Auch Selfies wirken interessanter mit einer Reflexion des Motivs.
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Spiegelungen fotografieren: Darauf solltest Du achten

Ob Dich nun ger­ade ein beson­ders schönes Motiv inspiri­ert, oder Du über ein neues Foto­pro­jekt nach­denkst: Spiegelun­gen zu fotografieren, ist nicht ganz ein­fach. Doch wenn es Dir gelingt, Reflex­io­nen richtig und gekon­nt in Szene zu set­zen, kön­nen solche Auf­nah­men einen ganz beson­deren Zauber haben. Wir erk­lären Dir, worauf Du acht­en soll­test. 

Ein stiller Bergsee, die Aben­didylle an einem bre­it­en Strom oder ganz ein­fach eine Pfütze auf dem Gehweg: Spiegelun­gen find­est Du an vie­len Orten und zu ganz ver­schiede­nen Uhrzeit­en. Spiegelun­gen im Wass­er lassen sich übri­gens ein­fach­er fotografieren als Reflex­io­nen auf glat­ten Ober­flächen wie Met­all, glänzen­der Lack oder Glas. Denn auf solchen Ober­flächen spiegeln sich haupt­säch­lich Lichtre­flexe, also sehr helle Flächen und Punk­te.

Warum Lichtreflexe in Spiegelungen schwierig zu fotografieren sind

Extreme Unter­schiede zwis­chen hell und dunkel kön­nen den soge­nan­nten Dynamikum­fang von Dig­italk­a­m­eras über­fordern; ins­beson­dere bei sehr hellen Bildele­menten wie Lichtre­flex­en auf met­allis­chen oder lack­ierten Ober­flächen kann das der Fall sein: Die High­lights, also die hellen Stellen, wer­den dann nur noch weiß dargestellt, ohne Detail­wieder­gabe.

Mod­erne dig­i­tale Sys­temkam­eras (mit Wech­selob­jek­tiv) zeich­nen sich häu­fig dadurch aus, dass sie einen „hohen” Dynamikum­fang haben, also eine große Dif­ferenz zwis­chen hellen und dun­klen Bildteilen wiedergeben kön­nen. An die Dynamik von analo­gen Klein­bild-Fotos kom­men Dig­italk­a­m­eras noch nicht ganz her­an, trotz­dem kannst Du Spiegelun­gen auch mit ein­er Dig­italk­a­m­era fotografieren. Ein zirku­lar­er Polfil­ter auf dem Objek­tiv Dein­er Sys­temkam­era hil­ft Dir, die Peaks der Reflex­io­nen her­auszu­fil­tern.

So gelingen Fotos von Spiegelungen mit dem Smartphone

Häu­fig genug ist man ja ein­fach mit dem Smart­phone unter­wegs und sieht irgend­wo ein schönes Motiv, ohne speziell vor­bere­it­et zu sein. Dann schal­test Du ein­fach die Kam­era-App ein und zielst auf den gewün­scht­en Bil­dauss­chnitt.

  • Achte darauf, dass der Blitz Deines Smart­phones abgeschal­tet ist. Er ver­fälscht unter Umstän­den die Far­ben und kann die Spiegelung überdeck­en. Bei Nach­tauf­nah­men führt der Blitz zudem dazu, dass das Bild unter­be­lichtet wird.
  • Tippe auf den Teil des Bild­schirms, der auf dem Foto im Fokus sein soll.
  • Achte darauf, dass das Bild nicht über­be­lichtet wird: Falls es zu hell erscheint, wäh­le einen anderen Fokus­punkt in einem etwas helleren Bild­bere­ich.

Manche Smart­phones bieten manuelle Ein­stellmöglichkeit­en oder spe­ich­ern Bilder sog­ar im RAW-For­mat. Die manuellen Ein­stellmöglichkeit­en kannst Du nutzen, um von Hand über- oder unterzube­licht­en mit der EV- oder Lichtwert-Ein­stel­lung (EV = expo­sure val­ue). Falls Du Dich mit Bild­bear­beitung ein wenig auskennst, kannst Du Deine Smart­phone-Auf­nah­men auch als RAW-Dateien abspe­ich­ern und die Bild­dat­en später an Deinem PC verän­dern.

Spiegelungen im Wasser sind ein beliebtes Foto-Motiv.

Foto-Motive mit inter­es­san­ten Spiegelun­gen find­et man an vie­len Orten in der Natur wie hier die Rakotzbrücke in Krom­lau.

Das musst Du bei Systemkameras beachten

Falls Du gezielt auf Foto­tour gehen willst, kannst Du Deine Fotoaus­rüs­tung ganz in Ruhe zusam­men­stellen. Zur Grun­dausstat­tung gehören:

  • Sta­tiv: Damit wer­den Fotos auch bei lan­gen Belich­tungszeit­en scharf.
  • Fer­naus­lös­er oder Selb­staus­löse­funk­tion der Kam­era: Damit kannst Du für län­gere Belich­tungszeit­en aus­lösen, ohne dass die Kam­era durch die Berührung wack­elt.
  • Objek­tiv: Für Nach­tauf­nah­men emp­fiehlt sich ein licht­starkes Objek­tiv, beispiel­sweise mit f/2 oder f/1.8. So erre­ichst Du kürzere Belich­tungszeit­en und ver­ringerst so die Gefahr von Bewe­gung­sun­schärfe oder Verwack­lun­gen.
  • Polfil­ter: Für Auf­nah­men um die Mit­tagszeit oder die bere­its erwäh­n­ten Motive mit starken Lichtre­flex­en gehört ein Polfil­ter in die Foto­tasche. Der Pol(arisierungs)filter nimmt die harten Lichter aus dem Motiv. Polfil­ter gibt es in allen möglichen Durchmessern, ganz sich­er auch passend zu Deinem gewählten Objek­tiv.
  • Regen­schirm: Die Zeit nach einem Regen­guss bietet sich für die Jagd nach schö­nen Spiegelun­gen an. Es gibt frische Pfützen auf den Straßen, und oft reißt der Wolken­him­mel für ein paar Son­nen­strahlen auf. Doch falls das Wet­ter wieder umschlägt, möcht­est Du sich­er Dein Equip­ment und Dich selb­st schützen.
  • Ersatz-Akku und -Spe­icherkarte: Damit bist Du auch für län­gere Touren bestens gerüstet.

