Design Thinking – wie funktioniert die Methode in Unternehmen?

Design Thinking – wie funktioniert die Methode in Unternehmen?

Was haben bunte Post-its, Knete, Kleber oder Legosteine mit Produktentwicklung zu tun? Ziemlich viel, zumindest dann, wenn man sich der Methode des Design Thinking bei Innovationsprozessen in Unternehmen bedient. Denn diese Materialien gehören zur Methode dazu – neben weiteren wichtigen Faktoren.

Wie der Name „Design Thinking“ bereits verdeutlicht, kommt der Denkansatz aus der Produktgestaltung und Formgebung und wurde bereits in den 80er Jahren von David Kelley, Gründer der Designagentur IDEO im Silicon Valley, erfunden. Die Professoren Terry Winograd und Larry Leifer von der d.school der Stanford University entwickelten die Methode weiter. Mittlerweile wird die Methode auf der ganzen Welt angewendet und findet zunehmend auch in deutschen Unternehmen Anklang. Den ganzen Prozess kann man in sechs Stufen aufteilen.

Design Thinking in 6 Stufen

Das revolutionär Neue bei der Herangehensweise ist, dass – gleich, ob es um die Entwicklung eines neuen Produktes oder Prozesses geht – zu Beginn des Prozesses in der ersten Phase das Verstehen und die Beobachtung steht. Es geht also erst einmal darum, überhaupt ein Problem zu definieren und diese aus Nutzerperspektive anzugehen, anstatt sich zum Beispiel auf die Sichtweise als Entwickler zu konzentrieren: So würde man zum Beispiel in einer Behörde erst einmal definieren, wo es überhaupt Verbesserungsbedarf gibt.

Danach geht es in die Beobachtungsphase: Wie verhält sich der Nutzer? Wo kommt er nicht weiter? In der Behörde würde man jetzt beobachten, wie Bürger Formulare verwenden und wo Fragen auftauchen anstatt sich nach und nach einzelne Formulare vorzunehmen und diese aus Behördensicht zu optimieren.

Ideen entwickeln und Prototypen testen

In der dritten Phase werden die Erkenntnisse zusammengetragen und anschließend die Sichtweise definiert. Erst danach geht es darum, Ideen zu entwickeln. Die Lösungsmöglichkeiten können dabei so vielfältig wie möglich sein und auch zunächst ganz abwegig, denn erst in der fünften Phase geht es daran, sich zu fokussieren und Prototypen zu entwickeln. In der sechsten Phase werden diese dann getestet.

Wichtig beim Design Thinking-Prozess ist, dass diese Phasen iterativ zu sehen sind, sich also wiederholen können. Wenn ein Team zum Beispiel bei der Ideenfindung (also der in der 4. Phase) feststellt, dass es nicht weiterkommt, geht wieder zurück zur 3. Phase, der Definition der Sichtweise.  Vor allem in der fünften und sechsten Phase kommt es immer wieder zu Feedback-Schleifen, die nach und nach der Verbesserung des Produkts dienen.

Wer in seinem Unternehmen mit der Design Thinking-Methode arbeiten möchte, sollte für folgende Voraussetzung sorgen:

  • Multidisziplinäre Teams: Als ideale Teamgröße werden fünf bis sechs Personen angesehen, die optimalerweise unterschiedliche fachliche Hintergründe mitbringen. So sollte zum Beispiel eine Ingenieurin mit einer Kraft aus der Verwaltung, einem Kundendienstbetreuer, einer Personalreferentin und einem Mitarbeiter aus der Werkstatt zusammenarbeiten, um möglichst kreative Ansätze zu entwickeln.
  • Variable Räume: Die Räume für den Prozess sollten möglichst variabel und mit Whiteboards und Bastelmaterialien wie Post-its, Legosteinen oder Knete ausgestattet sein. Arbeiten sollte im Stehen oder in anderen eher unkonventionellen Haltungen möglich sein. Auch der Austausch zwischen den einzelnen Teams ist im Design Thinking Prozess sehr wichtig.
  • Design Thinking-Prozess: Hierbei richtet man sich nach oben beschriebenen sechs Phasen. In allen Phasen sollte der Prozess von einem Coach begleitet werden, der dafür sorgt, dass sich das Team auf die Zusammenarbeit konzentrieren kann.

Obwohl ursprünglich für klassische Design-Disziplinen wie Gestaltung und Formgebung entwickelt, geht Design Thinking weit darüber hinaus und bildet eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen. Hier stehen Nutzerwünsche und -bedürfnisse im Fokus.

Die Methoden, die in den einzelnen Phasen, zum Beispiel bei der Wortassoziationskette, der Haftzettel-Methode oder beim Brainstorming angewandt werden, sorgen dafür, dass die Teams offen und kreativ Lösungen entwickeln können. Dass diese Methode erfolgreich ist, zeigt die Arbeit von so erfolgreichen Unternehmen wie Apple oder Airbnb.

Hatten Sie bereits individuelle Berührungspunkte mit der Design Thinking-Methode? Sind Sie überzeugt? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in der Kommentarspalte mit.

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