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Babylon-Berlin-Drehorte: Hier ermittelt Gereon Rath

Die mehrfach prämierte deutsche Krim­i­nal-Fernsehserie „Baby­lon Berlin“ kommt beim Pub­likum ziem­lich gut an – beson­ders bei den Berlin­ern. Doch wo in der 3,6-Millionen-Einwohner-Metropole find­en sich die Drehorte des Spek­takels um den Krim­i­nal­beamten Gere­on Rath?

Komm mit und beg­ib Dich auf eine Zeitreise ins Berlin der 1920er-Jahre. Erlebe die Irrun­gen und Wirrun­gen der Weimar­er Repub­lik und lerne die Orig­i­nalschau­plätze der Serie ken­nen. Friedrich­straße, Alexan­der­platz oder das Rote Rathaus: Die meis­ten Drehorte sind leicht zu iden­ti­fizieren, aber wir haben auch ein paar ungewöhn­liche Orte in pet­to.

Heiße Nächte im Moka Efti

Im Berghain der 20er-Jahre gab sich das Who’s Who der Berlin­er High Soci­ety die Klinke in die Hand. In dem extrav­a­gan­ten Kaf­fee­haus an der Ecke Friedrichstraße/Leipziger Straße fan­den oft aus­ge­lassene Feten und nicht sel­ten leg­endäre Nack­tre­vuen statt. Über eine Roll­treppe – was damals sehr ungewöhn­lich war – gelangten die Gäste in den zweit­en Stock und macht­en dort die Nacht zum Tag. Unglück­licher­weise fiel das Gemäuer aber dem Bom­barde­ment im Zweit­en Weltkrieg zum Opfer, weshalb sich die Pro­duzen­ten von „Baby­lon Berlin“ etwas über­legen mussten. Fündig wur­den sie schlussendlich im Stumm­filmki­no Del­phi in Weißensee, das erst 1959 auf­grund sein­er Baufäl­ligkeit geschlossen und dann 2017 feier­lich wieder­eröffnet wurde.

Das Herz der Hauptstadt

Der Alexan­der­platz ist das Herz Berlins und spielt natür­lich auch in „Baby­lon Berlin“ eine sig­nifikante Rolle. Gle­ich mehrere Schau­plätze sind dort zu find­en. Damals, im Jahr 1929, war der Alexan­der­platz nicht viel mehr als eine riesige Baustelle. Von 1927 bis 1932 wurde er näm­lich unter- und überirdisch nahezu gän­zlich neugestal­tet. In der Serie sieht man davon hinge­gen nichts. Trotz­dem sollte der Ein­druck ein­er pulsieren­den Metro­pole entste­hen, weshalb der dig­i­tale Aufwand enorm war.

Die Mach­er scheuten keine Kosten und Mühen, um die Kulis­sen so authen­tisch wie möglich erscheinen zu lassen. So errichteten sie an dem berühmt-berüchtigten Platz eigens für die Drehar­beit­en etwa einen alt­modis­chen Zeitungskiosk.

Für weit­ere Auf­nah­men erhiel­ten sie eine Son­der­genehmi­gung und so fuhren im Juli 2016 eine Woche lang auss­chließlich alte Straßen­bah­nen über den Alex. Zudem waren Hun­derte im Stile der 20er-Jahre gek­lei­dete Sta­tis­ten im Ein­satz.

Fre­un­den der Serie ist die „Rote Burg“ natür­lich ein Begriff. Das Polizeiprä­sid­i­um ist in Wahrheit das Rote Rathaus am Alexan­der­platz. In der anliegen­den Jüden­straße befind­et sich der als Hauptein­gang fungierende Tor­bo­gen. Auch die Innen­höfe und imposan­ten Gewölbe des Gemäuers wur­den als Drehorte für „Baby­lon Berlin“ genutzt.

Alexanderplatz

Der Alexan­der­platz dient in vie­len Szenen von „Baby­lon Berlin“ als Kulisse.

Staatsstreich im Gefängnis an der Lehrter Straße

In Moabit – nur einen Stein­wurf vom Haupt­bahn­hof ent­fer­nt – befind­et sich das ehe­ma­lige Gefäng­nis an der Lehrter Straße. Ende des 19. Jahrhun­derts errichtet, saßen dort Ange­hörige der preußis­chen Armee ihre Strafen ab, die sie von Mil­itärg­ericht­en aufge­brummt beka­men. In der Serie wird der als Ein­gang fungierende schwere Rund­tor­bo­gen durch zwei Uni­formierte bewacht. Im Inneren pla­nen hochrangige Ange­hörige der Reich­swehr hinge­gen einen Staatsstre­ich gegen die ver­has­ste Weimar­er Repub­lik.