Eine ganze Rei­he mod­ern­er Sys­temkam­eras und Objek­tive ist inzwis­chen min­destens spritzwassergeschützt. Wenn Du so ein Mod­ell benutzt, brauchst Du den Regen­schutz eher für Dich selb­st. Zudem kann man sich bei ein­er Rei­he von neueren Kam­eras den Extra-Fer­naus­lös­er sparen: Per Smart­phone-App kön­nen Ein­stel­lun­gen verän­dert und der Aus­lös­er betätigt wer­den. Eine coole Funk­tion, nicht nur für Spiegelungs-Self­ies.

So findest Du schöne Reflexionen in der Stadt

Inspi­ra­tio­nen für inter­es­sante Fotos oder gle­ich ganze Serien find­et man gar nicht so leicht. Aber bei dem The­ma „Spiegelun­gen“ ist es wirk­lich total unkom­pliziert.

Deine Stadt in der Pfütze: So kannst Du Deine Stadt oder Deinen Urlaub­sort beispiel­sweise nach einem Regen­guss mal ganz anders in Szene set­zen. In der Reflex­ion ein­er frischen Pfütze wer­den Pas­san­ten mit ihren bun­ten Regen­schir­men oder Gum­mistiefeln inter­es­sant ver­fremdet. Das gle­iche gilt für städte­bauliche Wahrze­ichen wie den Ham­burg­er Michel, den Eif­fel­turm in Paris oder den Köl­ner Dom. Fotos davon hast Du gefühlt sich­er schon hun­dert­mal gese­hen, doch der Blick­winkel über eine Pfütze im Kopf­steinpflaster oder im Rinnstein ent­fal­tet wieder eine neue Per­spek­tive.

Scheu Dich nicht davor, auch mal in die Hocke zu gehen, um Dein Wun­schmo­tiv aus einem stumpfen Winkel anzu­visieren. Solche Auf­nah­men lassen sich übri­gens auch sehr schön bei Nacht machen, dann wirken die bun­ten Lichter der Stadt für sich.

Wer die Stadt ver­lässt, find­et in der Natur viele Möglichkeit­en, um mit Spiegelun­gen zu exper­i­men­tieren. Ein ruhiger See oder Flus­slauf bieten beste Voraus­set­zun­gen dafür: Dort kannst Du vielle­icht ein Berg­panora­ma fotografieren, oder ein Wäld­chen, das im Wass­er reflek­tiert wird.

Spieglein, Spieglein… Porträts in einer Spiegelung

Für Porträts bieten sich dur­chaus Glass­cheiben oder Spiegel an, so wie in unserem Titel­bild. Es muss nicht unbe­d­ingt ein Self­ie sein, Du kannst auch mit Deinem Mod­el – ein­er Fre­undin, Deinem Part­ner oder Deinen Kindern – ganz gezielt ein pri­vates Shoot­ing ver­anstal­ten. Es gibt sich­er auch in Dein­er Nähe große Schaufen­ster­scheiben, ver­glaste Büro­häuser, Spiegel in einem Einkauf­szen­trum oder die Fen­ster in Auto­häusern, um nur ein paar Optio­nen zu nen­nen.

Du musst natür­lich darauf acht­en, dass keine frem­den Per­so­n­en erkennbar im Bild sind. Falls Du mit ein­er Sys­temkam­era fotografierst, emp­fiehlt sich in Sit­u­a­tio­nen mit vie­len anderen Men­schen um Dich herum eine offene Blende (beispiel­sweise f/2), damit die Tiefen­schärfe ger­ing ist. Dann ist nur Dein Motiv im Fokus und der Rest wird unscharf.

Witzige Bilder kannst Du auch im Seit­en­spiegel Deines Auto fotografieren, in dem sich die Land­schaft spiegelt – oder Du selb­st bei herun­terge­lassen­em Fen­ster. (Du darf­st natür­lich nicht fotografieren, während Du am Steuer sitzt.)

Zusammenfassung – unsere Tipps für Spiegelungen

  • Hüte Dich vor hellen Lichtre­flex­en, weil sie eine aus­ge­wo­gene Belich­tung erschw­eren.
  • Achte auf die richtige Aus­rüs­tung, wenn Du gezielt auf Foto­tour gehst.
  • In der Stadt sind Pfützen und Fen­ster gute Gele­gen­heit­en, um Reflex­io­nen im Bild zu nutzen.
  • Draußen im Grü­nen bieten Seen und andere ruhige Gewäss­er gute Motive.
  • Porträts bekom­men durch eine Spiegelung beson­deren Pfiff.

Fotografierst Du gern? Gibt es vielle­icht sog­ar ein beson­deres Mot­to, unter dem Deine Bilder ste­hen? Teile doch Deine Ideen und Inspi­ra­tion mit anderen Nutzern in einem Kom­men­tar. 

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