Wing erhält FAA-Zulassung: Wichtiger Schritt hin zu Lieferungen via Drohne

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Datum 15.05.2019
Lesezeit 3 Min.

Wing erhält FAA-Zulassung: Wichtiger Schritt hin zu Lieferungen via Drohne

Von Matt McFarlandCNN Business


(CNN Business) Ein Tochterunternehmen des Google-Mutterkonzerns Alphabet namens Wing hat als erster Anbieter von Drohnenlieferungen eine wichtige benötigte Zulassung der US-Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) erhalten.

Das Unternehmen wurde als sogenannter „Luftfrachtführer” zertifiziert und ist damit befugt, in den Vereinigten Staaten gewerblichen Versand und die Zustellung von Waren anzubieten. In einer kürzlich auf der Blogplattform Medium veröffentlichten Mitteilung kündigte Wing den für später in dem Jahr 2019 geplanten Start von Liefertests an. Eine Sprecherin des Unternehmens äußerte sich jedoch nicht dazu, wie viele Menschen im Rahmen des Tests beliefert, wie viele Drohnen getestet oder welche Arten von Waren geliefert werden sollen. Die Drohnen fliegen jedenfalls autonom. Als Vorsichtsmaßnahme setzt Wing jedoch zertifizierte Piloten ein, die vom Boden aus bei Bedarf die Kontrolle über die Drohnen übernehmen können.

Wing gehört zum Alphabet-Konzern und begann ursprünglich als ein Google-X-Projekt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben inzwischen 70.000 Testflüge durchgeführt und in Australien bereits mehr als 3.000 Lieferungen vorgenommen. Anfang dieses Monats hatte Wing bekannt gegeben, dass bereits Lebensmittel und andere Artikel an eine begrenzte Anzahl von Wohnhäusern in den Vororten der australischen Hauptstadt Canberra geliefert werden.

Lieferungen durch Drohnen fanden in den Vereinigten Staaten bisher nur in beschränktem Umfang statt. In anderen Ländern, beispielsweise in Ruanda, gibt es bereits weitreichendere Programme. Befürworter von Drohnenlieferungen sind der Ansicht, dass bei dieser Methode Lieferzeiten kürzer und die Umweltauswirkungen geringer ausfallen würden als bei anderen Zustellarten. Laut einer Sprecherin betrug die durchschnittliche Lieferzeit mit Wing-Drohnen bei den Tests in Australien 7 Minuten und 36 Sekunden. Die beteiligten Händler bereiteten die Pakete innerhalb von etwa vier Minuten vor. Die Drohnen selbst brauchten dann etwa drei Minuten für den Transport.

Im US-Luftraum ist der Betrieb von Drohnen jedoch komplizierter. Die Drohnen müssen sicher durch dichte und komplexe Umgebungen navigieren können und unter anderem Flughäfen, tief fliegende Hubschrauber und Fußgänger am Boden berücksichtigen.

Wing wird seine Drohnen zunächst in eher spärlich besiedelten Gebieten von Virginia testen, genauer gesagt in den Städten Blacksburg und Christiansburg. Das Unternehmen hat bereits Versuche mit einem Burritolieferdienst auf dem Campus der Virginia-Tech-Universität vorgenommen.

Der neue Lieferdienst ist Teil des im Oktober 2017 angekündigten Drohnen-Pilotprogramms des US-Verkehrsministeriums. Für die Zwecke dieses dreijährigen Programms wurden bestimmte Regionen, darunter auch Virginia, als Testorte für Drohnen und für die Förderung von Entwicklungen festgelegt. Den Programmbeteiligten wird ein gewisser Spielraum eingeräumt, um mit Innovationen zu experimentieren, beispielsweise mit Nachtflügen oder dem Fliegen über Menschen.

„Dies ist ein wichtiger Schritt hin zum sicheren Testen und zur Integration von Drohnen in unsere Wirtschaft“, so US-Verkehrsministerin Elaine Chao in einer Erklärung.

Drohnen müssen aus der Ferne identifizierbar sein, damit Strafverfolgungsbehörden vor Ort feststellen können, ob eine Drohne aus legitimen Gründen fliegt oder ob eventuell ein Problem besteht. Die entsprechenden Vorschriften werden aktuell ausgearbeitet. Sie müssen vermutlich, genau wie größere Flugzeuge, mit einem Air-Traffic-Management-System verbunden sein oder werden, um mögliche Kollisionen zu vermeiden.

Es gibt also noch viele Hindernisse zu überwinden, bevor Drohnenlieferungen zum amerikanischen Alltag gehören werden.

 

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