten. Alles natür­lich so lock­er und flauschig, dass der Nach­wuchs nicht über­fordert wird.

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Drei Geschichten über Mut

Pets 2 kommt mit drei Hand­lungssträn­gen daher, die erst zum Schluss lock­er ver­woben wer­den. Her­rchen und Frauchen bekom­men Nach­wuchs. Ter­ri­er Max (Jan Josef Liefers) und Neu­fundlän­der Duke (Diet­mar Bär) hüten Baby Liam wie ihren Augapfel. Max schießt dabei leicht über das Ziel hin­aus. Auf einem Fam­i­lien­aus­flug muss er schließlich den Mut find­en, der ihm bish­er im Leben gefehlt hat.

Unter­des hat sich Hase Snow­ball (Fahri Yardim) einen Namen als Cap­tain Snow­ball gemacht. Das liegt vornehm­lich daran, dass sich der Fell­re­bell wie ein Super­held anziehen lässt. Als sich Shih-Tzu-Dame Daisy (Sen­na Gam­mour) aber mit einem echt­en Auf­trag an ihn wen­det, muss das Großmä­ulchen zeigen, was wirk­lich in ihm steckt. Denn zusam­men mit Snow­ball, will Daisy eine Wild­katze aus dem Zirkus befreien.

Spitz-Dame Gid­get (Jel­la Haase) soll auf das Lieblingsspielzeug ihres Scharms Max auf­passen: Qui­etsche­bi­enchen. Sie ver­liert es natür­lich umge­hend, an ein Rudel Katzen. Um es zurück­zubekom­men, beg­ibt sie sich in die Hände der gemütlich arro­gan­ten Hauskatze Cloe (Mar­ti­na Hill). Die soll ihr das Katze-sein beibringen.

Besetzungs-Autsch I: Promis statt Profis

Ani­ma­tions­filme mit jungem Zielk­lien­tel wer­den erfahrungs­gemäß sorgfältiger n das lokale Pub­likum angepasst, als andere Filme. Und dann gibt es bisweilen den Drang, Syn­chron­rollen mit promi­nen­ten Namen zu beset­zen. Mit ein biss­chen Glück sind das dann wenig­stens Schaus­piel­er. Jan-Josef Liefers (Max) kann hör­bar mit sein­er Stimme arbeit­en. Jel­la Haase spricht Gid­get abso­lut auf den Punkt: Zuck­er! Klappt gut, gerne wieder. Gilt auch für Schaus­pielerin und Komik­erin Mar­ti­na Hill als Hauskatze Chloe. Und Schaus­piel­er Fahri Yardim (Snow­ball) hat bere­its als Wel­traumwaschbär Rock­et Racoon (Guardians of the Galaxy) Erfahrung, mit der Syn­chro­ni­sa­tion abge­brühter Plüschexzen­trik­er gesam­melt. Erfolgreich.

Hinge­gen ist nicht jed­er, der „irgend­was mit Medi­en“ macht auch automa­tisch Syn­chron­schaus­piel­er. Das fällt vor allem auf, weil deutsche Syn­chron­fas­sun­gen nor­mal einen hohen Stan­dard haben.

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Besetzungs-Autsch II: Am Optimum vorbei

Dank dieser Mar­ket­ing­marotte find­en Men­schen den Weg ins Syn­chron­stu­dio, die unter nor­malen Umstän­den nicht die erste Wahl dafür wären. Seit ein paar Jahren auch Social-Media-Influ­encer. Im Presse­ma­te­r­i­al und der Wer­bekam­pagne zu Pets 2 find­en sich ellen­lange Absätze über Promis wie Mario Barth. Der bellt nicht weit­er auf in sein­er Rolle als kot­naschen­der Mops Mel. Aber das ist es eben: Es gibt schlichtweg keinen Mehrw­ert. Der Charak­ter muss wed­er angestrengt berlin­ern, noch bemüht über den Unter­schied zwis­chen Männlein und Weiblein referieren.

