Coding
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Noemi Ristau und Paula Brenzel in Skianzug

Schnellere Integration in den Arbeitsmarkt: Geflüchtete lernen Programmieren

Egal ob Deutsch, Englisch oder Ara­bisch: Sprach­bar­ri­eren ken­nen die inter­na­tionalen Schüler der ReDI School of Dig­i­tal Inte­gra­tion nicht, denn sie sprechen JavaScript, C++ oder PHP. An der Berlin­er Non-Prof­it-Schule ler­nen Geflüchtete Pro­gram­mieren, um beru­flich in der wach­senden Tech­nolo­gie- und Start-up-Szene Fuß zu fassen.

Die IT-Branche boomt. Allein in Deutsch­land suchen laut ein­er Auswer­tung des Per­sonal­dien­stleis­ters Adec­co über 40.000 Unternehmen hän­derin­gend Pro­gram­mier­er. Einen poten­tiellen Bewer­berkreis lassen sie häu­fig außer Acht: Flüchtlinge. Viele junge Men­schen aus Krisen­re­gio­nen sind gut gebildet, hoch motiviert und brin­gen teils sog­ar die gefragten Cod­ing-Skills mit. Trotz­dem ste­hen ihre Chan­cen hierzu­lande schlecht. Die ReDI School for Dig­i­tal Inte­gra­tion möchte tech­nikaffinen Geflüchteten die Inte­gra­tion in den Arbeits­markt und die Gesellschaft erle­ichtern.

„Stop talking. Start acting“: Integration durch Coding-Skills

Das Konzept der gemein­nützi­gen Pro­gram­mier­schule steckt bere­its im Namen: ReDI (aus­ge­sprochen wie „ready“) ste­ht für „Refugees“ und Digi­tale Inte­gra­tion. Kosten­freie Com­put­erkurse für Anfänger und Fort­geschrit­tene ver­mit­teln diesen näm­lich dig­i­tale Kom­pe­ten­zen und Pro­gram­mier­fähigkeit­en für den beru­flichen Ein­stieg in die Tech­nolo­gie-Branche. Bei drei­monati­gen IT-Pro­gram­men, Work­shops und Cor­po­rate-Train­ing-Pro­jek­ten erhal­ten die Auszu­bilden­den nicht nur Lap­tops und Zugang zu mod­er­nen Arbeit­splätzen, son­dern auch Kon­takt zu erfahre­nen Men­toren und führen­den Dig­i­tal-Unternehmen. Die ehre­namtlichen Dozen­ten der ReDI School sind näm­lich keine Lehrer, son­dern haupt­beru­fliche Coder, Devel­op­er und Web­de­sign­er.

Programmieren geht über Studieren: Digitale Anwendungen für die Praxis

Neben the­o­retis­chen Grund­la­gen ste­hen von Anfang an echte Pro­jek­te auf dem Lehrplan. Mit Hil­fe ihrer Men­toren entwick­eln die Schüler Apps, pro­gram­mieren Web­sites und konzip­ieren Ange­bote, die ihnen und anderen Flüchtlin­gen in Deutsch­land helfen. Die geplante App Bureau­crazy soll Asyl­be­wer­ber zum Beispiel mit Über­set­zun­gen, Erk­lärun­gen und Stan­dorten von Behör­den durch den Bürokratie-Dschun­gel lot­sen. Die Web­site Let’s inte­grate ist bere­its online, um Tre­f­fen zwis­chen Refugees und Berlin­ern zu ver­mit­teln. Kurzfristig ver­fol­gen die Auszu­bilden­den das Ziel, ihre Entwick­lun­gen möglichst schnell zu veröf­fentlichen. Auf lange Sicht qual­i­fizieren sie sich so für die unzäh­li­gen Jobs, die derzeit in der IT-Branche unbe­set­zt sind.

Integration zwischen Projekt-Treffen und Co-Creating-Spaces

Um die New­com­er mit der Dig­i­tal- und Start-up-Szene ver­traut zu machen, organ­isiert die ReDI School regelmäßig Net­work­ing-Events und arbeit­et mit namhaften Größen der Tech-Branche zusam­men. Die öffentliche Vor­tragsrei­he TechTalks wird nicht nur von Flüchtlin­gen gerne besucht. So läuft Inte­gra­tion qua­si neben­bei und wird zur Selb­stver­ständlichkeit. Sämtliche Co-Cre­at­ing-Spaces in Berlin und München befind­en sich an Orten, an denen Vertreter der Tech-Szene ein- und aus­ge­hen. Unter anderem stellen Google, Microsoft und das Start-up-Förder­pro­gramm Plug’n Play Accel­er­a­tor der Axel Springer SE Arbeit­splätze zur Ver­fü­gung.

Der Zus­pruch aus Wirtschaft und Poli­tik ist dabei enorm. Selb­st Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel und Face­book-Grün­der Mark Zucker­berg waren schon zu Besuch. Für den Erfolg des Konzepts spricht aber auch der beru­fliche Werde­gang der Absol­ven­ten. Fast die Hälfte der ehe­ma­li­gen Schü­lerIn­nen hat bere­its einen Prak­tikums- oder fes­ten Arbeit­splatz. Jed­er Zehnte wagt den Schritt in die Selb­st­ständigkeit und grün­det ein eigenes Tech-Start-up. Die Absol­ven­ten sind in einem Alum­ni-Net­zw­erk organ­isiert und unter­richt­en später oft selb­st als ehre­namtliche Dozen­ten an die Pro­gram­mier­schule.

Brauchen wir mehr Ange­bote wie die ReDI School? Schreib uns, was Du von der Idee hältst, Geflüchtete durch Cod­ing-Skills in die Beruf­swelt und Gesellschaft zu inte­gri­eren!  

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