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Hannes Ametsreiter

CEO Vodafone Deutschland

medien@vodafone.com
Klartext / 16.07.2019

5G. Einfach. Jetzt.

5G ist jetzt! Wir haben lange geboten. Wir haben lange gefeilt. Wir haben lange diskutiert. Oftmals sachlich. Teilweise emotional. Jetzt ist es endlich da: Deutschlands erstes 5G-Handy-Netz. Wir legen den Schalter um. Heute, einen Monat nach der Auktion, bringen wir Deutschland ins 5G-Zeitalter. Das erste 5G-Handy-Netz ist da. Wir bringen 5G jetzt auf die ersten Smartphones unserer Kunden. Mit Tarifen für jeden Geldbeutel. Unser Ziel: 5G für Jedermann. Heute startet 5G in Deutschland. Wir machen: 5G. Einfach. Jetzt.  5G In den vergangenen vier Wochen haben wir die ersten 5G-Innovationen nach Deutschland gebracht. Wir haben gezeigt, wo die 5G-Reise, die wir gemeinsam mit unseren Kunden antreten, hingeht. Ich habe zum ersten mal per Videochat im 5G-Netz telefoniert – natürlich mit unserem Technik-Chef Gerhard Mack. Wir haben 5G zum ersten Mal in die Industrie gebracht – und gemeinsam mit e.GO die erste Smart Factory gestartet. Wir haben zum ersten Mal gezeigt, wie 5G unseren Alltag ein Stück weit verbessert – und der erblindeten Skifahrerin Noemi Ristau geholfen die Skipiste zum ersten Mal alleine herunterzufahren. Wir bringen 5G erstmals in die Bundesliga – und verbinden für Fußballfans Emotionen aus dem Stadion mit Informationen aus der digitalen Welt. Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn ich bei all dem von einer Reise spreche, dann meine ich keinen Wochenend-Trip. Ich meine ein Abenteuer, das sich über viele Jahre erstreckt. Denn ein Netz baut man nicht über Nacht. Und ein Netz ist niemals fertig. Ein Netz, das wächst, braucht drei Dinge: Geld. Viel Arbeit. Und vor allem Zeit. Aber wir haben keine Zeit zu verlieren. Deshalb legen wir heute los. Wir starten Deutschlands erstes 5G-Handy-Netz. Doch das ist nicht alles. Denn ein 5G-Netz ohne Handys und Tarife ist ein totes Netz. Erst wenn alle drei Bestandteile zusammen kommen, entsteht daraus das große Ganze: 5G. Wir bringen diese drei Bestandteile heute zusammen. Ein 5G-Handy-Netz mit ersten Stationen. Die ersten 5G-Endgeräte. Und die ersten 5G-Tarife für fast jeden Geldbeutel. Denn wir haben: Alles. Am. Start. [quote id="325"] EINFACH Ein neues Netz braucht neue Tarife. Und zwar nicht nur einen. Denn ein neues Netz kann nur in allen Schichten unserer Gesellschaft ankommen, wenn es für Jedermann einfach zugänglich ist. Daran haben wir gedacht. Wir haben uns in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem von dieser einen Vision leiten lassen: Lasst uns 5G demokratisieren. Lasst uns möglichst viele Menschen an dieser neuen Technologie teilhaben können. Lasst uns Tarife für fast jeden Geldbeutel schmieden. Denn wir glauben: 5G ist keine Technologie für Spitzenverdiener. 5G sollte für Jedermann bezahlbar sein. Auf das Ergebnis bin ich stolz: Wir nehmen jetzt alle mit. Alle Kunden mit Red- und Young-Tarifen können die 5G-Reise mit uns starten – und die 5G-Option einfach per App hinzubuchen. In unseren Premium-Tarifen ist der Zugang zum 5G-Netz sogar automatisch und kostenfrei enthalten. Einfach bedeutet für unsere 5G-Kunden auch: maximale Flexibilität statt lange Vertragsbindung: Unsere Kunden können 5G nicht nur jederzeit buchen. Sie können die 5G-Option auch monatlich kündigen. Denn wir machen: 5G. Einfach. Für Jedermann. [quote id="326"] JETZT 5G ist jetzt. Wir bringen Deutschland heute ins 5G-Zeitalter. Die tragende Säule: Das erste 5G-Handy-Netz. Wir starten heute die ersten 25 Stationen. In Großstädten. In Gemeinden. Und in der Industrie. Im August funken mehr als 50 Stationen in unserem Netz. Natürlich funkt 5G mit diesen Stationen noch lange nicht überall in Deutschland. Und natürlich ist es noch ein weiter Weg bis 5G großflächig verfügbar ist. Aber: Klein beginnt alles, was später groß werden will. Und ohne die, die anfangen, wird es am Ende nicht das Große geben. Es braucht die, die die ersten Schritte machen. Nur so können wir gemeinsam das Laufen lernen. Und zukünftig zum Sprinter heranwachsen, der im 5G-Netz ganz vorne mit dabei ist. Wir werden wachsen. Wir werden immer schneller werden. Wir werden nicht ruhen. Gemeinsam mit den vielen Kollegen, die diesen Start möglich gemacht haben, treiben wir 5G jetzt weiter ins Land. Wir bringen 5G bis 2021 zu 20 Mio. Menschen in Deutschland. Damit sie das Echtzeit-Netz unterwegs und zuhause nutzen können. Unterwegs mit den ersten 5G-Smartphones, mit denen wir unsere Kunden ab morgen die 5G-Reise antreten lassen. Zuhause mit dem ersten mobilen 5G-Router, der schnelles Netz dorthin bringt, wo bislang nur langsames DSL verfügbar war. Ich freue mich auf die Reise. Und ich freue mich, dass wir diese Reise heute gemeinsam mit unseren Kunden starten. Denn wir machen 5G. Einfach. Jetzt.

Klartext / 13.06.2019

Auktionsschäden reparieren – bevor es zu spät ist!

