Hand mit Galaxy Watch4 hält Skateboard
Eine Drohne lässt Baumsamen fallen um den Wald aufzuforsten

Digitale Assistenten für (D)einen barrierefreien Alltag

Es gibt viele Wege, Men­schen mit großen und kleinen Hand­i­caps das Leben etwas ein­fach­er zu gestal­ten. Im dig­i­tal­en Zeital­ter wird deshalb auch das Smart­phone ein wichtiger Assis­tent für das Plus an Selb­st­bes­tim­mung. So lot­sen Dich immer mehr Apps bar­ri­ere­frei durch den All­t­ag.

Auf der Lein­wand kön­nen Men­schen fliegen, in ferne Wel­ten reisen und haben Superkräfte – dank der Forschung. In der realen Welt kön­nen einige Men­schen diese Lein­wand nicht sehen. Und in der realen Welt wün­scht sich jed­er Men­sch mit Hand­i­cap, von sein­er Umwelt „ganz nor­mal“ behan­delt zu wer­den. Der deutsche Knigge-Rat (ja, den gibt es wirk­lich) hat übri­gens 10 Tipps für den Umgang mit behin­derten Men­schen veröf­fentlicht. Wirf mal einen Blick drauf. Apro­pos „Blick“…

Young woman throwing her arms back  in meadow by the sea

Rundumblick trotz Sehbehinderung

Ver­mut­lich kann sich nie­mand vorstellen, wie es ist, auf die Sehkraft verzicht­en zu müssen. Ich rege mich schon auf, wenn ich vom Kalten ins Warme komme und mein Nasen­fahrrad plöt­zlich vernebelt ist. Alltägliche Dinge wie Einkaufen, ein Buch lesen oder sich darüber aufre­gen, dass der Salat im Szene-Cafè nicht frisch aussieht, sind anstren­gend oder sog­ar undenkbar.

Farben erkennen mit ColorVisor & Co.

Auch mit einem visuellen Hand­i­cap spie­len Far­ben im All­t­ag eine wichtige Rolle. So zum Beispiel beim Ein­klei­den oder wenn Du essen gehst. Die App Col­orVi­sor scan­nt mit Hil­fe Dein­er iPhone-Kam­era das gewün­schte Objekt und informiert auf dem Bild­schirm und via Sprachaus­gabe über die enthal­te­nen Far­ben und Farb­nu­an­cen. In der aktuellen Ver­sion lassen sich Far­ben auch mit indi­vidu­ellen Namen spe­ich­ern. Du kannst Dir also eine rote Erd­beere ein­scan­nen und die Farbe als „reif“ abspe­ich­ern. Laut Nutzerkom­mentaren begeis­tert der Farb­scan­ner auch Men­schen mit ein­er Rot-Grün-Schwäche. Col­orVi­sor funk­tion­iert derzeit exk­lu­siv mit Apple-Endgeräten. Mit Cam­Col­or hast Du eine ver­gle­ich­bare Alter­na­tive für Dein Android-basiertes Endgerät.

smartphone shot food photo

Objekte identifizieren mit TapTapSee

Mehr als nur Far­ben erken­nt „Tap­TapSee“. Bei dieser App ist der Name Pro­gramm: Ein­fach zweimal auf den Bild­schirm tip­pen und das Objekt vor der Linse wird fotografiert, analysiert und in der Regel erkan­nt. Zum Beispiel kannst Du eine Dose Bohnen vor die Linse hal­ten und Tap­TapSee nen­nt Dir sog­ar die Marke dazu. Das klappt natür­lich auch mit Büch­ern und Bier. Die App für iOS und Android ist bere­its seit rund vier Jahren auf dem Markt und wird nach wie vor ständig aktu­al­isiert, um zum Beispiel die Sprachaus­gabe zu verbessern und die Suchergeb­nisse zu opti­mieren.

