SEO, SEA und SEM: Definition und Erläuterung der Begriffe

Digitales Business

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Datum 28.02.2019
Lesezeit 7 Min.

SEO, SEA und SEM: Definition und Erläuterung der Begriffe

SEM, SEA und SEO: Die drei Schlagworte stehen stellvertretend für die Vermarktung von Angeboten mit Hilfe von Suchmaschinen. Doch was bedeuten sie und worauf kommt es in der Praxis an?

Die vorderen Suchtreffer bei Google und Co. sind heiß begehrt, denn wer nicht mindestens auf der ersten Seite landet, wird kaum wahrgenommen. Allein die erste Ergebnisposition wird von etwa 60 Prozent der Nutzer angeklickt. SEM, SEA und SEO sollen die Zauberformel sein, um das gewünschte Ziel zu erreichen – doch was verbirgt sich dahinter und wie können Sie damit für mehr Traffic auf Ihrer Website sorgen?

 

SEO: Optimierung für „organischen” Traffic („Search Engine Optimization”)

Die Abkürzung „SEO” steht für „Search Engine Optimization”, also die „Optimierung für Suchmaschinen”. Inhalte (Content), die sowohl für Suchmaschinen als auch für Internetnutzer gut lesbar, zielgruppengerecht und informativ aufbereitet sind, können für eine bessere Platzierung in den Suchergebnissen sorgen. Eine technisch und strukturell optimierte Webseite trägt ebenfalls dazu bei. Sie können jede Form von Content SEO-gerecht aufbereiten, ob es sich nun um Text, Bilder oder gar Videos und Animationen handelt: Praktisch alles, was über Suchmaschinen, allen voran Google, aufgefunden werden kann und soll, lässt sich optimieren.

Nachdem Sie eine Website erstellt und veröffentlicht haben, stellen Sie normalerweise schnell anhand der Zugriffs-Logdateien fest, dass diese ab und zu von sogenannten Suchmaschinen-Crawlern besucht wird. Dabei wird die Struktur Ihrer Seite ebenso analysiert wie die Inhalte, die sich auf ihr befinden. Diese Daten werden nun nach ihrer Relevanz bewertet und von der Suchmaschine unter passenden Schlagwörtern in einem Verzeichnis gespeichert – Ihre Seite wurde dann indexiert.

Sucht nun jemand im Internet nach einem oder mehreren Stichwörtern (ein sogenanntes Keyword), das zu Ihren Inhalten passt, kann Ihre Website (beziehungsweise eine Unterseite davon) in den entsprechenden Suchergebnissen erscheinen. Man bezeichnet solche Einblendungen auch als organisches (also „unbezahltes”) Listing. Die Suchmaschine sortiert Texte zu ähnlichen Themen so, dass Content, der für den Internetnutzer potenziell am relevantesten ist, ganz oben angeboten wird. Suchergebnisse, die an vorderster Stelle landen, werden hierbei besonders oft gesehen und daher häufig angeklickt.

Neben den bekannten zehn “organischen” Ergebnissen erscheinen seit Längerem weitere Informationen auf der ersten Google-Suchergebnisseite in den SERP-Snippets (SERP = “Search Engine Result Pages”, Snippet = dt. Ausschnitt/Schnipsel). Das können je nach Suchbegriff beispielsweise Bilder, Videos, Google-Maps-Ausschnitte oder Shopping-Links sein, die in einem Kasten besonders hervorgehoben werden. Im günstigsten Fall wird Ihr Content sogar für ein sogenanntes Featured Snippet hervorgehoben: Das ist meist dann der Fall, wenn Sie bestimmte Fragen direkt und für den Leser optimal aufbereitet in Kurzfassung beantworten.

Diese Tatsache sollten Sie nutzen und nicht nur Ihren Content in Textform SEO-gerecht gestalten. Folgende Bereiche sind hierbei am relevantesten:

