Connected Cars, Taxi-Drohnen und Überschall-Züge: Die Zukunft der Mobilität

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Connected Cars, Taxi-Drohnen und Überschall-Züge: Die Zukunft der Mobilität

Reisen mit Überschallgeschwindigkeit, im Drohnen-Shuttle zur Arbeit und im vernetzten E-Auto über den smarten Highway: Es gibt unzählige Ideen und Visionen für die Mobilität der Zukunft. Mit welchen Technologien und Verkehrsmitteln werden wir künftig unterwegs sein?

Mehr als 500 Millionen Menschen in urbanen Regionen und Megacities werden im Jahr 2030 tagtäglich im Stau stehen, prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI). Auf der Suche nach „Auswegen“ sind fliegende Vehikel längst mehr als eine vage Vision. Internationale Entwickler und namhafte Unternehmen wie Audi, Uber und Airbus arbeiten an Konzepten für Flugtaxis. Erste marktreife Modelle wie der Volocopter zeigen, wie nahe diese Zukunft bereits rückt.

Urban Air Mobility: Ingolstadt bewirbt sich als Teststrecke für Flugtaxis

Die Europäische Union mobilisiert mit der Initiative Urban Air Mobility zu neuen Verkehrslösungen auf dem Luftweg. In diesem Rahmen hat Ingolstadt sich als Standort für den Testbetrieb künftiger Flugtaxis beworben. Eine Absichtserklärung haben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) sowie Vertreter von Audi und Airbus bereits unterschrieben. Auf ein bestimmtes Flugtaxi-Konzept möchte sich die oberbayrische Stadt bislang noch nicht festlegen. Auch weitere europäische Städte wie Hamburg und Genf arbeiten bereits an Konzepten für Urban Air Mobility.

Nachhaltige Lufttaxis: Siemens Elektroantrieb für den City-Airbus

Elektrisch betriebene Lufttaxis könnten nicht nur Verkehrsprobleme in Städten lösen, sondern auch Abgase und den Lärmpegel in urbanen Ballungsräumen erheblich verringern. Mit dem City-Airbus soll die Epoche der fossil befeuerten Raumüberwindung auch in der Luft bald ein Ende haben. Dafür hat Siemens mit der Iron Bird-Technologie ein neues Elektroantriebssystem entwickelt. Acht Motoren sollen für einen kostengünstigen, geräuscharmen und emissionsfreien Antrieb des Senkrechtstarters sorgen und bis zu vier Passagiere autonom ans Ziel fliegen. Fahrgäste könnten per Smartphone-App einen Sitzplatz reservieren und an einem nahegelegenen Landepunkt einsteigen.

Eine Pilot-Buchungsplattform möchte Airbus in Kooperation mit Audi schon bald testen. Ab diesem Sommer soll der Hubschrauber-On-Demand-Dienst Voom in São Paulo und Mexiko-Stadt angeboten werden.

Ende 2018 soll der City-Airbus seinen Jungfernflug absolvieren und bis 2025 technisch ausgereift sein. Um diesen Plan zu realisieren, tauschen sich die Airbus-Ingenieure regelmäßig mit ihren Kollegen im Silicon Valley aus. Hier arbeiten sie in der konzerneigenen Ideenschmiede A3 beim Projekt Vahana ebenfalls an einem autonom fliegenden Luftfahrzeug.

Grüner Strom fürs E-Auto: Aufladen auf der richtigen Spur

Leise, flink und umweltfreundlich düsen immer mehr E-Bikes und smarte E-Roller durch die Innenstädte. Liebäugelst Du schon mit einem eigenen E-Auto? Dann haben wir gute Nachrichten für Dich: Lästige Zwangspausen an den Ladestationen kannst Du Dir in Zukunft vielleicht sparen. Stell Dir vor, Solaranlagen am Wegesrand würden Strom für eine Induktionsspur erzeugen, auf der sich wiederum der Akku Deines E-Fahrzeugs kabellos auflädt. In den Niederlanden wurde bereits ein Smart Highway getestet, der solche Fähigkeiten mitbringen könnte.

Interaktive Fahrbahn leuchtet den Weg  

Bis induktive Fahrbahnen zur grünen Zapfsäule für Stromer werden, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. Was auf dem Test-Highway aber schon funktioniert, ist eine interaktive Straßenmarkierung. Sensoren messen unter anderem die Temperatur und warnen zum Beispiel mit leuchtenden Eiskristallen auf der Fahrbahn vor Glatteis. Dafür speichern spezielle Farben die Sonnenenergie, um die Markierung im Dunkeln leuchten zu lassen. Klingt cool? Pah! Eine intelligente Straße ist natürlich nichts ohne intelligente Fahrzeuge.

