Matt Damon und Christian Bale in Le Mans 66
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Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

Le Mans 66: Die wahre Geschichte hinter dem Rennsport-Drama

Chris­t­ian Bale und Matt Damon geben Voll­gas in der Ver­fil­mung „Le Mans 66“ – eine wahre Motor­sport-Geschichte. Aber wie genau nimmt es der Film mit der Wirklichkeit?

Ein Haufen tol­lküh­n­er Män­ner in ihren rasenden Kisten: In „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ erzählt Regis­seur James Man­gold die Geschichte ein­er Hand­voll Ker­le, die unbe­d­ingt ein Autoren­nen gewin­nen und die Konkur­renz aus­brem­sen wollen. Sie kämpfen bis zum let­zten Ben­z­in­tropfen – es geht um Pres­tige, viele Mil­lio­nen Dol­lar und Egos mit riesigem Hubraum. In den Haup­trollen: Chris­t­ian Bale als Ren­n­fahrer Ken Miles und Matt Damon als Inge­nieur Car­roll Shelby.

Ford gegen Ferrari

Hin­ter Le Mans 66 steckt eine wahre Geschichte. Sie gilt bis heute als eines der ver­bis­sensten Duelle des Motor­sports. Das Duell liefer­ten sich aber nicht Miles und Shel­by, son­dern die bei­den Auto­mo­bil­her­steller Ford und Fer­rari – in den USA kam der Film daher auch unter dem Titel „Ford v Fer­rari“ in die Kinos.

Das Ren­nen, die 24 Stun­den von Le Mans, nimmt im Film etwa eine Stunde ein und set­zt am Ende den drama­tis­chen Höhep­unkt des Duells. Noch mehr Zeit, rund 90 Minuten, nimmt sich der Film für die Vorgeschichte dieser sportlichen Auseinan­der­set­zung. Dabei bleiben zwar ein paar Infos und Fak­ten auf der Strecke. Aber hätte Regis­seur James Man­gold die Ereignisse vor dem Ren­nen mit allen realen Umleitun­gen und Umwe­gen erzählt, hätte Le Mans 66 etliche Stun­den länger dauern müssen.

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Der Film kom­prim­iert die wahre Geschichte von Le Mans 66 und fokussiert sich auf aus­gewählte Protagonist:innen. Wie genau, klären wir im Folgenden.

Le Mans: Das ist die wahre Geschichte

Anfang der 1960er-Jahre geben europäis­che Auto­her­steller den Ton auf den inter­na­tionalen Ren­npis­ten an. Die Fer­rari-Flitzer scheinen das Maß aller Dinge zu sein. Die Sport­wa­gen der Ford Motor Com­pa­ny fahren hin­ter­her, auf dem US-Markt und auch auf heimis­chen Rennstreck­en sind sie chan­cen­los gegen die Mod­elle aus dem Hause Gen­er­al Motors. Ford-Boss Hen­ry Ford II. (gespielt von Tra­cy Letts) lässt das keine Ruhe. Er will einen Sport­wa­gen, der auf der Piste beste­hen kann und der schwächel­nden Marke Ford einen Boost verschafft.

Ford will vor allem die 24 Stun­den von Le Mans gewin­nen. Ein Sieg bei dem pres­tigeträchti­gen Ren­nen im Nord­west­en Frankre­ichs wäre die beste Wer­bung für die Com­pa­ny. Da kommt es dem Ford-Boss ger­ade recht, dass Enzo Fer­rari (gespielt von Remo Girone) seine Fir­ma verkaufen will. Tat­säch­lich stand die leg­endäre Ede­lau­to-Schmiede 1963 zum Verkauf. Im Film reist Ford-Vizepräsi­dent Lee Iacoc­ca (gespielt von Jon Bern­thal) nach Ital­ien, um mit Fer­rari zu verhandeln.

