Angus (Richard Dreyfuss) in seinem Astronautenanzug. Eine Szene aus dem Film Astronaut
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The Trial of the Chicago 7
Ausschnitt aus dem Trailer zu "Malasaña 32".

Astronaut in der featured-Filmkritik: Der alte Mann und der Traum vom Weltraum

Wann ist man zu alt, um seine Träume zu ver­wirk­lichen? Im Dra­ma „Astro­naut“ geht Regis­seurin und Drehbuchau­torin She­lagh McLeod dieser Frage nach. Ob der Block­buster mit Oscarpreisträger Richard Drey­fuss in der Haup­trol­le das Zeug dazu hat, Dich zu berühren, erfährst Du in der fea­tured-Filmkri­tik.

Angus (Richard Drey­fuss) ist 75 Jahre alt, Witwer und wollte schon immer ins All reisen. Da kommt der Wet­tbe­werb des erfol­gre­ichen Geschäfts­man­ns Mar­cus Brown (Colm Feo­re) ger­ade richtig: Dem Gewin­ner winkt ein Platz im Shut­tle des ersten kom­merziellen Wel­traum­flugs. Natür­lich lassen sich Angus und sein Enkel Bar­ney (Richie Lawrence) das nicht zweimal sagen und nehmen teil. Dabei gibt es allerd­ings ein Prob­lem, denn die Teil­nehmer dür­fen nicht älter als 65 Jahre sein. Aber was machen schon ein paar Jährchen auf einem Ausweis? Kurzum lügt Angus bei seinem Alter, um am Wet­tbe­werb teilzunehmen.

Die Reise ins All rückt in den Hintergrund

„Astro­naut“ erzählt nicht etwa, wie ein betagter Astro­naut fit gemacht wird oder was man für Schritte durch­laufen muss, um ins All zu starten. Der Wel­trau­maus­flug dient hier­bei nur als Aufhänger. Regis­seurin und Drehbuchau­torin She­lagh McLeod zeich­net viel mehr ein Fam­i­lien­dra­ma rund um das The­ma Älter­w­er­den und dem Umgang der Beteiligten damit. Der Kern der Geschichte ist die per­sön­liche Entwick­lung, die Angus und seine Fam­i­lie durch­laufen. Das Älter­w­er­den des Rent­ners bet­rifft näm­lich nicht nur ihn selb­st, son­dern auch seine Tochter Mol­ly (Krista Bridges), ihren Mann Jim (Lyriq Bent) und deren gemein­samen Sohn Bar­ney. Ger­ade diese Groß­vater-Enkel-Beziehung prägt die Geschichte des Films. Erst auf Bar­neys Drän­gen hin nimmt Angus an dem Wet­tbe­werb teil.

Angus Stewart (Richard Dreyfuss) und sein Enkel Barney (Richie Lawrence) stehen neben einem Teleskop

Angus Stew­art (Richard Drey­fuss) und sein Enkel Bar­ney (Richie Lawrence) . — Bild: ©JETS Filmver­leih und Ver­trieb

Astronaut: Die Herausforderungen des Alters

Die Hür­den, die Angus über­winden muss, beziehen sich nicht nur auf die Teil­nahme am Wet­tbe­werb. Er kommt dabei sog­ar unter die Final­is­ten. Der Film zeigt vor allem kör­per­liche und geistige Lim­i­tierun­gen auf, die das Altern mit sich brin­gen. „Astro­naut“ schafft es dabei ebendiese Her­aus­forderun­gen mit wenig Kitsch und viel Empathie zu erzählen. Beispiel­sweise wenn Angus auf seinen Mit­be­wohn­er im Alter­sheim Len (Gra­ham Greene) trifft, mit dem er auf­grund sein­er Erkrankung kaum sprechen kann. Spätestens hier beweist der Film Feinge­fühl und das ist nur ein Beispiel von vie­len. Regis­seurin McLeod schafft es, ältere Men­schen nicht klis­chee­haft als Tat­ter­greise darzustellen, son­dern als liebenswerte Indi­viduen.

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Der Traum vom Fliegen

Oscargewin­ner Richard Drey­fuss glänzt in sein­er Rolle als geistig top­fit­ter, aber kör­per­lich angeschla­gen­er Angus. Auch seine Mit­be­wohn­er im Alter­sheim und allen voran Richie Lawrence als Enkel Bar­ney überzeu­gen mit ihrer authen­tis­chen Darstel­lung und  machen den Film zu einem High­light. Ger­ade die Beziehung des Groß­vater-Enkel-Ges­panns, die gemein­sam ver­suchen alle Schwierigkeit­en der Fam­i­lie zu über­winden, ist herz­er­wär­mend und das, ohne dabei die ganze Zeit auf die Trä­nen­drüse zu drück­en.

„Astro­naut“ ist kein klas­sis­ches Heldenepos, das erzählt, wie ein alter Mann seinen Traum ver­wirk­licht. Es ist vielmehr eine Geschichte über das Älter­w­er­den und den Umgang damit. Ein gelun­ge­nes Dra­ma, was Dich das ein oder andere Tränchen ver­drück­en lassen wird.

Astro­naut
Genre: Dra­ma
Bun­desstart: 15. Okto­ber 2020
Laufzeit: 98 Minuten
FSK: ab 6 Jahren freigegeben
Regie: She­lagh McLeod
Drehbuch: She­lagh McLeod

Manch­mal ste­ht Dir der Sinn nach einem guten Dra­ma? Erzäh­le uns, welchen Film Du Dir dann am lieb­sten anschaust.

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