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Smart Retail – wie Technologie das Einkaufserlebnis emotionalisiert

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Der stationäre Einzelhandel kann gegen die wachsende Konkurrenz des E-Commerce mit emotionalen Einkaufserlebnissen punkten. Dabei unterstützt zunehmend intelligente Technologie wie Digital Signage, Virtual und Augmented Reality sowie künstliche Intelligenz. Es gibt bereits viele Ideen und Konzepte zur Digitalisierung des Handels – kurz: Smart Retail.

Wenn der Name Amazon fällt, verdüstern sich die Mienen deutscher Marketer bisweilen. Der US-amerikanische Online-Versandspezialist ist dank seines Logistiksystems heute sortimentsübergreifend der gefährlichste Wettbewerber des stationären Handels in Deutschland.

Die wachsende Dominanz des E-Commerce trifft auch noch auf frustrierte Verbraucher: Laut der Studie der IT-Beratung Capgemini empfinden 40 Prozent der Deutschen den Besuch im Einzelhandel als unangenehme Pflicht. Was fehlt sind Komfort und Funktionen ähnlich dem Einkauf im Internet, sowie eine Verknüpfung von offline zu online.

Emotionale Kauferlebnisse kreieren

Kann sich der Handel überhaupt noch aus diesem Dilemma befreien? Sagen wir es so: Er könnte. Durch Emotion. Und indem er die intelligente Integration neuer Zukunftstechnologien mit Nachdruck vollzieht. Innovationen versprechen Virtual Reality, vernetzte digitale Screens mit Interaktionspotenzial und intelligente Shopping-Apps mit echtem Mehrwert. Das sind ideale Voraussetzungen für ein digitales Einkaufserlebnis neben real erlebbaren Produkten im Ladengeschäft.

Doch die Protagonisten scheinen weithin noch träge: Nur 18 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern haben bereits Beratungsleistungen zur digitalen Transformation des eigenen Geschäfts in Anspruch genommen, vermeldet der Digitalverband Bitkom nach einer repräsentativen Unternehmensbefragung. Drei Viertel der Mittelständler (75 Prozent) geben an, dass das für sie kein Thema sei.

Virtuelle Erlebniswelten binden Kunden

Die Experimentierfreudigkeit der Unternehmen nimmt weiter zu: Ikea erprobte im Sommer 2016 in der Filiale Berlin-Lichtenberg den Einsatz von drei Stationen mit VR-Brillen. In einer Art virtuellem Wohnzimmer konnten die Kunden von der Tapetenfarbe bis hin zum Billy-Regal oder dem Couch-Bezug  etliche Komponenten selbst konfigurieren. Ein abgestimmter 3D-Sound  unterstützte das „Eintauchen“ in die Ikea-Erlebniswelt.

 

Quelle: YouTube HorizontNet

 

In der Bosch „Experience Zone“ treffen die Vorteile von Digital Signage auf ein intelligentes Shop-in-Shop Konzept, das inzwischen weltweit zum Einsatz kommt. Ein in den Ladenbau integriertes Terminal mit Touchscreen soll die Kunden zur Interaktion anregen – etwa indem es Anleitungen zum Do-it-yourself anbietet. Alle Infos über die nötigen Utensilien lassen sich über die Stele sofort ausdrucken oder via QR-Code ans eigene Smartphone senden.

 

Quelle: YouTube dimedis GmbH

 

Fakt ist: Die hohe Innovationsrate der Digitalisierung stellt dem Einkaufsprozess immer mehr unterstützende Technologien Zur Verfügung. So stellt Deutschlands Handel derzeit sukzessive von Papier auf digitale Preisschilder um. Dies spart nicht nur Kosten, sondern verknüpft die Regal-Informationen mit den Smartphones der Besucher per drahtloser Near Field Communication (NFC).

Die Kunden können so nicht nur Informationen zum Produkt abrufen, etwa über enthaltene Allergene, sondern sich auch über eine verknüpfte hauseigene App mittels Standortinformationen zum gewünschten Artikel lotsen lassen.

Smart Retail: Der datengestützte Weg zum intelligenten Shop

Inzwischen versucht ein Joint Venture des IT-Konzerns Microsoft und der Beratungsgesellschaft Accenture den „Supermarkt der Zukunft“ zu kreieren. Gestengesteuerte Monitore animieren die Kunden zur Interaktion an Regalen. Wer auf ein Produkt zeigt, erhält eine Liste von Informationen – vom Inhaltsstoff bis hin zum ökologischen Fußabdruck. Die Systeme helfen den Händlern im Idealfall, ihr Angebot besser an die tatsächlichen Bedürfnisse der Verbraucher anzupassen – indem sie auswerten, welches Produkte aus welchem Grund auch immer hoch im Kurs steht und welches nicht.

Die Datenanalyse wird zu einem wichtigen Baustein für Smart Retail: In- und Outdoor Retail Analytics helfen den Händlern auszuwerten, welche Bewegungen ihre Kunden vor der Tür oder im Laden vornehmen, welche Einkaufspräferenzen sie haben. Über Dashboard-Lösungen visualisiert, können auch die Mitarbeiter aus den Daten lernen – und etwa die Beratungsleistung verbessern.

 

Digitale Assistenzsysteme optimieren die Einkaufstour

Künstliche Intelligenz wird in Zukunft stärker im stationären Handel erfahrbar sein. Der IT-Konzern IBM hat mit dem kognitiven System „Watson“ einen intelligenten Assistenten entwickelt, der den Einkauf grundlegend verändern soll. Er erkennt und interpretiert in Sekundenschnelle  die Präferenzen eines Kunden – wenn er sich dem System als reale Person zu erkennen gibt. Dabei bezieht „Watson“ in seine Analysen auch den digitalen Fingerabdruck ein, den der Kunde bereits im Netz in den sozialen Medien oder beim Online-Shopping hinterlassen hat.

Digitalisierung wird in Zukunft ein immer wichtigerer Erfolgsfaktor für den Einzelhandel. Die Verschmelzung von digitalen und analogen Erlebnissen im stationären Handel führt zu einer noch stärkeren und effektiveren Kundenzentrierung. Unternehmen können diese Chance ergreifen und Kundenerlebnisse schaffen.

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