  • Videos: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Videos vor allem bei YouTube aktiv und nach SEO-Kriterien gestaltet sind.
  • Bilder: Ihre Bilder sollten qualitativ hochwertig und mit den entsprechenden Meta-Tags wie Bildtitel, Bildbeschreibung und Alternativtext ausgestattet sein. Auch der Dateiname sollte aussagekräftig gestaltet werden. Achten Sie außerdem darauf, nicht zu viele Fotos aus Bilddatenbanken zu verwenden, sondern möglichst eigenes, hochwertiges Material einzusetzen. Mit solchem „unique content” (also einzigartigen Inhalten) erhöhen Sie Ihre Chancen für eine prominente Platzierung in den oben erwähnten Snippets.
  • Maps-Eintrag: Ein lokaler Google-My-Business-Eintrag stärkt Ihre Präsenz in den Suchmaschinen und erleichtert Ihren Kunden vor Ort die Orientierung.
  • Shopping-Einträge: Laden Sie Ihre Geschäfts- und Produktdaten in das Google Merchant Center hoch und lassen Sie sich in den „Shopping”-Suchergebnissen bei Google anzeigen.
  • News: Wenn Sie regelmäßig aktuelle Meldungen veröffentlichen, bietet sich (gerade für Redaktionen) eine Google-News-Akkreditierung an.

Mit einer optimalen Kombination dieser Faktoren ist es wahrscheinlicher, dass Google Ihren Content für die angereicherte Suchergebnisseite und die sogenannten SERP- oder Featured-Snippets auswählt und dies Ihre Klickzahlen weiter erhöht.

Die Suchmaschinenoptimierung beziehungsweise SEO beschäftigt sich also vorwiegend mit der Frage, wie Sie Ihre Inhalte passend für Suchmaschinen aufbereiten und dadurch ein optimales, sogenanntes Ranking erzielen. Welche Faktoren die Suchmaschinen im Einzelnen für die Bewertung von Inhalten heranziehen und wie Sie diese für Ihre Webseite optimieren, verraten wir Ihnen an separater Stelle ausführlich.

 

Video: YouTube / Christian B. Schmidt #SEODRIVEN

 

SEA: Werbung in Google & Co. („Search Engine Advertising”)

Während sich SEO vorwiegend mit organischem Traffic beschäftigt – also Klicks auf Ihre Seite, die nicht bezahlt sind –, verfolgt „Search Engine Advertising” (SEA) einen anderen Ansatz. Hier können Sie für Keywords, mit denen Ihre Seite bisher kein gutes Ranking erzielt, die aber besonders gut zu Ihrem Angebot passen, eine bessere Platzierung „kaufen”. Bei Google erfolgt die Buchung über das hauseigene Tool Google Ads – der Link auf Ihren Content wird dann als Anzeige gekennzeichnet.

Einige Keywords sind beliebter als andere, weil mehrere Firmen oder Personen hierauf ein gutes Ranking erzielen möchten. Aus diesem Grund werden die Keywords beispielsweise bei Google gewissermaßen „versteigert”. Besonders begehrte Keywords sind dabei naturgemäß teurer als andere. Mit Hilfe des Google-AdWords-Systems können Sie für Ihren Zweck geeignete Keywords identifizieren und erfahren, wie die aktuellen Gebotspreise aussehen.

In Google AdWords können Sie dann auch Ihr Budget festlegen und Maximalgebote für einen Klick auf Ihre Website eingeben. Dabei gilt, dass Sie nicht unbedingt ein höheres Gebot als das derzeitige Höchstgebot abgeben müssen:

  • Setzen Sie das Gebot niedrig an, erhält Ihre Anzeige kaum bis keine Einblendungen und wird somit auch nicht angeklickt. Ihr Werbebudget wird langsam oder gar nicht verbraucht.
  • Setzen Sie das Gebot hoch an, erhalten Sie viele Klicks auf Ihre Website, da diese häufiger in den Suchergebnissen erscheint. Ihr Werbebudget wird hierdurch aber schneller verbraucht, da Ihr durchschnittlicher Klickpreis höher ist.

Die folgenden Tipps können Ihnen helfen, SEA erfolgreich zu betreiben:

  • Finden Sie geeignete Keywords, die zu Ihrem Angebot passen und für die es wenig Wettbewerb gibt. Diese sind günstig in der Anzeigenbuchung und bringen mehr Klicks für weniger Kosten.
  • Planen Sie die Zielgruppe für Ihre Anzeige möglichst genau. Wollen Sie deutschlandweit werben oder nur in bestimmten Regionen? Gibt es beispielsweise bestimmte Altersgruppen, die Sie besonders ansprechen wollen? Je genauer Sie die Zielgruppe Ihrer Ads eingrenzen, umso wertvoller sind die späteren Klicks auf Ihr Angebot.
  • Probieren Sie verschiedene, ähnliche Keywords zunächst mit geringem Budget aus.
  • Experimentieren Sie mit verschiedenen Anzeigentexten, um zu sehen, welche Versionen besonders häufig angeklickt werden.
  • Begrenzen Sie die Laufzeit Ihrer Kampagnen so, dass Sie Gelegenheit haben, diese nach Ablauf der Zeit umfassend zu analysieren und zu optimieren.

