Auf dem Bild, das symbolisch für Dokus über Frauen zum Weltfrauentag verwendet wird, ist Marilyn Monroe in einer eleganten Pose zu sehen. Sie trägt ein schwarzes, schulterfreies Kleid mit Spitzenverzierung und Schleifen. Ihr blondes Haar fällt in sanften Wellen, und sie strahlt mit einem freundlichen Lächeln. Der Hintergrund ist unscharf und zeigt Pflanzen, was das Bild natürlich wirken lässt.
Women in Tech

Cowomen: Der Club für den Wandel von passionierten Gründerinnen

Sie sind Tre­ff­punk­te für pas­sion­ierte Grün­derin­nen, gut ver­net­zte Führungskräfte und ambi­tion­ierte Stu­dentin­nen: Frauen­clubs erleben ein Revival. Sie bieten Net­zw­erken eine feste Basis und zeigen, dass für Frauenkar­ri­eren nichts wichtiger ist als die Verbindung von ambi­tion­ierten Frauen: #Con­nect­ed­SheCan! 

Am Vortag erst hat­ten sie ihren Gesellschafter­ver­trag unter­schrieben, da war­fen Sara-Marie Wiech­mann, Han­nah Davina Dahl und Katha­ri­na Bren­del ihr Konzept noch ein­mal um. Statt mit teuren Mit­glied­schaften nur die Elite anzus­prechen, beschlossen sie, sich an Kundin­nen zu richt­en, die ihnen selb­st ähneln. Sara und Han­nah sind Bera­terin­nen, Katha­ri­na entwirft Social-Media- und Mar­ket­ing-Strate­gien und hat einen eige­nen Pod­cast. Die drei eint eine Vision: Sie wollen die Arbeitswelt erneuern. Damit Frauen die gle­ichen Chan­cen haben wie Män­ner. Damit sie in Meet­ings so selb­stver­ständlich das erste und das let­zte Wort haben wie ihre Kol­le­gen. Damit sie Erfolg haben kön­nen – ohne mehr ran­klotzen zu müssen. „Wir verän­dern im Grunde das tagtägliche Leben von allen. Das ist ein gesellschaftlich­er Wan­del“, sagt Sara.

Cowomen-Coworking-Space

“Netzwerken und die Community sind so wichtig für Frauen. Unsere Mitglieder investieren in sich selbst.” Sara-Marie Wiechmann, Cowomen

Ihr Beitrag zum Umbruch liegt in einem ehe­ma­li­gen Münzprägew­erk, hat Holzdie­len, große Schreibtis­che, einen Medi­en­raum, Besprechungsz­im­mer und Sicht auf den Berlin­er Fernse­hturm. Cowomen, der erste deutsche Cowork­ing Space für Frauen, hat im Feb­ru­ar 2019 eröffnet und schon 45 Mit­glieder. Free­lancerin­nen und Grün­derin­nen arbeit­en in den hellen Räu­men an ihren Pro­jek­ten, tauschen sich über Ideen aus und geben sich Tipps, wenn sie mal nicht weit­erkom­men. Sie tre­f­fen sich mon­tags zu einem gemein­samen Start in die Woche, feiern fre­itags Erfolge und in der Küche kommt von NFC-Tech­nolo­gie bis Steuer­ber­ater alles auf den Tisch. „Das Net­zw­erken und die Com­mu­ni­ty sind so wichtig. Für diese Werte geben die Frauen am Ende des Tages das Geld aus“, sagt Sara. „Sie investieren in sich selb­st. Sie brin­gen einen starken Dri­ve mit.“

Diesen Frauen wollen Clubs wie Cowomen einen Ort bieten, an dem sie sich willkom­men und unter­stützt fühlen. Der Gedanke ver­bre­it­et sich ger­ade in Deutsch­land: Die Cowomen haben schon einen Ableger in Hei­del­berg eröffnet, in Berlin gibt es einen zweit­en Cowork­ing Space für Frauen, genau­so in Stuttgart und auch in München ste­ht eine Eröff­nung an.

