James Bond (Daniel Craig) und die Agentin Paloma (Ana de Armas) sitzen an einer Bar.
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iPhone 13 und Galaxy S21 nebeneinander vor rotem Hintergrund

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben in der featured-Filmkritik: Nur noch eine Kugel im Lauf

Daniel Craigs let­zter Ein­satz als James Bond soll noch ein­mal alle Reg­is­ter ziehen, damit seine Ära mit Bravour endet. Ob ihm das gelingt, ver­rat­en wir Dir in unser­er spoil­er­freien Filmkri­tik zu „James Bond 007: Keine Zeit zu ster­ben“.

James Bond (Daniel Craig) genießt seinen Ruh­e­s­tand gemein­sam mit sein­er großen Liebe Madeleine Swann (Léa Sey­doux). Aber es bleibt für einen ehe­ma­li­gen Top-Agen­ten nie lange ruhig. Die Idylle wird gestört, als James und Madeleine nur knapp ein­er Horde Auftragskiller:innen entkom­men, die offen­bar Teil der Geheimor­gan­i­sa­tion Spec­tre sind. Diese Aktion rüt­telt sein Pri­vatleben ordentlich durcheinan­der und die Beziehung find­et ein jäh­es Ende. Fünf Jahre später kehrt Bond endgültig zurück in sein altes Agen­ten-Leben. Sein CIA-Kol­lege Felix Leit­er (Jef­frey Wright) braucht Bonds Hil­fe, um die Pläne des neuen, mys­ter­iösen Super­schurken Lyut­sifer Safin (Rami Malek) zu durchkreuzen. Dieser ver­fügt über eine neue Tech­nolo­gie, die der gesamten Men­schheit äußerst gefährlich wer­den kann.

Welche Rolle spie­len dabei Blofeld (Christoph Waltz), Spec­tre und Madeleine? Das ver­sucht Bond mith­il­fe von bis­lang unbekan­nten Mitstreiter:innen, wie der neuen Dop­pel-Null-Agentin Nomi (Lashana Lynch) und alt­bekan­nten Fig­uren, wie der Forsch­er Q (Ben Whishaw) her­auszufind­en.

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben – Auf zum letzten Gefecht

Immer wieder musste der Kinos­tart von James Bond 007: Keine Zeit zu ster­ben ver­schoben wer­den, die Erwartun­gen wuch­sen und der 25. James Bond-Film ver­sucht nun genau diesen Erwartun­gen gerecht zu wer­den. Das zweiein­halb-Stun­den-Epos knüpft dabei an die Geschehnisse aus „Spec­tre“ an und spin­nt ger­ade die per­sön­liche und oft­mals deut­lich zu emo­tionale Geschichte von James fort. Wir empfehlen Dir daher „Spec­tre“ noch ein­mal anzuschauen, bevor Du in den neuen Bond-Film gehst. Ohne ein Rewatch kön­nte es näm­lich etwas kom­pliziert wer­den, die Geschichte von Keine Zeit zu ster­ben zu ver­ste­hen. Denn während im ersten Drit­tel des Films auch Neulinge der Bond-Rei­he durch grandios gedrehte Action und wahres Agen­ten­feel­ing auf ihre Kosten kom­men, wird es danach kom­pliziert.

Viel Neues, wenig Altes

Frische Gesichter, wie Lashana Lynch als neue Dop­pel-Null-Agentin Nomi tre­f­fen auf alte Bekan­nte wie Ralph Fiennes als M oder Nao­mi Har­ris als Miss Mon­eypen­ny. Selb­st Christoph Waltz als Blofeld ist wieder mit von der Par­tie. Aber nicht er ist es, der als Bösewicht im Zen­trum ste­ht, son­dern Rami Malek als Lyut­sifer Safin. Seine Motive sind nicht nur schwach, son­dern tat­säch­lich ger­adezu lang­weilig und uns hätte es gere­icht, wenn weit­er­hin Blofeld im Zen­trum der fiesen Machen­schaften ges­tanden hätte. So wird ein neuer Gegen­spiel­er einge­führt, den es nicht gebraucht hätte und der, ger­ade im let­zten Drit­tel durch schi­er end­lose Mono- und Dialoge mit Bond den Film unnötig her­auszögert. Ganz im Gegen­satz zu ein­er Neben­rol­lenüber­raschung: Ana de Armas als kuban­is­che Geheim­a­gentin Palo­ma spielt in den weni­gen Minuten auf der Lein­wand alle anderen an die Wand. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie ver­sprüht den Charme und Witz durch knack­ige Sätze und grandiose Action. Ger­ade das fehlt Daniel Craig.

