Verrückte Zeit: Zehn Funfacts zur Zeitumstellung

In diesem selbstbalancierenden Segway kannst Du Dich im Sitzen fortbewegen. Foto: Segway-Ninebot

Verrückte Zeit: Zehn Funfacts zur Zeitumstellung

Am Wochenende dürften einige wieder eine Runde am Zeiger drehen: Die Sommerzeit rückt an – genauer gesagt eine Stunde vor. Die geklaute Zeit kann die innere Uhr dummerweise ganz schön aus dem Takt bringen. Wie die Welt zur Zeitumstellung tickt, zeigen diese zehn Funfacts.

Schluss mit Normalzeit: Jeweils am letzten Märzwochenende wird die mitteleuropäische Zeit „verrückt“ – und zwar von 2 auf 3 Uhr. In der Nacht von Samstag zu Sonntag heißt es dann für Dich: eine Stunde weniger Party und Schlaf. So richtig cool finden das die Wenigsten und ein bisschen durch den Wind sind irgendwie alle. Den obligatorischen Anruf bei Mutti zu verpennen, zählt da noch zu den kleineren Fauxpas.

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1. Gefährlicher als Freitag der 13.

Schlafwissenschaftler sind sich einig, dass die geklaute Stunde zu einer Art Mini-Jetlag führt, der den Biorhythmus ziemlich durcheinanderwirbelt. Das scheint sich auch im Straßenverkehr bemerkbar zu machen. Der Auto Club Europa (ACE) beobachtete in den Vorjahren bis zu 30 Prozent mehr Unfälle in der Woche nach der Zeitumstellung. So gesehen ist der Stunden-Raub sogar gefährlicher als Freitag der 13. Wenn Du Deinem Schlaf ein Upgrade verpassen willst, dann solltest Du Dir einmal unsere Gadgets gegen die Frühjahrsmüdigkeit anschauen.

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2. Auch Kühe ticken aus

Auf dem Land macht sich die Umstellung auf Sommerzeit vor allem für Milchbauern und deren Kühe bemerkbar. Die zart besaiteten Tiere sind an feste Melkzeiten gewöhnt und finden es gar nicht toll, wenn da plötzlich jemand eine Stunde früher ran will. Manchmal dauert es nach der Zeitumstellung sogar bis zu einer Woche bis die Kühe wieder auf ihr altes Milch-Niveau zurückkehren, wissen einige Bauern zu berichten.

3. Die Zeit ist Gesetz

Zeit mag relativ sein – ihre Umstellung ist es nicht. Der Wechsel von Winter- auf Sommerzeit ist in Deutschland seit 2008 in Paragraph 5 des Gesetzes über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung klar geregelt. Wer dessen Vorgaben verschläft und zum Beispiel Rechnungen mutmaßlich falsch datiert, kann sich für diese Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld einhandeln.

4. Noch blöder als Sommerzeit: die Hochsommerzeit

Oma und Opa hatten damals schon ziemlich verrückte Ideen. 1947 und 1949 gab es hierzulande neben der Winter- und Sommerzeit auch noch die Hochsommerzeit, bei der von Mai bis Juni eine weitere Stunde vorgestellt wurde. Das Modell hielt sich jedoch gerade mal zwei Jahre, also ganze 17.520 Stunden.

5. … und wir sparen doch!

Nach 30-jähriger Pause wurde die Zeitumstellung 1980 in der BRD und DDR wieder eingeführt. Bis heute hält sich die Begründung der Energieeinsparung als hartnäckiges Hauptargument. Ja, wir sparen tatsächlich – allerdings nur ernüchternde 0,2 Prozent des nationalen Stromverbrauchs.

6. Der Kreml aus dem Takt

Von einem halbjährigen Uhrzeit-Wechsel hält man in Russland generell nichts. 2011 wagte das Land aber das Experiment, von der ewigen Winterzeit zur permanenten Sommerzeit überzugehen und reduzierte dafür sogar seine Zeitzonen von elf auf neun. Dem russischen Gemüt bekam das offenbar nicht: Schon 2014 stellte Russland wieder dauerhaft auf Normalzeit um und hat seither seine elf Zeitzonen wieder.

7. Wie tickt der Südpol?

Im ewigen Eis der Antarktis macht eine Zeitumstellung keinen Sinn? Doch, doch: auch hier wird an der Uhr gedreht – allerdings nicht, um in widriger Umgebung Energie zu sparen, sondern um die Forschungsstationen halbjährig an die jeweilige Ortszeit des betreibenden Landes anzupassen.

8. Leichter Fasten ohne Sommerzeit

Besonders ungünstig wirkt sich die Zeitumstellung auf den Fastenmonat Ramadan aus. Immerhin müssen gläubige Muslime dann jeden Tag bis zum Sonnenuntergang auf Essen verzichten. Um das Warten nicht künstlich zu verlängern, legen die Marokkaner eine Sommerzeit-Pause ein und steigen während des Ramadan auf Normalzeit um.

9. Wer hat’s erfunden?

… Weder die Schweizer, noch die Deutschen. Kanada hat 1908 als erster an den Uhren gedreht und somit die meisten Sommerzeitperioden vorzuweisen. In Bangladesch gab es hingegen nur eine einzige Umstellung im Jahr 2009. Neben den meisten europäischen Ländern ziehen übrigens auch fast alle US-Bundesstaaten den halbjährigen Wechsel konsequent durch.

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10. Und wer hat nun an der Uhr gedreht?

Richtig am Zeiger drehen, muss heutzutage niemand mehr. Funkuhren übernehmen das und richten sich dafür nach der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB). Diese empfängt das Signal einer Sendeanlage im hessischen Mainflingen, nach der sich auch Fernsehgeräte und Radios in weiten Teilen Europas umstellen. Auch wer (aus unerfindlichen Gründen) am Sonntagmorgen von seinem Smartphone geweckt werden möchte, wird nicht zu spät aus den Federn geklingelt – vorausgesetzt Du hast in den Einstellungen unter „Datum & Uhrzeit“ die automatische Anpassung aktiviert.

Falls es ein Trost ist: Ende Oktober soll die Umstellung auf Winterzeit für den Körper deutlich verträglicher sein. Logisch, immerhin kannst Du dann eine Stunde länger feiern und schlafen.

Wie tickst Du nach der Zeitumstellung? Kommst Du dabei auch immer ein bisschen aus dem Takt? Nimm Dir doch die Zeit für einen Kommentar!

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