Film-Review: „Star Wars: Die letzten Jedi“

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Film-Review: „Star Wars: Die letzten Jedi“

Wer hat wen bet­ro­gen? Und warum redet man nicht mehr miteinan­der? Das galak­tis­che GZSZ geht mit „Star Wars: Die let­zten Jedi“ in die achte Runde. Dabei zeigt sich Episode VIII erwach­sen­er denn je und beweist die Größe, auch mal über sich selb­st zu schmun­zeln. Erfahre mehr in unserem spoil­er­freien Review.

Episode VIII: Die Hoff­nung der Star Wars-Fans ist groß. Am Rud­er der Big-Bud­get-Pro­duk­tion sitzt Rian John­son. Ein Regis­seur, der unter anderem „Loop­er“ und eine Hand­voll Episo­den „Break­ing Bad“ insze­niert hat. Hier gibt’s schon ein­mal einen kleinen Vorgeschmack:

Star Wars: Eine Jedi-Geschichte voller Missverständnisse

Die Zeit­en sind rau im Uni­ver­sum. In „Das Erwachen der Macht“ gab es mit der Zer­störung der Starkiller Base einen gewalti­gen Sieg zu verze­ich­nen. Lei­der ver­loren wir auch liebge­wonnene Helden. Nach dem Duell zwis­chen dem inner­lich zer­ris­se­nen Solo/Sky­walk­er-Spross Kylo Ren (Adam Dri­ver) und dem poten­tiellen Jedi-Nach­wuchs Rey (Daisy Rid­ley) ist die Rebel­lion in Aufruhr. Die Erste Ord­nung konzen­tri­ert ihre Anstren­gun­gen nun voll und ganz darauf, die let­zten Aus­läufer der Rebellen-Allianz unter Leitung von Gen­er­al Leia Organa (Car­rie Fish­er) zu ver­nicht­en.

Wenig später…

Du begeg­nest Rey dort, wo Du sie am Ende von Episode VII zurück­ge­lassen hast – auf der Insel, die Luke Sky­walk­er (Mark Hamill) jahre­lang als geheimer Rück­zug­sort diente. Dieser hat sich aus gutem Grund ins Exil auf den Plan­eten Ahch-To zurück­ge­zo­gen und will von Rey, der Rebel­lion und der Ersten Ord­nung eigentlich nichts wis­sen. Unter­dessen erwacht eine Bindung zwis­chen Rey und Kylo Ren, die die Gren­ze zwis­chen Jedi und Sith, der hellen und der dun­klen Seite, selt­sam schwammig macht.

Auf Seite der Rebel­lion schwindet langsam die Hoff­nung auf einen Sieg oder gar das Über­leben.

Star Wars: The Last Jedi. Luke Sky­walk­er (Mark Hamill). Pho­to: Lucas­film Ltd.© 2017 Lucas­film Ltd. All Rights Reserved.

Zwischen herzhaftem Schmunzeln und epischen Schlachten

Auf das The­ma „Dampf­bügeleisen” werde ich aus Grün­den nicht weit­er einge­hen - Du wirst es ver­ste­hen. Viel wichtiger ist, dass es einen Lach­er wert ist. Das sind übri­gens viele Stellen in Star Wars: Die let­zten Jedi. An dieser Stelle soll nichts vor­weggenom­men wer­den, aber das markan­teste Merk­mal von Episode VIII ist zweifels­frei sein Humor. Und den muss Drehbuchautor/Regisseur Rian John­son gar nicht mit Druck und flachem Geblödel erzwin­gen. Er speist sich aus dem Spiel mit dem Pathos, der dem Fran­chise naturgemäß innewohnt. Alles ist gigan­tisch, bre­it, episch, ein­drucksvoll und bedeu­tend. Rian John­son nutzt diesen Gigan­tismus und bricht ihn an den richti­gen Stellen auf – kon­terkari­ert Bedeu­tung mit Bedeu­tungslosigkeit. Rian John­son etabliert eine Komik im Star Wars-Uni­ver­sum, die fernab von Charak­ter-Stereo­typen funk­tion­iert. So ver­schiebt er die emo­tionale Fall­höhe des Pub­likums. Er lässt es erst schmun­zeln, um es anschließend im epis­chen Gefecht mit­fiebern oder Trä­nen weg­wis­chen zu lassen.

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Trotz neuer Ver­pack­ung, sind die Motive Gut gegen Böse oder Schüt­zling auf dem Weg zum Meis­ter alles andere als neu. Wenn sich Kylo Ren (Adam Dri­ver) vor Sur­preme Leader Snoke (Andy Serkis) recht­fer­tigt, erin­nert das natür­lich an den Imper­a­tor und Darth Vad­er; der bär­tige Jedi-Meis­ter Luke (Mark Hamill) im Exil im Gerangel mit der eifrigen Jedi-Azu­bine Rey (Daisy Riley) an Obi Wan und den jun­gen Sky­walk­er. Das ver­ste­ht sich auf der einen Seite als liebevolle und oft unverblümte Rem­i­niszenz an die Ur-Trilo­gie. Auf der anderen Seite lässt das auch die Frage aufkom­men, ob man diese Muster je durch­brechen kann oder ob Episode XXII uns noch immer neue Jedi-Meister*innen, neue Sur­preme-Imper­a­toren und neue Death Star Killer Bases präsen­tiert.

Auch die Fig­uren­schnittmuster ändern sich vom Solo-esken Kampf­flieger bis zu „Knud­de­loiden“ nur kaum, auch wenn sich in der Galax­ie inzwis­chen eine erfreuliche Diver­sität in punc­to Geschlecht und Herkun­ft entwick­elt hat.

Die letzten Jedi – der erste Star Wars?

Star Wars: Die let­zten Jedi kön­nte für viele Zuschauer der erste Star Wars-Film wer­den. Der Humor bietet auch Sci-Fi-Muf­feln einen nieder­schwelli­gen Ein­stieg in ein Fran­chise, dessen Pre­quel-Trilo­gie bisweilen etwas arg auf über­bor­dende Effekt-Schlacht­en anstatt sym­pa­this­ch­er Fig­uren set­zte. Passend dazu sind viele Loca­tions über­aus irdisch – futur­is­tisch, aber irdisch, inklu­sive Spiel­casi­no und Pfer­derennbahn. Von Wieder­se­hen bis auf Wieder­se­hen darf der Star Wars-Fan get­rost mal eine Träne raus­drück­en. Gele­gen­heit­szuschauer hinge­gen wer­den über­rascht sein, wie gut eine Space Opera auch heute noch funk­tion­ieren kann, wenn man daran denkt, dass auch Außerirdis­che im Grunde nur Men­schen sind.

Star Wars: Die let­zten Jedi – ein Filmtipp.

Was sagst Du zu Episode VIII der gigan­tis­chen Wel­traum­saga? Wir freuen uns auf Deine Mei­n­ung zu Star Wars: Die let­zten Jedi und messen Deinen Medichlo­ri­an-Wert unten in den Kom­mentaren.

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