Das Bild zeigt Lily Collins in Netflix' To the Bone.
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Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
Harry Bosch in der Amazon-Mutterserie "Bosch"
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Essstörungen, Bulimie & Co.: 4 bewegende Filme über Magersucht

Essstörun­gen sind ein sen­si­bles The­ma. Fast ein Fün­f­tel aller Kinder und Jugendlichen in Deutsch­land zeigt Anze­ichen ein­er Essstörung. Auch die Fil­min­dus­trie hat sich dieser The­matik angenom­men. Wir empfehlen 4 Filme über Mager­sucht, die sich sen­si­bel mit der Krankheit auseinan­der­set­zen.

Die Mager­sucht, in der medi­zinis­chen Fach­sprache als Anorex­ia ner­vosa beze­ich­net, ist eine Form der Essstörung, zu der auch die Bulim­ie zählt. Dabei haben Betrof­fene ein gestörtes Kör­per­bild und ver­weigern aus Furcht vor Gewicht­szu­nahme die Nahrung.


Alarmierend sind die sta­tis­tis­chen Zahlen. Laut dem Sta­tis­tik-Por­tal statista.com zeigten im Jahr 2006 35,2 Prozent der 16-jähri­gen Mäd­chen in Deutsch­land Hin­weise auf eine Essstörung. 2015 gab es in Deutsch­land 75 Todes­fälle, die sich auf eine Essstörung zurück­führen ließen. Die Zahlen sind seit den 1990er-Jahren gestiegen.

Die Ursachen für Essstörun­gen sind vielschichtig, sel­ten ist nur ein Fak­tor auss­chlaggebend. Das medi­al und gesellschaftlich ver­bre­it­ete Schlankheit­side­al, famil­iäre Prob­leme, psy­chis­che Bedin­gun­gen wie ein geringes Selb­st­wert­ge­fühl, aber auch genetis­che Voraus­set­zun­gen gel­ten heute als wahrschein­lich­ste Ursachen der Mager­sucht.

Die ver­schiede­nen Facetten der Krankheit wer­den in eini­gen Fil­men dargestellt, mal mehr, mal weniger plau­si­bel. 4 Filme, die sich dem The­ma angemessen näh­ern, stellen wir wir dir vor.

To the Bone: Kontroverser Film über Magersucht im Stream bei Netflix

Mit To the Bone sorgte Net­flix nach Tote Mäd­chen lügen nicht 2018 für die näch­ste Skan­dal­pro­duk­tion, auch wenn die medi­ale Berichter­stat­tung nicht so hohe Wellen schlug wie die Serie über das Teenag­er-Mäd­chen Han­nah Bak­er und die Darstel­lung ihres Selb­st­mordes. To the Bone erzählt die Geschichte der 20-jähri­gen Ellen (Lily Collins), die mager­süchtig ist und in ihrer Ther­a­pie bei Dr. William Beck­ham (Keanu Reeves) andere Betrof­fene mit Essstörun­gen ken­nen­lernt.

© Gilles Mingasson/Netflix

Ther­a­peut Dr. Beck­ham (Keanu Reeves) ver­sucht alles, um Pati­entin Ellen (Lily Collins) zu heilen | © Gilles Mingasson/Netflix

Kri­tik­er war­fen Net­flix vor, Mager­sucht im Film zu ver­harm­losen und teil­weise unre­al­is­tisch darzustellen. Ärzte warn­ten davor, dass To the Bone Anreiz zum Nachah­men geben kön­nte. Allerd­ings zeigt die Net­flix-Pro­duk­tion doch auch hässliche Szenen aus dem Leben der Pro­tag­o­nistin­nen. Haupt­darstel­lerin Lily Collins und Regis­seurin Mar­ti Nox­on lit­ten früher selb­st an Mager­sucht. Collins hungerte sich – unter ärztlich­er Auf­sicht – auf das passende Gewicht für To the Bone.

Genug Angriffs­fläche bietet der Film damit auf jeden Fall. Aber das dürfte wohl bei jedem sen­si­blen The­ma der Fall sein. Zeit-Kri­tik­erin Nora Bur­gard-Arp hebt in ihrem Faz­it den neuen Ansatz von To the Bone her­vor:

To the Bone richtet sich eben weniger an Betrof­fene als vielmehr an all diejeni­gen, die die Mager­sucht missver­ste­hen oder tabuisieren. Und damit liefert der Film einen guten und über­aus wichti­gen Beitrag, um das Bild der Krankheit in unser­er Gesellschaft zu hin­ter­fra­gen. Und eines ist sich­er: Dieser Film allein treibt völ­lig gesunde Men­schen genau­so wenig in die Mager­sucht, wie gewalt­same Com­put­er­spiele allein völ­lig gesunde Kinder zu Amok­läufern machen.

To the Bone ist bei Net­flix ver­füg­bar (Link zur Anzeige).