Jon Bernthal in Le Mans 66

Jon Bern­thal spielt in Le Mans 66 die Rolle des Lee Iacoc­ca. — Bild: pic­ture alliance / ZUMAPRESS.com | Twen­ti­eth Cen­tu­ry Fox

In Wirk­lichkeit schick­te Iacoc­ca lediglich einen sein­er Man­ag­er. Die Ver­hand­lun­gen scheit­erten – im Film, weil Fiat 50 Prozent von Fer­rari kaufte. In der Real­ität aber, weil der alte Fuchs Enzo Fer­rari mit ein­er Ver­tragsklausel nicht ein­ver­standen war und den bere­its beschlosse­nen Deal in let­zter Minute platzen ließ. Fiat erwarb tat­säch­lich Anteile an Fer­rari, allerd­ings erst 1969.

Der steinige Weg zum Ford GT40

Auch die Entwick­lung des Wagens, der für Ford das Ren­nen gewin­nen soll, ver­lief wesentlich hol­priger, als der Film es darstellt. Bere­its im Som­mer 1963, kurz nach dem gescheit­erten Fer­rari-Deal, lässt Ford an einem neuen Sport­wa­gen schrauben. Unter der Auf­sicht des neuseeländis­chen Inge­nieurs Bruce McLaren entste­ht nahe Lon­don ein Pro­to­typ des Ford GT40. Der Wagen ist schneller als die Konkur­renz, aber äußerst unzuverlässig.

1964 schickt Ford drei GT40 ins Ren­nen von Le Mans. Zwei bleiben mit Getriebeschaden liegen, ein­er fängt Feuer. Jet­zt kommt Car­roll Shel­by ins Spiel. Shel­by betreibt einen der erfol­gre­ich­sten Rennställe der USA und hat­te 1959 in einem Aston Mar­tin Le Mans gewon­nen. Shel­by soll den GT40 in ein Siegerauto ver­wan­deln – dazu holt er seinen besten Test­fahrer Ken Miles ins Team, einen eigen­bröt­lerischen Engländer.

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Die Män­ner haben Ben­zin im Blut, sind den­noch grund­ver­schiedene Typen und zunächst nur sel­ten ein­er Mei­n­ung. Das war im wirk­lichen Leben so, und das zeigt auch der Film. Ob es dabei aber zu Wutaus­brüchen und sog­ar Hand­grei­flichkeit­en kam, wie der Film es darstellt, ist nicht belegt.

Die echt­en Shel­by und Miles jeden­falls basteln und testen, bleiben aber auch 1965 in Le Mans auf der Strecke. Die Fords sind zwar wieder die schnell­sten Wagen, doch alle sechs ges­tarteten GT40 bleiben unter­wegs wegen divers­er tech­nis­ch­er Män­gel liegen. Aber Shel­by und Miles geben nicht auf. Und Hen­ry Ford II. sowieso nicht. Er ist stinksauer auf den alten Ferrari.

Le Mans 66: Hier steigt der Film ein

Mit noch mehr Geld und Ein­satz bere­it­et sich das Ford-Team auf Le Mans 1966 vor. Das ist, was wir im Film sehen, denn Le Mans 66 erzählt lediglich die wahre Geschichte der Vor­bere­itun­gen dieses einen Ren­nens. Und im Film kom­men Shel­by und Miles auch erst etwa ein Jahr vor dem Ren­nen zusam­men. Die gescheit­erten Ver­suche zuvor sind kein The­ma in der Hollywood-Version.

Im Film hat Hen­ry Ford II. einen denkwürdi­gen Auftritt, als er kurz vor dem Start in Le Mans Vis­itenkarten an seine Team­mit­glieder verteilen lässt, auf denen ste­ht: „You bet­ter win“ (zu Deutsch: „Ihr soll­tet bess­er gewin­nen“). Diese Episode ist wahr. Nicht wahr hinge­gen ist, dass sein großer Gegen­spiel­er Enzo Fer­rari an der Rennstrecke weilte, wie es der Film zeigt. Der Alte ließ sich sel­ten außer­halb seines Büros in Maranel­lo sehen.

Wie auch immer: Sowohl im Film als auch in der wahren Geschichte von Le Mans 66 treten acht Ford GT40 gegen zwei Fer­rari 330 P3 der ital­ienis­chen Werks­man­nschaft an. Wer das bessere Ende erwis­chte? Das ver­rät der Film – min­destens in diesem Punkt hält er sich exakt an die wahren Ereignisse.

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