The Red Sea Diving Resort: Die wahre Geschichte hinter dem Netflix-Thriller

Michael Kenneth Williams und Chris Evans auf dem Poster von The Red Sea Diving Resort
© Netflix
Onward: Keine halben-Sachen
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The Red Sea Diving Resort: Die wahre Geschichte hinter dem Netflix-Thriller

Im neuen Net­flix-Action­thriller The Red Sea Div­ing Resort nimmt Avengers: Endgame-Star Chris Evans als Geheim­a­gent an ein­er der riskan­testen, kost­spielig­sten und lan­glebig­sten Ret­tungsak­tio­nen in der Geschichte des israelis­chen Mossads teil. So unglaublich die Details des gefährlichen Ein­satzes klin­gen, tat­säch­lich beruht der Film auf einem wahren Fall. Lest hier, was wirk­lich passiert ist.

Chris Evans ist derzeit vor allem für eine Rolle bekan­nt: Cap­tain Amer­i­ca in dem alle Reko­rde brechen­den Film-Fran­chise des Mar­vel Cin­e­mat­ic Uni­verse. Dass er aber nicht nur als Teil des MCU-Mega­casts in den Avengers-Block­bustern überzeu­gen kann, beweist er nun im Net­flix-Action­er The Red Sea Div­ing Resort.

Michael Kenneth Williams und Chris Evans in The Red Sea Diving Resort

Chris Evans trägt auch hier seinen schmuck­en Cap-Bart | © 2019 Net­flix

Hier spielt er den israelis­chen Mossad-Agen­ten Ari Levin­son, der Anfang der 1980er Jahre in den Sudan entsandt wird, um dort vom Tode bedro­hte äthiopis­che Juden außer Lan­des und nach Israel zu schmuggeln. Als Deck­ung dient ihm und seinen Mit­stre­it­ern eine ver­lassene Urlaub­san­lage, die sie kurz­er­hand zum beliebten Ferien­paradies umbauen. Bei Nacht und Nebel ver­suchen die Agen­ten nun heim­lich, die Flüchtlinge außer Lan­des zu schaf­fen.

Die Grun­didee mag zwar wahnsin­nig klin­gen, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen: The Red Sea Div­ing Resort basiert näm­lich auf ein­er wahren Geschichte. Bis auf einige Namens- und Detailän­derun­gen ori­en­tiert sich der Film an der gewagten Under­cov­er-Aktion „Oper­a­tion Broth­ers”, die so wirk­lich stattge­fun­den hat.

Äthiopische Juden in Not: Flucht vor Bürgerkrieg und Hungersnot

Das nor­dostafrikanis­che Land Äthiopi­en wurde Mitte bis Ende der 1970er von einem schreck­lichen Bürg­erkrieg heimge­sucht. Als wäre das noch nicht genug, ließ eine langjährige Dür­repe­ri­ode die sowieso schon vorherrschende Nahrungsmit­telk­nap­pheit zu ein­er aus­gewach­se­nen Hunger­snot anwach­sen. Flüchtlingsströme waren die Folge.

Michael Kenneth Williams in The Red Sea Diving Resort

Im Film flieht auch Kebe­de Bim­ro (Michael K. Williams) aus seinem Heimat­land | © 2019 Net­flix

Auch die jüdis­che Min­der­heit in Äthiopi­en floh und lan­dete zum Großteil in Auf­fang-Camps im Nach­bar­land Sudan. Dort waren die Bedin­gun­gen aber nicht unbe­d­ingt bess­er, denn die Juden mussten ihre Reli­gion nicht nur vor der sudane­sis­chen Geheim­polizei ver­steck­en, son­dern hat­ten auch mit Hunger und Krankheit­en zu kämpfen.

Tausende star­ben in den sudane­sis­chen Flüchtlingslagern und der Ruf nach Hil­fe für die äthiopis­chen Juden wurde stetig lauter. Ein Ruf, der auch an die Ohren des israelis­chen Mossad gelang. Der Geheim­di­en­stchef Yitzhak Hofi sollte eine Lösung find­en und entsandte Anfang der 80er Jahre ein Team in den Sudan, das die äthiopis­chen Juden nach Israel brin­gen sollte.

The Red Sea Diving Resort: Traumhaftes Urlaubsparadies als Schmugglerbasis

„Oper­a­tion Broth­ers” war nicht nur für die beteiligten Agen­ten, son­dern auch für Israel selb­st nicht risiko­los: Schließlich war die islamis­che Führung des Sudans Israel gegenüber feindlich eingestellt. Die Ret­tung musste also heim­lich geschehen. Die Lösung war ein still­gelegtes Ferien­re­sort direkt an der Küste des Roten Meeres.

