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Von Mensch zu Maschine, von Maschine zu Mensch

Ist die künstliche Intelligenz der menschlichen bald überlegen? Oder ist sie es gar schon? Noch vor wenigen Jahrzehnten war es außerhalb jeder Vorstellungskraft, dass eine Maschine jemals in der Lage sein würde, mehr Fachwissen anzusammeln als ein Homo Sapiens. Oder ihn im Schach zu schlagen. Oder gar im noch komplexeren Go. Watson, Deep Blue und AlphGo haben das Gegenteil bewiesen. Das vor kurzem erst entwickelte Programm Alpha Zero ist mittlerweile sogar in der Lage, komplexe Brettspiele durch gegen-sich-selbst-spielen zu erlernen. Der Mensch wird hier also nicht einmal mehr als Lehrer gebraucht.

Sind Maschinen also bald die neuen Herrscher der Welt?

Erschafft der Homo Sapiens gerade den “Homo Deus” (wie Yuval Noah Harari es nennt)? Wird er demnächst gar von ihm ersetzt? Diverse Science-Fiction-Blockbuster beschwören gern solche Szenarien herauf und mögen manchem damit Unbehagen bereiten.

Doch einerseits ist es auch dem klügsten Regisseur nie gelungen, die Zukunft auch nur ansatzweise adäquat vorherzusagen. Es besteht also Hoffnung. Vor allem aber sollten wir andererseits nicht vergessen, welche gewaltigen Vorteile der Einsatz von Künstlicher Intelligenz für Menschen haben kann: Von selbstlernenden Programmen, die helfen können, Krankheiten schneller zu heilen über hocheffiziente Energiesysteme bis hin zu optimierten Verkehrssystemen, individuellen Haushaltsrobotern und selbstlernenden Maschinen, die präziser operieren als es je ein Chirurg wird tun können. Kein Wunder, dass die großen Tech-Unternehmen des Silicon Valley das Thema Künstliche Intelligenz längst als eine der zentralen Zukunftstechnologien identifiziert haben.

KI ist ein wesentlicher Bestandteil der Gigabit-Gesellschaft.

Vodafone Management: Dr. Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland und Mitglied im Executive Committee der Vodafone Group. © Vodafone © Vodafone

Die Nahrung dieser KI sind Daten. Damit diese schnell und sicher transportiert werden können, bedarf es leistungsfähiger Netze. Netze, die Telekommunikationsanbieter wie Vodafone bereitstellen. Schon deshalb wollen und müssen wir uns mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen.

Für die jetzt veröffentlichte Interview- und Essay-Sammlung „Entering a New Era – The Impact of Artificial Intelligence on Politics, the Economy and Society“ hat Alexander Görlach für das Vodafone Institut einige der brillantesten und einflussreichsten Köpfe unserer Zeit nach ihrer Einschätzung zu KI befragt.

Die hier versammelten Ideen und Thesen sind profund, verwegen und sicher auch streitbar – beispielsweise Pascal Finettes Sympathie für das Bedingungslose Grundeinkommen oder Yuval Noah Hararis Plädoyer, Computerspiele für eine „useless class“ in einer „post-work world“ zu erschaffen. Nuria Oliver sagt: „Technologie wird auch uns transformieren“, und Vinton G. Cerf stellt fest: „Maschinen können manche Dinge nun mal besser als wir.“

Man mag nicht alle Meinungen teilen, doch sie stellen wichtige Beiträge zur Debatte um die Zukunft der KI aus sehr unterschiedlichen Perspektiven dar.

Die Möglichkeiten der KI können wir jetzt nur erahnen. Sicher ist nur: Sie wird unser aller Leben nachhaltig verändern. Umso wichtiger, dass wir lernen, sie verantwortungsvoll einzusetzen. Nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in Politik und Gesellschaft – zum Wohle aller Menschen.