Die 5G-Auktion ist beendet. Endlich! Sie hat uns Kraft gekostet. Und Zeit im Wettrennen um die digitalen Spitzenplätze. Um es ganz deutlich zu sagen: Ich bin unglücklich mit der Entwicklung, die diese Frequenz-Auktion genommen hat. Zwar haben wir die Frequenz-Blöcke erhalten, die wir brauchen, um Deutschlands digitalen Weg zu gestalten. Doch der Preis dafür ist hoch: Es war die längste Auktion aller Zeiten. Und es war nach der UMTS-Auktion, deren Folgen wir noch heute spüren, die teuerste. Die Milliardenbeträge, die in Lizenzen geflossen sind, fehlen für dringend notwendige Investitionen ins Mobilfunknetz. Was mich am meisten daran stört: Diese Entwicklung war vorhersehbar. Sie war vermeidbar. Deutschland hat nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Das Ergebnis: riesige Schäden für Digital-Deutschland. Mein Appell: Lasst uns diese Auktionsschäden gemeinsam reparieren – bevor es zu spät ist.  Fast drei Monate lang haben wir alle gespannt nach Mainz geschaut. Dorthin, wo um die Frequenzen für die kommende Mobilfunkgeneration 5G gesteigert wurde. Es klingt fast ein wenig spielerisch. Doch ging es bei diesem Spiel um so viel: Um die digitale Zukunft unserer Nation. Heute wissen wir: Das Spiel endet mit großen Schäden. Schäden, die uns, wenn wir nicht sofort gemeinsam die letzte Chance ergreifen, um sie zu reparieren, noch viele Jahre belasten werden. Diese Schäden sind fast 6,6 Milliarden Euro schwer. Oder: Rund 50.000 neue Mobilfunk-Stationen. Zum Vergleich: Vodafone betreibt rund 25.000 Mobilfunkstationen in Deutschland. Wir erreichen damit mehr als 99 Prozent aller Menschen in Deutschland. Klar ist: Die letzten Prozentpunkte beim Netzausbau sind immer die schwierigsten. Mobilfunk auch aufs Land zu bringen, ist unser großes Ziel. Und es ist eine große Herausforderung. Klar ist ebenfalls: Mit dem Geld, was in Lizenzscheine geflossen ist, hätten wir diese Herausforderung problemlos meistern können. Doch die Realität sieht anders aus: Wir sind – trotz der milliardenschweren Investitionen – keinen Schritt weiter. Das hat Gründe. Und die sind hausgemacht. Grund Nummer 1: Wir haben nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt Deutschland war nicht bereit für eine ungeschönte Fehleranalyse. Dabei sind die Fehler, die begangen wurden so offensichtlich. Oder ärgern wir uns nicht alle noch immer viel zu oft, weil es in der Leitung knackt oder wir im Schneckentempo surfen? Uns fehlte der Mut uns von den Beispielen anderer Nationen leiten zu lassen. Viele unserer Nachbarn haben es besser gelöst als wir: Finnland hat die 5G-Lizenzen kostenlos vergeben. Die österreichischen Telekommunikationsunternehmen mussten deutlich weniger Geld aufbringen. Allein in Italien ist die Auktion sehr teuer geworden und hat den Staatshaushalt gefüllt. Deutschland aber hat kein Kostenproblem. Deutschland hat in erster Linie ein Infrastruktur-Problem. Nun gehen die Milliarden aus der Aktion an den Bundesfinanzminister. Das ist schön für den Staat. Aber das ist schlecht für die Bürger. Und für Digital-Deutschland. Grund Nummer 2: Die 5G-Auktion war nicht gerahmt von fairen Regeln Die Auktion war ein Spiel mit Startbedingungen, die für die Teilnehmer unterschiedlicher nicht hätten sein können. Auf der einen Seite stehen die, die seit Jahren in Deutschlands Infrastruktur investiert haben, während die Erlöse im Mobilfunkmarkt immer geringer wurden. Auf der anderen Seite die, deren Gewinn sich in den vergangenen Jahren vervielfacht hat, ohne auch nur ein einziges Funkloch zu schließen. Die Bundesnetzagentur hat einem vierten Bieter, der über kein eigenes Netz verfügt, mit regulatorischen Privilegien den Eintritt erleichtert. 1&1 genießt bei den Investitionsverpflichtungen eine Sonderstellung. Die drei anderen Unternehmen sitzen dagegen neben der Auktion auf zusätzlichen Milliarden-Verpflichtungen. Diese neuartige Konstellation bei der Auktion hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Preise in die Höhe rauschen. Grund Nummer 3: Die Ressourcen wurden künstlich verknappt Das Spektrum, auf das die nunmehr vier Spieler bieten konnten, wurde vor Auktionsbeginn verkleinert. Mit 100 Megahertz wurde ein nicht unwesentlicher Teil der verfügbaren Ressourcen, die Digital-Deutschland für eine bundesweite 5G-Infrastruktur zur Verfügung gestanden hätten, aus dem Spiel genommen. Er wurde für die Industrie reserviert. Für eigene, lokale Netze. Die allermeisten Menschen in Deutschland werden davon niemals profitieren. Im Gegenteil. Diese 100 Megahertz werden im bundesweiten 5G-Netz für lange Zeit fehlen. Deutschland ist das einzige Land, das der Industrie Sonderkonditionen für eigene Netze einräumt. Die Folge wird sein, dass die nationalen Mobilfunknetze um uns herum schneller und leistungsfähiger sein werden. In Deutschland fehlen uns dann etliche PS. Und ein Polo kann einem Porsche nur schwer Konkurrenz machen. Natürlich gehen für uns Telekommunikationskonzerne hier auch weitere potenzielle Businessmodelle verloren. Und damit Investitionsanreize. Wer auf Sand baut, baut gefährlich. Die Auktionsschäden akzeptieren? Ich meine nein Müssen wir uns nun mit dem verlorenen Spiel der 5G-Auktion zufrieden geben? Sollten wir das Ergebnis hinnehmen und zusehen, wie unsere Nachbarn uns einteilen? Ich meine nein! Deutschland hat den Anspruch auf eine erstklassige Infrastruktur. Unsere Wirtschaft hat den Anspruch auch bei der digitalen Revolution vorne mitzumischen. Unsere Bürger haben den Anspruch auch auf dem Land verlässlich zu telefonieren und schnell zu surfen. Um all dem gerecht zu werden, müssen wir die Auktionsschäden – ganz egal wie sie zustande gekommen sind – gemeinsam reparieren. So schnell wie möglich. Bevor es zu spät ist. Unser Vorschlag: Ein 5G-Bündnis für den echten Mobilfunkausbau Wie kann das funktionieren? In dem das Geld, das in die Lizenzgelder geflossen ist, rückwirkend für den echten Ausbau von Mobilfunk-Stationen investiert wird - durch eine entsprechende Förderung. Die Bundesregierung sollte die fast 6,6 Milliarden Euro, die sie dem Markt entzogen hat, in den Markt investieren – und damit die selbst gezogene Ausbau-Bremse lockern. Wir müssen ein Mobilfunk-Förderpaket schnüren. Deutschland braucht endlich eine schlüssige Antwort, auf die große Digitalisierungs-Frage. Unser Vorschlag: Ein echtes Reinvestitions-Programm. Ein 5G-Bündnis zwischen Netzbetreibern und Politik, bei dem das Geld, was in die Lizenzen geflossen ist, in neue Mobilfunk-Stationen investiert wird. Ein solches Bündnis würde unserer Infrastruktur einen riesigen Schub verleihen. Wir könnten die Funkloch-Debatte in Deutschland ein für alle Mal beenden. Wir brauchen eine gemeinsame Basis, um die Auktionsschäden zu reparieren Noch haben wir unsere digitale Zukunft nicht verspielt. Noch ist nicht in Stein gemeißelt, dass aus der Ferne gesteuerte Baukräne, vernetzte Roboterstraßen und autonome Autos unseren Alltag erst deutlich später verbessern als in anderen Ländern. Noch können wir die Zukunft zu unseren Gunsten gestalten. Doch diese Zukunft passiert nicht einfach so. Wir müssen sie uns hart erarbeiten. Dafür brauchen wir unsere Netz-Experten, die bauen. Und wir brauchen eine Politik, die nicht nur fordert, sondern auch fördert. Und so Basis dafür legt, die Auktionsschäden zu reparieren.

