Deine Rechte beim Onlineshopping

Animal Crossing: New Horizons in unseren Gaming-Highlights 2020 für die Switch. Foto: Nintendo

Deine Rechte beim Onlineshopping

E-Commerce boomt. Ist ja auch super bequem und einfach, sich seine Ware am Computer oder Smartphone auszusuchen und direkt bis zur Haustür liefern zu lassen. Und ob du im kleinen Onlineshop, bei Amazon, eBay Kleinanzeigen oder woanders bestellst – auch beim Kauf im Internet gibt es bestimmte Regeln, deren Einhaltung einen sicheren und reibungslosen Ablauf ermöglichen. Von der Bezahlung über dein Widerrufsrecht bis hin zur Reklamation erklären wir dir, welche Rechte beim Onlineshopping du hast.

Du hast deinen Preisvergleich online gemacht und willst bei einem Angebot zuschlagen? Aber was ist mit der Bezahlung? Soll man das Geld gleich überweisen oder einen Zahlungsdienstleister nutzen? Und was ist, wenn man mit der gelieferten Ware nicht zufrieden ist? Kann man sie dann problemlos zurückgeben? Jeder weiß: Onlineshopping ist bequem, wirft aber auch viele Fragen auf. Aber alles gut – denn hier kommen auch schon die Antworten.

Wichtige Punkte, die seriöse Händler erfüllen sollten

Ein Tipp vorab: Erfüllt der ausgesuchte Onlineshop oder Anbieter bestimmte Vorgaben nicht, solltest du dir zu deiner eigenen Sicherheit gleich einen anderen suchen. Das Internet ist riesig und dein Wunschartikel ist ganz sicher auch noch woanders erhältlich.

Auf folgende Angaben solltest du für sicheres Onlineshopping achten:

  • Identitätsangaben wie Anschrift, Telefon- und Faxnummer sowie eine E-Mail-Adresse sollten in Form eines Impressums klar erkennbar sein.
  • Der Preis sollte transparent dargestellt sein ­– mit Warenpreis, anfallenden Steuern, Versandkosten und eventuellen Rabatten.
  • Zahlungsarten, Lieferfristen und -bedingungen müssen schon vor dem Kauf klar erkennbar sein.
  • Hinweise zu Gewährleistung, Garantie, Widerruf und Retoure-Möglichkeiten sollten aufgeführt sein.
  • Vorsicht bei sogenannten Abo-Verträgen: Hier müssen zwingend eindeutige Erklärungen hinsichtlich der Laufzeit, des Gesamtpreises, des Abrechnungszeitraums und eventuell anfallender Zusatzkosten aufgeführt sein.
Mann mit Notebook nutzt Zahlungsdienstleister für sicheres Onlineshopping.

Mit den richtigen Zahlungsarten ist ein sicheres Onlineshopping-Erlebnis garantiert.

Kreditkarte, PayPal & Co.: sichere Zahlungsarten im Web

Hast du dich zum Kauf entschlossen, musst du die Ware natürlich bezahlen. Dafür bieten seriöse Händler meist verschiedene Zahlungsarten an. Achte darauf, dass keine zusätzliche Gebühr für eine bestimmte Zahlungsweise verlangt wird, denn ab dem 13.01.2018 ist diese durch eine EU-Richtlinie verboten.

Ob du dann per Lastschrift, Debit- oder Kreditkarte oder Überweisung zahlst, hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Bei seriösen Online-Shops kannst du hier nicht viel falsch machen. Für Kreditkarten ist seit dem 14. September 2019 sogar die neue Zahlungsrichtlinie PSD2 in Kraft, die durch eine sogenannte Zwei-Faktoren-Authentifizierung das Bezahlen im Internet noch sicherer macht: Statt nur die Kartennummer und Prüfziffer musst du in Zukunft noch weitere persönliche Daten angeben.

Bequem, einfach, sicher: externe Zahlungsdienstleister

Falls du beim Onlineshopping komfortable Zahlungsdienste wie zum Beispiel Sofortüberweisung oder PayPal nutzen willst, solltest du selbst auf die Sicherheit deiner Konten achten. So ist es nicht nur hier, sondern generell wichtig, dass du deine Login-Daten immer nur über eine verschlüsselte https-Verbindung eingibst. Erkennen kannst du diese an dem grünen Schloss-Symbol vor der URL in der Adresszeile deines Browsers.

