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Monopol, Duopol – oder einfach erstmals echter Wettbewerb?

Seit Wochen ist es als Gerücht im Markt: der Zusammenschluss von Vodafone und Unitymedia. Und seit Wochen wird heiß diskutiert, was dieser Zusammenschluss für den Markt, für Unternehmen und Verbraucher bedeuten würde – sicherlich vor wie hinter den Kulissen das Ergebnis von reger Lobbyarbeit. Die Vorwürfe sind mannigfaltig und reichen von Monopol zu Duopol und sogar von einer undemokratischen Entwicklung ist die Rede, obwohl die Prüfung des Zusammenschlusses doch Sache der Behörden ist – und diese steht noch aus.

Heute ist klar: Der Deal ist beschlossen, Vodafone und Unitymedia haben einen Zusammenschluss vereinbart. Daher können und wollen wir jetzt Stellung zu den Vorwürfen nehmen, die Themen einordnen und kursierenden Angriffen endlich Fakten gegenüberstellen.

Gespenst des Kabelmonopols
Es gibt keinen Kabelmarkt. Vielmehr gibt es einen Breitbandmarkt. Wenn man hier die Zahlen analysiert, wird der Versuch dieser künstlichen, neuen Abgrenzungen klar: Auch mehr als 20 Jahre nach der Marktliberalisierung beherrscht die Telekom laut VATM Marktstudie noch 75 Prozent aller Kundenanschlüsse in Deutschland. Auch gemeinsam kämen Vodafone und Unitymedia lediglich auf 21 Prozent. Damit wären die Bonner immer noch fast viermal größer.

Was es hierbei auch noch zu bedenken gilt: Die zuständige Kartellbehörde prüft vor allem, ob es nach der Fusion weniger Wettbewerb als vorher geben wird. Da sich die Kabelnetze von Vodafone und Unitymedia nirgendwo überlappen – also dort wo Vodafone sein Netz anbietet, Unitymedia seines gerade nicht anbietet und umgekehrt – sehen wir nicht, welcher Wettbewerb hier reduziert werden sollte.

Gefahr eines Fernseh-Monopols?
Die angebliche Gefahr eines TV-Monopols wird ebenso schnell mit den Marktdaten entlarvt. Mit 46 Prozent ist Satellit seit langem die meist verbreitete Infrastruktur. Vodafone und Unitymedia kämen mit einem vereinten Kabelnetz auf einen Marktanteil von 37 Prozent. Bereits in den letzten Jahren hat sich der Markt stark verändert; und die Anteile werden sich weiter verschieben, weil mit Netflix, Amazon und anderen IPTV Angeboten wie T-Entertain andere starke Wettbewerber den Markt mitgestalten.

Zudem haben wir erst vor kurzem auch mit ARD und ZDF einvernehmlich langfristige Vereinbarungen unterzeichnet. Dabei haben wir ein neues Vergütungsmodell eingeführt, das zu Kostensenkungen für die Sender führt. Diese Senkung bieten wir allen Free TV Sendern an, auch den lokalen und regionalen.

Das Kartellamt war doch schon einmal gegen den Deal?
Zuweilen wird angeführt, dass die deutschen Wettbewerbshüter den Deal schon einmal verboten hätten. Das jedoch ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Richtig ist: Das Bundeskartellamt hatte 2004 bei einem geplanten Zusammenschluss zwischen Kabel Deutschland und anderen Kabelnetzbetreibern interveniert. Damals war aber die Situation eine völlig andere: Seinerzeit gab es nur analoges TV mit sehr begrenzten Programmplätzen bei allen Anbietern. Damals gab es Diskussionen über Einspeisekonditionen und die Frage, wer überhaupt ins Kabelnetz aufgenommen wird. Es gab weder digitales TV, noch Internet oder Telefonie über das Kabel. Heute ist alles anders: Wir übertragen digital und bieten mehr als 140 Sender an. Von Knappheit an Sendeplätzen, kann im digitalen Zeitalter nicht mehr die Rede sein. Außerdem werden TV-Inhalte mittlerweile über viele Wege übertragen, die es damals noch nicht gab. IPTV Angebote, wie T-Entertain wachsen stark, ganz zu schweigen von Internet-Angeboten, wie Netflix, Amazon und Co. Und diese Inhalte kann man heute über das Kabelnetz empfangen, weil wir darüber auch schnelles Internet anbieten. Auch bei den Einspeisekonditionen haben sich die Zeiten geändert: Erst kürzlich haben wir uns mit ARD und ZDF auf ein neues Vergütungsmodell geeinigt, das zu einer signifikanten Kostensenkung bei den Free-TV Sendern führt. Dieses Modell haben wir allen anderen Sendern selbstverständlich auch angeboten. Also unterm Strich: ein Riesengewinn für die Kunden, denn Vielfalt bringt mehr Qualität – und Qualität ein besseres Angebot beim Kunden.