Klartext / 03.05.2019

Die Vereinigten Digitalstaaten von Europa

Europa verkörpert für mich das Gefühl der Grenzenlosigkeit. Es steht für mich für ein vernetztes, verbundenes und in einer gemeinsamen Vision verwurzeltes Bündnis. In der die populistischen und nationalistischen Strömungen der jüngsten Vergangenheit keinen Platz haben, sondern Menschenrechte, Chancengleichheit sowie soziale Verantwortung eine Selbstverständlichkeit sein sollten – genau wie der freie Zugang zu Medien und Wissen. Das Internet ist nicht für die Deutschen erfunden worden, die Spanier oder die Engländer – sondern für die Menschen der Welt. Damit sie Grenzen überwinden, sich austauschen, handeln und kommunizieren – und das stärker und schneller als jemals in der Geschichte. Im Internet ist die Idee der Vereinigten Staaten von Europa quasi inhärent. Denn das Internet kennt keine Ländergrenzen. Doch wir stehen kurz davor, dass uns unsere digitale Infrastruktur Grenzen zieht. Digitale Infrastruktur: Die Zukunft wird mit Daten gebaut Viele Jahre, sogar Jahrzehnte haben andere Handelsmächte dieser Welt neidvoll zu uns aufgeschaut – auch heute gilt Europa als eines der wohlhabendsten Kontinente. Wir haben den größten Binnenmarkt, die am zweithäufigsten genutzte Währung und sind führend in nachhaltiger Energie. Wir florieren in der klassischen Industrie, Landwirtschaft und in der Dienstleistung. Doch was nützt uns das, wenn die Zukunft des Wohlstands statt mit analogem Stahl mit digitalen Daten gebaut wird? Wir sind längst nicht mehr Klassenbester. Wir haben uns in puncto digitaler Infrastruktur abhängen lassen. Wir haben verlernt was es heißt, aktiv mitzugestalten. Wir haben uns selbst auf das analoge Wartegleis manövriert. Und können zusehen wie uns andere Länder im Breitband-Ausbau meilenweit überholt haben. Einen richtungsweisenden Grundstein für die Gigabit-Zukunft Europas hat 2016 die Europäische Kommission gelegt – lange bevor viele der EU-Staaten das Thema für sich entdeckt hatten. Die Forderung: Diejenigen Monopolisten in ihre Schranken weisen, die zwanzig Jahre Wettbewerb zurückdrehen und den Fortschritt in Europa ausbremsen wollen. Der Fokus soll klar auf echte Zukunftstechnologien wie Kabel, Glasfaser und 5G gehen. Und Brücken-Technologien wie Vectoring den Riegel vorschieben, wo Zukunftstechnologien wie Glasfaser verfügbar sind. Auch mit dem Aktionsplan für 5G in Europa hat die Kommission wichtige Weichen für eine länderübergreifende 5G-Infrastruktur gestellt. [quote id="305"] Doch damit Europas Traum von einer digitalen Pole-Position Realität wird, brauchen wir Rahmenbedingungen, die auf die gleiche Ziellinie ausgerichtet sind. Rahmenbedingungen, die Wettbewerb genau wie Investitionen fördern. Und Fördergelder, die nicht nur Lackschäden ausbessern, sondern den Motor austauschen können. Genau wie der Staat Autobahnen bauen musste, damit es wirtschaftlich wird, Autos zu vertreiben, muss der Staat einen Rahmen für den Infrastruktur-Ausbau legen, damit sich Infrastruktur-Investitionen in schnelle Netze auch rentieren. Dafür braucht es auch eine koordinierte Vergabe der 5G-Frequenzen bis 2020. Denn Mobilfunkwellen machen an Grenzen nicht Halt. Das geht nur gemeinsam, nur europäisch. Denn was nützen uns Pakte und Programme, wenn wir physische Grenzen abschaffen, die wir online wiederaufrichten? Wenn die Mitgliedsstaaten unterschiedliche Startbedingungen haben, wie sollen wir als europäische Einheit gemeinsam ins Ziel fahren? Was wäre das für ein vereintes Europa, in dem autonom fahrende Autos an Landesgrenzen wieder kehrtmachen müssten – weil sie dahinter nicht funktionieren? Wir Mitgliedsstaaten müssen eine Fahrgemeinschaft bilden und unsere Möglichkeiten gemeinsam potenzieren. [quote id="306"] Digitale Gründer: Laden wir Start-ups an den Tisch der Zukunft Gleichzeitig brauchen wir Systeme, die ineinander greifen – zwischen allen Mitgliedsstaaten. Dafür braucht es neben dem analogen einen europäischen digitalen Binnenmarkt, der keinen Halt vor Landesgrenzen macht. Ich bin der Meinung, dass der freie Datenfluss die fünfte Säule der Demokratie sein sollte. Dafür brauchen wir die europäische Antwort auf das amerikanische Digital-Modell. Ein Modell, mit dem wir uns gegen den Einfluss der Googles, Amazons und Facebooks dieser Welt stellen. Dabei geht es nicht darum, das Google Europas zu bauen. Sondern unseren, den europäischen Weg zu finden. Wir reden noch viel zu viel davon, dass uns Start-ups durch ihre Agilität und Innovation bereichern. Zugleich schrecken wir davor zurück, wagemutig in sie zu investieren – und sie an den Tisch der Zukunft einzuladen. Sie teilhaben zu lassen am digitalen öffentlichen Diskurs. Bisher bestimmen allzu oft noch Politik und Großkonzerne die Narrative der Digitalisierung. Doch wir brauchen einen mentalen Wandel hin zu einem inklusiven, europäischen Modell des digitalen Wachstums. Damit Europa nicht die verlängerte Werkbank der USA oder China wird, müssen wir mehr Kapital wagen, mehr Wagniskapital zulassen. Und Start-ups unter den gleichen Bedingungen den Zugang zum gesamten europäischen Gebiet verschaffen. Nur so, machen wir Ideen möglich. Und nur so sorgen wir dafür, dass Ideen auch bei uns bleiben – und nicht über den Teich mit ihren Gründern abwandern. Denn Ideen gehen immer dahin, wo das Geld ist. Sie brauchen es, um umgesetzt, um Realität zu werden. Und das ist viel zu oft eben nicht in Europa. Kein Wunder, wenn ganz Europa gerade einmal ein Viertel des Wagniskapitals der USA zusammenbringt. Warum also setzt der größte Binnenmarkt der Welt auch nicht einen der größten Gründer-Fonds der Welt auf? Das hielte ich eine lohnende Investition in Europas Zukunft. Digitaler Optimismus: Wir brauchen mehr digitale Zuversicht Bei all dem, was wir über dem europäischen Tellerrand sehen, könnte man in Pessimismus verfallen. Aber das Gegenteil sollten wir tun: Wir brauchen einen digitalen Optimismus und mehr Zuversicht. Wir brauchen eine positive Vision der Zukunft dieses digitalen Europas. Denn bisher beherrscht uns Skepsis statt Sympathie. Laut einer Studie des Vodafone Instituts sieht nicht einmal die Hälfte der Deutschen positiv in die Zukunft, wenn es um den Einsatz digitaler Technologien geht – wohl auch wegen der Machtkonzentration weniger globaler Digital-Giganten. Es braucht einen Konsens genau wie einen Kodex, dass die Maschine dem Menschen dienen muss und nicht andersherum. Das müssen wir fest verankern und zu den Menschen tragen. Denn wenn wir keine Akzeptanz bei denjenigen erlangen, die Europa tragen werden, können wir im Wettkampf mit den anderen Weltmächten niemals aufholen. Was mich hierbei besonders nachdenklich macht ist die Tatsache, dass wir Europäer noch nicht einmal darin vertrauen, dass uns unsere politischen Institutionen für die digitale Zukunft vorbereiten. Nur 40 Prozent der Europäer sehen starken Willen ihrer jeweiligen Regierungen, die Digitalisierung zu fördern. Und nur ein Drittel glaubt, dass sie über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen. Hier rauschen wir im Vergleich zu den USA und Indien völlig ab. Nichtsdestotrotz, eines kittet uns Europäer zusammen: Wir sehen in unseren Regierungen die wichtigste Instanz zur Wahrung ethischer Prinzipien. Mehr als jeder zweite sagt, dass auch im digitalen Zeitalter vor allem der Staat unethisches Verhalten sanktionieren soll – und eben nicht Technologie-Unternehmen. Der Staat und was er aus Europa macht, das sind wir. Ein jeder von uns. Wir haben es selbst in der Hand: Entweder wir lenken diesen Kontinent links auf die Überholspur. Oder wir schicken seine Zukunft auf den digitalen Standstreifen. Mit allen negativen Folgen für Wirtschaft, Fortschritt, Wohlstand und Souveränität. In zehn Jahren sollten wir unseren Kindern nicht erklären müssen, warum wir damals Europas Zukunft verspielt haben. Wir sollten ihnen erklären können, wie wir Europa 2019 gerettet haben. Denn dieser Kontinent und seine Idee, sie brauchen uns – heute mehr als je zuvor. Dieser Beitrag ist ursprünglich im Buch 'Europa kann es besser' und im Handelsblatt erschienen.

