Ein Foto von Andy Warhol aus der Netflix Doku The Andy Warhol Diary in der eine KI die Stimme von Warhol nachmacht
© Andy Warhol Foundation/Courtesy of Netflix
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Andy Warhol: KI-Stimme lässt den Künstler in der Netflix-Doku selbst zu Wort kommen

Tief, monot­on und fast schon ein biss­chen kün­stlich − so klingt Andy Warhol in der neuen Net­flix-Dokuserie „The Andy Warhol Diaries“. Das Beson­dere daran: In den sechs Fol­gen kommt der Kün­stler selb­st zu Wort und das, obwohl er bere­its vor 35 Jahren ver­stor­ben ist. Wie Andy Warhols Stimme mit Hil­fe ein­er Kün­stlichen Intel­li­genz (KI) „wieder­belebt“ wurde, ver­rat­en wir Dir hier.

Lediglich drei Minuten lang ist der orig­i­nale Mitschnitt der Kun­st-Ikone, der als Vor­lage für Andy Warhols KI-Stimme diente. The Andy Warhol Diaries-Regis­seur Andrew Rossi arbeit­ete mit dem Unternehmen Resem­ble AI zusam­men, das eine Deep­fake-Tech­nik entwick­elt hat, mit der jede Stimme via KI repro­duziert wer­den kann.

KI-Stimme: So wurden Andy Warhols Worte wiederbelebt

Die KI von Resem­ble AI analysiert die charak­ter­is­tis­chen Phoneme aus den Orig­i­nalauf­nah­men und kann so berech­nen wie andere Laute, die nicht im Video zu hören sind, klin­gen wür­den. Auf dieser Grund­lage kon­nte Rossi den gewün­scht­en Text in die KI eingeben, die ihn mit Andy Warhols KI-Stimme aus­füllt. Die Anwen­dung ermöglichte es sog­ar Emo­tio­nen einzufü­gen oder Warhol auch Wörter mit Akzent aussprechen zu lassen.

Da die KI aber nicht alles aus diesen weni­gen Minuten Tonauf­nah­men vorher­sagen kann,  arbeit­ete Rossi zusät­zlich mit Schaus­piel­er Bill Irwin („Legion“, „Law & Order: Spe­cial Vic­tims Unit“) zusam­men. Irwin ahmt den Pitts­burgh Dialekt Warhols nach, da Andy Warhol als Sohn slowakisch­er Ein­wan­der­er in Pitts­burgh aufwuchs.

The Andy Warhol Diaries: Tiefe Einblicke in Warhols Tagebücher

Deep­fakes wie diese wer­den stetig präsen­ter und immer schw­er­er zu ent­tar­nen, da die tech­nis­chen Möglichkeit­en sich dauernd verbessern. Resem­ble AI selb­st kann fast per­fekt Stim­men repro­duzieren. Was eine Frage aufkom­men lässt: Ist es ethisch vertret­bar, die Stimme eines Toten zu repro­duzieren? Das fragte sich auch Regis­seur Andrew Rossi zu Beginn sein­er Arbeit und holte sich die Erlaub­nis der Andy Warhol Foun­da­tion ein.

Ein weit­ere Punkt, den Rossi in einem Inter­view mit dem Mag­a­zin Wired anspricht, ist, dass in diesem Fall alle von Warhols KI-Stimme gesproch­enen Worte von ihm selb­st stam­men. Der Kün­stler tele­fonierte über elf Jahre täglich mit seinem Fre­und Pat Hack­ett. Ursprünglich dien­ten diese Auf­nah­men zur Erfas­sung von Aus­gaben für Steuerzwecke. Sie entwick­el­ten sich mit der Zeit zu ein­er Chronolo­gie von aufre­gen­den Reisen um die Welt und glam­ourösen Tre­f­fen mit den Größen der Pop-Kul­tur. Ein ikonis­ches Tage­buch, das nur indi­rekt in schriftlich­er Form zu uns durch­drang, ent­stand und so den Mythos Warhol noch weit­er ver­tiefte.

Ein Robotik-Fan: Der Künstler Andy Warhol

Warhol inter­essierte sich schon während sein­er Kar­riere sehr für die Robotik. So sehr, dass er 1982 von einem ehe­ma­li­gen Dis­ney-Inge­nieur eine Robot­er-Ver­sion von sich selb­st anfer­ti­gen ließ:

Ver­mut­lich hätte ihm die KI-Inter­pre­ta­tion sein­er Stimme gefall­en. Und auch der Leit­er der Andy Warhol Foun­da­tion, Michael Day­ton Her­mann ist sich sich­er, dass die KI-Inter­pre­ta­tion Leben in die Tage­büch­er bringt und es den son­st so rät­sel­haften Kün­stler men­schlich­er wirken lässt.

So kann uns eine KI dabei helfen, das Kunst­werk „Warhol“ bess­er zu ver­ste­hen. Und ist das nicht möglicher­weise sog­ar ein eigenes und finales Kunst­werk Warhols?

Was hältst Du von der neuen Möglichkeit von „wieder­belebten“ Stim­men in Doku­men­tarfil­men? Sag uns Deine Mei­n­ung in den Kom­mentare

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