Ohne Gehör, nicht unerhört

Akustisch gelagerte Hand­i­caps schla­gen sich häu­fig in der Kom­mu­nika­tion nieder. Muss ein­er der Gesprächspart­ner ohne die Gabe des Hörens auskom­men, wird entwed­er geschrieben oder gerät­selt – sofern nicht ein­er der Anwe­senden die Gebär­den­sprache beherrscht. Und sind wir mal real­is­tisch: Auch wenn es wün­schenswert wäre, ler­nen die Men­schen in der Regel eher Chi­ne­sisch als DGS (Deutsche Gebär­den­sprache). Und wären Unter­ti­tel im Kino nicht auch mal eine tolle Idee?

VerbaVoice ist der Gebärdensprachdolmetscher für die Hosentasche

„Ver­baVoice“ überträgt gesproch­ene Sprache entwed­er in Schrift oder Gebär­den­sprache und gestal­tet die inter­soziale Kom­mu­nika­tion für Hör­be­hin­derte bar­ri­ere­frei – und zwar in Echtzeit. Das fol­gende Prax­is­beispiel zeigt Dir, wie das Sys­tem ein­er Stu­dentin durch die Vor­lesung hil­ft.

Quelle: YouTube / VerbaVoice

Via App machst Du einen Ter­min zu ein­er Ses­sion, zum Beispiel, wenn Du ein Vorstel­lungs­ge­spräch hast, oder eben für eine Vor­lesung. Für diesen Ter­min wird dann ein Dol­metsch­er für Dich ‚reserviert’, der live auf Deinem Bild­schirm agiert. Den mobilen Dol­metscher­di­enst gibt es für Dein iPhone & Co, erfreulicher­weise aber auch bei Google Play für Dein Android-Gerät. Ein Tipp: Mit der App DGS – Deutsche Gebär­den­sprache hast Du ein dig­i­tales Wörter­buch mit Erk­lärvideos von A-Z immer in der Hosen­tasche.

Starks – Untertitel zum Mitnehmen

Für Men­schen mit ein­er Hör­be­hin­derung kann der Gang ins Kino frus­tri­erend sein. Ger­ade wenn Dein Nach­bar über cle­vere Dialoge lacht, Du aber nicht. Schnell wirkt das Hand­i­cap wie eine Abgren­zung zu Deinem sozialen Umfeld – obwohl das Medi­um Film Men­schen in der Regel zusam­men­bringt. Der Ser­vice von Starks macht Filme für ein gehör­los­es Pub­likum wieder erleb­bar.

Im Vor­feld suchst Du Dir aus der Daten­bank den gewün­scht­en Film her­aus und lädst die Unter­ti­tel­spur auf Dein Smart­phone, Tablet oder, ganz neu, auf die spezielle Daten­brille. Im Kino erken­nt die App dann selb­st­ständig, wann der Film begin­nt, und sorgt für einen syn­chro­nen Ablauf. Welche Filme in die Daten­bank aufgenom­men wer­den, entschei­den die Ver­lei­her selb­st. Für dieses Jahr ist z.B. auch das Märchen The Hunts­man & The Ice Queen dabei, aber auch der neue Geniestre­ich der Coen-Brüder: „Hail Cae­sar“.

Young man using his phone at the cinema

Spezielle Tarife für besondere Bedürfnisse

Wenn Du Hand­i­caps hast, hat der All­t­ag in der Regel genug Hür­den und Tück­en. Mobil­geräte kön­nen für Freizeit und Beruf Deine Augen und Ohren sein. Smart­phones ermöglichen soziale Teil­habe, auch wenn die Augen Dich im Stich lassen oder das Gehör nicht so funk­tion­iert, wie es eigentlich soll. Deshalb erhal­ten Men­schen mit Hand­i­cap bei Voda­fone spezielle Mobil­funk-Ange­bote mit monatlichem Vorteil. Das ist nur fair.

Du hast Erfahrun­gen mit Apps und Pro­gram­men für Men­schen mit Hand­i­caps? Dann teile sie mit uns bar­ri­ere­frei in den Kom­mentaren.

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