Chris Evans, Alessandro Nivola, Haley Bennett, Michiel Huisman und Alex Hassell in The Red Sea Diving Resort

Die Mossad-Agen­ten kom­men vor Ort an | © 2019 Net­flix

Das soge­nan­nte Arous Hol­i­day Vil­lage bot nicht nur die per­fek­te Tar­nung, son­dern präsen­tierte sich mit seinem Stan­dort auch als ide­ale Oper­a­tions­ba­sis, um die Flüchtlinge über See nach Israel zu schaf­fen. Also wurde das Gelände dem sudanis­chen Staat abgekauft, die Mossad-Agen­ten reis­ten mit gefälscht­en Iden­titäten in das Land ein und gaben sich als Man­ag­er, Tauch- und Sur­flehrer aus.

Das erste Jahr ver­bracht­en die Agen­ten vor allem mit der Restau­rierung der Ferien­an­lage. Sog­ar lokale Angestellte wur­den ange­heuert, die aber von der wahren Iden­tität ihrer Auf­tragge­ber und deren Mis­sion keine Ahnung hat­ten. Nach außen hin schien es sich um ein ganz nor­males Urlaub­sparadies zu han­deln – Broschüren und Wer­bung im Aus­land inklu­sive.

Unglaublich, aber wahr: Touristenströme und nächtliche Rettungsaktionen

Das Arous Hol­i­day Vil­lage offen­barte sich bald als gute Wahl. Mit der Zeit kamen sog­ar so viele Touris­ten, dass sich das Schein­re­sort selb­st finanzieren kon­nte und nicht mehr von Mossadgeldern abhängig war. Während sich die Agen­ten meist voll um die Bedürfnisse ihrer Besuch­er küm­merten, wurde im Geheimen auch die Evakuierung der Flüchtlinge ges­tartet.

Alex Hassell, Alessandro Nivola, Chris Evans, Haley Bennett und Michiel Huisman in The Red Sea Diving Resort

Oper­a­tions­ba­sis und Touris­ten­mag­net: Das Red Sea Div­ing Resort | © 2019 Net­flix

Unter Vor­wän­den ver­reis­ten Mit­glieder des Teams für einige Tage, um die äthiopis­chen Juden dann in Nacht- und Nebe­lak­tio­nen an den Flüchtlingscamps abzu­holen und bis zu zwei Tage rund 800 km zurück zum Arous Hol­i­day Vil­lage zu schmuggeln.

Sobald die Men­schen an den Strand nahe des sicheren Urlaub­s­dor­fes gebracht wur­den, kon­nten diese von Booten abge­holt und auf in inter­na­tionalen Gewässern wartende Schif­f­en gebracht wer­den. Von da aus ging es dann über das Rote Meer direkt nach Israel. Nach eini­gen bren­zli­gen Zwis­chen­fällen wurde dann entsch­ieden, auf Flugzeuge und geheime Lan­de­bah­nen umzusteigen.

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Die wahre Geschichte: Stetige Gefahr, Schüsse und Verhöre

Das Risiko bei diesen lang­wieri­gen Ret­tungsak­tio­nen war dabei jed­erzeit äußerst hoch. Allein der Trans­port zurück zum Arous Hol­i­day Vil­lage führte über zahlre­iche Straßenkon­trollen, durch die sich die Agen­ten entwed­er durch Überre­dung, Bestechung oder hals­brecherisches Durchram­men ihren Weg bah­nen mussten.

Chris Evans und Michal Kenneth Williams in The Red Sea Diving Resort

Die Nach­tak­tio­nen gehörten zum gefährlich­sten Teil der Oper­a­tion | ©Net­flix

Bei ein­er Boot­se­vakuierung stand die ganze Oper­a­tion sog­ar ein­mal kurz vor dem Auf­fliegen, als das sudane­sis­che Mil­itär – im Glauben auf Schmug­gler gestoßen zu sein – am Strand das Feuer eröffnete. Zum Glück wurde nie­mand ver­let­zt und ein­er der Agen­ten kon­nte die Sol­dat­en davon überzeu­gen, dass er mit ein­er Gruppe von Touris­ten Nacht­tauchen gegan­gen sei.

Gad Shim­ron, der selb­st an der „Oper­a­tion Broth­ers” beteiligt war und später ein Buch darüber schrieb, fasste die Gefahren gegenüber der israelis­chen Lan­deszeitung Har­retz so zusam­men: „Es war die Erfahrung eines Lebens. So viel ist passiert. Wir wur­den beschossen. Ich wurde ver­haftet und von der sudane­sis­chen Sicher­heit ver­hört. Gott sei Dank wurde nie­mand getötet oder ern­sthaft ver­let­zt, aber die Trans­port­op­er­a­tio­nen waren definitv gefährlich.”

The Red Sea Diving Resort: Wann startet der Film bei Netflix?

The Red Sea Div­ing Resort ist seit dem 31. Juli 2019 bei Net­flix ver­füg­bar. Dann kön­nt ihr euch selb­st überzeu­gen, wie nah der Action-Thriller an die wahre Geschichte her­ankommt.

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