Nach einiger Zeit haben Sie normalerweise Keywords und zugehörige Anzeigentexte identifiziert, die optimal „klicken” und die Kunden auf Ihr Angebot führen. Für den Fall, dass Sie mehr darüber lernen möchten, SEA effizient zu nutzen, bietet Google übrigens jede Menge Hilfestellung auf seinen Support-Seiten an.

 

Video: YouTube / GREVEN MEDIEN

 

SEM: Suchmaschinenmarketing mit SEA und SEO („Search Engine Marketing”)

Insgesamt spricht man bei der Kombination von Maßnahmen aus dem SEO- und SEA-Bereich von Suchmaschinenmarketing („Search Engine Marketing”). Erfolgreiche Online-Unternehmen sind häufig in beiden Feldern aktiv: Sie sorgen einerseits dafür, relevanten, gut strukturierten Content anzubieten, der von ganz allein angeklickt wird und somit für ein gewisses „Grundrauschen” auf der zugehörigen Webseite sorgt. Guter Content bringt ab dem Zeitpunkt seiner Veröffentlichung „kostenlosen” Traffic und stärkt die Markenwahrnehmung. Andererseits ergänzen SEA-Kampagnen die Content-Marketing-Strategie dort, wo es Aufmerksamkeitsschwächen gibt – rankt die Webseite für bestimmte Keywords nicht oder nur schlecht, kaufen auch erfolgreiche Unternehmen Suchmaschinenwerbung, um die Wahrnehmung der Kunden für sich zu erhöhen.

Beiden Bereichen, SEO wie SEA, liegt letztlich ein ROI-Modell (“Return on Investment”) zugrunde:

  • SEO (Content Optimization): Relevanter, holistischer SEO-Content verursacht bei der Erstellung höhere Kosten, kommt anschließend aber mit geringen variablen Kosten für Pflege und Optimierung aus. Die Klicks auf Ihr Angebot sind dann „kostenlos”. Vergleichen Sie regelmäßig die erreichten Klicks und daraus folgenden Conversions mit den einmaligen und laufenden Kosten für die Contenterstellung, um zu errechnen, ob sich derartiges Content Marketing für Sie lohnt.
  • SEA (Paid Clicks): Mit Hilfe der bezahlten Einblendungen bei bestimmten Keywords führen Sie potenzielle Kunden direkt auf Ihre Seite oder in Ihren Shop. Wenn Sie nun ebenfalls nach einer gewissen Zeit den durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro SEA-Kunde mit dem durchschnittlichen Anzeigenpreis ins Verhältnis setzen, können Sie schnell erkennen, ob sich die Werbung für Sie lohnt. Es klingt ganz einfach, doch Vorsicht: Der laufende Pflege- und Auswertungsaufwand ist bei SEA-Maßnahmen nicht zu unterschätzen.

Durch geeignete Kombination beider Ansätze sorgen Sie für eine optimale Vermarktung Ihres Angebots im Internet – und betreiben damit SEM, also Suchmaschinenmarketing.

 

Zusammenfassung

  • Unter SEO werden Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung für organischen Traffic verstanden – sowohl für Text als auch für Bilder, Videos und beispielsweise Maps-Einträge.
  • Im SEO-Bereich stehen Investitionen in qualitativ hochwertigen Content und geeignete Keywords im Vordergrund. Die folgenden Klicks sind dann „kostenlos” – allerdings sollte SEO-Content fortlaufend gepflegt werden.
  • Der Begriff SEA bezeichnet Werbemaßnahmen, bei denen in Suchmaschinen Klicks auf Websites gegen Bezahlung erworben werden.
  • Im SEA-Bereich erstellen Sie Werbekampagnen, die Sie ebenfalls fortlaufend optimieren sollten.
  • SEM ist ein Oberbegriff für SEO und SEA sowie für die Maßnahmen, die damit einhergehen.

 

Welche Maßnahmen bezogen auf Suchmaschinen spielen bei Ihnen im Unternehmen eine Rolle und welche Erfolge konnten Sie erzielen? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

 

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