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Digitalisierung als Schlüssel zur wirtschaftlichen Zukunft

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Die digitale Revolution wird die gesellschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen radikal verändern. Das Internet hat sich in der jungen Gesellschaft als allgegenwärtig manifestiert. Mit seiner Infrastruktur gilt es als essentieller Teil unseres täglichen Handelns. Bis zu sieben Stunden pro Tag verbringen die Menschen hierzulande bereits in sozialen Medien. Dabei dominieren Smartphones den Alltag. Auch schon längst Totgesagte leben länger: Facebook wächst in 119 von 123 Ländern. Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen für die Unternehmen in Deutschland? Dieser und weiterer Fragen versuchte die CeBIT Konferenz d!conomy am 2. und 3. November in Düsseldorf nachzugehen, zu der sich wichtige Entscheider aus Politik und Wirtschaft getroffen haben.

Niemand sollte die Augen vor der Realität verschließen. „Wir haben alles, außer Zeit“, schwörte Karl-Heinz Land, CEO von neuland, die Konferenzteilnehmer in seiner Keynote ein. Sie sollten seiner Mahnung folgen und verstehen, dass die digitale Transformation nur ein Buzzword sei. „In drei oder vier Jahren wird jeder nur noch über Transformation reden. Wir brauchen dafür jetzt Awareness.“

Die Digitalisierung sollte kein Unternehmen verschlafen. Wurden rein analog-mechanische Produkte erst mit elektronischen Bausteinen ausgestattet, folgten kurz darauf elektronische Assistenzsysteme wie ABS und ESP im Auto. Jetzt erobern Connected Cars als autonome, selbstfahrende Autos die Straßen. Wer hätte noch vor einigen Jahren gedacht, kritisierte Land, dass die Automobilindustrie dabei nicht untereinander kämpfe, sondern im Wettbewerb zu Apple, Google und Tesla steht?

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Foto: EUROFORUM

Die Globalisierung sorgt einerseits für den Wegfall jeglicher Wettbewerbsgrenzen. Andererseits verändern sich die Wertschöpfungsketten und die analogen Produkte werden digitalisiert. Jeder einzelne Marktakteur hat die gleichen Chancen, durch geringe Eintrittsbarrieren und digitale Services in den Markt einzusteigen – egal ob Einzelperson oder Unternehmen aus dem Mittelstand.

In Zukunft rechnen die Digitalexperten damit, dass rund 80 Prozent der Geschäftsmodelle auf Service und Kundenbeziehungen ausgerichtet sein werden. Diese Veränderungen spüren Unternehmen in der Demokratisierung der Medienmacht, der Produktmacht und der Vertriebsmacht. „Die Menschen sammeln Erfahrungen im Internet – und die Frage lautet: Was bedeutet das für uns?“, schlussfolgert Dr. Andrea van Aubel, CIO und Chief Digital Officer der AXA Konzern AG. „Wir wollen wirklich schnell sein und gut sein in der Digitalisierung. Weil Geschäftsmodelle wie unseres relativ schnell zu disrupten sind.“

Dafür nutzt der Versicherungskonzern ein zentrales Team, dass als eigene Digital Agentur bestimmte Prototypen als Produkte und Services entwickelt und diese für die internationalen Landesdependancen anpasst. Hinzu kommt ein Inkubator, der als Venture Capitalist für den AXA Konzern im Wirtschaftsbereich Fintech junge Startups unterstützen soll, die im gleichen Gewässer wie das Versicherungsunternehmen mitschwimmen. Nach Ansicht von van Aubel sind Daten das neue Gold. Dafür hat AXA in Paris ein Data Innovation Lab entwickelt, dass ausschließlich auf Big Data ausgerichtet ist. Fest steht dabei immer: Sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich hängen die Geschäftsmodelle zentral von den Kundenbeziehungen ab. Wer jedoch keine guten Kundenbeziehungen wie Google, Facebook oder Apple vorweisen kann, dann wird es laut van Aubel durchaus schwierig, sobald diese globalen Player die alten Märkte von nicht-digitalen Unternehmen angreifen. Dies sieht Digital-Darwinist Land ähnlich und kritisiert die in Deutschland stark geführte Diskussion über Daten und gläserne Kunden: „Wer keine Daten von seinen Kunden sammelt, wie will er dann wissen, was der Kunde dann will?“

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Foto: EUROFORUM

Die CeBIT Konferenz d!conomy zeigt, dass die notwendige Aufmerksamkeit für die Digitalisierung zwar in Gesellschaft und Politik vorhanden ist, aber in der Wirtschaft und insbesondere im deutschen Mittelstand erweckt werden muss. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn wie mehrfach betont greifen digitale Unternehmen mit ihren innovativen Produkten und neuen Dienstleistungen die klassischen Marktsegmente an, auf denen die meisten deutschen Unternehmen ihren Wettbewerb sehen. Zwar rühmt sich Deutschland als Innovationstreiber der Wirtschaft, jedoch finden sich im internationalen Vergleich nur zwei europäische Unternehmen unter den weltweit führenden Digitalunternehmen. Was die Gesellschaft verändert hat, wirkt sich intensiv auf das Business aus – trotz der Angst vor Veränderungen, die in vielen Köpfen präsent ist, können Geschäftsmodelle fit für eine digitale Zukunft gerüstet werden. Das Umdenken dazu muss jedoch in den Köpfen der Vorstände und Geschäftsführer erfolgen, damit die betroffenen Unternehmen im digitalen Wettbewerb nicht verdrängt werden und die Digitalisierung als Schlüssel für ihren Erfolg verstehen.

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