Klartext / 06.03.2019

Netzausbau: Drei deutsche Denkfehler und wie wir sie überwinden können

5G nimmt Fahrt auf. Die ersten 5G-Smartphones erblicken das Licht der Welt. In den Industriehallen stehen vielversprechende 5G-Technologien in den Startlöchern. Was noch fehlt? Zumindest hierzulande? Das Netz. In Deutschland legen wir uns auf dem Weg an die digitale Weltspitze selbst Steine in den Weg. Steine, die wir – wenn wir es nicht unverzüglich tun – in den nächsten Jahren mühevoll aufsammeln müssen. Drei deutsche Denkfehler werden den Netzausbau in Deutschland auf lange Jahre lähmen. Oder aber wir denken endlich um. Und drehen das Blatt zu unser aller Gunsten. Der erste deutsche Denkfehler: „4G-Probleme mit 5G lösen“ Die Netze in Deutschland sind nicht optimal. Ich ärgere mich selbst massiv, wenn ich aus der Leitung fliege oder im Schneckentempo surfe. Kunden erleben genau das viel zu häufig. Dieser Zustand wird unserem Anspruch als Industrie- und Technologie-Nation nicht gerecht. Und er widerspricht dem Anspruch unserer Bürger jederzeit verlässlich telefonieren und Daten teilen zu können. [quote id="295"] Was dabei vergessen wird: Es handelt sich um 4G-Probleme. Politiker projizieren nun fälschlicherweise die Hoffnungen, die mit 5G verbunden sind, in den berechtigten Wunsch der Bürger, die bestehenden 4G-Probleme zu lösen. Das klingt vielversprechend. Aber es ist ein Trugschluss. 5G kann diese 4G-Probleme nicht lösen. 5G ist zu Beginn ein reines Datennetz. Wir werden mit 5G nicht telefonieren. Die deutschen 4G-Probleme sind hausgemacht. Sie sind eine Spätfolge der UMTS-Frequenzauktion. Mit fast 50 Milliarden Euro eine der teuersten aller Zeiten. Dieses Geld fehlt bis heute für den Bau neuer Mobilfunkmasten. Dass dieser Bau in Deutschland durchschnittlich zwei Jahre dauert – vom Antrag, über die Genehmigung bis zur Maststellung – ist ein weiteres Laster im europäischen Wettlauf. In anderen Ländern dauert das gerade einmal sechs Monate. Wir müssen die 4G-Probleme in Deutschland mit 4G lösen. Nur neue LTE-Masten können Funklöcher schließen. National Roaming – so schön der Begriff auch klingen mag – wird kein einziges Funkloch schließen. Funklöcher sind meist dort, wo kaum Menschen leben. Dort gibt es echte weiße Flecken, in denen kein Netzbetreiber eine Abdeckung hat. Wie soll an diesen Orten durch nationales Roaming etwas besser werden? [quote id="297"] Ich wünsche mir eine Ausbau-Allianz. Wir drei Netzbetreiber, die wir wirklich in Deutschlands Infrastruktur investieren wollen, teilen uns die weißen Flecken auf. Jeder baut dann ein Drittel davon aus und alle drei Netzbetreiber integrieren ihre Antennen an diesen Masten. Das ist dann ein 'Geben und Nehmen'. Fair und gerahmt von festen Regeln. Nicht wie beim nationalen Roaming, wo drei Spieler geben und ein vierter sich ins gemachte Netz setzt. Der zweite Denkfehler: „5G mit einem Mal an jede Kanne bringen“ Wir Netzbetreiber haben die Aufgabe, dieses Land auszubauen. Und dabei dürfen wir keinen vernachlässigen. Weder die Menschen in der Stadt noch die auf dem Land. Weder die große Industrie, noch den Mittelstand – aber genauso wenig die kleinen Betriebe. Wir müssen sie alle mitnehmen, wenn Digitalisierung gelingen soll. Und dazu gehört vor allem: Empfang. Und ein gutes Netz. Aber bei diesem Ausbau sollten wir smart und bedarfsorientiert vorgehen. Dabei müssen wir uns in Deutschland die Frage stellen: Wo brauchen wir 5G zu Beginn wirklich? Die Forderung nach schnellem Netz an jeder Milchkanne ist verständlich. Nur braucht es dafür wirklich überall umgehend 5G? Brauchen Bauernhöfe bereits morgen unbedingt blitzschnelle Reaktionszeiten und 10 Gigabit in der Luft? Ich glaube nicht. Millionen von Milchkannen funktionieren gut mit dem 4G-Maschinennetz. Genau das macht Bauern zu smarten Farmern. Denn mit LTE und unserem neuen Maschinennetz können viele Dinge genauso gut kommunizieren, wie sie es mit 5G tun würden. Und da sind wir schon richtig weit. Es funkt bereits im gesamten LTE-Netz. Aber ich gebe zu: Auf dem Land müssen wir noch besser werden. Und daran arbeiten wir. Der 4G-Ausbau auf dem Land muss 2019 Top-Priorität werden. Denn er schließt nicht nur die letzten Lücken, sondern ist auch Voraussetzung für das dann folgende 5G. Ich will ehrlich sein: Es ist gar nicht möglich 5G mit einem Schlag an jede Milchkanne zu bringen. Das lehrt uns die Physik. Jedes Netz muss sich entwickeln – über viele Jahre. Die letzten Prozentpunkte sind beim Ausbau immer die schwierigsten. Wenn wir die verfügbaren Kapazitäten in Deutschland zu Beginn nutzen, um 5G aufs Land zu bringen, klingt das erst einmal gut. Es gibt dann allerdings einen großen Verlierer: die deutsche Wirtschaft. Denn wir können jeden Euro nur an einer Stelle ausgeben. Und jeder Techniker kann zu einem Zeitpunkt nur an einem Ort seine Arbeit verrichten. [quote id="296"] Der dritte Denkfehler: „Investieren Sie jetzt. Wir sagen Ihnen die Konditionen später“ Würden Sie privat ein Haus kaufen, von dem Sie nicht wissen wo es steht und wie viele Zimmer es hat? Bei der bevorstehenden Frequenz-Auktion sollen wir Netzbetreiber genau das tun. Wir sollen ein klares Bekenntnis für Investitionen in Milliarden-Höhe abgeben, ohne die Rahmenbedingungen hierfür zu kennen. Ein Spiel ohne feste Regeln. Dabei geht es ausgerechnet bei diesem Spiel um so verdammt viel: nämlich um die digitale Zukunft Deutschlands. Und die – genau wie ihre nötigen Milliarden-Investitionen – braucht Rechts- und Planungssicherheit. Die Politik schafft mit schwammigen Formulierungen und unverhältnismäßigen Privilegien für einzelne Spieler Unklarheit für all diejenigen, die tatsächlich in Deutschlands Infrastruktur investieren wollen. Was genau heißt National Roaming? Was Regional Roaming? Wer darf dann zu welchem Preis Netze nutzen? Und auch wenn das Thema Regional Roaming gerade vom Tisch zu sein scheint, wer garantiert, dass das nicht rückwirkend wiederkommt? Zwischen all den Unwägbarkeiten wird jetzt gerade die nächste Debatte aufgemacht: das Thema Campus-Lösungen, also der lokalen Frequenzen, die man bei 5G günstig erwerben kann. Meint das wie ursprünglich geplant einzelne Industrie-Standorte? Oder doch ganze Städte? Meint das 5G für den firmeneigenen Bedarf oder sollen daraus auch Angebote für Dritte entstehen? Die Folge wäre ein 5G-Flickenteppich in Deutschland. Hinzu kommt zu all dem: Das Huawei-Thema ist nach wie vor ungelöst. Wie gehen wir in Deutschland damit klug um? Fest steht: Sollte Huawei tatsächlich aus dem Netz ausgeschlossen werden, würde das nicht nur den 5G-Ausbau in Deutschland deutlich verzögern und noch einmal teurer werden lassen. Das würde Deutschland auch beim bestehenden Mobilfunknetz noch einmal zurückwerfen. Die Folge: Das Wagnis zu investieren wächst. Der Ausbau auf dem Land lahmt – und wird nie vom neuen Netzbetreiber angegangen. Die Zahl der Arbeitslosen im Telekommunikations-Sektor wächst rapide. Die Beispiele in Frankreich, Spanien oder Italien zeigen das deutlich. Wollen wir deren Beispiel wirklich folgen? Ich sage: Nein! Deutschland braucht beim 5G-Ausbau endlich Klarheit. Der Weg zurück zu einer digitalen Vorreiterrolle kann nur von klaren und vor allem fairen Spielregeln gerahmt sein. Ich bin nicht per se gegen einen vierten Wettbewerber. Im Gegenteil: Ich liebe es mich mit anderen zu messen. Nur die eine Grundidee von Wettbewerb darf dabei nicht auf der Strecke bleiben: Wettbewerb muss fair sein. Sonst gibt es in Digital-Deutschland einzelne Gewinner und Millionen Verlierer.

Klartext / 02.01.2019

Ausblick auf 2019: Wir können deutsche Digitalgeschichte schreiben

Wenn wir alle in zehn Jahren unseren Kindern von 2019 erzählen, könnte unsere Geschichte auf zweierlei Arten beginnen. Die eine wird sein: Weil wir’s genau 2019 vermasselt haben, sind wir heute da, wo wir sind. Die andere: Es war vor exakt zehn Jahren, als wir anfingen, eure Zukunft zu bauen. 2019 können wir deutsche Digitalgeschichte schreiben. Denn jetzt werden die entscheidenden Weichen für die Gigabit-Gesellschaft gestellt – im Festnetz wie im Mobilfunk. Im Festnetz kann erstmals ein echter Wettbewerber entstehen, der bundesweit gegen die Telekom antritt und günstige Gigabit-Geschwindigkeiten für jedermann bietet. Oder wir dümpeln weiterhin mit viel zu wenigen und überteuerten Anschlüssen durch die Weltgeschichte und setzen auf 'Ghost Fibre' – also auf Glasfaserleitungen, deren Kilometerzahl immer höher wird, die aber nie beim Kunden ankommen. Deutschland braucht erstklassige 5G-Infrastruktur Im Mobilfunk kann Deutschland mit investitionsfreundlicher Politik eine erstklassige 5G-Infrastruktur bauen, die unsere gesamte Wirtschaft auch in Zukunft an der Spitze hält. 5G kann eine Netzrevolution werden, die für zahlreiche Branchen und Industrien neue Anwendungen mit sich bringt und unseren Alltag in vielen Bereichen lebenswerter macht. Oder wir betreiben Klientelpolitik für einzelne Spieler, die Infrastruktur gar nicht selbst bauen, sondern sich über 'National Roaming' ins gemachte Netz anderer Betreiber setzen wollen. 2019 kann entweder im digitalen Dilemma enden oder im digitalen Durchstart. Es kann das Geburtsjahr für weiteres Wachstum, Wettbewerb und Wohlstand in diesem Land sein – oder für Abstieg, Abhängigkeit und Agonie. Wir, Politik und Wirtschaft haben den Füller in der Hand, mit dem die Geschichte des nächsten Jahres geschrieben wird. Und wir werden Geschichte schreiben, egal wie. Ich würde mir nur wünschen, dass uns Weisheit und Weitblick die Feder führen. Denn es ist unsere Geschichte. Und vor allem eine, die wir in zehn Jahren auch unseren Kindern zu erklären haben.

