Bademeister Karl steht vor dem Freibad-Schild
© Leonine Studios
Szene aus Into the Night Staffel 2 auf Netflix
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Beckenrand Sheriff in der featured-Filmkritik: Schwimmbad-Rettung mit Charme und Kauzigkeit

In der deutschen Komödie „Beck­en­rand Sher­iff“ kämpft ein dick­köp­figer Bade­meis­ter und ein schräger Haufen Mitstreiter:innen um den Erhalt eines Kle­in­stadt-Freibads. Ob sich dafür der Gang ins Kino lohnt, liest Du in der fea­tured-Filmkri­tik. 

Wie es für Bademeister:innen üblich ist, ist auch Karl Kruse (Milan Peschel) schlecht gelaunt und sorgt peni­bel in seinem Reich für Ord­nung. Doch sein geliebtes Schwimm­bad ist in Gefahr, denn es soll für prof­it­brin­gende Woh­nun­gen weichen. Regis­seur Mar­cus H. Rosen­müller fängt mit der Feel-Good-Komödie Beck­en­rand Sher­iff das Leben in ein­er bayrischen Prov­inz ein und lässt darin unter­schiedliche und sym­pa­this­che Fig­uren aufeinan­der tre­f­fen.

Beckenrand Sheriff: Ein Schwimmbad in Gefahr

Im bayrischen Städtchen Grub­berg ste­ht ein Freibad. Noch. Denn die Bürg­er­meis­terin (Gisela Schnee­berg­er) und Bauherr Albert Den­gler (Sebas­t­ian Bezzel) möcht­en auf der Fläche viel lieber lukra­tive Woh­nun­gen bauen lassen. Allerd­ings kön­nte es mit den Plä­nen schwierig wer­den, denn der ort­san­säs­sige Bade­meis­ter Karl (Milan Peschel) macht seinen Job bere­its seit über 30 Jahren und will nicht, dass sich irgend­was daran ändert. Um das Schwimm­bad zu ret­ten, kann allerd­ings nur ein Bürg­er­begehren helfen. Doch wie kommt Karl an die 600 benötigten Unter­schriften? Das wäre wohl kein Prob­lem, wenn Karl nicht Karl wäre. Denn der Beck­en­rand Sher­iff ist bei den weni­gen übrigge­bliebe­nen Badegästen nicht ger­ade beliebt. Sym­pa­thisch hinge­gen sind sich die Ex-Profi-Schwim­merin Lisa (Sarah Mahi­ta) und der Bade­meis­ter-Azu­bi Sali (Dim­itri Abold). Find­en die bei­den zueinan­der und kann Karl das kleine Freibad ret­ten?

Ein Bademeister und die Bürgermeisterin schauen sich ein Freibad an.

Die Bürg­er­meis­terin (Gisela Schnee­berg­er) schaut sich zusam­men mit Schwim­m­meis­ter Karl (Milan Peschel) den Zus­tand des Freibades an. — Bild: © Leo­nine Stu­dios

Willkommen in der bayrischen Provinz

Regis­seur Mar­cus H. Rosen­müller hat sich in sein­er Kar­riere mehr und mehr darauf konzen­tri­ert, Filme mit einem deut­lich regionalen Touch auf die Lein­wand zu brin­gen. Da bildet auch Beck­en­rand Sher­iff keine Aus­nahme. Die Komödie fängt das Leben in ein­er fik­tiv­en bayrischen Prov­inz ein. Rosen­müller spielt gekon­nt mit Klis­chees und lässt überze­ich­nete, aber den­noch sym­pa­this­che Fig­uren aufeinan­dertr­e­f­fen. Beispiel­sweise den Berlin­er Karl auf den schrul­li­gen Dr. Rieger (Rick Kavan­ian). Let­zter­er block­iert regelmäßig den Sprung­turm, da er sich nicht traut, herun­terzus­prin­gen.

Ein Bademeister trägt einen Badegast vom Springturm

Schwim­m­meis­ter Karl (Milan Peschel) trägt Dr. Rieger (Rick Kavan­ian) vom Sprung­turm herunter, da dieser sich nicht traut, zu sprin­gen. — Bild: © Leo­nine Stu­dios

Oder Azu­bi Sali, der als ange­hen­der Bade­meis­ter nicht schwim­men kann, mit der lokalen Wasser­ball­mannschaft aber wieder für Schwung und Aufmerk­samkeit im Freibad sor­gen soll. Diese Kom­bi­na­tio­nen sind es, die Beck­en­rand Sher­iff über­raschend leicht­füßig und unter­halt­sam machen.

Ein Bademeister zeigt seinem Azubi worauf er zu achten hat.

Schwim­m­meis­ter Karl (Milan Peschel) und sein Azu­bi Sali (Dim­itri Abold). — Bild: © Leo­nine Stu­dios

Kauzig und sympathisch: Eine Komödie mit Charakterbildung

In Grub­berg sind alle etwas ver­schroben und kauzig. Kein Wun­der, dass Sali so schnell wie möglich aus Deutsch­land raus und nach Kana­da möchte. Seine Pläne ändern sich allerd­ings im Laufe des Films. So wie vieles, was sich die einzel­nen Charak­tere eigentlich vorgenom­men haben. Selb­st Kar­len­twick­elt sich – zumin­d­est ein biss­chen. Ihm nehmen wir die Wand­lung vom grum­meli­gen Berlin­er zum Mann mit weichem Herz zwar nicht ganz ab, dafür glänzt vor allem Dim­itri Abold in sein­er Rolle als Sali. Er bildet den Ruhe­p­ol zwis­chen den schrul­li­gen Charak­teren und ger­ade seine Entwick­lung vom Nichtschwim­mer zur Wasser­rat­te ist wun­der­bar mit anzuschauen. Auch die sich langsam anbah­nende Romanze zwis­chen ihm und Lisa ist gelun­gen, wenn auch eigentlich gar nicht nötig.

Unser Fazit zu Beckenrand Sheriff : Feel-Good-Movie mit Happy End

Aus losen Bekan­ntschaften entwick­eln sich Fre­und­schaften. Dabei bleibt Beck­en­rand Sher­iff zwar sehr an der (Wasser)oberfläche, die gewisse bayrische Kauzigkeit wird aber sym­pa­thisch und zum Teil urkomisch rüberge­bracht. Wenn die bei­den „Zuge­zo­ge­nen“ Karl und Sali auf Ur-Bay­ern wie die Bürg­er­meis­terin oder Lisa tre­f­fen, kann es schon ein­mal zu fiesen Sprüchen und kleineren Kabbeleien kom­men. Ganz zum Schluss des Films wird natür­lich alles gut und auch wir sind zufrieden. Beck­en­rand Sher­iff ist ein klas­sis­ch­er Feel-Good-Movie, dessen Drehbuch auch in Nor­drhein- West­falen oder Sach­sen funk­tion­ieren würde.

Beck­en­rand Sher­iff
Genre: Komödie
Bun­desstart: 9. Sep­tem­ber
Laufzeit: 114 Minuten
FSK: ab 6 Jahren freigegeben
Regie: Mar­cus H. Rosen­müller
Drehbuch: Mar­cus Pfeif­fer

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