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Von Ehang bis Uber: Mit der Drohne zur Arbeit fliegen

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Ein dringender Termin steht an und der gesamte Stadtverkehr hat sich wieder einmal gegen Dich verschworen. Jetzt müsste man fliegen können. Das kannst Du vielleicht bald: Die ersten Luftvehikel, die Dich stress- und staufrei ans Ziel bringen, sind bereits im Landeanflug. Von D wie Drohne bis S wie Senkrechtstarter ist für alle schwindelfreien Passagiere eine passende Lösung dabei.

Schon seit Längerem tüfteln Unternehmen in aller Welt an luftigen Transportlösungen für den innerstädtischen Personenverkehr. Welche Ansätze sie verfolgen und wie Du bald statt ins Auto in ein Drohnen-Taxi steigen kannst, liest Du hier.

 

Fliegender Holländer: Hybrid-Fahrzeug PAL-V Liberty im Anflug

Ein Auto, das fliegt, oder ein Flugzeug, das fährt – so richtig lässt sich das Hybrid-Gefährt „Liberty“ der niederländischen Firma PAL-V International B.V. keiner Kategorie zuordnen. Technisch handelt es sich um einen Gyrocopter, der optisch einem Hubschrauber ähnelt. Allerdings wird der Rotor des Tragschraubers nicht durch ein Triebwerk in Drehung versetzt, sondern durch den Fahrtwind. Während dieser für den Auftrieb sorgt, übernehmen zwei insgesamt 200 PS starke Motoren den Antrieb. Demzufolge kannst Du mit dem PAL-V (Personal Air and Land-Vehikel) nicht senkrecht abheben, sondern brauchst wie beim Flugzeug eine Startbahn.

 

Video: Youtube / PAL- V

 

Zwei Personen können mit dem 664 Kilogramm schweren Fluggerät bis zu 3,5 Höhenkilometer über der Erde schweben. Mit 100 Liter Treibstoff sollen sich bei einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 180 km/h gute 400 Kilometer zurücklegen lassen – eine halbe Reservestunde inklusive.

Auch auf den Straßen soll der fliegende Holländer ziemlich auf Zack sein. Dafür lässt sich der knapp elf Meter lange Rotor einklappen und das Heck ineinanderschieben, um den Flieger in ein dreirädriges Auto zu verwandeln. Mit vollem Tank sollst Du am Boden bei bis zu 160 km/h ganze 1.300 Kilometer weit kommen.

 

Video: Youtube / PAL- V

 

Mittlerweile hat das Flugauto der Niederländer alle Zulassungen für den Luft- und Straßenverkehr zusammen. So soll PAL-V Liberty schon Ende 2018 in einer limitierten Pioneer-Edition für rund 500.000 Euro zu haben sein. Nach dieser Luxus-Ausführung soll eine „erschwingliche“ Standard-Variante namens Liberty Sport für 300.000 Euro folgen. Reservierungen und Anzahlungen werden übrigens schon entgegengenommen. Wer sich mit dem Liberty-Gefährt fortbewegen möchte, braucht jedoch neben einem Autoführerschein auch eine Fluglizenz.

 

Uber-Flieger: Senkrechtstarter per App buchen

Der digitale Fahrzeug-Vermittlungsdienst Uber ist zwar schon länger eine praktische Hilfe, wenn es darum geht, von A nach B zu kommen – gegen irdische Verkehrsprobleme konnte das Unternehmen bislang aber wenig ausrichten. Das will Uber künftig mit einem fliegenden Taxi ändern und tüftelt an einem VTOL-Luftfahrzeug, einem „Vertical Take-off and Landing“-Flieger, wie der Produktmanager Jeff Holden dem Magazin Recode mitteilte.

Das Lufttaxi soll zwar wie ein Flugzeug mit Tragflächen ausgestattet sein, jedoch senkrecht starten und landen können. Noch dazu möchte Uber seinem Flieger einen umweltfreundlichen Elektroantrieb verpassen. Zwar steht die Entwicklung noch ganz am Anfang, dennoch peilt das Unternehmen das ambitionierte Ziel von zehn Jahren an, bis die Technik einsatzbereit sein soll. In alter Uber-Manier sollst Du die Kurzstreckenflüge mit dem Senkrechtstarter dann online und per Smartphone-App buchen können.

 

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Airbus: Mit der Shuttle-Drohne schneller in Mega-Cities unterwegs

Dass in naher Zukunft autonome Flugtaxis vor der Haustür landen, ist laut XY die große Vision der Entwickler von Airbus. Mit einer City-Drohne möchte der europäische Flugzeughersteller die Infrastruktur in Metropolen sowohl für den Waren- als auch Personentransport entlasten. Das Lufttaxi soll künftig Passagiere von einem sogenannten „zenHub“ – eine Art Hubschrauber-Sammellandeplatz – abholen und auf dem Luftweg selbstständig ans Ziel bringen. Nach Angaben von Airbus soll dieser fliegende Shuttle-Service nicht mal teurer sein als eine normale Taxifahrt – vorausgesetzt Du teilst Dir den Flug und somit die Kosten mit bis zu drei anderen Gästen. Um den Transport Deines Gepäcks soll sich eine weitere Flugdrohne, die zenLUGGAGE, kümmern.