Klartext / 24.09.2018

5G: Die Weichen richtig stellen. Jetzt.

Derzeit wird Deutschlands digitale Zukunft diskutiert. In den Medien wie hinter den Kulissen. Grund ist der Entwurf der Bundesnetzagentur zur 5G Auktion, mit dem die Weichen für das Netz der nächsten Generation gestellt werden sollen. Fest steht: Deutschland muss ein Leitmarkt für 5G werden. Dafür muss aber die Einigung jetzt schnell kommen und sie muss für alle finanziell wie technisch machbar sein. Wenn die Politik diese Entscheidung jetzt aufschiebt, wenn sie die Weichen zu spät und falsch stellt, dann fährt der 5G-Zug aufs Abstellgleis. Und damit auch Deutschlands Zukunft. [quote id="244"] Worum im Kern gestritten wird … Im Kern geht die gesamte Diskussion am Ende um vier Streitpunkte: die so genannte Diensteanbieterverpflichtung, National Roaming, das lokale wie regionale Spektrum genauso wie die Ausbauverpflichtung. Alles sperrige Begriffe, in der Tat. Aber wir müssen uns darüber klar werden, dass, so sperrig sie sind, sie darüber entscheiden, wie gut 5G in Deutschland sein wird. Alle diese vier Punkte bestimmen wie schnell 5G nach Deutschland kommt. Und wie schnell 5G dann sein wird. Deutschland braucht ein erstklassiges 5G-Netz. Und das wollen wir Netzbetreiber bauen. Wir können es aber nur bauen, wenn wir die Möglichkeit haben, die milliardenschweren 5G-Investitionen wieder zurückzuverdienen. Ansonsten gehen der Branche im Bau womöglich die nötigen Investitionsmittel aus. Marktvergleich: Ein paar unbequeme Wahrheiten Schon heute fließt viel Geld aus dem Ausbaumarkt. Weg von den Netzbetreibern hin zu Unternehmen, die deren Netze nur nutzen – und nicht bauen. Sie kassieren, während andere investieren. Und es geht ihnen blendend, wenn man sich ihre Zahlen anschaut: In den letzten drei Jahren ist der stärkste von ihnen fünfzehnmal mehr gewachsen als der stärkste Netzbetreiber. Und hat seinen Gewinn doppelt so stark gesteigert. Zusätzlich bekommt er von jedem ausgegebenen Euro rund fünfmal mehr zurück als jeder Netzbetreiber. Ohne Risiko. Schon heute haben diese Firmen Zugang zu LTE zu kommerziellen Bedingungen. Oder sogar das Recht, ein Mobilfunknetz zu 30 Prozent selbst zu nutzen. [quote id="245"] Diensteanbieterverpflichtung: Zwangszugang als Innovationskiller Mit der Diensteanbieterverpflichtung oder sogar einer Ausweitung auf eine so genannte MVNO-Verpflichtung wollen sich Firmen, die nicht ausbauen, weiter optimieren und günstigen Zwangszugang zu einem 5G-Netz sichern. Übertragen Sie derlei nur mal auf den Automarkt: Dann wäre BMW ab morgen staatlich gezwungen, jede neue Motor-Technologie umgehend Lada zur Verfügung zu stellen. Wie viel würde BMW dann noch in Forschung und Entwicklung stecken? Die Bundesnetzagentur hat das in ihrem Entwurf abgelehnt. Gut so! Aber sie hat noch Lücken gelassen, die es zu reparieren gilt. Widersprüchliche Formulierungen müssen beseitigt werden. Es bedarf eines klaren Petitums für kommerzielle Freiheit und gegen einseitige Begünstigungen zu Lasten der Netzbetreiber. Ansonsten können diese Lücken auch die Amazons und Apples dieser Welt auf den Plan rufen, die dann ohne einen Masten zu bauen den Markt auf den Kopf stellen. Dem Netzausbau wäre damit in jedem Fall ein Bärendienst erwiesen. [quote id="246"] National Roaming: Partikular-Interessen vor der Zukunft der deutschen Wirtschaft? Mit dem so genannten National Roaming wollen diese Firmen Zugang zu gleich allen drei Netzen vergünstigt erhalten. Dieser Zwangszugang für Dritte verzerrt den Wettbewerb und entwertet Investitionen. Die angedachte „goldene Brücke“ für einen vierten Netzbetreiber ist für Internet-Deutschland eine Sackgasse. Die Erleichterungen beschränken den Ausbau des vierten auf lukrative Regionen und schließen keinen einzigen weißen Flecken. Im Gegenteil: Sie nehmen uns bundesweiten Netzbetreibern die Mittel, 5G schnell weiter in die Fläche zu treiben. Ihre National Roaming-Forderung verknüpfen verschiedene Unternehmen derzeit mit dem Versprechen, irgendwann auch selbst zu bauen. Ich glaube daran nicht. Eines davon hätte das seit über drei Jahren mit dem Netz der Telefónica machen können. Fest steht: Es hat bisher keinen einzigen Mast aufgestellt. [quote id="247"] National Roaming schließt keine Funklöcher. Das tun nur Funkmasten Neben dem bundesweiten National Roaming wird derzeit auch das lokale National Roaming diskutiert, bei dem Netzbetreiber ihre Netze in weißen Flecken zusammenschalten. Ich halte das für einen Irrglauben: Das lokale National Roaming hilft eben nicht, weiße Flecken zu schließen. Da helfen nur Funkmasten. Wo kein Betreiber einen Mast hat, gibt’s auch kein Netz, das man zusammenschließen kann. Die Millionen, die wir dafür in IT stecken müssten, stecken wir lieber in den Netzausbau. Eine andere Frage ist es, Masten gemeinsam zu nutzen, ohne die Netze zusammen zu schalten. Dem verschließen wir uns selbstverständlich nicht. Bayern hat hier einen guten Weg beschritten, um völlig unrentable Gebiete