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#digitalready – Interview mit Speaker Richard David Precht

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  • 13.10.2017
  • Kategorie: Business
  • Schlagwort:

6 Städte, 6 Keynote Speaker, lokale Start-Ups und digitale Erfolgsgeschichten. Von Oktober bis Ende November ist Vodafone auf digital.ready.tour. Bei diesen bundesweiten Events blickt Vodafone gemeinsam mit Business-Kunden auf die Herausforderungen der Digitalisierung für Unternehmen. Wertvolle Impulse liefern bekannte Vordenker. Regionale Unternehmen und Start-Ups tauschen sich mit den Besuchern aus und erzählen ihre digitalen Erfolgsgeschichten. Am 19.10. gastieren wir in Stuttgart. Mit dabei ist u.a. Richard David Precht. Er ist gefragter Autor, Philosoph und lehrt zugleich an mehreren Hochschulen in Deutschland. Ihn fasziniert an der Digitalisierung besonders das Zusammenspiel von Mensch und Maschine, wie sich in unserem Kurz-Interview vorab herausstellt.

 

Sie sprechen in Ihrer Keynote, u.a. über die Zusammenarbeit von Mensch und Computer in der Zukunft. Wer hat von den beiden denn künftig das Sagen?

Noch für lange Zeit der Mensch, jedenfalls dort, wo er will. In bestimmten Bereichen – etwa im Hochfrequenzhandel – haben wir unsere Autorität freiwillig an Computer abgegeben. Aber das hat Grenzen. Im Augenblick sehen wir die schon ganz gut. Welcher Personalchef überlässt die Einstellung eines hochrangigen Mitarbeiters wirklich Algorithmen und nicht seiner Menschenkenntnis …

Blicken wir 10 Jahre in die Zukunft – wie digital sind Unternehmen dann und welche Auswirkungen hat dies auf die menschliche Arbeit? 

Kindergärten werden nicht wesentlich digitaler sein als jetzt und Fliesenleger auch nicht. Aber viele große Dienstleister, wie etwa Banken und Versicherungen werden sehr stark digitalisiert sein und in Deutschland sehr viele Menschen entlassen bzw. nicht mehr einstellen. Es ist damit zu rechnen, dass langfristig mehrere Millionen Menschen ihre Jobs verlieren: Busfahrer, Schalterbeamte, Justitiare usw.

Welche Weichen müssen wir heute stellen, um in 10 Jahren digital gut aufgestellt zu sein?

Die technischen Herausforderungen sind uns eigentlich ganz gut bekannt und werden auch angegangen. Vernachlässigt werden die politischen Weichenstellungen: Ein Grundeinkommen für alle, eine Steuersystem, dass Finanztransaktionen und nicht Arbeit besteuert, ein Bildungssystem, das die intrinsische Motivation in den Mittelpunkt der Pädagogik und Andragogik stellt.

Wie digital ist Ihr eigener Arbeitsplatz? Oder wie würde Ihr perfekter digitaler Arbeitsplatz aussehen?

Philosophen sind privat meist etwas altmodisch. Denken ist analog, und deshalb ist der Bedarf an Digitalem bei mir eigentlich ganz gut gedeckt.

 

Sie haben Interesse an der Vodafone digital.ready.tour? Mehr Informationen und Anmeldung auf vodafone.de/digitalisierung 

 

  •  Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seine Bücher wie „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“, „Liebe – ein unordentliches Gefühl“ und „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ sind internationale Bestseller und wurden in insgesamt mehr als 40 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen „Erkenne die Welt“ und „Tiere denken“. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung »Precht« im ZDF.

 

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