AnyDesk: So nutzen Sie Ihren Computer von jedem Ort der Welt aus

Digitales Business

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Datum 03.10.2021
Lesezeit 6 Min.

AnyDesk: So nutzen Sie Ihren Computer von jedem Ort der Welt aus

„Fernwartung per Remote-Zugriff ist sehr langsam und funktioniert nur innerhalb eines Betriebssystem-Ökosystems zufriedenstellend.” Mit diesen beiden Vorurteilen will die Fernwartungs-Software AnyDesk aufräumen und macht deshalb einiges anders als die Konkurrenz.

Trotz immer leistungsfähigerer Admin-Tools: Der Bedarf an Fernwartung und Fernzugriff nimmt stetig zu. Entsprechend gibt es mittlerweile eine Vielzahl an etablierten Programmen für derartige Aufgaben. Auch die Betriebssystem-Hersteller haben schon länger eigene Tools für den Remote Access im Programm. Microsoft beispielsweise hat mit dem hauseigenen „Remote Desktop” eine Fernsteuerungssoftware in Windows integriert, die auf das Remote Desktop Protocol (RDP) zurückgreift. In der Linux-Welt lässt sich viel per über die mächtige Kommandozeile per SSH regeln und noch mehr über freie Terminal-Server wie X2Go.

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Auch Apple schließlich bietet stellt Administrator:innen ein entsprechendes das Werkzeug namens Remote Desktop zur Verfügung. Daneben hatte der Hersteller aus Cupertino für Privatanwender die Fernsteuerung speziell des eigenen Mac ab Mac OS X Leopard (10.5) zeitweise mittels „Back to My Mac“ im Angebot. Diese nützliche Funktion wurde dann mit Mojave (10.14) aber leider wieder abgewickelt.

Alle genannten Lösungen aber haben spezifische Schwächen, die AnyDesk vermeiden will. Ist die Software tatsächlich die eierlegende Wollmilchsau unter den Remote-Anwendungen?

Das kostenlose Unternehmensprofil eignet sich besonders für kleine Unternehmen. Es bietet Ihnen allerdings nur wenige Möglichkeiten, sich darzustellen. So können Sie lediglich einige wichtige Informationen zu Ihrem Unternehmen hinterlegen. Für den Anfang und zum Ausprobieren reicht das aber allemal aus.

Immerhin: Für den Remote-Zugriff per Fernsteuerungs-Software gibt es viele Anwendungsfälle. Zu ihnen gehören:

  • Zentrale Installation und Wartung eines Rechners-Netzwerkes an verteilten Standorten
  • Zugriff auf Unternehmens-Ressourcen über einen Client-Rechner aus dem Home-Office oder
  • Support durch einen externen Dienstleister ohne teuren Ortstermin

Video: YouTube / SeiboldSoft

 

AnyDesk – was ist das überhaupt?

AndyDesk ist eine Fernwartungs-Software, die über Betriebssystemgrenzen hinweg Remote-Verbindungen aufbaut. Aktuell ist die Software für die Plattformen Windows, macOS, Android, iOS, Linux, FreeBSD, Raspberry Pi und Chrome OS verfügbar. Die Windows-Version gibt es wahlweise als exe-Datei oder als msi-File (MicroSoft Installer) für die vereinfachte Bereitstellung im Netzwerk.

Für die Wiedergabe von Bildschirminhalten des Server-Rechners auf dem fernsteuernden System nutzt AnyDesk den Video-Codec DeskRT, um die bei Remote-Software häufigen Übertragungsprobleme zu reduzieren.

Zur Datenübertragung verwendet AnyDesk die Verschlüsselung TLS 1.2 per Authenticated Encryption mit 128 Bit langen Schlüsseln. Damit gelten die so aufgebauten Verbindungen als sicher nach heutigen Datenschutzstandards.

