Fördermittel für eine digitale Zukunft: Hilfe für Unternehmer

Digitales Business

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Datum 11.10.2019
Lesezeit 7 Min.

Fördermittel für eine digitale Zukunft: Hilfe für Unternehmer

Täglicher Kundenkontakt via Messenger und E-Mail, virtueller Support und elektronische Rechnungen: Wer als Unternehmer mit der Digitalisierung nicht Schritt hält, wird irgendwann zwangsläufig abgehängt. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen wie beispielsweise Handwerksbetriebe tun sich bislang schwer, die digitalen Möglichkeiten vollumfänglich zu nutzen. Dabei gibt es eine Menge Fördergelder genau für diesen Bereich.

Die Digitalisierung in Deutschland nimmt endlich Fahrt auf: Um den Wandel weiter zu fördern plant das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Fördermittel in Höhe von sieben Milliarden Euro für die kommende Haushaltsperiode 2020 ein. Damit das Geld auch bei den Unternehmern ankommt, gibt es verschiedene Förderprogramme rund um das Thema Digitalisierung, auch auf Länderebene und angepasst an regionale Schwerpunkte. Wir haben für Sie einen Überblick zusammengestellt. Lesen Sie hier den ersten Teil zum Thema überregionaler Förderprogramme.

 


Die bundesweiten Fördermöglichkeiten im Überblick

Einige der Förderprogramme, die geplant sind oder bereits bestehen, stehen allen Unternehmern in Deutschland gleichermaßen offen. Andere wiederum beschränken sich auf einzelne Bundesländer oder Branchen. Zu den deutschlandweiten Programmen gehören:

 

Für bereits etablierte Unternehmen (KMU): Das Förderprogramm „go-digital”

Im Rahmen des Förderprogramms „go-digital” fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gezielte Beratungs- und Umsetzungsdienstleistungen im Bereich der Digitalisierung. Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Förderprogramm ist unter anderem, dass Sie 

  • ein rechtlich selbständiges Unternehmen betreiben, 
  • Sie weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigen und
  • Ihr Unternehmen im Jahr vor der Förderung einen Umsatz von maximal 20 Millionen Euro im Jahr erzielt hat.

Außerdem ist wichtig, dass Ihr Unternehmen nach der De-minimis-Verordnung überhaupt „förderfähig” ist – es dürfen innerhalb der letzten zwei Jahre also keine Subventionen geflossen sein, die die De-minimis-Grenzwerte überschreiten.

Die Förderung findet in den folgenden Bereichen statt:

  • Digitale Geschäftsprozesse: Wie können Geschäftsvorgänge wie beispielsweise die Buchhaltung, vollständig oder großteils digital abgewickelt werden?
  • Digitale Markterschließung: Welche Möglichkeiten gibt es, Kunden via Internet und auf digitalem Wege anzusprechen?
  • IT-Sicherheit: Welche Anforderungen stellt der Gesetzgeber an das Thema Datenschutz? Wie schütze ich mein Unternehmen vor möglichen Hacker-Angriffen?

Und so gehen Sie vor: Auf der Website des „go-digital”-Projekts suchen Sie zunächst ein geeignetes Beratungsunternehmen, möglichst in Ihrer Nähe, aus. Mit diesem schließen Sie dann einen Beratungsvertrag, dessen Kosten vom BMWi bezuschusst werden. Die autorisierten Berater sollen KMU und Handwerk von den bürokratischen Erfordernissen des Antragsprozesses entlasten.

Zu den weiteren, bundesweiten Förderprogrammen für den Mittelstand gehört das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)”. Mit seiner Hilfe können Sie beispielsweise Forschungs- oder Entwicklungsprojekte schneller vorantreiben.

 

Video: YouTube / Daniel Schäfer: Ideen verwirklichen

 

Für Startups: Die Gründeroffensive GO!

Eine erfolgreiche Unternehmensgründung ist nur selten das Ergebnis einer „genialen Eingebung”, sondern erfordert meist jede Menge harte Arbeit. Darüber hinaus spielen das richtige Umfeld und inspirierende Vorbilder sowie das notwendige Startkapital eine große Rolle. Im Rahmen der Gründeroffensive GO! sollen insgesamt zehn wichtige Aspekte einer Neugründung unterstützt werden. Darunter sind das richtige Gründungsumfeld, die Frage nach Unternehmensnachfolgen, Finanzierungsfragen und die Vernetzung von Start-Ups mit dem Mittelstand und Hochschulen. Auch das Thema Unternehmensgründungen von Frauen erfährt eine besondere Aufmerksamkeit.

