Digitalisierung: Regionale Förderprogramme der Bundesländer 

Digitales Business

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Datum 16.10.2019
Lesezeit 7 Min.

Digitalisierung: Regionale Förderprogramme der Bundesländer 

Online-Präsenz, mobile Erreichbarkeit und umfassende Vernetzung: Die Digitalisierung stellt kleine und mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, können kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe auf verschiedene, speziell auf sie zugeschnittene Förderprogramme zurückgreifen: Hier gibt es eine Reihe von Unterstützungsangeboten auf Bundesebene, aber auch in den einzelnen Bundesländern. 

Damit die Digitalisierung im Mittelstand gelingt und Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben, darf die digitale Transformation von Unternehmensprozessen nicht vernachlässigt werden: Selbst wenn sie keine internationalen Kontakte haben, erwarten Kunden und Geschäftspartner zunehmend auch von kleinen Betrieben eine tragfähige Digitalstrategie. Um diese Veränderungen zu unterstützen, plant das Bundeswirtschaftsministerium Fördermittel in Höhe von sieben Milliarden Euro für die kommende Haushaltsperiode 2020. Wir haben für Sie einen Überblick über die verschiedenen regionalen Förderprogramme in den Bundesländern zusammengestellt.

 


Förderprogramme in den deutschen Bundesländern

Im Artikel „Fördermittel für eine digitale Zukunft: Hilfe für Unternehmer” haben wir Ihnen bereits Förderprogramme auf Bundesebene vorgestellt. Hier widmen wir uns den Hilfsangeboten der einzelnen Bundesländer, die teils auf regionale Besonderheiten zugeschnitten sind. Die Angebote unterliegen jeweils unterschiedlichen Bedingungen, die Sie den Links auf die einzelnen Förderprogramme entnehmen können. 

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl wichtiger regionaler Förderprogramme, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit und nicht alle mit dem ausschließlichen Fokus auf Digitalisierungsthemen:

 

Förderprogramme in Baden-Württemberg

  • Innovationsgutscheine: Das Land Baden-Württemberg gibt bereits seit 2008 Innovationsgutscheine aus, sowohl für Neugründungen als auch für bestehende Unternehmen. Das Programm richtet sich gleichermaßen an klassische Branchen und den Hightech-Bereich.
  • Umweltforschung BWPLUS: Passende Problemlösungen, die dem Klimawandel entgegenwirken, können bezuschusst werden. 
  • Beteiligungsgesellschaft MBG: Haben Sie schon einmal über eine sogenannte „stille Beteiligung” eines Investors nachgedacht? Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg kann dabei helfen, Ihre Finanzierungsstruktur zu verbessern.

 

Förderprogramme in Bayern

  • Förderprogramm der Bayerischen Forschungsstiftung: Unter dem Namen „Hochtechnologien für das 21. Jahrhundert” können Zuschüsse für Verbundvorhaben beantragt werden. Zielgruppe sind Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Freiberufler.
  • Bayerisches Verbundforschungsprogramm (BayVFP): Der Freistaat Bayern fördert unter bestimmten Bedingungen die Forschung, Entwicklung und Innovation in Unternehmen in Zusammenarbeit mit passenden Forschungseinrichtungen.
  • „Energie Innovativ”: Mit diesem Angebot fördert Bayern den Ausbau regenerativer Energien: Beim Energiekonzept „Energie Innovativ” geht es vor allem um höhere Wirkungsgrade und mehr Energieeffizienz bei industriellen Anlagen.

 

Förderprogramme in Berlin

  • Innovationsassistent/-in: Unternehmen, die entsprechend qualifizierte Hochschulabsolventen beschäftigen, bezuschusst das Land Berlin mit bis zu 50 Prozent der Lohnkosten.
  • ProFiT: Für Einzel- und Verbundprojekte von Unternehmen oder zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen können Sie Zuschüsse oder zinsverbilligte Darlehen erhalten.
  • GründungsBONUS: Überlegen Sie derzeit, sich in Berlin selbständig zu machen oder haben dies kürzlich getan? Dann können Sie einen Kostenzuschuss von bis zu 50.000 Euro vom IBB Business Team erhalten.

