Die PlayStation VR: Das ist Sonys neues VR-Universum

Die PlayStation VR: Das ist Sonys neues VR-Universum

Die Virtuelle Realität, das fast neue und nicht mehr ganz so unbekannte digitale Land hat einen neuen Bewohner. Und der sieht gar nicht ein, sich dem schnöden Konkurrenzkampf auszusetzen. Die PlayStation VR-Brille ist da und sucht ihren Platz außerhalb der Headset-Boliden.

Gerade noch haben wir erst begriffen, was Virtual Reality eigentlich ist, da boomt der Markt auch schon. VR-Brillen, VR-Headsets und sogar VR-Cinemas – sie alle stellen die Weichen für die nächste Generation des digitalen Entertainments. Die PSVR hingegen hält den Ball flach und setzt weiterhin auf die PS4 als Grundlage – auch, wenn das zu Einschränkungen führt.

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VR-Brille als leistungsstarkes Zubehör

Nun ist die PlayStation VR erhältlich. Samsung, Oculus und zahlreiche Mitbewerber suchen noch immer das Alleinstellungsmerkmal für ihr Produkt, das alle Nutzer glücklich macht. Sony ist diesbezüglich etwas geradliniger und denkt sich: „Wir müssen es nicht jedem recht machen. Nur den PS4-Besitzern. “Und als solcher nimmst Du im besten Fall auch die etwas geringere Auflösung von 1920 x 1080 in Kauf. Zumal Du im Gegenzug mit einer Bildwiederholrate von 120 bis 90 Hz (je nach Spiel) belohnt wirst. Nebenbei sind die Anschaffungskosten mit etwa 400 Euro um rund ein Drittel niedriger.

Zu dieser Strategie passt auch die Funktionsweise der VR-Brille, die stark auf der Interaktion mit anderem PlayStation-Zubehör basiert. Die blauen LEDs, die rundherum an der PlayStation VR verteilt sind, sorgen dafür, dass die PlayStation-Kamera Dich auch bei wildesten Bewegung noch im Raum verorten kann. Da laut Umfrage doch nur jeder fünfte PS-Nutzer eine Kamera daheim hat, wird es demnächst auch Pakete mit VR-Brille und der neusten Version der PS-Kamera geben.

Auch bei der Steuerung macht Sony keine Experimente. Hier kommt der allseits beliebte Dualshock-4-Controller zum Einsatz. Es sei denn, Du hast Schwerter oder ähnliches in der Hand. In diesem Fall benutzt Du den Leuchtmurmelstab aus der Kinect-Familie, den Move-Motion-Controller. Je nachdem, welche aufregende virtuelle Welt Du eroberst. Und diese Welten müssen aufregend sein. Anders ist das euphorische Grinsen und wilde Gestikulieren der folgenden Protagonisten nicht zu erklären.

Quelle: YouTube / sonyplaystation

Nicht up-to-date, aber flüssig

„Zum Start unserer Entwicklungsarbeit vor fünf Jahren dachten wir, dass unser größtes Problem sein würde, ein latenzfreies [„ohne Verzögerung“, Red.] Erlebnis zu garantieren. Doch im Rückblick war es am schwierigsten, eine Brille zu bauen, die allen Spielern auf dieser Welt passt.“

Wir Europäer haben große Nasen, Nordamerikaner große Köpfe und Asiaten generell etwas gegen enganliegende Brillen – so fasst Sonys Chefentwickler Simon Benson im Interview das Problem im Großen und Ganzen zusammen. Dass die VR-Brille mit einer fast vier Jahre alten Grafikhardware auskommen soll, beunruhigt ihn dagegen weniger.

Rivalitäten beiseitelegen: PSVR macht den Sprung auf den PC

Dass Simon Benson keine Probleme mit der älteren Spielekonsole als Grundlage hat, liegt vermutlich daran, dass die PlayStation VR nur mit einer Hardware klarkommen muss – nämlich der PS4. Brillen wie Oculus müssen zu unzählig vielen PC-Konfigurationen passen, wenn sie sich verkaufen lassen sollen.

Das könnte sich in absehbarer Zeit aber ändern. Zum Erscheinen der PSVR steht die PS4 weiterhin im Mittelpunkt für die Entwickler. Trotzdem soll die VR-Brille in anderen Bereichen zur Anwendung kommen, sagte Masayasu Ito, Leiter des PlayStation-Ressorts bei Sony. Zum Beispiel auf dem Computer.

Social / Gaming

Vermutlich besteht Dein Wohnzimmer mittlerweile aus Set-Top-Boxen. Diverse Spiele- und / oder Streaming-Anbieter haben über diese Kästen einen festen Platz in Deinen vier Wänden. Und auch Sonys VR-Erlebnis kommt mit einer eigenen Set-Top-Box, welche Du zwischen Fernseher und PS4 schaltest. Nun wird das Bild Deiner VR-Brille auch auf den Fernseher übertragen. Bei einigen Spielen können sich Deine Freunde dann aktiv beteiligen. Wenn Du mit VR-Brille in die Rolle einer Katze schlüpfst, können Dich Deine Freunde vom Sofa aus als digitale Mäuse ärgern. Vom Horror-Adventure bis zum Partyspiel befinden sich bereits eine ganze Reihe Games in der Schmiede. Einige Sony-Highlights haben wir Dir in unserem Beitrag zur E3 bereits vorgestellt. Zum Start der PSVR sind etwa 20 Games verfügbar – darunter Highlights wie Batman: Arkham VR oder ein VR-Spiel zum neuen Godzilla-Film Godzilla: Resurgence, aber auch grafisch weniger spannende Spielesammlungen. Den Kopf in den Sand stecken brauchst Du trotzdem nicht: Denn knapp 180 weitere Titel befinden sich derzeit schon kurz vor der Veröffentlichung.

Fazit

Betrachtest Du nur die Werte, bleibt PlayStation VR technisch hinter anderen Anbietern etwas zurück, zum Beispiel durch eine geringere Bildschirmauflösung und vergleichsweise alter Grafikhardware. Im Gegenzug könnte Sony mit seiner VR-Brille einen niederschwelligen Einstieg in die virtuelle Welt bieten, da bei vielen Käufern ein Großteil der benötigten Hardware – also Konsole, Controller etc. – sowieso schon vorhanden ist. Spieler, die noch keine Konsole haben, könnten sich dank der neuen Hardware und dem umfangreichen Spieleangebot nun final für die PS4 entscheiden und die alte NextGen-Konsole auch im Verkauf wieder attraktiver machen.

Hast Du die PSVR gerade auf der Nase, oder darf es für Dich ruhig weniger virtuelle Realität sein? Deine Meinung zur PlayStation-VR-Brille lesen wir gerne in den Kommentaren.

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