Spider-Man: A New Universe
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Film-Review: „Spider-Man: A New Universe“ – Treffsichere Superhelden-Comic-Action mit Fanservice

Nicht das Kostüm macht Dich zum Helden, son­dern Deine Tat­en. Diese und andere Botschaften ver­packt Sonys neustes Ani­ma­tion­sstück in viel Com­e­dy und Super­helden-Spaß. Warum der Film für die Fans funk­tion­iert, aber auch für solche die es noch wer­den wollen, erfährst Du in der fea­tured-Filmkri­tik zu Spi­der-Man: A New Uni­verse.

Sonys Bestre­bun­gen, die Film­rechte an Spi­der-Man-Fig­uren in einem eige­nen Sony Mar­vel Uni­verse zu nutzen, tra­gen selt­same Früchte. Das liegt unter anderem daran, dass Mar­vel die Nutzungsrechte an der Fig­ur Spi­der-Man von Sony erwor­ben hat. Die gel­ten jedoch nur für Live-Action-Adap­tio­nen. So kommt der Film um Spi­der-Mans Erzfeind Ven­om ganz ohne Spi­der-Man aus. Als Kon­se­quenz weicht Sony ein­fach auf die Ani­ma­tion­ss­chiene aus. Und zwar mehr als erfol­gre­ich.

Into the Spider-Verse

Miles Morales geht auf eine spießige Eliteschule, fühlt sich von seinen Eltern nicht ver­standen und er ist Spi­der-Man! Nach dem Biss ein­er gen­mod­i­fizierten Spinne entwick­elt Miles die gle­ichen Fähigkeit­en wie der bekan­ntere Spi­der-Man Peter Park­er. Ger­ade dieser fällt jedoch dem King­pin zum Opfer, als der mas­sige Gang­ster­boss ver­sucht ein Dimen­sion­sportal zu öff­nen, um einen per­sön­lichen Ver­lust zu kom­pen­sieren.

Das Dimen­sion­sportal öffnet sich trotz­dem und Spi­der-Charak­tere aus ver­schiede­nen Dimen­sio­nen stran­den in Miles’ Welt. Darunter Spi­der-Man Noir und das sprechende Spi­der-Schwein Peter Pork­er. Das Prob­lem: Je länger sie sich in ein­er frem­den Dimen­sion aufhal­ten, desto schwäch­er wer­den sie. Par­al­lel dazu ger­at­en die Spi­der-Helden in das Fadenkreuz des King­pin, der an den Dimen­sion­sreisenden sehr inter­essiert ist.

Spiderman A New Universe

© 2018 Sony Pic­tures Enter­tain­ment Deutsch­land GmbH

Ein visueller Hochgenuss

Spi­der-Man: A New Uni­verse bietet einen visuellen Mix, den man so vorher noch nicht erlebt hat. Da wech­seln sich foto­re­al­is­tis­che Großs­tadt­panora­men mit com­ic-typ­is­chen Ele­menten wie Sprech­blasen ab. Sel­ten kon­stant, oft am Rande zur Stil­blüte. Während Graph­ic Nov­els zuse­hends Ein­stel­lungs­größen und Kam­er­afahrten des Medi­ums Film imi­tieren, rückbesin­nt sich das Sony-Ani­ma­tion­steam auf die Ursprünge des Medi­ums Com­ic.

Die Grafik ist bei Spi­der-Man: A New Uni­verse mehr als ein Vehikel. Sie wird zur Metaebene, wenn der nativ in schwarz-weiß geze­ich­nete Spi­der-Man Noir plöt­zlich mit dem neuen Ele­ment Farbe in Berührung kommt. Oder wenn das Spi­der-Schwein in typ­is­ch­er Car­toon-Maier einen Ham­mer aus dem Off ergreift und weit­er­re­icht. So etwas ließe sich in einem Live-Action-Film schw­er­lich unter­brin­gen. Hier hinge­gen klappt das wun­der­bar und fast schon organ­isch.