 

Förderprogramme in Brandenburg 

  • Brandenburgischer Innovationsgutschein: Dieses Förderprogramm soll insbesondere kleine und mittlere Unternehmen einschließlich Handwerksbetrieben unterstützen. Es zielt vor allem auf wissenschaftliche Untersuchungen, Forschungsprojekte und Digitalisierungsmaßnahmen ab.
  • ProFIT Brandenburg: Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Land Brandenburg können sich durch Darlehen und Zuschüsse unterstützen lassen: Etwa bei der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Technologien.
  • Landesbürgschaften: Das Land Brandenburg unterstützt Unternehmer mit Investitionsvorhaben in Form einer Landesbürgschaft. Diese erleichtert die Verhandlungen mit Banken, wenn es um die Zuteilung von Krediten geht.

 

Förderprogramme in Bremen 

  • PFAU: Bremen unterstützt das Thema Umweltinnovationen im Rahmen des „Programms zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU)”. Unternehmer können damit Vorhaben fördern lassen, die direkt oder indirekt positive Auswirkungen auf die Umwelt haben.
  • Beratungsförderungsprogramm zu Digitalisierung und Arbeit 4.0: Unsicherheiten bei der Einführung digitaler Technologien soll ein entsprechendes Beratungsförderungsprogramm entgegen wirken. Das Programm vermittelt passende Unternehmensberater, die obendrein bezuschusst werden.
  • Förderung der Forschung, Entwicklung und Innovation: Speziell kleine und mittlere Unternehmen des Landes Bremen sollen im Rahmen dieses Förderprogramms zu Innovationssprüngen gelangen können.

 

Förderprogramme in Hamburg 

  • Die PROFI-Programme: Unter den Namen PROFI Transfer Plus, PROFI Standard und PROFI Umwelt fördert das Land Hamburg Kooperationsprojekte mit dem Schwerpunkt Innovation mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten.
  • InnoRampUp: Sie möchten in Hamburg ein (Tech-)Unternehmen gründen? Dieses Förderprogramm bietet bis zu 150.000 Euro Zuschuss pro Startup und eine Förderquote von bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
  • IFB Beratungscenter Wirtschaft: Das IFB ist eine zentrale Anlaufstelle zum Thema öffentlicher Förderung in den Bereichen Wirtschaft, Innovation und Umwelt. Hier können Sie sich bei Fragen zu den Fördermöglichkeiten in Hamburg beraten lassen.

 

Förderprogramme in Hessen 

  • Elektromobilität: Das Land Hessen fördert insbesondere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, aber auch Pilot- und Demoprojekte zum Thema Elektromobilität.
  • LOEWE: Die hessische LandesOffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz soll den Forschungs- und Entwicklungsstandort Hessen nachhaltig stärken.
  • Futury Venture Fonds Deutschland-Hessen: Dieser Fonds dient dazu, Unternehmer in Hessen mit bis zu 20 Millionen Euro zu fördern. Möglich macht dies eine Zusammenarbeit zwischen der hessischen Landesregierung und privaten Investoren.

 

Förderprogramme in Mecklenburg-Vorpommern 

  • Beratungsförderung: Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds Unternehmensberatung in bereits etablierten Unternehmen – insbesondere, aber nicht nur zum Thema Innovation und Digitalisierung.
  • Forschungsförderung: Sie haben eine Idee, die innovativ und durch technische Risiken geprägt ist? Dann können Sie diese auf vielfältige Weise im Verbund durch das Technologie-Beratungs-Institut GmbH unterstützen lassen.
  • Gründerstipendium: Auch Stipendien können dabei helfen, innovative Ideen auf Marktreife zu testen und zu vermarktbaren Produkten reifen zu lassen. Mecklenburg-Vorpommern bietet hier Hilfestellung.

