Business Intelligence: Was dahinter steckt und wie Sie davon profitieren

Digitales Business

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Datum 12.08.2020
Lesezeit 6 Min.

Business Intelligence: Was dahinter steckt und wie Sie davon profitieren

Unternehmerische Entscheidungen fallen zunehmend mittels Business Intelligence (BI), also aufgrund digital gewonnener und ausgewerteter Daten. Dabei greifen spezielle Prozesse und Tools Informationen aus internen IT-Systemen ab, bereiteten sie auf und bieten sie dem Management für Planung und Strategieentwicklung an.

Die Digitalisierung beschleunigt geschäftliche Abläufe enorm und verkürzt so den zeitlichen Puffer zwischen Aktion und Reaktion immer weiter. Angesichts des verschärften Tempos in der heutigen Zeit müssen Führungskräfte oft schneller als früher Beschlüsse fassen und umsetzen. Dabei kann ihnen BI gute Dienste leisten. Was hinter der Technologie steckt und wie Sie davon profitieren –  das erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Gute Entscheidungen auf Basis von Daten treffen: Das ist Business Intelligence


Unternehmen jeder Größe kennen und schätzen den Wert von Daten. Gewissenhaft erhoben, sortiert und aufbereitet lassen sie sich für zahlreiche Zwecke verwenden. Das daraus resultierende massive Aufkommen an digitalen Informationen ist allerdings ohne potente Tools kaum zu handhaben beziehungsweise auszuwerten. Business Intelligence ist eines dieser modernen Instrumente und trägt zum Aufbau eines zentralen Datenbestands (Data Warehouse) bei.

Neu ist das Schlagwort aber nicht: Erstmals 1958 erwähnte es der deutsche Informatiker Hans Peter Luhn in einem Text. Danach beschäftigte das Verfahren lange Zeit vornehmlich IT-Experten für Datenanalyse. Erst die disruptiven Effekte und Fortschritte der digitalen Transformation machten BI auch für eher weniger spezialisierte Führungskräfte interessant.

Sie nutzen heute Business Intelligence, um geschäftliche Vorhaben mittels systematisch gesammelter und analysierter Informationen zu planen, umzusetzen und zu kontrollieren. Damit haben sie zusätzlich zu Soft Skills wie Erfahrung, gutem Gespür, Empathie und “Bauchgefühl” eine weitere, ganz rationale Entscheidungshilfe zur Hand. Möglich machen das in erster Linie Methoden wie Big Data und Data Mining.

Im geschäftlichen Alltag lassen sich mit Business Intelligence unter anderem:

  • Markttrends erkennen
  • Reportings erstellen
  • Muster identifizieren
  • Abfragen, zum Beispiel nach Kennzahlen, in Echtzeit beantworten
  • interne Probleme und operative Reibungsverluste aufdecken
  • Ursache-Wirkungs-Szenarien entwerfen
  • geschäftliche Entwicklungen vorhersagen

Aus diesen und etlichen weiteren Funktionen ergibt sich eine Vielzahl praktischer Anwendungsbereiche. So nutzen Selbstständige und Freiberufler ebenso wie Mittelständler oder international operierenden Konzerne BI, um beispielsweise 

  • die Customer Journey (CRM) zu optimieren, 
  • für Controlling und Finance, 
  • für das Marketing, 
  • für den Einkauf und die Logistik – um nur einige zu nennen. 

Video: YouTube / DiamantSoftware

Business Intelligence in der Praxis

Auf dem Markt für Business Intelligence existieren kleine wie große Anbieter mit den unterschiedlichen Lösungsansätzen und Funktionalitäten. Aller Vielfalt zum Trotz arbeiten aber die meisten Varianten nach dem gleichen grundsätzlichen Prinzip:

  • BI spricht operative IT-Systeme einer Organisation an.
  • Aus diesen zieht es relevante Markt-, Wettbewerbs- und Unternehmensdaten.
  • Die Ist-Werte analysiert es mit Hilfe von Algorithmen.
  • Aus der Analyse generiert BI Aussagen und Interpretationen zu geschäftsrelevanten Prozessen und Abläufen.
  • Im nächsten Schritt bewertet das Verfahren die gewonnenen Erkenntnisse. Dabei orientiert es sich an den erklärten Unternehmenszielen.
  • Je nach Aufgabenstellung kann das Ergebnis zu vorläufigen Vorhersagen und Handlungsempfehlungen für das Management führen.

Top Mittelstands Dienstleister 2020

Top Mittelstands Dienstleister 2020

Vodafone wurde von der WirtschaftsWoche mit dem Siegel zum Top Mittelstands Dienstleister 2020 ausgezeichnet.

