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Meine beste Freundin Anne Frank bei Netflix: Die wahre Geschichte hinter dem Film

„Meine beste Fre­undin Anne Frank” erzählt vom Schick­sal der berühmten Tage­buch-Schreiberin. Und zwar aus der Per­spek­tive von Anne Franks Kind­heits­fre­undin Han­nah Goslar. Hier erfährst Du die wahre Geschichte hin­ter dem Net­flix-Film.

Der nieder­ländis­che Film startet am 1. Feb­ru­ar bei Net­flix. Er basiert auf dem Buch „Mem­o­ries of Anne Frank: Reflec­tions of a Girl­hood Friend” von Ali­son Leslie Gold.

Darin schildert Annes beste Fre­undin Han­nah Goslar ihre gemein­samen Kind­heit­ser­leb­nisse in Ams­ter­dam und im Konzen­tra­tionslager. Wir erzählen diese wahre Geschichte, die hin­ter „Meine beste Fre­undin Anne Frank” steckt.

Meine beste Freundin Anne Frank: Die wahre Geschichte

Es ist Anfang 1934 in Ams­ter­dam. Die jüdis­che Fam­i­lie Goslar ist aus Berlin in die Nieder­lande emi­gri­ert – das sind Hans Goslar, Leit­er der Press­es­telle im Preußis­chen Staatsmin­is­teri­um, seine Frau Ruth Goslar und ihre fünf Jahre alte Tochter Han­nah.

Hans Goslar hofft, durch seine Verbindun­gen Pässe für die spätere Aus­reise nach Palästi­na bekom­men zu kön­nen. Aber das bleibt eine Hoff­nung. Denn die Fam­i­lie richtet sich zunächst in Ams­ter­dam ein.

Eine Woche nach ihrer Ankun­ft tre­f­fen Han­nah und ihre Mut­ter beim Einkaufen das erste Mal Anne Frank und deren Mut­ter Edith. Wie sich her­ausstellt, sind die Fam­i­lien benach­bart. Die Goslars und die Franks wohnen im Mer­wede­plein im Süden der Stadt.

Hannah und ihre beste Freundin Anne Frank

Die bei­den Mäd­chen fre­un­den sich an und sind bald unz­ertrennlich. Sie besuchen densel­ben Kinder­garten, dann dieselbe Grund­schule. Später gehen bei­de Mäd­chen auf das Jüdis­che Gym­na­si­um.

Manch­mal spie­len Han­nah und Anne in den Fir­men­räu­men von Her­rn Frank. Sie heck­en Stre­iche aus, machen die Gegend unsich­er. Die Mäd­chen gel­ten als wild und ziem­lich frech.

Han­nah nen­nt ihre Fre­undin Anne Jahrzehnte später in einem Inter­view mit dem Spiegel „ein kleines, vor­lautes Mäd­chen”. Das klingt nach ein­er unbeschw­erten Kind­heit, aber davon kann wed­er bei Anne noch bei Han­nah die Rede sein.

Spätestens mit der Beset­zung der Nieder­lande durch die Wehrma­cht im Mai 1940 wird die Lage für die jüdis­chen Flüchtlinge im Land heikel. Han­nah beobachtet eine andere Seite ihrer besten Fre­undin: Anne Frank begin­nt zu schreiben und macht Noti­zen, die nie­mand zu Gesicht bekommt.

München – Im Angesicht des Krieges: Das ist die wahre Geschichte hin­ter dem Film

Ab 1942 schreibt Anne Frank unter der zunehmenden Unter­drück­ung durch die Nazis ihr berühmtes Tage­buch. Anne Frank verewigt ihre Fre­undin darin als „Han­neli”.

Bei­de Fam­i­lien ver­suchen, das Land zu ver­lassen. Die Goslars sind nach der Geburt von Tochter Gabi zu viert und ste­hen weit oben auf der Aus­reiseliste für das dama­lige Palästi­na. Aber zur Aus­reise kommt es nicht: Im Okto­ber 1942 stirbt Han­nahs Mut­ter bei der Geburt des drit­ten Kindes, das Baby stirbt eben­falls.

Familie Frank taucht unter

Schon wenige Monate zuvor musste Han­nah mit einem Ver­lust klarkom­men. Am Mor­gen des 7. Juli 1942 während den Som­mer­fe­rien will sie Anne zum Spie­len abholen. Aber die Woh­nung der Franks ist leer. Sie wirkt, als habe die Fam­i­lie fluchtar­tig ihr Zuhause ver­lassen.