 

Förderprogramme in Niedersachsen 

  • NBank-Innovationsförderprogramm: Dieses niedersächsische Förderprogramm unterstützt Sie dabei, Ihr Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen können bis zu eine Million Euro an Zuschüssen für Innovationsvorhaben erhalten.
  • Landesbürgschaften: Das Land Niedersachsen übernimmt Bürgschaften, damit Unternehmen leichter an Bankkredite gelangen können.
  • Der Niedersachsen-Gründerkredit: Ebenfalls die NBank vergibt Gründerkredite an Gewerbetreibende, Existenzgründer und Freiberufler.

 

Förderprogramme in Nordrhein-Westfalen 

  • NRW.BANK.Digitalisierungskredit: Dieser Förderbaustein soll Digitalisierungsmaßnahmen mit zinsgünstigen Darlehen unterstützen.
  • OP EFRE NRW: Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung” läuft noch bis 2020 und basiert auf Projektskizzen, die bei entsprechender Eignung gefördert werden.
  • progres.nrw: NRW will regenerative Energien und die damit verbundene Wirtschaft fördern und den Ausbau unterstützen. Der Programmbereich Innovation der NRW.BANK hat hierzu ein eigenes Zuschussprogramm aufgesetzt.

 

Förderprogramme in Rheinland-Pfalz 

  • Innovationsassistenten: Das Land Rheinland-Pfalz will die Wettbewerbsfähigkeit regional ansässiger KMU stärken. Hierzu werden Hochschulabsolventen als sogenannte Innovationsassistenten zeitlich befristet eingestellt und gefördert.
  • INNOTOP: Kleine und mittelgroße Unternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz, aber auch große Unternehmen, können nicht zurückzahlbare Zuwendungen erhalten. Basis hierfür ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
  • Beratungsprogramm: Genau wie INNOTOP kommt  auch das Beratungsprogramm für den Mittelstand von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Es fördert Beratungskosten von KMU mit bis zu 50 Prozent.

 

Förderprogramme im Saarland 

  • Zentrales Technologieprogramm Saar: Unternehmer, die im Saarland Technologieförderung erhalten wollen, können sich noch bis 2020 an die dortige Staatskanzlei wenden und über Mittel der Europäischen Union (EFRE) gefördert werden.
  • Go International: Die Programme „Go International” und „inKontakt” bieten umfangreiche Hilfestellung bei Auf- und Ausbau internationaler Kontakte.
  • Ausfallbürgschaften: Unternehmen verschiedener Branchen können unter bestimmten Bedingungen Bürgschaften des Saarlands erhalten und so leichter an benötigte Kredite gelangen.

 

Förderprogramme in Sachsen 

  • KETs-Pilotlinien: Unternehmen, die im Freistaat Sachsen an Schlüsseltechnologien forschen, können mit Unterstützung rechnen. So sollen vielversprechende Forschungsergebnisse (schneller) in marktreife Industrieprodukte überführt werden.
  • Technologietransferförderung: Mit diesem Förderprogramm sollen in Sachsen ansässige Gewerbetreibende in die Lage versetzt werden, technologisches Wissen schneller in das eigene Unternehmen einfließen zu lassen. Insbesondere das Patent- und Lizenzwesen soll hierdurch gestärkt werden.
  • Innovationsprämie: Sie haben eine Idee, können aber die dazu notwendige Forschungs- und Entwicklungsarbeit nicht selbst leisten? Dann kann die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen sinnvoll sein. Dies wird in Sachsen umfangreich gefördert.