auszubauen. Sie fördern den Ausbau von Mobilfunkmasten in weißen Flecken, die Netzbetreiber tragen die verbleibenden 20 Prozent des Gesamtinvests. Wo Gemeinden noch Funklöcher haben, können sie so gefördert Standorte zur Verfügung stellen, die die Netzbetreiber dann nutzen können. Das bringt Empfang ins Funkloch und zugleich Mieteinnahmen in die Gemeindekassen. Dieser Ansatz erscheint mir vernünftig. [quote id="248"] Lokales und regionales Spektrum: Antennenwälder und weniger Luft zum Atmen Spektrum ist für Netzbetreiber wie Luft zum Atmen. Je mehr, desto besser. Aber es wird in der nächsten Mobilfunkgeneration eher weniger: ¼ des 5G Spektrums sollen lokale Firmenstandorte und Regionen zugeteilt bekommen. Für eigene Netze. Damit bekommt jedoch Deutschland zugleich ein langsameres, bundesweites 5G als andere Länder. Das so genannte lokale Spektrum für Firmen ist noch nachvollziehbar. Und wir unterstützen Unternehmen gerne beim Aufbau eigener Campus-Netze, wenn das benötigt wird. Aber wenn ganze Regionen künftig ihre eigenen 5G Mini-Netze bauen, bauen sie vor allem Antennenwälder. Und wir alle bauen uns damit eine 5G-Kleinstaaterei. Ich stehe diesem Flickenteppich kritisch gegenüber. Vor allem, weil er große Gefahren birgt. Regionales Spektrum: Auktions-Monopoly am Tisch mit private equity? Denn regionales Spektrum ist – anders als unsere bundesweiten Lizenzen – sehr günstig und ganz ohne große Verpflichtungen außerhalb der Auktion zu erwerben. Wer auf Profit aus ist, macht hier mit. Und sammelt Deutschlands lukrativste Städte. Ohne auch nur einen Euro ins Land zu investieren. Ich nenne das Auktions-Monopoly. Denn das ist so, als ob Ihr Gegenspieler sich Parkstraße und Schlossallee zum Preis der Badstraße kaufen könnte. Das ist nicht nur unfaires Spiel. Gegen so einen können Sie vor allem nie gewinnen. Warum sollten Sie dann investieren? Bei derlei rufen wir nicht nur private equity auf den Plan, sondern Anbieter wie 1&1, Freenet & Co, die sich dann die reichsten Städte griffen, während die bundesweit tätigen Netzbetreiber die teure Ausbauarbeit auf dem Land übernehmen müssten. Hier brauchen wir unbedingt die explizite Klarstellung der Bundesnetzagentur, dass regionale Frequenzen auch nur für regionale Geschäftsmodelle genutzt werden dürfen und ein Sammeln von Regionen ausgeschlossen ist. Heißt: Es darf hier kein „cherry picking“ von bisherigen MVNOs & Co. geben, die so durch die Hintertür das für sie Beste aus beiden Welten verbinden. [quote id="250"] Ausbauverpflichtung: Eine irrationale Diskussion Beim Thema Ausbau müssen wir selbstkritisch sagen: 4G ist in Deutschland noch nicht gut genug. Aber wir arbeiten hart daran, schließen die weißen Flecken und verbessern den Empfang, in Stadt und vor allem Land. Zugleich schaffen wir mit jedem neuen 4G-Mast auch eine größere Basis für 5G. Beim gesamten Thema Ausbau erleben wir derzeit eine irrationale Diskussion. Schon der Vorschlag der Bundesnetzagentur geht zu weit und viele Vorstellungen der Politik gehen ins Unermessliche: Erstens, weil für eine so geforderte Ausbau-Umsetzung der Bundesnetzagentur in der Fläche bis 2022 gar nicht genügend Bau-Ressourcen im Markt zur Verfügung stehen. Eine Verschiebung auf 2025 wäre angezeigt. Zweitens, weil hierfür derzeit die falschen Frequenzen unter den Hammer kommen. Diese sind auf Kapazität ausgelegt, nicht auf Flächenversorgung. Ein Netz mit diesen Frequenzen in die Fläche zu treiben, wie es sich die Politik vorstellt, würde Deutschland einen Mastenwald aus hunderttausenden von Antennen bringen. Drittens würde allein Vodafone ein Netzausbau mit diesen Frequenzen rund 19 Milliarden Euro kosten, was finanziell gar nicht darstellbar ist. Wir werden Land und Fläche nicht vernachlässigen Land und Fläche werden wir nicht vernachlässigen. Sie wollen wir sukzessive mit weiteren 5G-Frequenzen adressieren, die günstigere Ausbreitungsbedingungen haben. Die Frequenzen hierfür haben wir zum Teil bereits erworben. Wir werden sie nutzen, wenn wir sie bundesweit einsetzen dürfen. Gut ist, dass die BNetzA klar sagt, dass es rechtliche Grenzen für Ausbauverpflichtungen gibt. Niemandem ist damit gedient, wenn Gerichte die Entscheidung der BNetzA kippen. Hierdurch würde die Einführung von 5G tatsächlich weit zurückgeworfen. [quote id="249"] Fazit: Der Leitmarkt 5G braucht ein solides Fundament Im Papier der Bundesnetzagentur geht manches bereits in die richtige Richtung, einiges ist noch reparaturbedürftig, denn sonst wird es brandgefährlich. Wir wollen, dass Deutschland das bestmögliche 5G-Netz bekommt. Dafür wollen wir Netze bauen, ihre Lücken schließen und sie noch schneller machen. Dazu wollen wir uns gerne auch verpflichten. Das aber können wir nur, wenn investitionsfreundliche Rahmenbedingungen finden. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit Politik und Bundesnetzagentur einen fairen Ansatz finden werden. Einen, der Deutschlands digitale Zukunft baut und gestaltet. Denn genau das möchten wir tun.

