Smarter Garten: Mit der digitalen Gießkanne übers intelligente Beet

Smarter Garten: Mit der digitalen Gießkanne übers intelligente Beet

Endlich wieder die Wohnzimmer-Couch gegen eine Hängematte im Garten eintauschen – so ein eigenes Naherholungs-Idyll ist schon Luxus. Vor allem, wenn sich die lästige Gartenarbeit fast von alleine erledigt und Du den Garten automatisch bewässern lässt: Deine vernetzten Pflanzen melden Dir via App, was sie brauchen und digitale Hightech-Gärtner sorgen dafür, dass alles im grünen Bereich bleibt. Willkommen im Smart Garden.

Wer bei der Pflanzenpflege bislang zwei linke Hände ohne grüne Daumen bewiesen hat, kann sich nicht nur beim Indoor-Gärtnern im Green Home technische Unterstützung holen, sondern auch im Außeneinsatz. Beim Gartenmanagement unterstützen Dich bereits unzählige Apps. Und damit die Pflanzenbetreuung auch beim dreiwöchigen Spanien-Urlaub nicht ins Stocken gerät, halten clevere Garten-Gadgets Dein kleines Paradies in Schuss.

CloudRain: Automatische Gartenbewässerung mit dem Smartphone

Während Du auf Reisen bist, hast Du Deine Pflanzen bislang bei sengender Sommersonne sich selbst überlassen? Das Düsseldorfer Startup CloudRain möchte das vermeiden und hat ein smartes Bewässerungssystem entwickelt, das Deinen Garten vollautomatisch, bedarfsgerecht und ressourcensparend vor dem Vertrocknen schützt. Dafür bandelt der CloudRain-Controller mit Deinem Smartphone an und bezieht über eine App alle notwendigen Klimainformationen zur Sonneneinstrahlung, Windstärke, Temperatur und Feuchtigkeit. Je nach Wetterlage geben die vernetzten Ventile dann die perfekte Dosis Wasser frei. Per App behältst Du unterwegs alles im Blick und kannst auch manuell weitere Bewässerungsdurchläufe starten. Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne können sich ab Juni 2018 das Gießkannen-Schleppen sparen.

Quelle: Youtube /Indiegogo Technology

Die CloudRain-Idee ist zwar praktisch, aber nicht ganz neu. Die smarte Sprinkler-Anlage Rachio Iro kümmert sich schon länger um das Wohl Deiner Pflanzen – ebenfalls automatisch, je nach Wetterlage oder per Smartphone-Steuerung. Dafür fütterst Du die dazugehörige App lediglich mit Informationen zu den Grundstückseigenschaften und den vorhandenen Pflanzenarten. In Anbindung an Dein Smart Home-System kannst Du das Bewässerungssystem mit Amazon Alexa oder Google Assistant auch per Sprachbefehl steuern.

Roboter Tertill autonom auf Unkraut-Jagd

Unkraut vergeht nicht. Daran kann auch das Start-up Franklin Robotics nichts ändern, möchte Dich aber mit dem Roboter Tertill im Kampf gegen das unerwünschte Grünzeug unterstützen – ganz ohne Chemikalien, dafür mit komfortabler Smartphone-Steuerung via Bluetooth. Setzt Du Tertill im Garten aus, macht sich der solarbetriebene Robot eigenständig auf Unkrautvernichtungs-Tour. Dabei erkennen Sensoren große Pflanzen, um die das robuste Gadget einen Bogen macht, während kleinere Gewächse im Häcksler landen. Genau hier liegt auch die Schwachstelle, denn ob Tertill tatsächlich Unkraut oder die ersten zarten Sprosse auf dem Gemüsebeet zerlegt, kann der automatische Gärtner nicht unterscheiden. Pflanzen, die kleiner als 2,5 Zentimeter sind, müssen daher mit speziellen Überziehern markiert werden. Damit der rollende Robot nicht in Nachbars Garten ausbüxt, musst Du ihm außerdem mit Holzlatten oder einem Zaun klare Grenzen aufzeigen. Nach erfolgreicher Crowdfunding-Finanzierung im letzten Jahr, soll Tertill ab Juli 2018 an die Unterstützer ausgeliefert werden.

