Mit Smartphone gegen Korruption: „bribespot“ gewinnt App-Wettbewerb

Mit Smartphone gegen Korruption: „bribespot“ gewinnt App-Wettbewerb

Die Berliner App „bribespot“ hat in Brüssel den mit 30.000 Euro dotierten ersten Platz des Mobile for Good Europe Awards der Vodafone Foundation in der Kategorie Public Services gewonnen. Mit der Anwendung lassen sich Korruption und Bestechung per Smartphone melden und beobachten. Die internationale Jury hat darüber hinaus Apps in den Bereichen Barrierefreiheit, Gesundheit und Bildung ausgezeichnet. Insgesamt 200.000 Euro haben App-Entwickler aus verschiedenen europäischen Ländern erhalten. Artas Bartas (Mitte), Gründer von bribespot, erhält den Mobiles for Good Europe Award 2013 in der Kategorie Public Services

Korruption gehört in vielen Ländern zum Alltag und hat viele Gesichter. Bribespot ist eine App, mit der Bürger solche Vorfälle unkompliziert per Smartphone von unterwegs melden können. Nachdem die App installiert ist, kann in wenigen Schritten über Vorfälle berichtet werden. Auf einer Weltkarte werden diese Vorfälle für alle sichtbar (aktuell zum Beispiel: ein Regierungsbeamter in Kambodscha wollte 1500 US Dollar für eine Geschäftserlaubnis). “Korruption ist ein globales Problem. Bribespot kann hier einen wichtigen Beitrag zur Lösung leisten. Mit dem Preisgeld werden wir ein lang geplantes Workshop-Programm für Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen in Entwicklungsländern nun umsetzen“, so Artas Bartas, Gründer von bribespot.

Die Daten werden verschlüsselt übermittelt, die Server stehen in Deutschland – um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Entwickelt wurde die Anwendung übrigens ursprünglich auf einem Hackathon in Estland. Heute arbeitet ein internationales Team von Entwicklern in Berlin an der Weiterentwicklung der App. Berlin macht seinem Mekka für Start-Ups also weiterhin alle Ehre.

Der Mobile for Good Europe Award zeichnet wegweisende Anwendungen aus, die das Leben der Menschen verbessern und einen gesellschaftlichen Nutzen haben. Insgesamt zwölf Preisträger in vier Kategorien wurden gestern Abend in Brüssel ausgezeichnet. Eine internationale Jury hat die Gewinner bestimmt. 200.000 Euro wurden an App-Entwickler aus ganz Europa vergeben. In jeder Kategorie wurden 50.000 Euro auf die drei besten Apps verteilt, davon 30.000 Euro für den Sieger, 15.000 Euro für den zweiten Platz, der Drittplatzierte erhielt 5.000 Euro.

In der Kategorie „Barrierefreiheit“ wurden Lösungen zur Steigerung der Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen oder ältere Menschen gesucht. Gewinner ist die App „ColorADD“, die farbblinden Menschen im Alltag hilft. Im Bereich „Gesundheit“ hat die Anwendung „Contigo“ gewonnen, mit der Brustkrebs-Patientinnen durch die Behandlung hindurch begleitet werden – mit persönlichen Statements, interaktiven Infografiken und medizinischen Informationen zur Diagnose Brustkrebs. Im Bereich „Bildung“ wurde „Dyseggxia“ mit 30.000 Euro ausgezeichnet. Das Spiel nutzt wissenschaftliche Erkenntnisse, um Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche zu unterstützen.

Alle Gewinner des diesjährigen Awards auf einem Bild:

Mobile_For_Goof_Award_Teilnehmer

„Mobile Technologien verändern das Leben von Menschen. Die Gewinner des Mobile for Good Europe Awards zeigen deutlich, welches Potential Apps und Smartphones haben – als Unterstützung beim Lernen, zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung oder bei der Verbesserung des Zugangs zu öffentlichen Dienstleistungen und Informationen“, sagte Andrew Dunnett, Vodafone Group Director Nachhaltigkeit & Vodafone Foundation anlässlich der Verleihung der Awards, die letzte Woche in Brüssel stattfand.

Übrigens: Zum Themenbereich „Bildung“ des Mobile for Good Europe Awards 2013 fand in Berlin im Sommer ein Workshop statt, über den wir hier im Blog auch berichtet habe.

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