Die Software ist in gestaffelten Lizenzen mit unterschiedlichem Funktionsumfang verfügbar. Features wie die REST-Schnittstelle und das Sitzungsprotokoll sind der Professional- und der Enterprise-Lizenz vorbehalten.

AnyDesk ist ein Projekt ehemaliger Mitarbeiter:innen der Teamviewer AG, von der die gleichnamige Fernwartungssoftware stammt. Diese wiederum hat ihre Ursprünge aus dem Entwickler:innen-Umfeld der Open-Source Software VNC (Virtual Network Client). Viele weitere Programme zur Fernwartung wie UltraVNC basieren ebenfalls auf VNC. Eine Testversion von AnyDesk gibt es zum Download unter https://anydesk.com/de.

 

AnyDesk – wie funktioniert die Software?

Wie die meisten Remote-Programme basiert auch AnyDesk auf der Installation entsprechender Apps auf den am Fernzugriff beteiligten Geräten. Praktisch: Dieselbe App fungiert dabei wahlweise als Server oder als Client – je nachdem wie die Verbindung aufgebaut wird. Innerhalb eines Netzwerkes finden sich die Geräte über eine bei der Einrichtung vergebene neunstellige ID. Je nach gewählter Lizenz kann diese ID nachträglich noch verändert werden.

 

AnyDesk – Freigaben und Remote-Dateiübertragung

Über die Einstellungsmenüs können einzelne Funktionen und Freigaben jederzeit aktiviert und deaktiviert werden. Beispielsweise die Erlaubnis zur Benutzung von Zwischenablage, Maus und Tastatur, zum Neustart des ferngesteuerten Rechners oder zum Mithören von Klang-Dateien oder Videos, die auf dem Server abgespielt werden.

Wird ein Mac oder PC von einem Android-Smartphone ferngesteuert, was mit AnyDesk problemlos möglich ist, wird der Finger auf dem Screen des Handys zum Mauszeiger auf dem Server. Über die Dateitransfer-Funktion wird ein Datei-Manager mit vertikal geteiltem Fenster geöffnet, mit dem Files bequem zwischen beiden Geräten kopiert werden können. Mehrfache Verbindungen und Einstellungs-Fenster können in der Windows-Version in Einzel-Fenstern verwaltet und zwischen ihnen über Reiter gewechselt werden. Das sorgt für mehr Übersicht gerade beim Arbeiten mit mehreren parallelen Instanzen.

 

Bildschirmfotos, Druckfunktionen und Performance

Komfortabel sind die vielen Zusatzfunktionen, über die sich beispielsweise jederzeit Bildschirmfotos erstellen, die gesamte Verbindung in voller Länge protokollieren oder Dokumente vom Server auf einem am Client angeschlossenen Drucker ausgeben lassen. Auch dies kann einzeln am Server abgeschaltet werden.

Falls es bei der Synchronisierung der Bildschirme Probleme geben sollten, können Nutzer:innen auf einen anderen Grafikbeschleuniger wechseln. Zur Auswahl stehen OpenGL, Direct3D und Direct Draw. Das Schwarzschalten des Bildschirmhintergrundes und die Reduktion der Farbtiefe auf 16bit – ein Standard bei Remote-Programmen – ist natürlich ebenfalls möglich.

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Sicherheit in AnyDesk

Eine wichtige Sicherheitsfunktion: Der Remote-Zugriff lässt sich serverseitig auf vorgegebene AnyDesk-Clients beschränken. Damit bestimmen Anwender:innen, dass nur ausgewählte Rechner innerhalb eines Netzwerkes auf einen Server mit wichtigen Produktionsdaten zugreifen dürfen.