Connected Cars im intelligenten Straßenverkehr

Dass das Auto mitdenkt, ist heute nichts Ungewöhnliches mehr. Dein Fahrzeug kennt die beste Route, Autopiloten übernehmen das Steuer, Fahrassistenten warnen vor Hindernissen, können auf Gefahren hinweisen und den Verkehrsfluss optimieren. Doch das Smart Car der Zukunft ist kein Einzelkämpfer, sondern ein Team-Player. In Echtzeit kommuniziert es mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur – ob mit smarten Straßenlaternen, Parkautomaten oder eben der Fahrbahn. Wie die Zukunft des intelligenten Straßenverkehrs aussehen kann, testet Vodafone in seinem neuen 5G Mobility Lab.

Über ein hochmodernes 5G-LTE-Netz im Aldenhoven Testing Center der RWTH Aachen tauschen vernetzte Fahrzeuge kontinuierlich Informationen aus und erproben ihre Alltagstauglichkeit in unterschiedlichen Verkehrssituationen.

Smart Drive: Man muss auch loslassen können

Zwischen hochautomatisierten Connected Cars und völlig autonomen Fahrzeugen liegt natürlich noch ein Stückchen Weg. Doch nicht nur Google tüftelt an Vorboten dieser neuen Welt, sondern auch Automobilkonzerne wie Daimler, BMW und Audi. Einsteigen, anschnallen, Augen zu – der smarte Chauffeur weiß schon, wo es langgeht. Dank lernender Algorithmen und künstlicher Intelligenz soll das Roboter-Fahrzeug der Zukunft nicht nur vorprogrammierte Verkehrsszenarien kennen, sondern kann auch in neuen, unvorhersehbaren Situationen richtig reagieren – so zumindest die Vision. Bis diese selbstfahrenden Vehikel ganz ohne menschliche Kontrolle auskommen, wird es noch einige Jahre dauern. Bislang können und sollen die intelligenten Systeme Dich am Steuer in erster Linie unterstützen.

Flieg dem Stau davon: Taxi-Drohnen und Flug-Autos

Stellt sich die Frage: Brauchst Du als Passagier eines autonomen Autos überhaupt noch einen Führerschein? Wenn ja, kannst Du ihn wahrscheinlich künftig im 3D-Fahrsimulator an Deinem Computer oder via VR-Brille machen – und den Pilotenschein am besten gleich dazu. Denn wenn es Dir auf der Straße der Zukunft nicht schnell genug geht, nimmst Du einfach die Abkürzung auf dem Luftweg. So utopisch wie es klingen mag, ist es nicht mehr. Immerhin: das fliegende Auto AeroMobil soll schon ab 2020 ausgeliefert werden. Sag dem Stau Adieu!

Fernverkehr 4.0: Mit autonomen Shuttle-Bussen zur Hyperloop-Station

Die Deutsche Bahn bleibt zwar auf dem Boden der Tatsachen, zieht bei ihrem Smart City-Programm aber ebenfalls den Einsatz autonomer Shuttlebusse in Betracht. Die intelligenten Sammeltransporter ließen sich per App bestellen, könnten Dich vor der Haustür abholen und ihre Route je nach weiteren Fahrgast-Buchungen selbstständig anpassen.

Vielleicht fährst Du aber gar nicht zum nächsten Bahnhof, sondern zur Hyperloop-Station am Stadtrand. Mit über 1.000 Kilometern pro Stunde könnte Dich die Überschallkapsel in einer Vakuumröhre ans gewünschte Ziel schießen – noch dazu mit umweltfreundlicher Solarkraft betrieben. Mal eben zum Stadtbummel von Rostock nach München? Es wäre ein gemütlicher Tagestrip. Tech-Visionär Elon Musk setzt momentan alles daran, mit dem Hyperloop das irdische Reisen zu revolutionieren.

Aber möchtest Du künftig überhaupt noch von A nach B kommen? Die Notwendigkeit des permanenten Unterwegsseins besteht in Zukunft vielleicht gar nicht mehr. Drohnen liefern alle Mittel des täglichen Bedarfs nach Hause. Arbeiten kannst Du dank virtueller Kommunikation überall und in der Virtual Reality reist Du um die Welt. Mobilität wäre eine Option – vielleicht sogar ein besonderes Erlebnis-Angebot. Doch bis Du Dir über diese Utopie Gedanken machen musst, wirst Du erstmal viele Jahre mit intelligenten Autos in der Smart City unterwegs sein.

Wie stellst Du Dir die Zukunft der Mobilität vor? Würdest Du in selbstfahrende Busse, Überschallkapseln und Taxi-Drohnen einsteigen?

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