Vorwurf des Content- und Rechte-Monopols
Vodafone produziert keine Inhalte, Vodafone verbreitet sie. Allein dadurch ist dieser Vorwurf nicht haltbar. Fernsehanstalten und zuweilen andere Netzanbieter kaufen die Übertragungsrechte, nicht wir. Weil wir keinen Content produzieren und erwerben, können wir ihn auch nicht exklusiv anbieten, wie es andere tun. Wir verbreiten jede Art von Content über alle verfügbaren Kanäle. Und wir verbreiten auch gerne alle verfügbaren Anbieter über unsere Plattformen. Wie wir es zum Beispiel mit Netflix tun. Das war immer schon unsere Strategie. Und so wird es auch im kombinierten Unternehmen bleiben.

Fehlender Wettbewerb für die Wohnungswirtschaft?
Auch dieser Vorwurf lässt sich mit Blick auf den Markt leicht auflösen: Wie erwähnt, überlappen sich die Netze von Vodafone und Unitymedia nicht. Ein Wettbewerb zwischen den Kabelnetzen existierte also nie. Und damit verschwindet – anders als derzeit in der US-Mobilfunkbranche – auch kein Wettbewerber vom Markt. Selbst bei großen Wohnungsgesellschaften, die überregionale Bestände haben, werden die Gestattungsverträge in den jeweiligen Netzgebieten abgeschlossen.

Der Zusammenschluss als Glasfaser-Bremse?
Von Verbänden ist zu hören, wir würden mit unseren geplanten Gigabitnetzen den Glasfaserausbau anderer hemmen. Wir glauben, das Gegenteil ist der Fall. Zum einen können wir Deutschland mit aufgerüsteten Kabelglasfasernetzen großflächig schneller in die Gigabit-Gesellschaft bringen als es jedes andere Unternehmen kann. Und zugleich bauen wir derzeit Glasfaser selbst dorthin, wo sie am Nötigsten ist: auf dem Land und in Gewerbegebieten.

Zum anderen treiben wir mit schnelleren Netzen auch den Ausbau der anderen voran. Das zeigt ein Blick in die Infrastrukturgeschichte der letzten Jahre: Die erste Antwort des größten Spielers am Markt auf beschleunigte Kabelnetze hieß Vectoring. Seine Antwort auf gigabitschnelle Kabelnetze wird Glasfaser sein. Auch das ist gut für den Wettbewerb. Und vor allem gut für Deutschland.

Gigabitschnelles Kabel bevorteilt nur die Städte?
Auch das ist ein Trugschluss. Sicherlich können wir gemeinsam bald in zahlreichen Städten und Ballungsgebieten Gigabitgeschwindigkeiten anbieten. Aber eben nicht nur dort, sondern auch auf dem Land. Allein im Vodafone-Kabelnetz sind wir heute zu 46 Prozent im ländlichen Raum vertreten. Von den Gigabitgeschwindigkeiten für zwei Drittel aller Deutschen werden also Stadt und Land profitieren. Das Land nicht nur durch unsere hochgerüsteten Kabelglasfasernetze, sondern auch durch unsere Gigabit Offensive, mit der wir in den nächsten Jahren den Glasfaserausbau gezielt auch in ländliche Regionen bringen.

Unsere Mission
Wir wollen kein neues Monopol errichten. Wir fordern das alte Monopol heraus. Wir wollen endlich echten Wettbewerb schaffen. Als gemeinsames Unternehmen, das auf eine bundesweite, eigene Infrastruktur zurückgreifen kann, wollen wir eine neue Dynamik im Wettbewerb erzeugen – und so dazu beitragen, Deutschland wirklich zu einer Gigabit-Gesellschaft zu machen.