Die kubanische Geheimagentin Paloma (Ana de Armas) in "Keine Zeit zu sterben".

Die kuban­is­che Geheim­a­gentin Palo­ma (Ana de Armas). — Bild: © 2021 DANJAQ, LLC AND MGM. ALL RIGHTS RESERVED.

Komplexität ohne wirkliche Substanz

Keine Zeit zu ster­ben führt nicht nur neue Charak­tere ein, son­dern verzettelt sich an vie­len Stellen durch neue Ebe­nen, die einge­führt wer­den, wie die Beziehung zwis­chen Madeleine und James, die zusät­zliche Span­nung erzeu­gen soll, aber schlussendlich nur nervt. Das liegt vor allem daran, dass diese einge­set­zten Ebe­nen zwar der ganzen Geschichte etwas mehr Tief­gang geben wollen, das Ziel aber durch zu wenig Sub­stanz ver­fehlt. Der Film hätte auch ohne sie funk­tion­iert. Keine Zeit zu ster­ben ist ger­ade dann stark, wenn Regis­seur Cary Joji Fuku­na­ga auf alt­be­währte Rezepte set­zt: Bond, wie er im Aston Mar­tin sitzend ver­sucht, seinen Weg mit Mini-Guns in den Schein­wer­fern freizuschießen oder wenn er M auf sein über­bor­den­des Trinkver­hal­ten bei ein­er Besprechung hin­weist. Das sind die Momente, in denen der Film wirk­lich gut ist.

Bösewicht Safin (Rami Malek) im James-Bond-Film "Keine Zeit zu sterben".

Dies­mal bekommt es Bond mit Lyut­sifer Safin (Rami Malek) zu tun. — Bild: © 2021 DANJAQ, LLC AND MGM. ALL RIGHTS RESERVED.

Zu wenig Charme, zu viel aufgeblähte Story

Lei­der sind diese Momente viel zu sel­ten und nicht nur Bond, son­dern die Sto­ry befind­et sich oft im Leer­lauf und wirkt träge. Die emo­tionale Ebene, in der wir miter­leben, wie sich Bond mehr seinen Gefühlen und zwis­chen­men­schlichen Beziehun­gen hin­gibt, wirkt aufge­set­zt. Der Zen­it hier­für war für uns allerd­ings bere­its bei „Sky­fall“ erre­icht. Keine Frage: Die Entwick­lung weg von alten Rol­len­klis­chees heißen wir gut, daher ziehen wir auch den Hut vor der Entschei­dung, dass Bond in Keine Zeit zu ster­ben durch seine jahre­lange Abwe­sen­heit beim MI:6 durch eine Frau erset­zt wurde. Den­noch geht uns nach dem ersten Drit­tel zu viel des Bond-Charmes ver­loren. Das fan­gen dann auch keine Wen­dun­gen und Ereignisse à la „Game of Thrones“ mehr auf. So geht die Craig-Ära lei­der etwas unbe­friedi­gend zu Ende, allerd­ings lässt uns der harte Schnitt auf eine echte Neuerung für die zukün­fti­gen Bond-Filme hof­fen.

James Bond 007: Keine Zeit zu ster­ben
Genre: Action/Thriller
Bun­desstart: 30. Sep­tem­ber
Laufzeit: 163 Minuten
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Regie: Cary Joji Fuku­na­ga
Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade

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