Hand mit Galaxy Watch4 hält Skateboard
Eine Drohne lässt Baumsamen fallen um den Wald aufzuforsten

Re:publica 2017: Die digitale Zukunft im Zeichen der Liebe

Ver­schickst Du auch öfter mal ein :* oder <3? Sehr gut, denn in Zeit­en von Cyber-Mob­bing, Fake-News und Hass-Tiraden kann ein biss­chen Liebe im Netz nicht schaden – und es gibt sie, wie zulet­zt die Dig­i­tal Con­ven­tion re:publica in Berlin zeigte. Unter dem Mot­to „Love Out Loud“ trafen erneut Wis­senschaft, Tech­nik und Kun­st aufeinan­der.

Wenn sich Cryp­to-Spezial­is­ten, Daten­jour­nal­is­ten, Kün­stlerkollek­tive und Spitzen­poli­tik­er die Büh­nen teilen, kann eigentlich nur die re:publica der Grund sein. Was vor elf Jahren als Klassen­tr­e­f­fen der Blog­ger-Szene begann, hat sich zur größten Inter­netkon­ferenz Europas gemausert. Vom 8. bis 10. Mai trom­melte das Media-Event erneut die Dig­i­tal Soci­ety aus aller Welt nach Berlin. Das diesjährige Mot­to „Love Out Loud” war nicht nur unüberse­hbares State­ment, son­dern auch tonangebend.

#rp17: Let’s talk about…

… dig­i­tale Grun­drechte, Big Data und Smart Mobil­i­ty oder auch Trolltänze, Wahlkampf-Bots und die Macht der Algo­rith­men: Wer bei einem Besuch auf der re:publica durch­blick­en wollte, war mit einem dig­i­tal­en Guide gut berat­en. Denn zum The­ma Dig­i­tal­isierung und Ver­net­zung gab es mas­sig zu ent­deck­en und vor allem viel Gesprächsstoff: Über 1.000 inter­na­tionale Red­ner stell­ten in Vorträ­gen und Work­shops ihre The­o­rien, Visio­nen oder auch Sor­gen zur dig­i­tal­en Net­zkul­tur und High­tech-Zukun­ft vor. Vor allem Wis­senschaftler, Inter­ne­tak­tivis­ten sowie Medi­en­schaf­fende und -Kün­stler füll­ten das reich­haltige Pro­gramm. So brachte die re:publica erneut Men­schen unter­schiedlich­ster Back­grounds zusam­men. Kle­in­ster gemein­samer Nen­ner: das Inter­esse, sich kon­tro­vers über gesellschaftliche und tech­nis­che Entwick­lun­gen auszu­tauschen. Klingt trock­en? Weit gefehlt, denn die meis­ten Ref­er­enten wussten ihr Pub­likum dur­chaus mit grif­fi­gen The­sen und Emo­tio­nen zu bewe­gen.

Good morn­ing #rp17. ❤️ Time to #LOVE­out­LOUD.

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LOL – Love Out Loud für eine gepflegte Netzkultur

Da echauffierten sich Medi­en­the­o­retik­er über „Strate­gien für eine kri­tis­che Inter­netkul­tur“, mit Shoutouts riefen andere zur „dig­i­tal­en Kon­ter­rev­o­lu­tion“ auf, während eine Bühne weit­er ein möglich­er „Klassenkampf der Robot­er“ auf der Agen­da stand. Es wurde gegen Kriege getrollt, poli­tis­che Marken­ver­ant­wor­tung gegen ein „Hat­ev­er­sit­ing“ gefordert und über Gren­zen der Mei­n­ungs­frei­heit oder „ras­sis­tis­che Algo­rith­men“ disku­tiert. Brechend voll war der Saal zum Beispiel beim Vor­trag „Etwas Empirie: Was wir wirk­lich über Fil­terblasen, Fake-News und die dig­i­tale Öffentlichkeit wis­sen“.

Tja, was wis­sen wir? Von grotesken Beschimp­fun­gen über bezahlte Stim­mungs­mache bis zu Cyber-Mob­bing ist längst nicht mehr nur das Dark­net voller Schmud­d­eleck­en. Was kann die dig­i­tale Gesellschaft ent­ge­genset­zen? Tol­er­anz, Ver­stand und Liebe ist die Antwort auf der re:publica. Im Fokus standen Lösungsan­sätze für ein men­schlicheres Miteinan­der und Sol­i­dar­ität in der dig­i­tal­en Welt. Ein durchgängiger Tenor: Hin­ter Hate Speech, Shit­storms und Fake News stecke ein gesellschaftlich­es Prob­lem. Neben der Frage nach men­schlichem Geis­tesver­mö­gen und Engage­ment kam aber auch die Rolle tech­nol­o­gis­ch­er Entwick­lun­gen wie Fil­ter-Algo­rith­men, Cyber-Bots und zunehmende Daten­ströme auf den Tisch.

