Ein Arzt sitzt nachdenklich in seiner Praxis.
© Gene Page/©Hulu/Courtesy Everett Collection
Auf dem Bild zum Scrubs Reboot sind die Hauptcharaktere aus der Serie in einer humorvollen Gruppenaufnahme zu sehen. Von links nach rechts stehen Dr. Bob Kelso (Ken Jenkins) mit einem Skelett, Dr. Cox (John C. McGinley) mit verschränkten Armen, Dr. Elliot Reid (Sarah Chalke) in blauer Kleidung, J.D. (Zach Braff) sitzend mit Stethoskop, Turk (Donald Faison) in grüner Kleidung, der Hausmeister (Neil Flynn) mit einem Wischmopp und Carla (Judy Reyes) in orangefarbener Kleidung. Die Szene ist lebendig und voller Witz.
Auf dem Bild in dem Artikel zu den Reality-Shows 2026 ist eine Hand mit einer Fernbedienung im Vordergrund zu sehen, die auf einen großen, leicht verschwommenen Fernseher gerichtet ist. Auf dem Bildschirm erscheinen zahlreiche bunte Vorschaubilder.

Dopesick: Die wahre Geschichte hinter Purdue Pharma und Familie Sackler

Hin­ter „Dopesick” steckt eine wahre Geschichte: Die TV-Serie zeigt, wie es zu der ver­heeren­den Opi­oid-Epi­demie kom­men kon­nte, die seit über 20 Jahren in den USA tobt.

Dopesick: Serie basiert auf einer wahren Geschichte

Die acht­teilige Serie Dopesick lehnt sich an das gle­ich­namige Sach­buch von Beth Macy an, in dem die Jour­nal­istin Schick­sale von Süchti­gen, Betrof­fe­nen und Hin­terbliebe­nen nachze­ich­net. Drehbuchau­tor Dan­ny Strong hat daraus eine fik­tion­al­isierte Sto­ry gemacht, die Du Dir ab dem 12. Novem­ber 2021 bei Dis­ney+ anse­hen kannst.

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Im Mit­telpunkt von Dopesick ste­ht der Lan­darzt Samuel Finnix (gespielt von Michael Keaton). Der Doc ver­schreibt das neue Wun­der­mit­tel Oxy­con­tin, das Vertreter:innen der Her­steller­fir­ma Pur­due Phar­ma über­all anpreisen. Es schal­tet den Schmerz sehr wirkungsvoll aus, das Medika­ment hat allerd­ings schwere Neben­wirkun­gen und macht süchtig.

Und wer von Oxy­con­tin abhängig ist, kommt so schnell nicht wieder davon los. Betrof­fene greifen später zudem zu noch härteren Dro­gen. Finnix nimmt daher den Kampf gegen das ver­meintliche Wun­der­mit­tel auf.

Dopesick: Die wahre Geschichte des Pharmakonzerns Purdue

Die Fig­ur des Arztes Samuel Finnix ist zwar frei erfun­den. Aber die Serie stützt sich auf doku­men­tierte Fak­ten und lässt auch die Pro­tag­o­nis­ten des Phar­ma-Skan­dals auftreten – etwa den Mil­liardär Richard Sack­ler (gespielt von Michael Stuhlbarg), Boss des Fam­i­lienun­ternehmens Pur­due Pharma.

Auch die Bun­de­san­wälte Ram­sey­er (John Hooge­nakker) und Mount­cas­tle (Peter Sars­gaard), die den Machen­schaften der Sack­lers auf die Spur kamen, tauchen in der Serie auf.

So begann die Opioid-Krise in den USA

So begin­nt die wahre Geschichte hin­ter Dopesick: 1995 bringt der US-amerikanis­che Phar­makonz­ern Pur­due ein neues Schmerzmit­tel auf den Markt. Oxy­con­tin ist ein Opi­oid, das einen Opi­at-ähn­lichen Wirk­stoff besitzt.

Pur­due-Boss Richard Sack­ler schickt ein Heer von Pharmavertreter:innen durchs Land, um das neue Medika­ment bei Ärzt:innen und in Kranken­häusern anzupreisen. Und die hohen Forschungs- und Entwick­lungskosten für Oxy­con­tin zahlen sich bald aus: Das Mit­tel wird zum erfol­gre­ich­sten Pro­dukt des Unternehmens.

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Eine Lüge mit fatalen Folgen

Für viele Patient:innen hinge­gen zahlt es sich nicht aus, denn starke Schmerzmit­tel kön­nen bekan­nter­weise in die Tablet­ten­ab­hängigkeit führen. Aber Pur­due Phar­ma spielt die Neben­wirkun­gen herunter. Das Risiko, abhängig von Oxy­con­tin zu wer­den, läge bei unter einem Prozent, behauptet das Unternehmen.

