Schauspielerin Luna Wedler als Sophie Scholl
© SWR/BR/Sommerhaus/Rebecca Rütten

Sophie Scholl bei Instagram: Begleite die Widerstandskämpferin bei einer digitalen Zeitreise

Wegen ihres Wider­standes gegen das NS-Regime wurde sie mit nur 21 Jahren hin­gerichtet. Am 9. Mai 2021 wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt gewor­den. Das Insta­gram-Pro­jekt @ichbinsophiescholl holt die Wider­stand­skämpferin aus den Geschichts­büch­ern ins Hier und Jet­zt. Bei dem fik­tiv­en Inter­ne­tauftritt begleitest Du Sophie Scholl in den let­zten zehn Monat­en ihres Lebens und fol­gst ein­er jun­gen Frau, die für Frei­heit und Gerechtigkeit alles riskierte.

Kurz vor ihrem 21. Geburt­stag im Jahr 1942 fährt Sophie Scholl mit dem Zug nach München – und Hun­dert­tausende Follower:innen sind live auf Insta­gram dabei. Möglich macht es der Insta­gram-Account @ichbinsophiescholl, den ein Team der ARD-Sender SWR und BR anlässlich ihres 100. Geburt­stag ein­gerichtet haben. Mit dem fik­tiv­en Social Media-Auftritt nutzen sie die dig­i­tal­en Möglichkeit­en des 21. Jahrhun­derts für eine span­nende Zeitreise.

@ichbinsophiescholl: Geschichte als Echtzeit-Erzählung

Auf Insta­gram lässt Dich Sophie Scholl in nachemp­fun­den­er Echtzeit an den let­zten zehn Monat­en ihres Lebens teil­haben. Die Erzäh­lung auf ihrem Kanal startete bere­its am 4. Mai – dem Kalen­dertag, an dem Sophie Scholl im Jahr 1942 nach München reist, um ihr Studi­um in Philoso­phie und Biolo­gie zu begin­nen. „Endlich geht es los! Ich werde Stu­dentin in München, stecke nicht mehr in Ulm fest“, schreibt sie zu ihrem ersten Insta­gram-Video. Von da an postet sie jeden Tag und gibt per­sön­liche Ein­blicke aus ihrem All­t­ag.

Du begleitest Sophie Scholl bei ihren Erkun­dun­gen der Stadt, bei ein­er Über­raschungspar­ty, die ihr Brud­er Hans zu ihrem 21. Geburt­stag organ­isiert und bei den ersten Begeg­nun­gen mit der Wider­stands­gruppe Weiße Rose, die mit Flug­blät­tern die Ver­brechen der Nazis anprangert. Ihre Beiträge wer­den von den Semes­ter­fe­rien in Ulm erzählen, von der Ver­haf­tung des Vaters, Kon­trollen durch SA-Uni­formierte und von ihren Zweifeln an der Beziehung mit ihrem Fre­und Fritz, der als Offizier im Rus­s­land­feldzug dient. Das alles läuft bis zu dem schick­sal­haften Tag am 18. Feb­ru­ar 1943, als Sophie Scholl und ihr Brud­er durch die Gestapo ver­haftet wer­den, während sie im Lichthof der Lud­wig-Max­i­m­il­ians-Uni­ver­sität in München Flug­blät­ter verteilen. Vier Tage später wer­den sie hin­gerichtet. Zu dieser Zeit im Jahr 2022 soll auch ihr let­zter Insta­gram-Post veröf­fentlicht wer­den.

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Social Media-Auftritt zeigt Sophie Scholl zwischen Liebe, Krieg und Diktatur

Wie ist es, mit­ten im Krieg erwach­sen zu wer­den? Mit dem Insta­gram-Kanal möcht­en die Macher:innen Geschichte vor allem für jün­gere Men­schen lebendig und nachvol­lziehbar­er machen. Die dig­i­tale Zeitreise gibt nicht nur poli­tis­che Ein­blicke in die NS-Dik­tatur, son­dern stellt per­sön­liche Gedanken von Sophie Scholl und ihren All­t­ag als Stu­dentin dar. Ger­ade User:innen, die heute etwa im Alter der dama­li­gen Wider­stand­skämpferin sind, sollen so mehr über die Frau erfahren, die sich mit beispiel­losem Mut und Zivil­courage gegen das NS-Regime stellte. Regis­seur Tom Lass stellt im Gespräch mit dem Tagesspiegel klar, dass die Follower:innen Sophie Scholl nicht als Heldin oder Mythos ken­nen­ler­nen sollen, son­dern als Men­sch und nach­den­kliche, reife, auch freche und humor­volle junge Frau. „Har­ter Geist, weich­es Herz“ beschreibt sie sich selb­st auf ihrem Insta­gram-Pro­fil. Ihr Han­deln und ihre Sprache soll­ten möglichst authen­tisch sein, aber auch his­torisch kor­rekt. Zwei His­torik­erin­nen standen dem Pro­jekt bera­tend zur Seite.

Instagram Profil von Sophie Scholl

„Har­ter Geist, weich­es Herz“ : so beschreibt Sophie sich in ihrer Insta­gram Bio. — Bild: Insta­gram-Pro­fil @ichbinsophiescholl

Original-Dokumente werden mit fiktionalen Handy-Videos ergänzt

Grund­lage für den fik­tiv­en Inter­ne­tauftritt sind his­torische Orig­i­nal-Doku­mente wie Fotos, Nachricht­en­mel­dun­gen sowie Briefe und Tage­büch­er, die Sophie Scholl von Ende 1937 bis zu ihrer Hin­rich­tung schrieb. Ergänzt wer­den diese durch geskriptete und szenisch insze­nierte Videos, zum Beispiel wenn Sophie Scholl in die Handykam­era spricht. Gespielt wird sie von der Schaus­pielerin Luna Wedler, die 1999 in Zürich geboren wurde und unter anderem durch die Serie Bio­hack­ers auf Net­flix bekan­nt gewor­den ist. Ins­ge­samt sind 150 Videos von je 30 Sekun­den bis zwei Minuten Länge ent­standen, die in den näch­sten Monat­en nach und nach auf dem Insta­gram-Pro­fil @ichbinsophiescholl veröf­fentlicht wer­den.

Innovatives Social Media-Projekt stößt auf Lob, aber auch Kritik

Seit dem Start des Kanals fol­gen der fik­tiv­en Zeitzeu­g­in bere­its mehr als 787.000 Abon­nen­ten. Allein das erste Video hat­te inner­halb kürzester Zeit mehr als 1,7 Mil­lio­nen Aufrufe. Unter viel Lob für das neuar­tige Pro­jekt mis­chen sich aber auch kri­tis­che Stim­men. Regis­seur Tom Lass betonte schon im Vor­feld gegenüber dem Tagesspiegel: „Wir woll­ten die Gegen­wart auf keinen Fall mit der Nazidik­tatur gle­ich­set­zen“. Die FAZ bemän­gelt hinge­gen, dass die fak­ten­basierte Darstel­lung bei dem Insta­gram Pro­fil zu wün­schen übrigließe und „dass hier frei drama­tisiert“ werde.

Bis zum 18. Feb­ru­ar 2022 kannst Du Dir selb­st einen Ein­druck von dem inno­v­a­tiv­en Pro­jekt des BR und SWR machen und täglich live dabei sein, wenn die fik­tive Sophie Scholl ihre Geschichte erzählt.  Die bere­its aus­ge­spiel­ten Sto­ries kannst du Dir gebün­delt als IGTV-Video in den High­lights anschauen.

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