Neuer Straßenzug im Filmpark Babelsberg

Auch wenn die „Neue Berlin­er Straße“ in „Baby­lon Berlin“ eine wichtige Rolle spielt, gibt es sie nicht und hat es auch nie gegeben. Diese pit­toreske Kulisse und viele andere find­est Du ein paar Kilo­me­ter außer­halb der Stadt, näm­lich in den Film­stu­dios Babels­berg in Pots­dam. Dort wur­den auf 15.000 Quadrat­metern 54 berlin­typ­is­che Haus­fas­saden eigens für das Megapro­jekt errichtet. Dazu zählen Ladengeschäfte, Friseure, Tor­durch­fahrten oder Waren­häuser. Der Szenen­bilder Uli Hanisch war hin und weg, als das Stu­dio Babels­berg die Zusage für den aufwendi­gen Bau erteilte: „Es war eine Stern­stunde, ein echter Glücks­fall“.

Filmpark Babelsberg

Das Stu­dio Babels­berg wurde 1912 gegrün­det und diente für viele oscarprämierte Filme als Kulisse.

Foto: Pic­ture Alliance / image­BRO­KER

Mord unter den Liesenbrücken

Zwei alte, mit­tler­weile still­gelegte Eisen­bahn­brück­en aus dem 19. Jahrhun­dert bilden die Kulisse für einen Mord. Dort wo Liesen­straße, Garten­straße, Scher­ingstraße und Ack­er­straße zu einem namen­losen Platz zusam­men­laufen, ist es ver­wildert, fast schon schäbig. Achtung Spoil­er: Direkt unter den von Pflanzen bewucherten und ver­rosteten Brück­en erschießt Gere­on Rath in ein­er Nacht- und Nebe­lak­tion den Auf­tragskiller Wilczek, auf­grund sein­er Klei­dung auch „Der Heilige“ genan­nt.

Willkommene Abkühlung im ehemaligen Volksbad Wedding

Im soge­nan­nten Groschen­bad kostete ein Bad inklu­sive Hand­tuch und Seife um die Jahrhun­der­twende noch 10 Pfen­nig. In „Baby­lon Berlin“ ist es mit 25 Pfen­nig ein wenig teur­er. Char­lotte Rit­ter und Gre­ta Over­beck gehen dor­thin, um in Ruhe ein Wan­nen­bad nehmen zu kön­nen, wer­den dabei allerd­ings von Gere­on Rath gestört. Da das 1907 in der Gericht­straße errichtete Bad nach über 90 Jahren in Betrieb und 15 Jahren als Kun­st- und Kul­turstätte 2016 abgeris­sen wurde, musste das Steglitzer Stadt­bad für diese Szenen her­hal­ten. Dort wurde der Betrieb zwar 2002 eingestellt, doch für die Serie kurzzeit­ig wieder aufgenom­men.

Es gibt noch viel mehr zu sehen in der Hauptstadt

Die bis hier­hin aufgezählten „Babylon-Berlin“-Drehorte sind nur ein klein­er Auss­chnitt der Schau­plätze der Krim­is­erie. Darüber hin­aus wurde am Wannsee, bei der Hei­land­skirche am Sacrow­er See, im Hör­saal des Anatomis­chen Insti­tuts der Char­ité, in der Kirche St. Mar­tin, im Gey­er Kopier­w­erk in Neukölln, am Landwehrkanal, im Kreuzberg­er Chalet oder im Rathaus Schöneberg gedreht.

Wannsee

Der Berlin­er Wannsee ver­fügt europaweit über das größte Bin­nensee-Bad.

Diese Drehorte von „Babylon Berlin“ solltest Du kennen

  • Das Moka Efti befind­et sich in Wirk­lichkeit im Stumm­filmki­no Del­phi in Weißensee.
  • Das Are­al auf dem und rund um den Alexan­der­platz diente als Kulisse für eine ganze Rei­he von Szenen.
  • Im ehe­ma­li­gen Gefäng­nis an der Lehrter Straße wurde ein Staatsstre­ich gegen die Weimar­er Repub­lik geplant.
  • Der Film­park Babels­berg errichtete eigens einen 15.000 Quadrat­meter großen Straßen­zug.
  • Unter den Liesen­brück­en erschoss Gere­on Rath den Auf­tragsmörder Wilczek.
  • Im Steglitzer Stadt­bad nah­men Char­lotte und Gre­ta ein Bad.
  • In der gesamten Haupt­stadt find­en sich an vie­len Eck­en inter­es­sante Drehorte von „Baby­lon Berlin“.

Welch­er ist Dein Lieblingss­chau­platz der beliebten Serie? Ver­rate es uns in den Kom­mentaren.

Titel­bild: Pic­ture Alliance / Geisler-Foto­press

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