Dieser Robo-Arm aus Harvard erforscht die Tiefsee

Dieser Robo-Arm aus Harvard erforscht die Tiefsee

Eine neu entwickelte Roboter-Technologie kann empfindliche Tiere unter Wasser einfangen und untersuchen, ohne sie zu verletzen. Meeresbiologen erhoffen sich von dem Robo-Arm spektakuläre Forschungsergebnisse aus unseren Meeren und Ozeanen.

Obwohl die Oberfläche unseres Planeten zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt ist, wissen wir nur sehr wenig über das Leben in der Tiefe. Dort unten gibt es tausende Arten, die wir kaum kennen, einen großen Teil davon haben wir noch nicht einmal zu Gesicht bekommen. Viele von diesen Wesen sind sehr weich und empfindlich und können ohne den hohen Druck, der in der Tiefe herrscht, nicht überleben. Mit bisherigen Fangmethoden ist es fast unmöglich, sie unbeschadet aus ihrer Umwelt zu nehmen und zu untersuchen.

RAD-Arm greift ohne Berührung zu

Ein interdisziplinäres Team aus Meeresbiologen, Designern und Ingenieuren hat sich nun am Wyss Institute in Harvard zusammengetan und gemeinsam einen Roboterarm für die Unterwasserforschung an empfindlichen Lebewesen entwickelt. Der RAD-Arm (Rotary Actuated Dodecahedron, also rotationsbetriebener Zwölfflächner) verfügt über ein Greifwerkzeug, das ein wenig an eine Blume oder einen Stern erinnert. Damit kann er Weichtiere und wirbellose Tiere ohne sie zu berühren einfangen, umschließen und unbeschadet wieder in die Freiheit entlassen. In ersten Tests in einem Aquarium und im offenen Meer hat der Robo-Arm bereits eine Qualle, einen Kalmar und einen Oktopus fangen können.

 

Komplexer Greifmechanismus mit nur einem Antrieb

Bei der Entwicklung des RAD-Arms war es den Wissenschaftlern wichtig, dass er mit so wenig Motoren wie möglich auskommt. Die finale Version benötigt nur einen einzigen Antrieb, um den komplexen Greifmechanismus auszuführen, bei dem sich die „Hand“ zu einem Vieleck zusammenfaltet. Zurzeit kann der RAD-Arm nur zugreifen, spätere Versionen sollen zusätzlich mit Sensoren und Kameras ausgerüstet werden. So könnten die Forscher bald Wesen aus der Tiefe auf ihre Beschaffenheit und ihr genetisches Material hin untersuchen, ohne sie dafür aus dem Wasser holen zu müssen.

Denkst Du, dass der Robo-Arm uns helfen wird, die Tiefen unserer Ozeane zu erforschen? Schreib uns Deine Meinung in die Kommentare.

Titelfoto: Wyss Institute at Harvard University

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