Klartext / 11.06.2018

CEBIT 2018: Wir schalten in den nächsten Gang

Heute beginnt die CEBIT – wir starten in Hannover mit mächtig Rückenwind. Denn wir haben im vergangenen Jahr viel auf die Straße gebracht. Direkt zu unseren Kunden. Wir sind der Taktgeber für Top-Geschwindigkeiten im Netz. Im Mobilfunk und im Kabel. Im Download und im Upload. Wir bauen ein Netz nur für Maschinen. Wir sind der IoT-Weltmarktführer. Niemand bringt mehr Maschinen ins Netz – und so in die Zukunft. Wir sind der Digital-Partner der deutschen Wirtschaft. Die großen Player setzen auf unsere Expertise. Und schließlich verlieren wir das wichtigste nie aus den Augen: unsere Kunden. Denn Kundenzufriedenheit ist für uns die wichtigste Währung. Wir leben das. Unsere Kunden spüren das. Zahlreiche Tests bestätigen das. Wir schalten in den nächsten Gang All das ist kein Grund sich darauf auszuruhen. Im Gegenteil: 2018 müssen und werden wir noch einen Gang höher schalten. Im Kabel. Beim Thema Glasfaser. Im Mobilfunk. Und im Internet der Dinge. Denn wenn wir von Gigabit-Nation sprechen, dann meinen wir damit: das Gigabit in der Luft und unter der Erde. Kabel: Wir zünden in diesem Jahr die erste Gigabit-Ausbaustufe Im Kabel zünden wir in Deutschland die erste Gigabit-Ausbaustufe. Wir veredeln Deutschlands größten Infrastrukturschatz: unser Kabelnetz. In Zahlen bedeutet das: das Gigabit für 20 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger, für 16 Millionen Menschen, für 8 Millionen Haushalte und für 70 Städte. Glasfaser: Wir bringen Glasfaser nach Deutschland. Schneller als jemals zuvor Mit Glasfaser binden wir immer mehr Gemeinden und Gewerbeparks an die Gigabit-Autobahn an. Schneller als jemals zuvor. Mit der neuen Technologie Nano-Trenching. Das schnellste Verlegeverfahren. Für den schnellsten Anschluss. An das schnellste Netz. Denn immer mehr Unternehmen und Bürger auf dem Land sind hungrig nach hohen Bandbreiten. Wir wollen und werden diesen Datenhunger stillen. Mobilfunk: Wir sind bereit für 5G Beim Mobilfunk stopfen wir die weißen Löcher an unseren Autobahnen. Wir sagen Gesprächsbaustellen und Datenstaus den Kampf an. Wir bringen LTE an jeden der 13.000 Autobahnkilometer in Deutschland und sorgen dafür, dass es entlang der Autobahnen immer weniger Gesprächsabbrüche gibt. Und: Wir machen unsere Netze schon heute bereit für 5G. Wir bauen zehn Supercore Center in ganz Deutschland und machen unser Netz so noch reaktionsschneller. Düsseldorf und Frankfurt werden Deutschlands erste Gigabit-Städte. Mit 5G Beam folgt das Netz immer dem Kunden – und nicht mehr umgekehrt. Internet der Dinge: ein Netz für die Wirtschaft, Innovationen für den Alltag Für das Internet der Dinge bauen wir eine eigene Infrastruktur. Wir legen unser Maschinennetz Narrowband IoT über das Land. Ein Netz für die deutsche Wirtschaft. Aus Industriehallen werden so Smart Factories. Aus Städten Smart Cities. Aus Unternehmensstandorten smarte Arbeitsplätze. Gemeinsam mit starken Partnern bringen wir immer mehr neue Innovationen in den Alltag. Wir machen die SIM-Karte zum digitalen Schutzschild für Fußgänger. Zum Werkzeug für Aufzug-Mechaniker. Und zum Helfer gegen Einsamkeit.