Das ist eine glat­te Lüge, wie sich Jahre später her­ausstellt: Pur­due Phar­ma führt nie eine umfassende Studie zu seinem Wun­der­mit­tel durch, son­dern doku­men­tiert lediglich zumeist harm­los ver­laufende Einzelfälle. Das Unternehmen drückt Oxy­con­tin in den Markt und besticht dazu mut­maßlich einen Beamten der amerikanis­chen Arzneimit­tel­be­hörde FDA.

Die Bilanz für Pur­due Phar­ma: Das Unternehmen macht dank Oxy­con­tin über mehr als zwei Jahrzehnte einen Umsatz von 35 Mil­liar­den US-Dol­lar. Die Bilanz für die Gesellschaft: Mil­lio­nen von Men­schen wer­den abhängig von Oxy­con­tin. Bis zu schätzungsweise 500.000 Men­schen ster­ben in den USA an den Fol­gen ihrer Sucht.

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Sie ster­ben, weil sie mit der Zeit nach immer härteren Mit­teln greifen und ihre Sucht mit Fen­tanyl und Hero­in befriedi­gen. Die Folge in vie­len Fällen: eine tödliche Über­do­sis. Auch die Begleit­er­schei­n­un­gen dieser Seuche sind ver­heerend. Ganze Land­striche ver­ar­men. Oxy­con­tin wird zur beliebten Droge und die Abhängi­gen besor­gen sich das Zeug häu­fig illegal.

Die Beschaf­fungskrim­i­nal­ität steigt in den beson­ders betrof­fe­nen Gebi­eten deut­lich an. Viele Süchtige ver­lieren zudem ihren Job, wer­den selb­st zu Deal­ern und fluten ihre Stadt mit Tablet­ten und Hero­in. Zu Beginn der 2000er-Jahre machen sich Ärzt:innen, Staatsanwält:innen und die Betäubungsmit­tel­be­hörde DEA daran, den Machen­schaften von Pur­due Phar­ma das Handw­erk zu legen.

2007 wird das Unternehmen schließlich zu ein­er Strafzahlung von über 630 Mil­lio­nen US-Dol­lar verurteilt – wegen unzure­ichen­der War­nun­gen vor den Sucht­ge­fahren von Oxy­con­tin. Im Jan­u­ar 2019 klagt Mass­a­chu­setts als erster US-Bun­desstaat gegen die Sack­ler-Fam­i­lie. Kern der Anklage: Die Entschei­dun­gen der Firmeninhaber:innen hät­ten den Tod hun­dert­tausender US-Bürg­ern verschuldet.

Die wahre Geschichte hinter Dopesick: Das Urteil gegen Purdue Pharma

In den fol­gen­den Monat­en reichen weit­ere Bun­desstaat­en sowie rund 2000 Kom­mu­nalver­wal­tun­gen ähn­liche Kla­gen ein. Somit kom­men mil­liar­den­schwere Forderun­gen auf Pur­due und die Sack­lers zu. Das bedeutet das Ende von Pur­due Phar­ma. Die Fir­ma meldet Insol­venz an.

Am 1. Sep­tem­ber 2021 fällt ein Konkurs­gericht schließlich ein Ver­gle­ich­surteil: Pur­due Phar­ma soll 4,5 Mil­liar­den US-Dol­lar zahlen, um die zahlre­ichen Kla­gen beizule­gen. Auch das Ver­mö­gen der Eign­er­fam­i­lie soll dafür herange­zo­gen werden.

Allerd­ings sollen Richard Sack­ler und sein Clan im Zuge der Insol­venz Teile ihres Pri­vatver­mö­gens zur Seite geschafft haben. Sie gehören auch nach dem Ver­gle­ich und dem Unter­gang ihrer 1892 gegrün­de­ten Fir­ma zu den reich­sten Fam­i­lien der USA. Für viele Betrof­fene ein Skandal.

US-Gen­er­al­staat­san­walt Bob Fer­gu­son will den Ver­gle­ich anfecht­en. Dieser würde eine dauer­hafte Immu­nität gewähren – im Aus­tausch für einen Bruchteil der Gewinne, die der Sack­ler-Clan mit der Opi­oid-Epi­demie eingestrichen habe. Es entste­he der Ein­druck, dass für Mil­liardäre andere Regeln gel­ten als für alle anderen, so Fer­gu­son.

Stark­er Stoff für eine Minis­erie: Wirst Du Dir Dopesick anse­hen? Kennst Du die wahre Geschichte dahin­ter bere­its? Schreib uns Deine Mei­n­ung gern in einem Kommentar!

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