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Frauenclubs bieten eigene Messengers, Zugang zu weiblichen Role-Models und verlässliche Kontakte 

Clubs für Frauen, im Englis­chen als „Female Only Clubs“ betitelt, erleben aus­ge­hend von den USA ein weltweites Revival.  Schon ein­mal waren sie im New York des 19. Jahrhun­derts als Tre­ff­punk­te für die weib­liche Elite ange­sagt. Als Rück­zug­sorte, um unter sich zu sein. Ohne den Druck, sich gegen Män­ner zu behaupten. Ohne bew­ertet oder gar belästigt zu wer­den. 2016 hat in New York unter viel öffentlich­er Aufmerk­samkeit die erste Nieder­las­sung von The Wing eröffnet, einem sehr exk­lu­siv­en Club. Auf den Abend­ver­anstal­tun­gen sprechen Stars wie Jen­nifer Lopez oder Jill Abram­son, die erste Chefredak­teurin der New York Times. In Lon­don resi­diert The All­bright in einem schick­en Stadthaus, in Toron­to gibt es den eben­falls sehr exk­lu­siv­en Club The Ver­i­ty. Einige der Female Only Clubs haben Spas, Schön­heitssa­lons oder bieten Yoga-Kurse. Alle bemühen sich, ihren Mit­gliedern das Net­zw­erken leicht zu machen. Mit eige­nen Mes­sen­gern und mit abendlichen Diskus­sio­nen, Lunch-Ver­anstal­tun­gen oder schon zum Früh­stück.  Die Forschung gibt ihnen Recht: Ein­er Studie der Kel­logg School of Man­age­ment zufolge sind die Frauen die erfol­gre­ich­sten, die sowohl ein weit verzweigtes Net­zw­erk haben als auch einen Kreis eng ver­trauter Geschlechtsgenossin­nen aus anderen Unternehmen und Branchen. Frauen­clubs und -net­zw­erke bieten eine Möglichkeit, solche Mit­stre­i­t­erin­nen kennenzulernen.

Cowomen Coworking

Bei Cowomen können Frauen ausprobieren, was hoffentlich bald in allen Büros Normalität wird, z.B. ihre Kinder zu Terminen mitbringen

Die Grün­derin­nen von Cowomen woll­ten ihrem Net­zw­erk ein festes Zuhause geben – den Cowork­ing Space. Die Idee dazu war Han­nah gekom­men, als sie drei Monate nach der Geburt ihres Sohnes mit der Milch­pumpe an der Brust und dem Tele­fon am Ohr in der Damen­toi­lette bei einem Kun­den stand – und sich an einen Ort wün­schte, der zu ihren Bedürfnis­sen als Beratungs-Profi, als Mut­ter, als Frau passt. Trotz­dem haben sich die Grün­derin­nen schlussendlich gegen eine Kinder­be­treu­ung in ihren Räu­men entsch­ieden. Denn es gibt solche Mod­elle schon und auch aus poli­tis­chen Grün­den: „Weil   wir   ein   Raum   für   Frauen   sind, wollen wir nicht zwin­gend mit Kinder­be­treu­ung in Verbindung gebracht wer­den”, sagt Sara. Son­st wür­den sie die Rol­len­muster weit­er­tra­gen, die sie über­winden wollen. „Wir haben aber eine ein­hun­dert­prozentige Akzep­tanzpoli­tik, wenn Frauen ihre Kinder mit­brin­gen. Umso bess­er: Wenn ein Mit­glied mit einem Säugling Kun­den in unseren Räu­men trifft, zeigen wir damit wieder was“, sagt Sara. Eine Nor­mal­ität näm­lich, die irgend­wann in allen Büros und Kon­feren­zräu­men ankom­men soll.

Bilder: Ana Torres

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