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© Netflix / Steffen Junghans
Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

Du Sie Er & Wir in der featured-Filmkritik: Ein Pärchen-Experiment mit Folgen

Ein gemein­sames Woch­enende mit einem befre­un­de­ten Pärchen kann toll sein, wenn man nicht vorher einen Partner:innentausch einge­gan­gen ist. Ob sich das Exper­i­ment im Net­flix-Film „Du Sie Er & Wir“ zu ein­er Katas­tro­phe entwick­elt und was der Cast der Tragikomödie von so einem Tausch per­sön­lich hält, erfährst Du in der featured-Filmkritik.

Für zwei befre­un­dete Paare ste­ht ein beson­der­er Aus­flug an: Nach vier Wochen Partner:innentausch tre­f­fen sich Maria (Paula Kalen­berg), Nils (Jonas Nay), Jan­i­na (Nil­am Farooq) und Ben (Louis Nitsche) in einem Ferien­haus wieder, um über die gesam­melten Erfahrun­gen zu resümieren. Der Clou: Die einzige Regel, die es bei diesem Exper­i­ment gab, wurde gebrochen: Kein Sex. Das liefert ordentlich Zünd­stoff für hitzige Diskus­sio­nen und Streitereien.

Bevor Du die Kri­tik zu Du Sie Er & Wir liest, schau Dir doch unser Inter­view mit den vier Hauptdarsteller:innen an:

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Du Sie Er & Wir: Wenn die Zweisamkeit nicht mehr ausreicht

Regis­seur Flo­ri­an Gottschick, der für das Drehbuch mitver­ant­wortlich war, führt das Pub­likum direkt zu Beginn des Films aufs Glat­teis. Wir ler­nen die vier Charak­tere allmäh­lich ken­nen. Wer eigentlich mit wem zusam­men ist, stellt sich aber erst her­aus, als die Progatonist:innen am Ferien­haus ankom­men: Eigentlich sind Maria und Nils ein Paar sowie Jan­i­na und Ben. Eigentlich. Dieser Kniff bere­it­et Dich auf die Irrun­gen und Wirrun­gen vor, die die verbleibende Stunde das Haupt­the­ma bilden.

Maria (Paula Kalenberg) und Nils (Jonas Nay) stehen im Schlafzimmer

Maria (Paula Kalen­berg) und Nils (Jonas Nay) sind eigentlich ein Paar. — Bild: Net­flix

Denn das Exper­i­ment hat Fol­gen: Zwis­chen Maria und Ben hat es geknis­tert, eben­falls zwis­chen Nils und Jan­i­na. Poten­zial für Stre­it gibt es also genug und der dro­ht, zu eskalieren. Von einem idyl­lis­chen Woch­enende ist keine Rede mehr und die vier müssen sich inten­siv mit ihren Gefühlen, Leben­splä­nen und moralis­chen Wertvorstel­lun­gen auseinandersetzen.

Janina und Ben liegen auf dem Bett

Jan­i­na (Nil­am Farooq) und Ben (Louis Nitsche) lassen sich auf das Pärchen-Exper­i­ment ein. — Bild: Net­flix / Stef­fen Junghans 

Ein solides Kammerspiel mit einigen Längen

In Du Sie Er & Wir tre­f­fen vier sehr unter­schiedliche Charak­tere aufeinan­der. Nils, der ver­sucht, alles mit Zynis­mus aufz­u­fan­gen; Jan­i­na, die ihre Unsicher­heit durch ständi­gen Social-Media-Kon­sum kom­pen­siert; Ben, der emo­tion­s­ge­ladene Schaus­piel­er und Maria, die sich bemüht, stets sach­lich zu bleiben.

