Ruth Condomine (Isla Fisher), Madame Arcati (Judi Dench) und Charles Condomine (Dan Stevens) bei einer Séance im Film "Da scheiden sich die Geister".
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Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

Da scheiden sich die Geister in der featured-Filmkritik: Britischer Klamauk im 30er-Jahre Setting

Judi Dench als Medi­um und Dan Stevens als neu­ro­tis­ch­er Krim­i­au­tor, der von sein­er ver­stor­be­nen Frau geplagt wird: Was soll mit diesem Drehbuch schon schief gehen? Nichts eigentlich. Eigentlich. Wir ver­rat­en Dir in der fea­tured-Filmkri­tik, ob Du „Da schei­den sich die Geis­ter“ im Kino anschauen solltest. 

Charles Con­domine (Dan Stevens) wird von ein­er Schreib­block­ade geplagt. Der erfol­gre­iche Krim­i­au­tor bekommt nichts zu Papi­er. Die nahende Dead­line für eine Drehbuchadap­tion seines Buch­es macht es nicht bess­er. Zur Ablenkung und Inspi­ra­tion laden Charles und seine Frau Ruth (Isla Fish­er) das Medi­um Madame Arcati (Judi Dench) für eine Séance zu sich ein. Während der Sitzung, an deren Echtheit nie­mand wirk­lich glaubt, beschwört Arcati aus Verse­hen Charles ver­stor­bene Ex-Ehe­frau Elvi­ra (Leslie Mann). Die ist natür­lich eifer­süchtig und ver­sucht Charles umzubrin­gen, damit sie für immer zusam­men sein können.

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Da scheiden sich die Geister: Ein Klassiker britischer Film- und Fernsehkultur

Was sich zunächst liest wie der Plot eines Hor­ror- oder Thriller-Films, ent­pup­pt sich direkt zu Film­be­ginn als Komödie. Charles wacht, noch halb betrunk­en, auf sein­er Schreib­mas­chine auf und sucht nach Inspi­ra­tion – mit Alko­hol und lauter Musik, die aus dem Gram­mophon dröh­nt. Direkt in den ersten Minuten ist die Rich­tung des Films klar, auch wenn man wed­er das The­ater­stück „Blithe Spir­it“ oder die erste Ver­fil­mung von 1945 ken­nt. Let­ztere hat übri­gens einen Oscar für die visuellen Effek­te bekom­men. Sei­ther dient der Stoff wieder­holt für Adap­tio­nen vor allem für den britis­chen Markt. Kein Wun­der, denn die Hand­lung ist originell.

Eine Mischung aus Klamauk und trockenem Humor

Nicht immer schlägt dabei der Humor in die Kerbe des britis­chen, also schwarzhu­mori­gen und trock­e­nen Typs. Oft­mals kommt es zu Szenen, die vor Kla­mauk strotzen. Beispiel­sweise, wenn Charles mit sein­er Geis­ter­frau Elvi­ra spricht. Denn natür­lich kann nur Charles sie sehen und es kommt beina­he zu oft zu klas­sis­chen Slap­stick-Momenten. Richtig trock­en wird der Spaß erst, wenn Elvi­ra Charles ans Led­er will und sich zwis­chen ihnen und der gegen­wär­ti­gen Ehe­frau Ruth eine äußerst kom­plizierte Dreieck­beziehung entwick­elt. Im let­zten Drit­tel des Films drehen alle Charak­tere richtig auf, was die Szenen wahrlich gelun­gen macht.

Das 30er-Jahre-Setting ist der eigentliche Hingucker

Wenn Du damit leben kannst, dass der Streifen ger­ade am Anfang viel Kla­mauk bietet, dann lohnt er sich vor allem für das grandiose 30er-Jahre-Set­ting. Die Kostüme, allen voran das vom Medi­um Madame Arcati, die ein­far­big gestrich­enen Räume der Bauhaus-Vil­la der Con­domines und die klas­sis­che Innenein­rich­tung der Schau­plätze entschädi­gen die manch­mal zu plat­te Sto­ry und die zu große Prise Humor. Oft­mals lenkt das Set-Design von der eigentlichen Geschichte ab. Ger­ade dann macht der Film richtig Spaß, denn sich in dieser Zeit zu ver­lieren, ist auf­grund der Details nicht schwierig. In die Hand­lung kommst Du schnell wieder rein.

Die eigentliche Perle: Der Cast

Auch wenn Judy Dench als Medi­um nicht ganz an die Leis­tung von Mar­garet Ruther­ford in der Erstver­fil­mung her­an­re­icht, so ist es ger­ade sie, die dem Ganzen wenig­stens ein biss­chen knor­ri­gen Humor ver­lei­ht. Während Dan Stevens durchge­hend über­dreht, glänzen die bei­den Frauen, Isla Fish­er und Leslie Mann, in ihren jew­eili­gen Rollen. Obwohl das Drehbuch oft­mals zu sehr auf Über­spitzung set­zt, so find­en die Schaus­pielerin­nen den richti­gen Ton und Mimik. Wenn Sto­ry und Witz nicht über­ra­gen, so müssen es eben die (Neben)Darsteller:innen. Lei­der reicht diese Adap­tion nicht annäh­ernd an das Orig­i­nal her­an, eine nette Komödie ist Da schei­den sich die Geis­ter aber trotzdem.

Da scheiden sich die Geister

Genre: Komödie
Bun­desstart: 22. Juli
Laufzeit: 96 Minuten
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Regie: Edward Hall
Drehbuch: Nick Moor­croft, Meg Leonard, Piers Ashworth

Britis­che Komö­di­en tre­f­fen genau Deinen Humor? Ver­rate uns in den Kom­mentaren, welch­er Streifen Dich beson­ders zum Lachen bringt. 

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