Sabine Altena
Auf dem Bild, das symbolisch für Dokus über Frauen zum Weltfrauentag verwendet wird, ist Marilyn Monroe in einer eleganten Pose zu sehen. Sie trägt ein schwarzes, schulterfreies Kleid mit Spitzenverzierung und Schleifen. Ihr blondes Haar fällt in sanften Wellen, und sie strahlt mit einem freundlichen Lächeln. Der Hintergrund ist unscharf und zeigt Pflanzen, was das Bild natürlich wirken lässt.
Women in Tech

Schlagfertig statt mundtot: (Rhetorik-)Tipps von Sabine Altena

Ken­nen wir alle: Der Kol­lege quatscht einen doof von der Seite an und man ist so per­plex, dass einem dazu im wahrsten Sinne erst mal gar nichts ein­fällt. Auf dem Heimweg oder später beim Sport hat man plöt­zlich 1000 Sätze parat, die ange­bracht gewe­sen wären. Sabine Alte­na gibt in ihren Train­ings Tipps, mit denen beson­ders Frauen den „Wow-Effekt“ erzie­len, wie sie es nen­nt. Hier ver­rät sie ihre besten rhetorischen Waf­fen.

Fake it ’til you make it: Schlagfertigkeit kann man lernen 

Der erste Schritt ist immer: „So tun als ob!“, sagt Sabine Alte­na. Denn nur die aller­wenig­sten Men­schen sind schon immer sou­verän gewe­sen. Sabine war viele Jahre Radiomod­er­a­torin und hat unzäh­lige große Ver­anstal­tun­gen mod­eriert. Sie ken­nt aus eigen­er Erfahrung die Momente, in denen einem kurz die Worte fehlen: „Das waren viele Jahre Blut, Schweiß und Trä­nen. Da ist oft so viel passiert, plöt­zlich Sturm oder Hagel bei einem großen Freilichtkonz­ert, oder ein Inter­view­gast wird angekündigt, hat sich dann aber hin­ter der Bühne ver­laufen und taucht nicht auf. Da trotz­dem sou­verän zu bleiben bzw. zumin­d­est so auszuse­hen und zu wirken, als ob man die Sit­u­a­tion im Griff hat, das finde ich ein ganz cooles Ziel.“

GigaTV Film-Highlights zu Ostern

Alles eine Frage der Technik

Kör­per­sprache und Stimme – das sind laut Sabine die wichtig­sten Instru­mente, wenn es darum geht, sou­verän zu wirken: „Daran arbeite ich mit den Leuten meist zuerst, damit sie zumin­d­est so rüberkom­men, als ob sie ganz entspan­nt und gelassen wären. Im zweit­en Schritt arbeit­en wir dann natür­lich auch daran, dass sie es WIRKLICH sind. Nur das ist wesentlich schwieriger.“ Aber nach der Erfahrung von Sabine Alte­na ist nie­mand von Geburt an die große „Ram­p­en­sau“. Selb­st diejeni­gen, die beru­flich auf der Bühne ste­hen, kön­nen trotz­dem zart besaitete Seelchen sein, die meis­tens genau davon ablenken wollen.

Die Bettkantenrede wird zur Geheimwaffe

Neben der Kör­per­sprache helfen laut Sabine auch Sätze und Wörter, die man sich für her­aus­fordernde Sit­u­a­tio­nen zurechtlegt. Denn dass einem abends auf der Bet­tkante jede Menge witziger, schlagfer­tiger Antworten ein­fall­en, das ken­nen wir alle. Das kann man laut Sabine auch für sich nutzen. Eine gute inhaltliche Vor­bere­itung ist eben­falls wichtig, um immer cool bleiben zu kön­nen. Wenn man die drei wichtig­sten Botschaften sein­er Präsen­ta­tion oder Rede immer parat hat, kann man zur Not näm­lich immer wieder darauf zurückgreifen.

Und Sabine ken­nt noch mehr Tricks: „Das Wesen der Schlagfer­tigkeit ist ja vor allem Ablenkung. Ele­gante Schlagfer­tigkeit ver­wan­delt den Schlag des anderen, wie im Kampf­s­port, in gute Energie, die dahin geht, wo ich das möchte. Wenn im Meet­ing jemand einen Ein­wand oder blö­den Kom­men­tar macht, kann man zum Beispiel sagen: ‚Ganz span­nen­der Punkt. Und was auch total wichtig ist, wir soll­ten ganz drin­gend …‘ So ste­ht der andere nicht blöd da, und ich kann weit­er­ma­chen.“ Und wenn gar nichts mehr hil­ft, dann emp­fiehlt Sabine den großen Fred­die Mer­cury und den sim­plen Satz: The show must go on! Aus der Sit­u­a­tion kommt man ja sowieso nicht raus, dann kann man eben auch mit allen Mit­teln ver­suchen, das Beste daraus zu machen.

„Ich schau Dir in die Augen …“ – anstatt beschämt auf den Boden

Wenn uns jemand angreift, dann tendieren wir alle dazu, erst mal auszuwe­ichen. Vor allem mit dem Blick. Und genau das ist der falsche Weg, so Sabine: „Der Augenkon­takt ist immens wichtig. Wer mag, kann sog­ar ein kleines Lächeln pro­bieren. Aber ein­fach nur zu guck­en und dabei so entspan­nt wie möglich auszuse­hen ist eine gute Maß­nahme, um sou­verän zu wirken. Und manch­mal ist es auch die Kom­bi­na­tion aus Blick­kon­takt und direkt danach dem Blick­entzug, wenn jemand etwas Doofes gesagt hat und man ihm bewusst die Aufmerk­samkeit entziehen will.“

Sabine Altena

Sabine Alte­na

Frauen sind schüchtern, und Männer sind Machos? 

Ganz klis­cheegerecht kön­nte man meinen, Frauen täten sich beson­ders schw­er damit, schnell die richtige Reak­tion für ver­bale Stören­friede parat zu haben. Sabine Alte­na, die sich mit vie­len ihrer Sem­i­nare direkt an Frauen richtet, sagt: „Das Gegen­teil ist der Fall!“ Sie empfind­et Frauen oft als deut­lich schlagfer­tiger: „Das Prob­lem von uns Frauen ist nur lei­der, dass wir immer allen gefall­en wollen und uns wün­schen, dass uns alle gern­hab­en. Das ste­ht dann manch­mal ein biss­chen im Weg, da Schlagfer­tigkeit auch oft neg­a­tiv kon­notiert ist. Aber wenn man den Frauen diese Sorge nimmt, dann kom­men sie auf viel bessere Ideen als Män­ner.“ Ein anderes Klis­chee, näm­lich dass Män­ner im Job oft Machos sind, kann Sabine lei­der bestäti­gen: „Es ist mir ein Riese­nan­liegen, Frauen zu stärken. Meine Sem­i­narteil­nehmerin­nen erzählen mir zum Teil Sachen, da ste­hen mir die Haare zu Berge. Die bericht­en durch die Bank weg von einem großen Macho­tum in den Unternehmen. Ich habe eine lange Liste mit Sprüchen von Män­nern aller Alter­sklassen, die möchte man nicht glauben. Und auf diesem Schlacht­feld, da ist Schlagfer­tigkeit eine gute und erlern­bare Waffe.“

Das könnte Dich auch interessieren