Quelle: Youtube /Franklin Robotics

Digitale Gartenplanung mit dem My Garden Guide

Wer sich schon vor dem ersten Schaufel- und Schubkarren-Einsatz ein genaues Bild von seinem Traum-Garten machen möchte, braucht entweder Fantasie oder einen interaktiven Guide wie die App Yates – My Garden. Mit dem Augmented Reality-Tool „Garden Visualiser“ kannst Du Beete, Sträucher und Blumen virtuell über die Kameraansicht Deines Smartphones an Ort und Stelle verpflanzen. Steht der Plan für die Begrünung fest, leitet Dich die App mit einem Produkt-Finder, Inspiration aus der Garden-Club-Community und jeder Menge Tipps durch alle Phasen der Gartenpflege: von der Auswahl des Saatguts über die Pflanzen- und Gemüsezucht bis zum Schnitt und der Ernte.

Video: Youtube / weblingshowcase

Jetzt blüht dem Garten Hardware: Pflanzen-Monitoring via App

Zwischen Büschen, Blumen und Kräutern sprießen im Smart Garden immer öfter auch Sensoren, die Dich über die Bedürfnisse Deines Gartengrüns auf dem Laufenden halten. Während auf dem Balkon und der Terrasse bereits die Parrot Pots Deine Pflanzen mit Wasser versorgen, informiert Dich im Garten der Bluetooth-Flower-Power-Sensor über die Lage im Beet und liefert via App passende Pflege-Anleitungen – Gießkannen schleppen musst Du hier allerdings noch selbst. Genau das möchte Dir die nächste Generation smarter Gärtner abnehmen. Beispielsweise übermittelt der Edyn Garden Sensor nicht mehr nur Werte zur Bodenfeuchtigkeit, Lichtintensität und Temperatur an Dein Smartphone, um sie via App auswerten zu lassen. Sein Kollege Edyn Water Valve sagt auch gleich der vernetzten Bewässerungsanlage Bescheid, wenn sie ihren Dienst antreten soll – ein cleveres Konzept, das künftig öfter Früchte tragen könnte.

Video: Youtube / Edyn Garden

Besser abschneiden bei der Rasenpflege

Wenn das grüne Idyll dank intelligenter Rundum-Betreuung sprießt, gedeiht und blüht, könnte eigentlich nur noch eines die Gartenfreude trüben: der vor sich hin wuchernde Rasen. Klar, dass sich über diese lästige Arbeit schon einige verschwitzte Köpfe Gedanken gemacht haben. Und so ziehen auf heimischen Grünanlagen bereits automatische Mäh-Roboter wie der Robomow oder Bosch Indego 1000 Connect unermüdlich ihre Runden. Bedienen, programmieren und überwachen lassen sie sich natürlich per Mobile-App. Während Du dem Bluetooth-Rasenmäher Robomow entspannt von der Hängematte bei seiner Arbeit zusehen kannst, lässt sich der Gras-Trimmer von Bosch dank GSM-Verbindung sogar vom Urlaubsort oder Büro aus in Gange bringen.

Video: Youtube / Robomow

Im Liegen gärtnern mit dem Gardena Smart System

Wenn Du mit Gartenarbeit generell möglichst wenig am Hut haben möchtest, könnte der Lösungsansatz von Gardena ein wahrer Lichtblick sein. Bei dem Gardena Smart System kannst Du gleich mehrere Geräte vernetzen, diese über eine App steuern und einzelne Funktionen aufeinander abstimmen. Dann veranlasst zum Beispiel der smart Sensor anhand der Feuchtigkeitswerte im Boden das Bewässerungssystem smart Water Controll seine Dienste zu verrichten. Und der automatische Rasenmäher Sileno könnte sich nicht nur an den Intervallen der Sprinkleranlage orientieren, sondern ebenfalls an den sensorisch ermittelten Daten. Bislang arbeiten die einzelnen Komponenten allerdings weitgehend autonom nach einem vorprogrammierten Zeitplan – auch das könnte ja so manch stressgeplagten Freizeitgärtner entlasten.

Spannend bleibt, ob sich das Unkraut im Smart Garden der Zukunft auch von alleine jätet und die Heckenschere selbstständig die Büsche stutzt. Aber ein bisschen Spaß sollte dem Hobbygärtner ja doch noch bleiben, oder?

Du schwingst lieber eigenhändig den Wasserschlauch, trimmst Deinen Rasen selbst und hast Deine Pflanzen auch ohne technische Unterstützung ganz gut im Blick? Schreib uns, was Du von den kleinen Helfern im Smart Garden hältst!

 

Titelfoto: ©2017 Rachio, Inc.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren