Mason Thames als Finney Shaw im Film The Black Phone
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Ende erklärt: Ethan Hawke in The Black Phone - Sprich nie mit Fremden
Rowan Atkinson in Man vs Bee
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The Black Phone – Sprich nie mit Fremden | Kritik: Bei diesem Thriller legst Du besser nicht auf

Das Tele­fon klin­gelt, Du gehst ran, nie­mand ist am anderen Ende, Du hörst nur Rauschen. Oder ist da doch mehr? Und was will eigentlich der unheim­liche Typ gegenüber? Regis­seur und Drehbuchau­tor Scott Der­rick­son wirft mit seinem neusten Hor­ror-Thriller Fra­gen über Fra­gen auf. Die wichtig­ste: Lohnt sich der Film über­haupt? Das ver­rat­en wir Dir in unser­er Kri­tik zu „The Black Phone – Sprich nie mit Frem­den“.

1978: In ein­er amerikanis­chen Kle­in­stadt nahe Den­ver in Col­orado ver­schwinden nacheinan­der mehrere Kinder. Schnell macht die Geschichte um den soge­nan­nten „Greifer“ (Ethan Hawke), der Kinder ver­schleppt und ermordet, die Runde. Gwen (Madeleine McGraw) und ihr Brud­er Finney (Mason Thames) bekom­men dieses Gerede mit. Von nun an träumt  Gwen immer wieder von einem Mann, einem Van und schwarzen Luft­bal­lons.  Finney ver­sucht nicht darüber nachzu­denken. Bis er selb­st Opfer des Greifers wird.

Der Serienkiller hält den Jun­gen in einem schalldicht­en Keller gefan­gen. Doch dort erre­ichen Finney selt­same Anrufe − von einem Tele­fon, dessen Kabel durchgeschnit­ten ist. Kann Finney dem Greifer entkom­men und wer sind die mys­ter­iösen Anrufer?

The Black Phone: Langsam entwickelt sich der wahre Horror

Zu Beginn des Films ver­fol­gst Du zwei Kinder bei ihren täglichen Quere­len: Finney wird ver­prügelt und seine Schwest­er Gwen von vie­len gemieden. Denn sie hat Visio­nen und selt­same Träume, die den meis­ten Men­schen Angst machen.

Finney Shaw (Mason Thames) und Gwen Shaw (Madeleine McGraw) auf dem Heimweg im Film The Black Phone

Das Geschwis­ter­paar: Finney (Mason Thames) und Gwen Shaw (Madeleine McGraw). — Bild: © 2022 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

Du kön­ntest den Ein­druck gewin­nen, dass es sich bei The Black Phone um einen klas­sis­chen Ent­führungs-Thriller han­delt. Aber weit gefehlt! Nach etwa einem Drit­tel der Laufzeit − wenn immer mehr Kinder und schlussendlich auch Finney ver­schwinden − ent­fal­tet sich der Streifen erst richtig. Dreh und Angelpunkt ist ein schwarzes Tele­fon mit durchgeschnit­ten­em Kabel, das Finney im Keller des Greifers ent­deckt. Ohne zu viel spoil­ern zu wollen: Mit dem ersten Klin­geln begin­nt der Hor­ror − aber auch die kribbel­nde Span­nung.

Scott Derrickson kehrt zurück zu seinen Horror-Wurzeln

Nach­dem Regis­seur und Drehbuchau­tor Scott Der­rick­son mit den bei­den „Doc­tor Strange“-Filmen Erfolge gefeiert hat, kehrt er mit The Black Phone – Sprich nie mit Frem­den zu seinen Hor­ror-Wurzeln zurück. Schließlich hat er uns mit Fil­men wie „Sin­is­ter“ oder „Der Exorzis­mus von Emi­ly Rose“ das Fürcht­en gelehrt. Gemein­sam mit Joe Hill, dem Sohn von Stephen King, der mit­tler­weile selb­st eine Hor­ror-Leg­ende ist, schrieb er das Drehbuch zu The Black Phone. Die Vor­lage dafür war eine Kurzgeschichte von Hill.

Regisseur Scott Derrickson am Set vom Film The Black Phone.