Klartext / 16.04.2018

Unser Land zum Silicon NRW machen

Industriekultur. Wirtschaftswunder. Machertum. Das ist für mich die DNA Nordrhein-Westfalens, vor allem der Region Rhein/Ruhr. Die pulsierende Region im Herzen Deutschlands prosperierte im 18. Jahrhundert und machte NRW zum führenden Industrieland. Von Bergbau über Hüttenindustrie bis zu chemischen Großbetrieben. Ein Wirtschaftsmotor, der seinesgleichen suchte. Aber wo stehen wir heute? Heute müssen wir Wohlstand und Prosperität für dieses Land auch in Zukunft sichern. Es gilt, die Bodenschätze der vierten industriellen Revolution zu fördern. Und dieser Rohstoff der Zukunft heißt Daten. Genau diesen Diamanten gilt es zu schleifen. Wir sind in diesem Land bereits auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ende. [quote id="173"] Planer und Baumeister der Gigabit-Gesellschaft in Deutschland Die Aufgabe der Industrie ist es jetzt, den digitalen Wandel nicht nur mitzugestalten, sondern voranzutreiben. Denn er ist in vollem Gange. Und die Gigabit-Gesellschaft ist längst keine Vision mehr, sondern steht quasi schon in der Tür. Wir stehen am Beginn des Echtzeitalters und der kompletten Vernetzung. Wir als Vodafone wollen den Wandel mitgestalten und liefern hierfür als Netzbetreiber die Datenautobahnen von heute und morgen. Wir bringen die notwendige Infrastruktur und die Grundlage für völlig neue Geschäftsmodelle und Anwendungen. Aus Düsseldorf heraus sind wir Planer und Baumeister der Gigabit-Gesellschaft in Deutschland. So haben wir in der Landeshauptstadt Deutschlands erstes Entwicklerlabor für das Maschinennetz gegründet. In diesem Netz können im Internet der Dinge Millionen Gegenstände gleichzeitig und kostengünstig vernetzt werden. Das ermöglicht neue digitale Anwendungen von denen Städte, Unternehmen und Menschen profitieren. Unser hochsicheres und effizientes Maschinennetz funkt bereits an vielen Orten im Ruhrgebiet. Bis Herbst 2018 legen wir das Maschinennetz über ganz Deutschland. Im Bereich vernetzter Mobilität arbeiten wir bereits mit allen großen Automobilherstellern zusammen und bieten in NRW einen echten Standortvorteil: Im 5G Mobility Lab testen Vodafone, Automobilbranche und Forscher Technologien, mit denen sich Autos gegenseitig vor Gefahren warnen. Dafür hat Vodafone das Aldenhoven Testing Center der RWTH Aachen mit einem hochmodernen, frei konfigurierbaren Mobilfunk-Testnetz ausgestattet. Hier legen wir den Grundstein für eine Welt mit weniger Unfällen und Verkehrstoten. [quote id="172"] Damit NRW wieder in die erste Reihe der Industrieregionen dieser Republik tritt, müssen wir unsere Stärken vernetzt und digital weiterdenken. Warum multiplizieren wir nicht unsere Möglichkeiten, indem wir eigene Ingenieurskunst mit eigener Digitalisierung kombinieren? Nehmen wir zum Beispiel thyssenkrupp Elevator. Gemeinsam führen wir die Aufzugsindustrie ins 21. Jahrhundert. Die Vernetzung von schon über 100.000 Aufzügen weltweit ermöglicht vorausschauende Wartung. Dabei werden Ausfallzeiten um bis zu 50 Prozent gesenkt. Programmieren als erste Fremdsprache Die beste Infrastruktur und Anwendungen nützen wenig, wenn wir Menschen nicht befähigen, ihr Potential voll auszuschöpfen. Wir müssen unsere Kinder fit machen für die digitale Zukunft. Denn sie sind die Zukunft unseres Landes. Dort wo damals Kohle- und Stahlbau den Arbeitsmarkt florieren ließen, wird es mehr und mehr die IT- und Digitalbranche sein. Wo heute noch vielfach von der Büchse der Pandora gesprochen wird, wird in weniger als einem Jahrzehnt die digitale Revolution NRW zum Wirtschaftswunder 4.0 verhelfen. Ich glaube, an den Schulen hierzulande wird nicht früh genug mit der IT-Ausbildung gestartet. Im Unternehmen machen wir das schon im Kindergarten: Die Kinder lernen spielerisch zu programmieren. Denn wenn ein junger Mensch heute nicht Software-Kompetenz lernt, wird er in Zukunft Schwierigkeiten haben, einen Arbeitsplatz zu finden. „Die Kinder, die heute nicht programmieren lernen, werden die Analphabeten der Zukunft sein“, wie Unternehmer Frank Thelen es plakativ beschreibt. 2025 darf kein Kind mehr die Schule ohne digitales Rüstzeug verlassen – wir brauchen Programmieren als Schulfach – jetzt! Packen wir es an… Mit der richtigen Infrastruktur, digitaler Exzellenz und Bildung 4.0 schaffen wir es bei den großen digitalen Trends nicht nur zuschauen, sondern sie selbst setzen. Lassen Sie uns gemeinsam unser Land zum Silicon NRW machen und „Made in NRW“ zum Qualitätssiegel für digitalen Pioniergeist werden lassen. Dieser Blogbeitrag ist auch erschienen auf: http://www.wirtschaftsblog.nrw/