The Looking Glass: Holografisches Display für Kreative

The Looking Glass: Holografisches Display für Kreative

Bei Kickstarter wirbelt das Projekt „The Looking Glass“ gerade ziemlich viel Staub auf. Cineasten riechen Star Wars, Entwickler freuen sich auf eine völlig neue Möglichkeit, mit 3D-Modellen zu arbeiten.

Auch hier bei featured sind wir ganz wild auf Hologramtechnologie. So haben wir einst die Gadget Inspectors auf das Thema angesetzt. Und wir haben Dir gezeigt, wie Du mittels Plastik-Prisma selbst kleine Holo-Imitate zaubern kannst. The Looking Glass ist technisch gesehen kein echtes Hologramm, aber fast genauso spektakulär.

Holografisches Display: 3D-Effekt ohne Headset

Zweifelsfrei gibt es unter den featured-Lesern Menschen mit Abschlüssen in Physik und dergleichen. Für die reicht der Hinweis:

  • 45 Blickwinkel
  • 60 FPS
  • Lentikularlinsen

Danke für die Aufmerksamkeit.

Die Software hinter Looking Glass stellt das ausgewählte 3D-Objekt von Deinem PC gleichzeitig in 45 Perspektiven dar, mit 60 Bildern pro Sekunde. Sogenannte Lentikular-Linsen machen das möglich. Der glasartige Display-Vorbau sorgt für die Dreidimensionalität. Echte Dreidimensionalität. Das heißt, dass Menschen, die um das Looking Glass herumstehen, das virtuelle Objekt aus der entsprechenden Perspektive anschauen.

Vor allem für Grafikdesigner, Architekten, Spieleentwickler und Ingenieure interessant

Das Team macht keinen Hehl daraus, dass sich das holografische Display vor allem an Kreativ-Berufe wie Grafikdesigner und Spieleentwickler richtet. Durch die Möglichkeit, einen  Leap-Motion-Controller, aber auch Nintendos Joy-Con anzuschließen, bieten sich für Kreative nun vollkommen neue Möglichkeiten, ihre virtuellen Figuren zu designen und in der Dreidimensionalität wahrzunehmen. Und das ohne VR-Headset.

Looking Glass ist deshalb kompatibel mit einer ganzen Reihe von 3D-Grafik-Programmen, darunter Branchenlieblinge wie Tinkercad, Zbrush und Blender. Voraussetzung ist Windows 10 (64 Bit), mindestens einen Intel-Core-i5-Prozessor und eine Grafikkarte ab Nvidia GeForce GTX 1060.

Für alle Bastler: Es lassen sich auch mehrere Holo-Displays vernetzen – für das Extra-Wow!

Kickstarter-Gold: Der Preis ist heiß

The Looking Glass ist auf Kickstarter der absolute Renner. Obwohl das Projekt bis zum 24. August 2018 lediglich knapp 43.000 Euro sammeln sollte, hat es Anfang August bereits rund 500.000 Euro eingefahren, bei knapp 1000 Unterstützern.

Natürlich gibt es Early-Bird-Angebote, aber wichtiger für Dich ist vermutlich der angestrebte Ladenpreis. So ist das kleine Looking Glass (8,9“) für umgerechnet 515 Euro vorbestellbar. Die große Ausführung (15,6“) soll umgerechnet knapp 2500 Euro kosten.

Für den Preis gibt es, neben der Hardware, auch eine Handy-App mit der Du gratis 3D-Modelle und Animationen aus einer Bibliothek nutzen kannst. Skills für Sprachassistenzen wie Alexa gibt es ebenfalls. Die Auslieferung soll im Dezember beginnen.

Exkurs: Warum echte Hologramme Zukunftsmusik sind

So gerne wir etwas anderes schreiben würden, aber echte Hologramme, so wie in zahlreichen Sci-Fi-Stücken, ist zu diesem Zeitpunkt unrealistisch. Aus dem gleichen Grund, aus dem auch die berühmten Laserschwerter Unsinn sind: Physik!

Licht strahlt so weit, es eben strahlen kann – je nach Intensität. Ein Laserschwert wäre vermutlich mehrere Kilometer lang. Bei dem Versuch ein Hologramm mitten in den Raum zu projizieren, würden die Lichtstrahlen einfach zerfasern. Mehr zur Geschichte und dem Status Quo der Hologramm-Technologie erfährst Du übrigens in unserem Beitrag Wenn Bilder schweben – Sind Bilder Science oder Fiction?

Visuell kommen holografische Displays, auch volumetrische Displays, dem Hologramm am nächsten. Und das Team von Looking Glass Factory hat diesbezüglich die Messlatte deutlich nach oben verschoben.

Teures Gadget, oder hilfreiches Werkzeug für 3D-Entwickler – was hältst Du vom Looking Glass? Wir freuen uns auf Deine Meinungen in den Kommentaren.

Titelfoto und Video: Looking Glass Factory

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