Zwischen künstlicher Intelligenz, Datenkontrolle und digitaler Selbstbestimmung

Längst ist das The­ma Kün­stliche Intel­li­genz (KI) nicht mehr nur beliebter Hol­ly­wood-Stoff. Gle­ich mehrere Ses­sions zum Forschungs­stand und mögliche Ein­satzfelder neu­ronaler Net­ze, Robotik und dem Inter­net of Things (IoT) stießen bei der re:publica in die Tiefe der Materie vor. Neben den Poten­tialen für die Pro­duk­tion und Smart Soci­ety von mor­gen blieben vor allem die Debat­ten zur Ver­schmelzung von Men­sch und Mas­chine nicht ohne kri­tis­che Fra­gen zum Recht auf gedankliche Selb­st­bes­tim­mung.

Auch die Poli­tik mis­chte in diesem Jahr fleißig mit: Gle­ich mehrere promi­nente Spitzen­poli­tik­er nutzten die Gele­gen­heit, über Star­tups, Wirtschafts- und Inno­va­tions­förderun­gen zu referieren, darunter Bun­de­sar­beitsmin­is­terin Andrea Nahles und Bun­deswirtschaftsmin­is­terin Brigitte Zypries. Thomas de Maiz­ière hielt als erster Innen­min­is­ter einen Impulsvor­trag und stellte sich in ein­er Podi­ums­diskus­sion unter anderem harsch­er Kri­tik zu Cyberka­paz­itäten und dem Daten­schutz.

Innen­min­is­ter de Maiz­ière im net­zpoli­tis­chen Dia­log auf der #rp17. #LOVE­out­LOUD ? Jan Zapp­n­er

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Gemeinsame Impulse – über das World Wide Web hinaus

Fest ste­ht, dass die Auswirkun­gen der Dig­i­tal­isierung auf Wirtschaft, Arbeit und das tägliche Miteinan­der kein nationales, son­dern europäis­ches und sog­ar glob­ales The­ma sind. Mit Unter­stützung des Auswär­ti­gen Amts bemüht sich das For­mat re:connecting EUROPE deshalb um den Auf­bau eines europaweit­en Net­zw­erks zur Förderung der Kreativwirtschaft – auch mit der Idee, ein angek­nack­stes Europa durch Ver­net­zung von Forschung und Tech­nik zusam­men­führen. Eben­so brachte die Sub­kon­ferenz Glob­al Inno­va­tion Gath­er­ing (GIG) erneut Entschei­dungsträger, Hack­er und Unternehmer aus aller Welt im „Mak­er­space“ zusam­men, um Know-how und Inno­va­tion­sid­een auszu­tauschen.

Eine physische Plattform zum Diskutieren, Stöbern und Ausprobieren

Wie umfan­gre­ich die Dig­i­tal­isierung mit­tler­weile alle Lebens­bere­iche tang­iert, zeigten allein die zahlre­ichen Pro­gramm-Tracks der re:publica. Beispiel­sweise standen beim For­mat re:health Aspek­te zur Gesund­heit in der ver­net­zten Welt auf dem Plan, re:learn hielt Debat­ten zur dig­i­tal­en Bil­dung bere­it und im Law Lab tasteten sich Teil­nehmer an das unüber­schaubare Feld von Social Media-Recht­en vor. Für die rund 8.000 Besuch­er der Con­ven­tion gab es aber nicht nur viel zu hören, son­dern auch zu ent­deck­en. Als Schnittstelle von Kul­tur, Tech­nolo­gie und Gesellschaft ließ zum Beispiel der Zukun­ftsspielplatz Labore:tory immer­sive AR- und VR-Anwen­dun­gen für Games, Videos und raum­greifende Kun­stin­stal­la­tio­nen aus­pro­bieren. Bei der Son­der­ausstel­lung Sub:marine kon­nten die Besuch­er während­dessen in Tech­nolo­gien der Meeres­forschung ein­tauchen.

Ihren tra­di­tionellen Ausklang fand die re:publica am Mittwochabend mit ein­er Clos­ing Cer­e­mo­ny. Vor­bei ist es in diesem Jahr aber noch nicht, denn schon im Sep­tem­ber geht die #rp17-Com­mu­ni­ty auf Klassen­fahrt zu Schwest­er­fes­ti­vals nach Dublin und Thes­sa­loni­ki.

Bis dahin wer­den sicher­lich noch zahlre­iche Kuss-Emo­jis, Herz-Sym­bole und LOLs aus­ge­tauscht. Denn egal wie viele Abgründe sich manch­mal im Netz auf­tun: Wo es Schat­ten gibt, ist bekan­ntlich immer auch Licht.

Love ist all arround? Wie siehst Du es? Wie viel Liebe hat die dig­i­tale Welt zu bieten? Wir freuen uns über her­zliche Kom­mentare!

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