Im schlimm­sten Fall schlägt sich so eine Beset­zungsentschei­dung auf die Qual­ität nieder. Sen­na Gam­mour ist Sän­gerin, Mod­er­a­torin, Autorin und mit knapp 830.000 Ins­ta-Abos eine Per­son mit hohem Bekan­ntheits­grad. Cha­peau! Eine Syn­chron­schaus­pielerin ist Sen­na Gam­mour nicht. Im Film spricht sie die taffe Shih-Tzu-Dame Daisy. In der Orig­i­nal­fas­sung übern­immt Schaus­piel­ern Tiffany Had­dish diese Rolle. Und eben die hat bere­its eine deutsche Stan­dard­stimme: Peg­gy Sander, eine Syn­chron­sprecherin, die mit mit­tler­weile fast 700 Syn­chron­jobs in Fil­men und Serien abso­lut rou­tiniert abliefert.

Pampel: Muse

Das Schlimm­ste an dieser Art von Ver­mark­tung ist aber vielle­icht, dass durch das Her­vorstellen der Promi­nen­ten die pro­fes­sionellen Syn­chron­sprech­er auf der Strecke bleiben. In Pets 2 bringt der alte Hüte­hund Roost­er dem Pro­tag­o­nis­ten Max bei, was es bedeutet mutig zu sein. Im Englis­chen spricht diese Rolle Har­ri­son Ford. Im Deutschen spricht diese Rolle Har­ri­son Fords deutsche Stan­dard­stimme: Wolf­gang Pam­pel. Ein Syn­chron­schaus­piel­er, dessen markant grol­lende Stim­mge­walt schon Indi­ana Jones begleit­et hat, Han Solo und seit einiger Zeit auch die deutsche Stimme der Gen­rele­gende Fran­co Nero (Djan­go) ist. Und selb­stver­ständlich wertet diese Erfahrung den Film anders auf, als jed­er Quere­in­steiger. Aber taucht dieser Name oder andere der Beruf­ssprech­er in der Kam­pagne auf? Nein! Und das ist furcht­bar schade.

Auf die Botschaft kommt es an

„Sei mutig, dann wächst Du über Dich hin­aus!“ So oder so ähn­lich kann die Kern­botschaft in Pets 2 zusam­menge­fasst wer­den. Im Ver­gle­ich zu Ani­ma­tions­fil­men wie Toy Sto­ry 3 wird die Mes­sage hier qua­si mit der Zaun­lat­te aufs Gesicht serviert. Aber char­mant. Manch­mal wäre schön, wenn das Drehbuch die titel­gebende Prämisse, näm­lich The Secret Life of Pets (Das geheime Leben von Haustieren), kon­se­quent zu Ende gedacht hätte. Schnell holt man die Charak­tere aus ihrer Umge­bung und schickt sie auf knall­bunte Aben­teuer. Dabei schmun­zeln Haustierbe­sitzer ver­mut­lich am stärk­sten, wenn Chloe ihrer Besitzerin ein Fel­lknäuel auf die Decke würgt. Ken­nt man; ist witzig.

Bei ein­er Laufzeit von 86 Minuten und der episodis­chen Struk­tur, bleibt allerd­ings die anre­gende Frage offen, ob es auf lange Sicht nicht wertvoller ist, die Geschicht­en der Pets ein­fach in Serien­form weit­erzuerzählen. Denn Spaß machen sie auf alle Fälle.

Kurzweilige Fortsetzung mit Gute-Laune-Garantie

Pets 2 nutzt die gle­iche Formel wie sein Vorgänger: Haustiere machen Hausti­er-Dinge. Katzen sind heimtück­isch und faul. Hunde sind die Besten. Dazu eine ordentliche Por­tion Aben­teuer­lust. Fer­tig ist der leichtherzige Ani­ma­tion­ss­paß. Inhaltlich kommt dabei nicht viel Neues herum. Stören tut das ver­mut­lich kaum jeman­den, denn das Zielk­lien­tel dürfte auf aus­ge­wo­genes Sto­ry­telling wenig Wert leg­en. Bunte Bilder, viel Car­toon-Action: Für ein Fam­i­lienk­i­nobe­such abso­lut geeignet.

Pets 2

OT: The Secret Life of Pets 2

Genre:          Ani­ma­tions­film / Familie

Bun­desstart: 27.06.2019

Laufzeit:       86 Minuten

FSK:             Ab O Jahren

Regie:          Chris Renaud, Jonathan del Val (Co-Regie)

Drehbuch:     Bri­an Lynch

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Titel­bild: Uni­ver­sal Studios

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