Vorläufig sind diese Vorhersagen deshalb, weil Business Intelligence nicht einmalig, sondern fortlaufend eingesetzt werden sollte. Damit ist jedes Resultat praktisch eine Etappe auf dem Weg zu den Unternehmenszielen. Die Ergebnisse einer Auswertung hängen also stets ab von der aktuellen Lage des Unternehmens sowie seines Marktumfelds.

Der technologische Ansatz dahinter ist meist Online Analytical Processing (OLAP). Die Technologie stellt dem Berichtswesen Informationen in Echtzeit zur Verfügung. Sie erlaubt dabei, Daten nach variablen Vorgaben aus mehreren Blickwinkeln und Detailgraden zu betrachten. Dies geschieht mittels sogenannten OLAP-Cubes – auch OLAP-Würfel oder OLAP-Datenwürfel genannt. Sie speichern und analysieren Daten multidimensional – und kombinieren sie auf Wunsch. Die Ergebnisse präsentieren sie in vergleichsweise leicht verständlichen digitalen oder visuellen Dashboards.

Das macht BI zu einem versierten und bestens informierten digitalen Berater für Entscheidungsträger – von der unteren bis zur obersten Führungsebene. Großen Anteil daran hat beispielsweise Self-Service-BI. Sie bietet leicht verständliche Interfaces, die auch Nutzer ohne große Statistik- oder IT-Kenntnisse bedienen können. Teils genügt eine einfache Anfrage, um eine Analyse in Gang zu setzen. Und mit der Variante „Mobile BI” ist das auch von unterwegs mit Laptop, Smartphone oder Tablet möglich.

Mechanische Hände prüfen mit Lupe und Kugelschreiber ein Schriftstück.

Business Intelligence fungiert wie ein unbestechlicher und digitaler Berater für das Management.

Die BI-Implementierung strategisch planen

Obwohl die Handhabung von Business Intelligence zugänglicher geworden ist, bleibt deren Einführung ein komplexer Prozess. Deshalb sollte ihr Einsatz gut vorbereitet sein. Andernfalls kann es passieren, dass die gewählte Lösung nicht ideal in die vorhandene IT-Landschaft passt und den Workflow eher behindert als verbessert.

Diese Tipps sollten Sie im Vorfeld beachten:

  • Die Implementierung von Business Intelligence erfordert ein strategisches Vorgehen. Deshalb setzen Sie anfangs klare Ziele, die mit dem Einsatz erreicht werden sollen. Beziehen Sie fachliche, technische und organisatorische Aspekte in die Ausrichtung ein. Das kann für unerfahrene Beteiligte zu einer schwierigen Aufgabe mit vielen Fehlerquellen werden. Deshalb ist es gegebenenfalls ratsam, gleich zu Beginn Fachleute hinzuzuziehen oder sie den Strategieentwurf prüfen zu lassen.
  • Stellen Sie einen konkreten Katalog mit Anforderungen an die BI auf und verwenden Sie möglichst nur eine Software, die Ihren Vorgaben weitgehend gerecht wird. Andernfalls müssen Sie auf gewünschte Funktionen verzichten. Das allerdings kann den Effekt der Maßnahme verringern oder schlimmstenfalls ganz infrage stellen. Umgekehrt sollten Sie keine unrealistischen Ansprüche erheben. Prüfen Sie deshalb, welche Lösung in Ihrem Unternehmen am ehesten die Aufgabe erfüllt. Am besten entwickeln Sie dafür eine Liste mit Prioritäten und vergleichen mögliche Tools damit. Dazu könnte bei Bedarf die Anbindung an die Cloud gehören.
  • Achten Sie im Dialog mit BI-Anbietern darauf, dass die praktische Anwendung im geschäftlichen Alltag im Fokus bleibt. Lassen Sie dabei sich nicht von als “innovativ” angepriesenen Funktionen beeindrucken, die Sie gar nicht brauchen. Hier spielt auch die Anwendungsfreundlichkeit mit hinein. Stichwort: Self-Service. Die künftigen Nutzer müssen die Software gut bedienen können. Ist sie zu kompliziert, kann das ihre Akzeptanz erheblich einschränken.
  • Auch das Renommee eines Dienstleisters ist im Zweifel zweitrangig. Es ist nicht gesagt, dass eine bekannte und weitverbreitete Marke für Sie automatisch die richtige Wahl ist. Wahren Sie also eine kritische Distanz und beachten Sie auch eher unbekannte  Anbieter.
  • Jedes System kann ausfallen. Dann sollte Support möglichst schnell eingreifen können – im Zweifel vor Ort. Deshalb können nicht nur eine kompetente Hotline, sondern auch der Standort eines Herstellers und seiner mobilen Servicemitarbeiter wichtig sein.


Sie haben bereits Business Intelligence erfolgreich implementiert? Wie sind Sie vorgegangen und welchen Herausforderungen sahen Sie sich dabei gegenüber? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit! Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.


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