Wenn der Mainstream der Fankultur ins Netz geht

Die Geschichte der Vor­lage Into the Spi­der-Verse erstreckt sich über zahlre­iche Comics, die Car­toon-Serie Ulti­mate Spi­der-Man und wurde darüber hin­aus in Videospie­len ver­ar­beit­et. Dies ist unter Comic­fans bekan­nt und äußerst gern gese­hen. Außer­halb der Com­mu­ni­ty ist das Spi­der-Verse hinge­gen ein absoluter Nis­chen­bere­ich. Angesichts dessen wäre der Stoff eher etwas für den Heimvideo­markt gewe­sen. Hier muss man den Pro­duzen­ten Avi Arad, Phil Lord und Christo­pher Miller dafür danken, dass sie einen anderen Weg eingeschla­gen und diese Sto­ry­line aus dem Ärmel geza­ubert haben.

Das spiegelt sich auch in der Hand­lung wider: Spi­der-Gwen als starke, unangepasste Frauen­fig­ur, bietet nicht nur viel Iden­ti­fika­tionspo­ten­tial, son­dern laut Sony auch genug Stoff für einen Solofilm. Im gle­ichen, loben­den Atemzug wurde auch Das Spin-off bestätigt. Neben Spi­der-Gwen sollen auch die Heldin­nen Silk und Spi­der-Woman gefea­tured wer­den.

Würde man nach einem Makel suchen (wollen), kön­nte man anmerken, dass sich der erste Akt stark auf Miles konzen­tri­ert und das Auf­tauchen der anderen Spi­der-Helden ganz schön auf sich warten lässt. Das würde allerd­ings implizieren, dass der erste Akt weniger amüsant ist. Stimmt aber nicht. Man sollte nur nicht damit rech­nen, dass alle Blick­fänger direkt zu Beginn auf­tauchen. Tat­säch­lich schaut man dem jugendlichen Miles aber auch gerne in seinem All­t­ag zu und bei den Schwierigkeit­en, die er während sein­er Selb­stfind­ung als Spi­der-Man hat. Das reicht zweifels­frei auch noch bis in die angekündigte Fort­set­zung hinein.

Spiderman A New Universe

© 2018 Sony Pic­tures Enter­tain­ment Deutsch­land GmbH

Fazit: Der beste Spider-Man seit Jahren

Spi­der-Man: A New Uni­verse ist min­destens auf visueller Ebene eine gelun­gene Abwech­slung vom oft glatt gebürsteten Ein­er­lei auf der Lein­wand. Der Sto­ry-Mix aus Com­e­dy und Super­helden-Action funk­tion­iert für junge Zuschauer kom­pro­miss­los gut. Lustige Szenen dominieren das Geschehen und fan­gen auch die weni­gen melo­drama­tis­chen Momente gut auf. Erwach­sene Zuschauer wer­den die bisweilen an Dead­pool erin­nernde Art der Selb­stre­flex­ion gierig auf­saugen. Und wenn Spi­der-Man: A New Uni­verse wenig­stens der gehobene Stan­dard in Sonys ani­miertem Spi­der-Fran­chise ist, dann darf eben dieses gerne wach­sen. Ein Filmtipp.

Spi­der-Man: A New Uni­verse

OT: Spi­der-Man: Into the Spi­der-Verse

Genre: Ani­ma­tions­film / Super­helden

Bun­desstart: 13.12.2018

Laufzeit: 117 Minuten

FSK: Ab 6 Jahren

Regie: Bob Per­sichet­ti, Peter Ram­sey, Rod­ney Roth­man

Drehbuch: Phil Lord, Rod­ney Roth­man

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Fans bekom­men endlich was Fans wollen: Welche Spi­der-Man- oder Spi­der-Woman-Sto­ry gehört noch unbe­d­ingt auf die große Lein­wand? Wir freuen uns auf Deine Insid­er-Tipps in den Kom­mentaren.

Titelbild: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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