Insgesamt bündelt GO! gleich mehrere bestehende Förderprogramme:

  • Die „Gründerplattform”: Hier können Sie in einem geschützten Bereich Ihre Idee skizzieren und das Ergebnis (beispielsweise Ihren Businessplan) später auf Wunsch mit möglichen Finanzierungspartnern teilen.
  • Die Initiative „Frauen unternehmen”: Frauen sind derzeit bezogen auf die Gesamtanzahl der Neugründungen unterrepräsentiert und sollen mit diesem Programm besonders gefördert werden. Auf der Website der Initiative erhalten Interessierte einen Überblick über die Möglichkeiten speziell für Frauen.
  • EXIST: Die EXIST-Gründerinitiative gibt es schon seit vielen Jahren. Im Fokus stehen hier Gründungen aus dem universitären Bereich heraus. Neben der Aussicht auf Gründerstipendien erhalten Förderberechtigte Zugang zu Gründungsnetzwerken und wissenschaftlicher Begleitung ihres Vorhabens über den universitären Bereich hinaus.
  • Gründerwoche Deutschland: Damit sich potenzielle Gründer im Dschungel aus gesetzlichen Bestimmungen, möglicherweise notwendigen Patenten und der Entwicklung von der Idee zum Produkt oder Projekt zurechtfinden, findet jedes Jahr die sogenannte Gründerwoche Deutschland statt. In einer Woche im November sind bundesweit Unternehmen, Kammern, Bildungsstätten und andere Partner beteiligt.
  • Unternehmensnachfolge: Die Unternehmensnachfolgebörse „nexxt-change” vermittelt nicht nur zwischen Unternehmen und möglichen Nachfolgern. Bei einer Nachfolgeregelung oder Übernahme gibt es einiges zu beachten und dabei leistet das Portal von BMWi und weiteren Trägern wertvolle Hilfestellung; unter anderem auch bei möglichen Ablösekrediten in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
  • Junge Gründer: Viele hervorragende Ideen entstehen bereits während der Schulzeit. Neben diversen bundesweiten Wettbewerben bietet das Portal „Unternehmergeist in die Schulen” wertvolle Informationen auch zu regionalen, schulischen Förderprogrammen.

 

Video: YouTube / faz

 

Weitere Förderprogramme und Tipps für regionale Unterstützung 

Eine vollständige Übersicht über laufende Förderprogramme erhalten Sie auf der entsprechenden Website der Bundesregierung beziehungsweise der Förderberatung des Bundes. Und wenn Sie sich nicht sicher sind, wo Sie gründen, oder wohin Sie expandieren sollen, werfen Sie doch mal einen Blick auf die Top-IT-Standorte in Deutschland, oder in den zweiten Teil unseres Artikels mit dem Titel „Digitalisierung: Regionale Förderprogramme der Bundesländer”.

 

Video: YouTube / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

 

Deutschland als technologisches Vorreiterland

Unabhängig von den genannten Förderprogrammen nennt das BMWi im Rahmen der „Nationalen Industriestrategie 2030” konkret die folgenden Ziele als Schwerpunkte: Die konsequente Stärkung von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und der Batteriezellfertigung.

Auch im Bereich autonomes Fahren mischt Deutschland derzeit vorne mit und will seine Spitzenposition im Technologiebereich weiter festigen und sogar ausbauen. Und mit dem Accelerator-Programm UPLIFT bietet auch Vodafone jede Menge Raum für Innovationen, speziell im IoT-Umfeld.

Wenn Sie also technologische Innovationen jeglicher Art im Blick haben oder mitten im Prozess der Digitalisierung stecken, lohnt sich ein Blick auf die vielfältigen Förderprogramme der unterschiedlichen Stellen auf Länder-, Bundes- oder sogar EU-Ebene..

 

Was sollte Deutschland über die angebotenen Förderprogramme hinaus tun, um die Digitalisierung zu fördern und den Wettbewerb in der Digitalwirtschaft zu stärken? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 

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