Die Tragikomödie ist als Kam­mer­spiel aus­gerichtet. Das bedeutet, dass es nur wenig Akteur:innen und viel Dia­log gibt. Damit wer­den die Fig­uren und deren Entwick­lung in den Fokus gerückt. Das funk­tion­iert in Du Sie Er & Wir gut, weil der Hand­lung­sort sich größ­ten­teils auf das Ferien­haus beschränkt. So entwick­eln sich in den vier Wän­den nicht nur hitzige Diskus­sio­nen über Beziehungs­for­men und Leben­sträume im All­ge­meinen, son­dern auch Gespräche zwis­chen den einzel­nen Charak­teren. Schade ist, dass diese sich teil­weise zu sehr in die Länge ziehen und die Sto­ry nicht voranbringen.

Konfliktbewältigung für Anfänger:innen

Inter­es­sant, allerd­ings auch etwas unglaub­würdig, ist die Tat­sache, dass alle erstaunlich gelassen bleiben. Nie­mand set­zt sich wutent­bran­nt ins Auto und braust davon. Lediglich Maria untern­immt einen Fluchtver­such, indem sie einen Kof­fer durchs Schlafz­im­mer­fen­ster wirft und ver­sucht, sich aus dem Staub zu machen. Ger­ade diese Szenen wirken zu sehr gekün­stelt und lösen, zumin­d­est in uns, eher Fremd­scham als Belus­ti­gung aus.

Schlussendlich find­en die vier immer wieder zusam­men und lassen sich auf dur­chaus span­nende Diskus­sio­nen über Beziehungskon­stel­la­tio­nen ein. Natür­lich fliegen auch mal die Fet­zen, aber immer mit ange­zo­gen­er Hand­bremse. Da helfen auch keine Geheimnisse, die an die Luft kom­men, weit­er, son­dern tra­gen nur dazu bei, dass sich die Sto­ry irgend­wann zu kon­stru­iert anfühlt.

Verspieltes Potential für den großartigen Cast

Die Min­i­malbe­set­zung hätte Poten­zial gehabt, alle vier Schaus­pie­len­den zeigen zu lassen, wie gut sie wirk­lich sind. Lei­der gibt es solche High­light-Momente nur sel­ten. Ein­er davon ist beispiel­sweise, wenn sich Jonas Nay und Louis Nitsche in einem inti­men Moment auf Augen­höhe begeg­nen und nicht direkt danach wieder in Zynis­mus ver­fall­en. Oder als alle vier auf dem Boden liegen und sich wirk­lich tief­sin­nig über Beziehungsmod­elle unter­hal­ten. Ger­ade  in diesen authen­tis­chen Momenten kön­nen die Schaus­pie­len­den glänzen.

Der Cast von Du Sie Er & Wir

Der Cast von Du Sie Er & Wir: Jonas Nay als Nils, Louis Nitsche als Ben, Paula Kalen­berg als Maria und Nil­am Farooq als Jan­i­na. — Bild: Net­flix / Stef­fen Junghans

Das Fazit zu Du Sie Er & Wir: Ein interessantes Konzept

Zum Ende hin entwick­elt sich die Geschichte allerd­ings noch in eine Rich­tung, die nicht nur die bei­den Paare, son­dern auch uns ver­wirrt und unbe­friedigt zurück­lässt. Ein Twist, der bei einem Kam­mer­spiel nicht nötig gewe­sen wäre. Das macht Du Sie Er & Wir zu einem inter­es­san­ten Konzept, das lei­der im Laufe der einein­halb Stun­den an Span­nung ver­liert und irgend­wann zu aufge­set­zt wirkt.

Du Sie Er & Wir
Genre: Tragikomödie
Bun­desstart: 15. Okto­ber (Net­flix)
Laufzeit: 98 Minuten
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Regie: Flo­ri­an Gottschick
Drehbuch: Flo­ri­an Gottschick, Flo­ri­an von Bornstädt

Filme mit min­i­maler Beset­zung sind eine willkommene Abwech­slung für Dich? Ver­rate uns in den Kom­mentaren, welch­es filmis­che Kam­mer­spiel Dich beson­ders begeis­tert hat.

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