Industrie 4.0: Sicherheit ist Erfolgsfaktor

Digitales Business

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Datum 22.09.2015
Lesezeit 3 Min.

Industrie 4.0: Sicherheit ist Erfolgsfaktor

Das Thema Industrie 4.0 weckt große Hoffnungen in der deutschen Wirtschaft. Zu Recht: Aufgrund ihres hohen Industrialisierungsgrads sind Unternehmen hierzulande bestens aufgestellt, um ihrer Effizienz und Flexibilität durch Vernetzung und Digitalisierung einen neuen Schub zu geben. Vodafone Sicherheitschef Naby Diaw schreibt für Featured, warum es erfolgsentscheidend sein wird, ob der Datenverkehr in und rund um die Smart Factory sicher ist.  

Naby DiawExperten schätzen, dass innerhalb des nächsten Jahrzehnts 50 bis 100 Milliarden Endgeräte mit dem Internet verknüpft sein werden. Angetrieben wird diese Entwicklung durch das Internet-der-Dinge und die M2M-Kommunikation. In Deutschland verbindet sich damit auch die Hoffnung, dass die heimische Industrie dadurch frischen Schwung erlangt. Industrie 4.0 lautet das Schlagwort.
Im Zuge der Vernetzungswelle werden Massen an Daten zwischen Milliarden von Geräten transportiert. Ein gigantischer virtueller Datenraum entsteht dabei, der auch Begehrlichkeiten unmoralischer und krimineller Art wecken wird. Das Bewusstsein für die Gefahrenlage ist vorhanden: Über 30 Prozent der für das neue Vodafone „M2M Barometer“ befragten Unternehmen gaben an, Sicherheit und Datenschutz seien für sie die größte Herausforderung beim Internet der Dinge.

Zu viele Fragen offen

Kein Wunder, viele Fragen im Zusammenhang mit dem Thema sind bis dato noch nicht befriedigend geklärt: Mit welchen technischen Mitteln lässt sich maximale Sicherheit gewährleisten, ohne den Elan der Entwicklung abzubremsen? Welche wettbewerbsrechtlichen Aspekte gelten in dem entstehenden virtuellen Raum? Wie greift der Datenschutz?

Außerdem: Der besondere Charme von Industrie 4.0 liegt im Informationsgewinn durch intelligente Analyse der neuen Datenströme. Unternehmen hoffen, in ihren Daten neue Wettbewerbsvorteile zu entdecken. Doch können sie auch Erkenntnisse zutage fördern, die möglicherweise die Rechte anderer verletzen. Wie geht man mit diesen Erkenntnissen um?

Integrierte Ansätze erforderlich

All diese Fragen lassen sich nicht losgelöst voneinander beantworten. Themen wie Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Informationen liegen so dicht nebeneinander, dass man sie von Anfang an und im Zusammenhang berücksichtigen muss.

Diese gesamtheitliche Sicht ist im „Security by Design“ verwirklicht, einem der wichtigsten Ansätze bei Industrie 4.0-Entwicklungen. Daneben haben sich hier Technologien wie Whitelisting oder Trusted Computing etabliert. Bei ersterem wird eine Liste vertrauenswürdiger Befehle erstellt, davon abweichende Eingaben akzeptiert das System nicht. Bei letzteren werden sämtliche sicherheitsrelevanten Regeln durch einen eigenständigen Sicherheitschip festgelegt und überwacht.

Hand in Hand mit der technischen Sicherung gibt es aber viel institutionelle Arbeit zu leisten: Standards für IT-Sicherheits- und Datenschutzstrategien müssen entwickelt werden, auf die Firmen vertrauen können und die dazu beitragen, ihre Industrie 4.0-Investitionen zu schützen. Diese Standards dürfen dabei nicht bei den Ländergrenzen ihre Wirksamkeit verlieren, sondern müssen international abgestimmt sein. Das ist insbesondere beim Umgang mit sensiblen und personenbezogenen Daten wichtig.

Dieser Prozess wird Zeit kosten und scheint dem allgegenwärtigen Ruf nach mehr Geschwindigkeit, Flexibilität und Interoperabilität zuwider zu laufen. Jedoch müssen Datensicherheit und Datenschutz vor Implementierungsgeschwindigkeit gehen – für die Industrie 4.0 ist das erfolgsentscheidend.

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