Deren früher­er Unter­mi­eter behauptet, die Franks seien in die Schweiz emi­gri­ert. Erst Jahr später erfährt Han­nah die Wahrheit: Anne und ihre Fam­i­lie leben nur wenige Kilo­me­ter ent­fer­nt in einem Ver­steck in einem Hin­ter­haus an der Ams­ter­damer Prin­sen­gracht.

Han­nah trifft ihre beste Fre­undin Anne Frank doch noch ein­mal wieder – im Konzen­tra­tionslager. Denn im Juni 1943 wird Han­nah zusam­men mit ihrem Vater, ihrer Schwest­er und ihren Großel­tern von der Gestapo ver­haftet.

Sie wer­den ins hol­ländis­che Lager West­er­bork deportiert. Im Feb­ru­ar 1944 wer­den sie weit­ergeschickt nach Bergen-Belsen. Ihr Vater hofft, dass sie gegen Nazi-Häftlinge aus­ge­tauscht wer­den und aus­reisen kön­nen.

Han­nah kommt in einem als bess­er gel­tenden Teil des Lagers unter. Aber sie erkrankt an Gelb­sucht, über­lebt nur knapp bei Kohlsuppe, dün­nem Kaf­fee und Kälte. Die Franks hal­ten noch gut zwei Jahre in ihrem Ams­ter­damer Ver­steck durch.

Die Franks werden verhaftet

Am Mor­gen des 4. August 1944 durch­sucht die Gestapo das Haus an der Prin­sen­gracht – ver­mut­lich nach einem Ver­rat. Die Franks wer­den ver­haftet. Anfang Sep­tem­ber wer­den Anne und ihre Fam­i­lie im Ver­nich­tungslager Auschwitz interniert.

Wenige Wochen später beschließen die Nazis, das Lager vor den anrück­enden Alli­ierten zu räu­men. Anne und ihre Schwest­er Mar­got wer­den Anfang Novem­ber nach Bergen-Belsen gebracht. Es ist das Lager, in dem Han­nah seit über einem Jahr lei­det.

Aber es sollte noch dauern, ehe sich die bei­den Fre­undin­nen wieder­begeg­nen. Anfang 1945 stirbt Han­nahs Vater. Im Lager machen Gerüchte über eine bevorste­hende Befreiung die Runde. Auch darüber, dass in Bergen-Belsen Häftlinge aus den Nieder­lan­den unterge­bracht seien.

Es ist der Feb­ru­ar oder März 1945. Eine Bekan­nte erzählt Han­nah von Anne. Zwis­chen den Barack­en hat die Wach­mannschaft eine Gren­ze gezo­gen: einen mit Stroh bepack­ten Stachel­drahtza­un. Eines Nachts nehmen die Mäd­chen Kon­takt zueinan­der auf.

Sie ste­hen auf ver­schiede­nen Seit­en des Zaunes, aber kön­nen durch ein Loch miteinan­der sprechen. Han­nah sieht, dass es Anne Frank sehr schlecht geht. Han­nah besorgt Lebens­mit­tel und wirft sie über den Zaun.

Anne Frank – Ein gebrochenes Mädchen

Aber es ist zu spät für ihre beste Fre­undin. Später sagt Han­nah, „sie war ein gebroch­enes Mäd­chen”. Wenige Tage nach ihrer Wieder­begeg­nung stirbt Anne Frank, ver­mut­lich an Fleck­fieber. Etwa zur gle­ichen Zeit stirbt ihre Schwest­er Mar­got.

Han­nah und ihre Schwest­er Gabi hal­ten die let­zten Wochen bis zum Kriegsende durch. In ein­er Verzwei­flungsak­tion der Nazis wer­den die Häftlinge am 11. April 1945 in einen Zug gezwängt. Die Irrfahrt endet 13 Tage später in Bran­den­burg.

Han­nah und ihre Schwest­er über­leben als einzige ihrer Fam­i­lie den Holo­caust. Han­nah emi­gri­ert 1947 nach Palästi­na, wird Kranken­schwest­er, heiratet Dr. Wal­ter Pin­chas Pick und bekommt drei Kinder. Heute lebt Han­nah Pick-Goslar in Jerusalem und ist vielfache Groß­mut­ter.

Die Geschichte der Anne Frank aus Sicht ihrer besten Fre­undin: Wirst Du Dir den Film anschauen? Schreib uns Deine Mei­n­ung gern in einem Kom­men­tar.

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