Vin Diesel als Bloodshot
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Bild aus Son of Sam: Selbstporträt eines Mörders
Auf dem Bild zu Germany's next Topmodel 2026 ist Heidi Klum zu sehen, die vor einem violetten Hintergrund steht. Sie trägt ein beigefarbenes Outfit mit geknoteter Bluse und posiert mit einem selbstbewussten Lächeln. Ihr langes blondes Haar fällt locker über die Schultern, während sie die Hände in die Hüften stützt.

Bloodshot in der featured-Filmkritik: Der Hirnschlag des modernen Superheldenfilms

Nach Mar­vel und DC schickt nun auch der Comicver­lag Valiant seine Fig­uren auf die große Lein­wand. Warum Du Dir den Gang ins Kino für diesen Film eventuell noch ein­mal über­legen soll­test, erfährst Du in der fea­tured-Filmkri­tik zu „Blood­shot“.

Es ist schwierig, Super­heldengeschicht­en neu zu erfind­en, weil die eigentlichen Prämis­sen sich kaum noch ändern: Außerirdis­che, Unfall, tragis­che Ver­gan­gen­heit, Regierung­sex­per­i­mente und so weit­er – das gab und gibt es alles schon zuhauf. Dann wäre zumin­d­est ein echter Geg­n­er schön, ein Pro­tag­o­nist, der etwas zu ver­lieren hat oder wenig­stens ein Schaus­piel­er in der Haup­trol­le. Nun gibt es den näch­sten Vin-Diesel-Film, in dem Vin Diesel eben diesen Vin Diesel spielt. Das ist egal, abgenutzt und vor allem dreist aus anderen Fil­men „zusam­menin­spiri­ert“.

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Bloodshot: The Universal Soldier Robocop

Nach einem erfol­gre­ichen Mil­itärein­satz bekommt es der taffe Sol­dat Ray Gar­ri­son (Vin Diesel) mit dem über­dreht­en Krim­inellen Mar­tin Axe (Toby Kebbe­bll) zu tun. Dieser nimmt erst Rays großer Liebe Gina das Leben (Talu­lah Riley), anschließend Ray.

Als Ray erwacht, trägt er den Code­na­men Blood­shot. Dr. Hart­ing (Guy Pearce) erk­lärt ihm, dass er nach seinem Tod mith­il­fe von Nanites, winzi­gen Bio­maschi­nen, wieder­aufge­baut wurde und nun über enorme Heil-, Super- und andere Kräfte ver­fügt. Als er seinen neuen Kör­p­er dazu nutzt, Rache zu nehmen, kommt er ein­er größeren Ver­schwörung auf die Schliche. Und die ändert auch Blood­shots Zielscheibe – bevor er selb­st eine wird.

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Bloodshot: The Nanobot Terminator

Knur­rige (Super-)Helden mit Amne­sie: Da schießt einem sofort „Robo­cop“ den Sinn (buch­stäblich), „Uni­ver­sal Sol­dier“ – oder eben „Logan“. Und darüber hin­aus? Par­tikel­ef­fek­te!  Vin Diesel fliegt das halbe Gesicht weg, die Nanites basteln es wieder zusam­men. Der halbe Film beste­ht daraus. Zusam­men mit Vin Diesels Unver­mö­gen, auch nur irgen­deine Art Mimik abzuliefern, wirkt der Held „Blood­shot“ unwillkür­lich wie der Nanobot-T-3000 aus „Ter­mi­na­tor: Genisys“. Und selb­st, wenn zwis­chen­durch so etwas wie eine Schwäche impliziert wird – wir spoil­ern an dieser Stelle nicht – beste­ht doch in keinem Moment auch nur der Hauch eines Zweifels daran, dass dieser filmis­che Auf­takt zu einem geplanten (und schon wieder fast abge­sagten) Valiant Cin­e­mat­ic Uni­verse einen unbe­sieg­baren Vin Diesel als Titel­helden präsentiert.

Bloodshot: The Matrix G.I. Joe

Im ersten Akt wird Blood­shot ein­er Rei­he weit­er­er Sol­dat­en vorgestellt, die dank kyber­netis­ch­er Verbesserun­gen über ver­schiedene Fähigkeit­en ver­fü­gen. Diese Szene kön­nte eins zu eins in den Fil­men der G-I-Joe-Film­rei­he stat­tfind­en. Ist das schlimm? Für sich allein nicht, nein. Aber spätestens, wenn man sich dann noch in ein­er Matrix-esken Vir­tu­al-Real­i­ty-Umge­bung unter­hält oder sich ein später­er Feind zusät­zliche Robo-Arme à la Spi­der-Mans Dr. Octo­pus umschnallt – dann, ja dann wird lei­der wieder offen­sichtlich, dass der Film an kreativ­er Blu­tar­mut lei­det. Das Skript von Jeff Wad­low, der zulet­zt die Grusel­streifen „Fan­ta­sy Island“ und „Wahrheit oder Pflicht“ schrieb, ent­täuscht (lei­der) mit den üblichen Charak­ter-Klis­chees: dem wortkar­gen Helden, dem loyalen Love-Inter­est, dem vor­witzi­gen Tech-Genie, dem elo­quenten Drahtzieher mit Charme, dem arschi­gen Macho-Kol­le­gen. Und so gerne man dem Film das gerne verzei­hen würde, irgend­wann ist auch bei Action­fans eine Gren­ze erreicht.

Na klar: Die Action­se­quen­zen sind reich­haltig an Explo­sio­nen, Krach und Kör­perkon­takt. Aber es geht eben um nichts. Und das ist dann lei­der auch was übrig­bleibt, wenn der Abspann läuft.

Bloodshot: The End

„Blood­shot“ ist ein Action­film, der zumin­d­est als solch­er aus­re­ichend Effek­t­pomp bietet. Viel nerviger als der ewig gle­iche Blick von Vin Diesel ist allerd­ings die bier­ern­ste Dra­matik, die Regis­seur und Drehbuchau­toren hier verkaufen wollen. An diesem Vorhaben scheit­ert „Blood­shot“ kläglich. Zweifels­frei wären Aufwand und Mühe, die in dieses Pro­jekt geflossen sind, in ein­er char­man­ten Web­serie mit aus­re­ichend Überze­ich­nung und Fanser­vice bess­er aufge­hoben gewe­sen. Ach Moment, gabs ja schon – wurde wegen des vor­liegen­den Films offline genom­men. Schade. In jed­er Hin­sicht, ein­fach nur schade.

Ein fea­tured-Filmtipp für Action­fans mit Story-Allergie.

 

Blood­shot

Genre:                    Action / Superhelden

Bun­desstart:         5. März.2020

Laufzeit:                109 Minuten

FSK:                       Ab 16 Jahren

Regie:                    Dave Wilson

Drehbuch:            Jeff Wad­low, Eric Heisserer

Kennst Du die Valiant Comics schon? Und welche Fig­uren möcht­est Du auf der großen Lein­wand sehen? Wir sind ges­pan­nt auf Deine Ideen!

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