iPhone mit kaputtem Display aufheben.
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iPad Pro mit Stift
Mann schaut lächelnd auf sein Android-Smartphone.
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iPhone 12, 13 und SE (2022) selbst reparieren: So funktioniert das Reparatur-Kit von Apple

iPhone-Besitzer:innen kön­nen ihre Geräte auf Wun­sch jet­zt selb­st repari­eren: Apple hat in den USA damit begonnen, Ersatzteile und Werkzeuge für alle zu verkaufen. Doch möcht­est Du kün­ftig zum Beispiel Dein iPhone 12 selb­st repari­eren, ist das mit Risiken ver­bun­den.

Immer mehr Men­schen ver­lan­gen ein „Recht auf Reparatur”: Viele Her­steller desig­nen ihre Geräte so, dass Nutzer:innen sie wed­er selb­st repari­eren, noch leicht Ersatzteile besor­gen kön­nen. Es gibt zwar einige unab­hängige Por­tale wie zum Beispiel „ifixit.org”, die kosten­los Reparat­u­ran­leitun­gen bere­it­stellen.

Bis heute haben Endkund:innen oft­mals aber nicht die Option, ihre Geräte selb­st zu repari­eren oder kom­men nur schw­er an Ersatzteile. Dadurch entste­ht viel Müll, der die Umwelt belastet: Allein 2019 gab es laut dem Glob­al Waste Mon­i­tor weltweit 53,6 Mil­lio­nen Ton­nen Elek­troschrott.

Viele US-Bun­desstaat­en fordern daher ein „Recht auf Reparatur” – und Zugang zu Orig­inal­teilen. In der EU gibt es seit März 2021 zudem verpflich­t­ende Regeln für Her­steller von bes­timmten Geräten.

Apple hat darauf reagiert und verkauft ab sofort Ersatzteile und Werkzeug in den USA, mit denen Nutzer:innen ihr iPhone selb­st repari­eren kön­nen. Was Du über Kosten und Risiken der „Self-Ser­vice-Reparatur“ wis­sen musst und wann das Reparatur­pro­gramm auch in Deutsch­land starten soll, haben wir hier für Dich zusam­menge­fasst.

Diese Apple-Geräte kannst Du selbst reparieren

Bis­lang bietet Apple das Reparatur­pro­gramm für fol­gende Mod­elle an:

  • iPhone 13 mini, iPhone 13, iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max
  • iPhone 12 mini, iPhone 12, iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max
  • iPhone SE (2022)

Später will Apple auch für Macs mit M1-Chip entsprechende Orig­inal­teile und Werkzeuge bere­it­stellen. Unklar ist zu diesem Zeit­punkt noch, ob es dabei bleibt – oder sich irgend­wann auch das iPhone 11 und andere ältere Geräte dazuge­sellen.

iPhone: Display und Co. reparieren – so funktioniert’s

Der Schw­er­punkt des Reparatur­pro­gramms liegt laut Apple zunächst auf den „am häu­fig­sten gewarteten Kom­po­nen­ten” – dazu zählen zum Beispiel Dis­play, Kam­era und Akku. Es gibt auch eine Anleitung, die Kund:innen die Reparatur im Detail erk­lärt. Du find­est sie hier in englis­ch­er Sprache.

Entsprechende Ersatzteile sowie Werkzeuge kannst Du online bestellen. Apple hat für sein neues Reparatur­pro­gramm extra einen neuen Online-Store ins Leben gerufen. Hast Du alle Teile beisam­men, kannst Du mith­il­fe der Anleitung selb­st die iPhone-Reparatur durch­führen. Schickst Du die gebraucht­en Kom­po­nen­ten im Anschluss zum Recyceln an Apple zurück, erhältst Du auf Deinen Einkauf eine Gutschrift.

Kundin repariert ihr Gerät.

Kün­ftig kannst Du Dein iPhone 12 und 13 selb­st repari­eren. Das ist allerd­ings mit Risiken ver­bun­den. — Bild: Apple

iPhone 12, 13 und SE reparieren: Wie viel kosten die Reparatur-Sets?

Der neue Online-Store ver­rät auch, wie viel die Reparatur-Sets in den USA kosten. Möcht­en Kund:innen beim iPhone 12 Pro zum Beispiel die Bat­terie aus­tauschen, kostet sie das gesamte Bun­dle (Werkzeuge und Ersatzteile) 70,99 US-Dol­lar. Für die Kam­era wer­den 116,72 US-Dol­lar fäl­lig, für das Dis­play sind es 269,95 US-Dol­lar.

Alter­na­tiv kön­nen sich Kund:innen die entsprechen­den Werkzeuge auch ein­fach lei­hen – für 49 US-Dol­lar. Die Leihk­its sollen kosten­frei geliefert wer­den, wie Apple in ein­er Pressemit­teilung ver­rät. Es gibt allerd­ings einen Nachteil: Die Leihk­its sind nur für eine Woche gedacht. Bedeutet: Am siebten Tag musst Du sie bei einem Dien­stleis­ter wie UPS abgeben. Gelingt Dir das nicht rechtzeit­ig, musst Du eine Gebühr (und Steuern) bezahlen. Wie hoch der Betrag ist, hat Apple nicht ver­rat­en.

Wann startet das iPhone-Reparaturprogramm auch in in Deutschland?

Das neue Pro­gramm zur Self-Ser­vice-Reparatur soll in Zukun­ft auch in anderen Län­dern einge­führt wer­den. Nähere Infos zum Deutsch­land-Start gibt es aktuell noch nicht. In sein­er Pressemit­teilung kündigte Apple aber an, dass das Reparatur­pro­gramm noch im Jahr 2022 auf Europa aus­geweit­et wer­den soll.

Nicht ohne Risiko: Was Du bei der Reparatur eines iPhones beachten solltest

Mit seinem neuen Reparatur­pro­gramm stärkt Apple das The­ma Nach­haltigkeit. Allerd­ings soll­test Du Dir der Risiken bewusst sein, wenn Du Dich beispiel­sweise dazu entschei­dest, Dein iPhone 12 selb­st zu repari­eren.

Beschädigst Du während der Reparatur näm­lich andere Bauteile des Geräts, erlis­cht Dein Garantieanspruch. Lies Dir im Vor­feld also unbe­d­ingt genau die Reparat­u­ran­leitung durch, bevor Du loslegst.

Apple weist zudem aus­drück­lich daraufhin, dass sich das Ange­bot vor allem an tech­nikver­sierte Per­so­n­en richtet, die „das Wis­sen und die Erfahrung zur Reparatur von elek­tro­n­is­chen Geräten” besitzen.

Der „über­wiegen­den Mehrheit” der iPhone-Nutzer:innen emp­fiehlt der Her­steller hinge­gen, eine zer­ti­fizierte Werk­statt zu besuchen, die auf Apple-Orig­inal­teile zugreifen kann. Das sei der „sich­er­ste und zuver­läs­sig­ste Weg, um eine Reparatur durchzuführen”.

Würdest Du Dir zutrauen, Dein iPhone 12 oder 13 selb­st zu repari­eren? Oder über­lässt Du das auch in Zukun­ft lieber den Profis? Hin­ter­lasse uns gerne einen Kom­men­tar!

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