 

Förderprogramme in Sachsen-Anhalt 

  • Digital Creativity: Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt bietet regional ansässigen KMU Unterstützung bei der Entwicklung von interaktiven, digitalen Inhalten oder Medienproduktionen mit wissenschaftlichem Hintergrund.
  • RESSOURCE: Unternehmen, die ökologischer und energieeffizienter handeln wollen, möchte das Land Sachsen-Anhalt ebenfalls helfen. Neben allgemeinen Umweltschutzthemen spielen Abfallvermeidung und -verwertung eine wichtige Rolle.
  • ego.-INKUBATOR: Dieses Förderprogramm richtet sich speziell an Hochschulen. In seinem Rahmen soll nicht nur unternehmerisches Denken gefördert werden. Darüber hinaus stehen Lösungsansätze für praxisrelevante Problemstellungen und akademische Unternehmensgründungen im Vordergrund.

 

Förderprogramme in Schleswig-Holstein 

  • FIT – Anwendungsorientierte Forschung, Innovationen und Technologietransfer: Eine der wesentlichen Herausforderungen bei Innovationsprozessen ist die Verzahnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Bedürfnissen des freien Marktes. Das Programm FIT soll hierbei Unterstützung bieten.
  • IA – Innovationsassistent: Kleine und junge Unternehmen stehen oft vor dem Problem, genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden. Mit einem Innovationsassistenten können Sie sich dieses Vorhaben für einen begrenzten Zeitraum fördern lassen und auf Hochschulabsolventen als Arbeitskräfte zurückgreifen.
  • BFEI – Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation: Schleswig-Holstein möchte die Entstehung von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen fördern. Aus diesem Grund fördert das Bundesland bevorzugt  spezialisierte Berufsbilder und Schlüsseltechnologien. 

 

Förderprogramme in Thüringen

  • FTI-Förderung: Thüringen fördert besonders Forschungs-, Technologie- und Innovationsprojekte. Dazu zählen insbesondere Vorhaben in der industriellen Produktion, sowie in den Bereichen Mobilität, Gesundheit und der Energiewirtschaft.
  • Digitalbonus Thüringen: Dieses Förderprogramm zielt besonders auf kleine und mittelgroße Unternehmen ab. Es unterstützt sie dabei, Software und Hardware im IuK-Bereich (Information und Kommunikation) anzuschaffen und dafür auch externe Dienstleister zu beschäftigen.
  • STIFT: Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen will Gründer dabei unterstützen, ihr Vorhaben zur Marktreife zu bringen und gängige Hürden bei der Neugründung zu überwinden. 

 

Video: YouTube / Kai Schimmelfeder

 

Weitere aktuelle Fördermöglichkeiten

Unsere Zusammenstellung ist keine vollständige Auflistung aller möglichen Subventionen und Hilfen, die es in den deutschen Bundesländern auf regionaler Ebene gibt. Eine aktuelle und vollständige Übersicht zu laufenden Förderprogrammen erhalten Sie auf der entsprechenden Website der deutschen Bundesregierung beziehungsweise der Förderberatung des Bundes.

Falls Sie noch nicht sicher sind, wo Sie gründen oder wohin Sie expandieren wollen, bietet sich ein Blick auf die Top-IT-Standorte in Deutschland an. Weitere Informationen über Unterstützungsprogramme und Förderungen bieten auch die regionalen Kammern und Branchenverbände.

Es gibt also von vielen Stellen verschiedene Hilfsangebote, falls Sie sich mit Ihrem Unternehmen verändern möchten. Egal, ob es um die Einführung einer echten Digitalstrategie geht, eine innovative Idee oder die Verwirklichung eines neuen Projektes: Informieren Sie sich bei den genannten Anlaufstellen über mögliche Hilfen und finanzielle Zuschüsse, die Ihr Risiko mindern könnten. Lassen Sie sich die vielfältigen Fördergelder auf Länder- oder Bundesebene keinesfalls entgehen.

 

Kennen Sie die regionalen Anlaufstellen in Ihrem Bundesland? Haben Sie selbst bereits Fördermittel erhalten? Haben Sie vielleicht Tipps für andere Unternehmer, wie die digitale Transformation gelingt? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 


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