Oder sie administrieren beruflich oder privat Rechner und möchten verhindern, dass Dritte an diese Geräte eine Verbindungsanfrage senden? Denn Fernwartungsprogramme werden gerne von sogenannten Technical Support Scammern genutzt, die am Telefon vorgeben, im Auftrag beispielsweise von Microsoft die Computer der Angerufenen updaten zu wollen. Dabei installieren diese Scammer Schadsoftware auf den Rechnern ihrer Opfer:innen, sobald sie Remote-Zugriff via Windows Remote Desktop oder AnyDesk haben.

Ist allerdings bei AnyDesk eine „Zugangsbeschränkung“ eingerichtet, wird bereits die Verbindungsabfrage von Scammern aus dem Netz wirksam abgeblockt. Angerufene sehen dann also auch kein Anfrage-Fenster, das sie versehentlich bestätigen könnten.

Die Verbindung zwischen Endgeräten kann wahlweise als Direktverbindung oder über einen Proxy aufgebaut werden. Sind im Netzwerk die benötigten Ports (unter Windows standardmäßig Port 7070) durch die Firewall gesperrt, können Alternativen ausgewählt werden.

 

AnyDesk – als Werkzeug für Maker oder Industriesteuerungen

Praktisch: Durch die Portierung auf das Betriebssystem Raspberry Pi ist AnyDesk auch für Maker interessant, etwa zur Fernsteuerung eines NAS (Netzwerkspeicher), eines Medienservers oder der FHEM-Hausautomatisierung und der Überwachungskamera vor der Haustür.

Aber auch für industrielle Steuerungsaufgaben ist der Raspberry Pi spätestens in seiner Ausführung als Compute Module 4 (CM4) eine ernstzunehmende Plattform. Das CM4 besitzt Gigabit-Ethernet und wird von einer schnellen 1,5-GHz- CPU (ARM Cortex-A72) angetrieben, die ausreichend Rechenpower selbst für schnelllaufende Anlagen mit vielen Sensoren oder Servo-Motoren bietet. AnyDesk kann hier die Standard-Administrationsschnittstelle für den displaylosen Einplatinencomputer sein.

Video: YouTube / Daniel Nimmervoll

 

Remote-Zugriff in der Cloud

Unternehmen, die in ihrem Business Aufgaben und Inhalte zunehmend in die Cloud auslagern, befinden sich in guter Gesellschaft. Denn immer mehr Firmen haben die Vorteile von Services wie IaaS, PaaS oder SaaS erkannt und heben deren wirtschaftliche Vorteile. Vodafone bietet passend dazu die Möglichkeit, das Messaging-System von Unternehmen in die Cloud auszulagern.

Als Administrations-Tool bietet sich auch hier AnyDesk an, das sich dank seiner schnellen Bildübertragung vom Server zum Client auch für zeitkritische Aufgaben eignet. Als Beispiel sei hier die Anmeldung an einer Produktionsumgebung genannt, die eine zeitlimitierte Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangt: Während mit anderen Remote-Programmen erst noch langsam die einzelnen Bildschirmfenster des Servers an den Client übertragen und dort aufgebaut werden, können Nutzer:innen von AnyDesk diese bereits sehen. So kann entsprechend schnell der Authentifizierungscode eingegeben werden, bevor der Countdown abgelaufen ist und ein neues Login getriggert werden muss.

Eine weitere nützliche Cloud-Anwendung für AnyDesk ist die Präsentation von Live-Daten direkt beim Kunden. Wenn etwa beim Kund:innentermin dessen Netz als Gast mitgenutzt wird, weil vor Ort kein anderer Zugang verfügbar ist und dieser Gastzugang wichtige Web-Funktionen limitiert, kann der Remote-Zugriff direkt auf den eigenen Server oder den eigenen Arbeitsplatz der passende Workaround sein.

 

Arbeiten auch Sie regelmäßig mit der Fernwartung via AnyDesk oder nutzen das Programm für andere Zwecke? Schreiben Sie uns in den Kommentaren, auf welchen Plattformen und Endgeräten Sie AnyDesk installiert haben und für welche Aufgaben Sie es dort einsetzen.

 


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