Vincent will Meer: Guter deutscher Film über Essstörungen und mehr

Der Spa­gat zwis­chen einem sen­si­blen The­ma und ein­er klas­sis­chen Komödie gelang Regis­seur Ralf Huet­tner (Voll nor­maaal) 2010 mit dem deutschen Spielfilm Vin­cent will Meer per­fekt. Hier brechen der touret­tekranke Vin­cent (Flo­ri­an David Fitz), der Zwangsneu­rotik­er Alexan­der (Johannes All­may­er) und die mager­süchtige Marie (Karo­line Her­furth) aus ihrer Ther­a­pie-Klinik aus, um gemein­sam nach Ital­ien zu reisen.

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Ein ungle­ich­es Trio: Vin­cent (Flo­ri­an David Fitz), Marie (Karo­line Her­furth) und Alexan­der (Johannes All­may­er) in Vin­cent will Meer | © Con­stan­tin Film Ver­leih

Ver­fol­gt von Vin­cents Vater (Heino Ferch) und Ther­a­peutin Frau Dr. Rose (Katha­ri­na Müller-Elmau) entwick­elt sich in Vin­cent will Meer ein unter­halt­samer Road­trip, der auch die ern­sten Aspek­te der dargestell­ten Krankheit­en sen­si­bel und angemessen the­ma­tisiert.

Vor allem die schaus­pielerischen Leis­tun­gen von Fitz (Män­ner­herzen), der auch das Drehbuch schrieb und derzeit im neuen Schweighöfer-Hit 100 Dinge zu sehen ist, und Her­furth (Fack ju Göhte) stießen bei den Kri­tik­ern auf pos­i­tive Res­o­nanz.

Weniger Anklang fan­den die teil­weise klis­chee­haften Darstel­lun­gen - vor allem von All­may­er. Die Deutsche Film- und Medi­en­be­w­er­tung ver­lieh Vin­cent will Meer das Prädikat Beson­ders wertvoll. Zudem wurde der Film 2011 beim deutschen Film­preis als bester deutsch­er Film aus­geze­ich­net. Fitz erhielt für seine Rolle 2010 den Bam­bi und 2011 eben­falls den deutschen Film­preis.

Vin­cent will Meer ist bei Max­dome und Sky ver­füg­bar (Links zu Anzeigen).

Keine Sorge, mir geht’s gut

Der franzö­sis­che Film Keine Sorge, mir geht’s gut ist haupt­säch­lich ein wirk­lich span­nen­der Thriller mit aller­lei Ver­wirrun­gen und über­raschen­den Wen­dun­gen. Pro­tag­o­nistin Lili, gespielt von Mélanie Lau­rent (Inglou­ri­ous Bas­ter­ds), lei­det an Mager­sucht und kehrt nach den Som­mer­fe­rien zu ihrer Fam­i­lie zurück. Allerd­ings stellt sie schnell fest, dass ihr Zwill­ings­brud­er Loïc ihr Eltern­haus nach einem Stre­it mit seinem Vater (Kad Mer­ad) ver­lassen hat.

Nach neun Monat­en erhält Lili einen Brief von ihrem Brud­er und kommt dadurch einem Fam­i­lienge­heim­nis auf die Spur.

Keine Sorge, mir geht’s gut basiert auf dem gle­ich­nami­gen Buch von Autor Olivi­er Adam. Lau­rent und Mer­ad erhiel­ten für ihre Darstel­lun­gen jew­eils einen César, die höch­ste franzö­sis­che Fil­mausze­ich­nung.

Keine Sorge, mit geht’s gut ist bei Max­dome ver­füg­bar (Link zur Anzeige).

Delicious – Liebe geht durch den Magen

Die britis­che Dram­e­dy Deli­cious – Liebe geht durch den Magen erzählt die Geschichte des ger­ade aus dem Gefäng­nis ent­lasse­nen Jacques (Nico Rogn­er), dessen größtes Tal­ent das Kochen ist. Als er im Lon­don­er Restau­rant des Starkochs Vic­tor Ell­wood (Adri­an Scar­bor­ough) anheuert, lernt er auch Stel­la (Louise Brealey), die in der Woh­nung unter ihm wohnt, ken­nen. Stel­la lei­det unter Mager­sucht. Also macht Jacques es sich zur Auf­gabe, die junge Frau mit seinen Kochkün­sten zu heilen.

© Great Movies GmbH

In Deli­cious - Liebe geht durch den Magen soll Stel­la (Louise Brealey) geheilt wer­den | © Great Movies GmbH

Als Inde­pen­dent-Film erlangte Deli­cious – Liebe geht durch den Magen kaum medi­ale Aufmerk­samkeit. Kri­tik­er lobten aber vor allem die schaus­pielerischen Leis­tun­gen, allen voran die von Louise Brealey, die ihr als Mol­ly aus der Serie Sher­lock mit Bene­dict Cum­ber­batch ken­nen dürftet. Claire Webb von der britis­chen Wochen­zeitschrift Radio Times zieht ein pos­i­tives Faz­it:

Der Film mag leicht und etwas vorherse­hbar sein, packt aber mit über­raschen­der Schlagkraft – vor allem dank Brealeys bek­lem­mender Darstel­lung von Stel­la.

Deli­cious – Liebe geht durch den Magen ist bei Max­dome ver­füg­bar (Link zur Anzeige).

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