Bei vielen Händlern kannst du die Zahlung auch über Dienstleister wie Klarna abwickeln. Dieser übernimmt dann die Zahlungsansprüche der Händler und bietet dir an, deine Rechnung erst später und ganz bequem per Überweisung, Lastschrift oder auch in Raten zu bezahlen. Sei dir nur darüber bewusst, dass Klarna sich im Kleingedruckten (wenn du einen Haken setzt) das Recht auf die Überprüfung deiner eigenen Kreditwürdigkeit einholt. Und das geschieht dann so fix während des Kaufs im Hintergrund, dass du davon überhaupt nichts merkst.

Gut zu wissen: das Widerrufsrecht online

Beim Kauf im Internet kannst du deine Wunschartikel nur auf Fotos sehen und die Beschreibungen lesen. Aber was tust du, wenn die gelieferte Ware so gar nicht deiner Vorstellung entspricht?

Du nutzt dein gutes Recht beim Onlineshopping und machst vom Widerrufsrecht Gebrauch: Denn laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) §§ 312g und 355 hast du bei Kaufabschlüssen im Internet ab dem Erhalt der Ware 14 Tage Zeit, diese ohne Angabe von Gründen wieder zurückzuschicken. Natürlich sollte sie dann unbenutzt und in einwandfreiem Zustand sein – aber wenn du sie in diesem Zeitraum nur geprüft hast, darf der Händler hinterher auch keinen Wertersatz verlangen. Um dein Widerrufsrecht zu nutzen, genügen meist eine formlose Erklärung per E-Mail und der Rückversand der Ware. Genauere Angaben dazu findest du meist in den Händler-AGBs.

Widerruf beim Privatverkauf?

Zum Onlineshopping zählen auch Portale wie eBay Kleinanzeigen, Shpock oder Kleiderkreisel. Hier musst du allerdings vorsichtig sein! Denn dein gesetzlich verbrieftes Recht auf Widerruf besteht nur, wenn der Verkäufer gewerblich oder als Unternehmer handelt. Da es sich bei den Anbietern aber meist um Privatverkäufer handelt, können diese den Widerruf, die Gewährleistung oder Garantie von vornherein ausschließen. Du bist hier also immer auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen!

Ältere Frau packt dem Onlineshopping die gelieferte Ware aus dem Paket.

Falls die Ware nur auf den ersten Blick gefällt, kannst du dein Widerrufsrecht nutzen.

Reklamation bei beschädigter Ware

Wird die Ware beschädigt geliefert oder geht sie im Laufe der Zeit wegen eines Mangels kaputt, solltest du sie reklamieren. Dabei machst du entweder von der gesetzlich geregelten Gewährleistungspflicht (§ 437 BGB) oder von der Garantie Gebrauch, die der Verkäufer oder Hersteller des bestellten Produkts dir freiwillig anbieten kann.

Dazu nimmst du im ersten Schritt Kontakt mit dem Händler auf und schilderst den Fall. Im Garantiefall ist ohnehin meist schon festgelegt, welche Fehler und Mängel mit eingeschlossen sind und wie der Ablauf vonstattengeht. Die wenig nachhaltige Wahrheit ist, dass viele Firmen heute komplett auf eine Reparatur verzichten und gleich Neuware liefern.

Rechte beim Onlineshopping? Aber sicher!

Du siehst: Beim Einkaufen im Internet kann eigentlich nicht viel schiefgehen, wenn du bestimmte Regeln beachtest. Und wenn du deine Rechte beim Onlineshopping kennst und auch nutzt, bist du sowieso auf der sicheren Seite. Aber was kannst du tun, wenn du doch mal unsicher bist oder sogar einem Betrug zum Opfer gefallen bist? Ganz einfach: Wende dich an die Verbraucherzentrale deines Bundeslands, um schnell und unkompliziert Hilfe zu erhalten. Ansonsten? Sicheres Onlineshopping!

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