Mobiles EKG für Herzkranke

Herzerkrankungen auf der Spur

Die Berliner Charité überwacht Herzpatienten mit einem mobilen Diagnosegerät: Es zeichnet Herzspannungskurven (EKG) auf und überträgt sie mit einem UMTS-Handy an ein medizinisches Service-Center.

Das schnelle UMTS-Netz von Vodafone läutet eine neue Ära in der Telemedizin ein: Mit der breitbandigen Technik können Mediziner und Patienten nun auch große Datenmengen mobil übertragen. Auf der Hannover Messe im April 2004 demonstrierte das Berliner Universitätsklinikum Charité erstmals sein mobiles Telemedizin-Projekt "Partnership for the Heart". Es wurde gemeinsam mit Vodafone und der Mannheimer Telemedizinfirma Vitaphone entwickelt. Ein scheckkartengroßes Diagnosegerät, die sogenannte EKG-Monitoring-Card, zeichnet das EKG auf und überträgt die Daten auf ein UMTS-Handy. Von dort wird das EKG mit hoher Geschwindigkeit zur Auswertung an ein medizinisches Service-Center übertragen. "Im Idealfall liegt der Befund schon zehn Sekunden nach der Aufzeichnung vor", erklärt Dr. Friedrich Köhler. Der Leiter des Projekts arbeitet an der Medizinischen Klinik der Charité mit Schwerpunkt Kardiologie, Pulmologie und Angiologie.

  Mobile Herzüberwachung: Die Monitoring-Card von Vitaphone zeichnet Patienten-EKG auf. Ein UMTS-Handy überträgt die Daten an den behandelnden Arzt.

Die neue Funklösung bedeutet einen Meilenstein in der Diagnose von Herz-Rhythmusstörungen: Allein in Deutschland sterben rund zehn Menschen pro Stunde durch den plötzlichen Herztod, das sind fast 88.000 im Jahr. Gefährdet sind vor allem Patienten nach einem Herzinfarkt. Als Ursache machen die Ärzte bei fast allen Betroffenen Herz-Rhythmusstörungen aus. Vor allem die kurzen Herz-Rhythmusstörungen konnte man bislang nur sehr schwer erfassen: eher zufällig beim Aufzeichnen eines EKG oder beim 24-Stunden-EKG.

Allerdings treten Rhythmusstörungen oft tagelang, sogar wochenlang nicht auf. Mit der EKG-Monitoring-Card und UMTS kann nun die Herztätigkeit von Risikopatienten rund um die Uhr überwacht werden. Auch Funktion und Einstellung von Herzschrittmachern lassen sich mit der Karte einfach und sicher prüfen. Der Patient trägt die kleine Karte mit einem Band um den Hals. Fühlt er sich nicht wohl, bekommt Herzrasen oder -stolpern, drückt er die Karte an die Brust. Mit einem Knopfdruck startet er die EKG-Aufzeichnung . Sofort zeichnet die Karte bis zu drei EKG auf. Die Daten übermittelt die Karte über eine Infrarot-Schnittstelle an das UMTS-Handy des Patienten. Vor dort gehen sie an ein medizinisches Service-Center.

Die Mitarbeiter leiten alle Daten mit E-Mail, Fax oder auf einen Server im Internet weiter. Der behandelnde Arzt kann sie dann beurteilen oder als zusätzliche Information zur Diagnostik verwenden. Die Charité geht von einer Marktreife des Prototypen in zwei Jahren aus und erwartet davon eine deutliche Verbesserung der Aufklärungsquote bei den Ursachen von Herz-Rhythmusstörungen.


aus © vodafone business 3/2004
Fotos: © Vitaphone




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