Unter dem Projektnamen A³ arbeitet Airbus parallel wohl an der Plattform „Vahana“, über die der autonome Personen- und Frachtverkehr künftig gemanagt werden soll. Auch bei Airbus sollst Du das Flugtaxi dann über eine Smartphone-App buchen können. Zwar wurden bislang keine technischen Daten zur Shuttle-Drohne veröffentlicht, dennoch plant Airbus seinen Prototypen bereits Ende 2017 zu testen.

 

Volocopter VC 200: Fliegen für Einsteiger

Einsteigen, abheben, zur Arbeit fliegen – so einfach soll es mit den Fluggeräten der Zukunft gehen. Ohne Umleitungen und vor allem ohne Pilotenschein könntest Du dem Stau künftig auf dem Luftweg entgehen. Eine der schon jetzt fliegenden Alternativen zum Straßenverkehr kommt aus Karlsruhe: Der Volocopter VC200 meisterte bereits Ende März seinen bemannten Jungfernflug.

 

Quelle: Youtube/ Volocopter

 

Er sieht aus wie eine Riesen-Drohne mit überdimensionalem Heiligenschein, ist aber ein elektrisch betriebener Multicopter, der den Traum vom Fliegen für jedermann möglich machen soll. Nach sechs Jahren Entwicklung saß e-Volo-Firmengründer Alexander Zosel als Erster am Steuer seines Volocopters VC200  – besser gesagt am Joystick. Darüber lässt sich der Zweisitzer einhändig navigieren. Starten, landen und lenken kannst Du durch unterschiedliche Drehzahlkombinationen der einzelnen Motoren, an denen die Propeller befestigt sind.

Auf einer Fläche von 9,80 Metern Durchmesser halten 18 Propeller den Volocopter VC200 bis zu eine Stunde in der Luft. Viel schief gehen kann mit diesem e-Volo nicht: Alle flugwichtigen Bauteile sind mehrfach vorhanden, sodass Du beim Ausfall eines Antriebs oder Rotors sicher landen kannst. Ausgestattet mit Sensoren wie Druck-, Magnetfeld- und Beschleunigungsmesser übernimmt ein Fallschirm-Rettungssystem in Notfällen die Flugsteuerung. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h soll der Volocopter künftig in knapp 2.000 Metern Höhe durch den Luftraum surren – super leise und klimafreundlich.

 

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Quelle: Volocopter press kit

 

Deshalb wurde das Projekt wohl auch vom Bundesamt für Wirtschaft gefördert  und soll ab 2018 auf dem Markt im Luftsportbereich mitfliegen. Geplant sind auch weitere, unterschiedlich große e-Volos für bemannte und unbemannte Flüge, die beispielsweise Lastentransporte übernehmen sollen. Zurzeit ist der VC200 im zivilen Luftraum als Ultraleicht-Luftfahrtgerät zugelassen.

 

Ehang 184: Autonome Personendrohne hebt bald in Dubai ab

Damit waren die Karlsruher Unternehmer den Chinesen lange Zeit einige Flugstunden voraus. Schon Anfang 2016 präsentierte der Konzern Ehang seine Drohne 184 AAV (Autonomous Aerial Vehicle), die eine Person selbstständig von A nach B befördern soll. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wegen fehlender Genehmigungen konnte Ehang seine Testflüge schließlich im US-Bundesstaat Nevada beenden – und bekommt jetzt richtig Aufwind. Schon ab Juli dieses Jahres sollen in Dubai die ersten Passagiere mit der Taxidrohne unterwegs sein.

Viel verkehrt machen kannst Du als Fluggast des 240 Kilogramm leichten Quadrocopters eigentlich nicht: Die Elektro-Drohne folgt wie Googles fahrerloses Auto einer vorprogrammierten Route und wird bei ihrem Flug von einem Kontrollzentrum überwacht. Über das Cockpit-Display stehen Dir daher nur zwei Steuer-Funktionen zur Auswahl: Starten und Landen. Das Ziel lässt sich ebenfalls über eine App auf dem Smartphone oder Tablet eingeben. Dank GPS und anderen Sensoren soll Dich das 142-PS-starke Flugvehikel mit durchschnittlich 60 km/h gemütlich ans Ziel bringen, während Du Dich in bis zu 3,5 Kilometern Höhe entspannt auf den Arbeitstag oder Feierabend vorbereiten kannst. Für Langstrecken-Pendler ist die Ehang 184 aber nichts: Dem Akku geht nach spätestens 23 Minuten die Puste aus. Damit Du in jedem Fall sicher zu Boden gehst, hat auch Ehang seine Personendrohne mit einem Failsafe-System ausgestattet.

 

Quelle: Youtube/ EHANG

 

Mit 200.000 bis 300.000 US-Dollar wird der Flieger zwar bei den Wenigsten im Haushaltsbudget liegen, vielleicht folgen nach Dubai aber bald weitere Städte und Länder, die mit der autonomen Taxidrohne ihren irdischen Nahverkehr entlasten möchten.

 

Fazit: Keine Ampeln, keine Umleitungen

Ob fliegende Autos wie das Hybrid-Gefährt PAL-V Liberty oder autonome Taxidrohnen wie das Modell von Ehang: Die Transport-Lösungen auf dem Luftweg wären in jedem Fall ein Meilenstein für den innerstädtischen Personenverkehr. Vielleicht ist das ein tröstender Gedanke, wenn Du beim nächsten Stau wiedermal ins Lenkrad beißen möchtest.

 

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