Regis­seur und Drehbuchau­tor Scott Der­rick­son am Set von The Black Phone. — Bild: © 2022 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

Das Duo erzeugt zuerst eine kurze Wohlfühlphase, um ein Gefühl für das 70er-Jahre-Kle­in­stadt-Set­ting zu bekom­men. Doch schnell macht sich eine unheim­liche Grund­stim­mung, gepaart mit so manchem Schock­ef­fekt, bre­it. Dabei ver­liert The Black Phone nie die Geschichte und die Span­nung aus den Augen. Es gibt immer weit­ere Fäden, die sich zum großen Ganzen zusam­men­find­en, ohne zu viel zu erk­lären.

Kein Anschluss unter dieser Nummer?

Was hat es mit Finneys Schwest­er Gwen und deren Mut­ter auf sich? Wer ist der Greifer und warum ist er so, wie er ist? Und wie funk­tion­iert das abgeschnit­tene Tele­fon? Uns wun­dert es nicht, wenn Dir eben­falls solche Fra­gen durch den Kopf schießen. Aber obwohl sie nur zum Teil, ober­fläch­lich oder gar nicht beant­wortet wer­den, stört es den Fluss des Films über­haupt nicht.

Du wirst fest­stellen, dass diese Herange­hensweise erstaunlich gut funk­tion­iert und es nicht ärg­er­lich ist, dass Vieles unbeant­wortet bleibt. Denn bis auf den zen­tralen Punkt, näm­lich die Frage wer da anruft – was ziem­lich schnell offen­sichtlich ist− ist alles etwas schleier­haft. Aber das ist schlussendlich auch nicht essen­ziell für das Vorankom­men der Geschichte. Der­rick­son und Hill konzen­tri­eren sich auf den Span­nungs­bo­gen und das hat sich gelohnt.

Ein intensiver Spannungsbogen und perfekt besetzte Hauptrollen

Der Span­nungs­bo­gen funk­tion­iert auch deshalb so gut, weil der Fokus auf dem Geschwis­ter­paar und den Anrufern liegt und nicht auf dem Greifer. Du fieberst mit, wenn Finney einen sein­er zahlre­ichen Fluchtver­suche startet. Oder wenn Gwen ver­sucht von außen die Suche nach ihrem Brud­er voranzutreiben.

Madeleine McGraw als Gwen ist der her­rlich freche Coun­ter­part zu Finney. Ihre Schlagfer­tigkeit sorgt für einige erle­ichternde Lach­er. Aber ger­ade Mason Thames als Finney überzeugt auf ganz­er Lin­ie. Smart ohne altk­lug zu sein kommt Finney daher und fällt, auch dank Hil­fe, nicht auf die Tricks des Greifers rein. Endlich mal ein Streifen, bei dem wir nicht auf­sprin­gen und „das war eine ganz schön doofe Idee!“ rufen wollen.

Ein wenig schade ist, dass wir so wenig von Ethan Hawke sehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Gesicht steckt meis­tens hin­ter ein­er merk­würdi­gen Maske und da der Fokus nicht auf ihm liegt, bekom­men wir nur wenig von seinem Spiel mit. Aber wenn er dann mal in Aktion tritt, mimt er überzeu­gend den Psy­chopa­then, ganz ohne viel zu sagen.

Ethan Hawke als der Greifer in The Black Phone

Erstaunlich wenig Screen-Zeit und dann auch noch hin­ter ein­er Maske ver­steckt: Ethan Hawke. — Bild: © 2022 UNIVERSAL STUDIOS. All Rights Reserved.

The Black Phone – Sprich nie mit Fremden In der Kritik: Unser Fazit

The Black Phone – Sprich nie mit Frem­den ist ein überzeu­gen­der Hor­ror-Thriller, der ger­ade durch seinen Span­nungs­bo­gen überzeugt. Aber auch die Hor­rorele­mente, inklu­sive so manchem Jump­scare, kön­nen sich sehen lassen. Vor allem der Cast und die durch­dachte und fes­sel­nde Geschichte sind es, die Dich im Kino pos­i­tiv über­raschen und angenehm gruseln wer­den. Ein fea­tured-Filmtipp!

The Black Phone – Sprich nie mit Frem­den

Genre: Hor­ror, Thriller
Bun­desstart: 23. Juni
Laufzeit: 103 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren freigegeben
Regie: Scott Der­rick­son
Drehbuch: Scott Der­rick­son

 Du lieb­st Gru­selfilme, bei denen Du Dich gewaltig erschreckst? Ver­rate uns in den Kom­mentaren, welch­er Schock­er Deinen Puls so richtig hochgetrieben hat.

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